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Sonntag, 13. März 2016

#12von12 im März

Ich bin immer ganz beeindruckt, wenn ich sehe, dass Teilnehmer ihre 12 Bilder des Tages schon um 17 Uhr bei Draußen nur Kännchen verlinken. Im Normalfall bin ich selber da ca. bei der Hälfte angekommen. Nichts für ungut, hier sind also, traditionell am 13., meine 12 Bilder des gestrigen 12.



Ein von Vivi (@mamazweipunktnull) gepostetes Foto am

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...und hier die spontane Verschönerungsaktion von Tollabea #pareidolia

Ein von Béa Beste (@tollabea) gepostetes Foto am


Ein von Vivi (@mamazweipunktnull) gepostetes Foto am


Montag, 7. März 2016

Kinder & Essen: 10,5 Funfacts

Mama on the rocks hat immer die besten Blogparadenideen, dieses Mal geht es um #missionfood4kids - das (leidige) Thema Kinder und Essen.
Hier mal ein paar Funfacts über meine 2 speziellen Esser:

Funfact #1
Fiona isst unbewusst fast immer Trennkost: entweder nur das Schnitzel oder nur die Kartoffeln. Ich wünschte, ich hätte diese Nervenstärke.

Funfact #2
Am liebsten mag sie Toast mit Ketchup, von dem ich neuerdings den Rand abschneiden muss. Kartoffelpüree mit Ketchup vermischt, bis eine hellrote Pampe entstanden ist, geht auch. Uerks!

Funfact #2,5
Ketchup ist übrigens eine adäquate Beilage für jedes Gericht.

Funfact #3
Sie isst kein Gemüse. Nada. Niente. Ist eklig.
Das einzig Akzeptable sind Salatgurken und saure Gurken (?!).
Letztens habe ich ihr sogar mal ein Rührei versaut, weil ich ein bisschen Schnittlauch rangemacht habe.

Funfact #4
"Orrrr, Mama, hast du schon wieder Butter unter die Wurst geschmiert? Lass das!"

Funfact #5
In Freundebücher schreibt sie bei der Frage nach dem Lieblingsessen "Kartoffeln mit Apfelmus" - eine von ihr erfundene Kreation.

Funfact #6
Fionas erstes richtiges Essen war eine Kartoffel mit Kräuterquark bei IKEA.

Funfact #7
Felicia hat recht früh alles gegessen, wenn denn Hackfleisch dabei war. Sonst nicht.
Frühkarotten und Spinat-mit-Ei-Gläschen hat sie uns also um die Ohren gehauen.

Funfact #8
Beide Mädels sind verrückt nach Dosenpfirsichen.

Funfact #9
Mit Abstand am besten essen beide Kinder sonntags abends, da gibt es bei uns den heißgeliebten "Wannensnack" (s.u.). Da hat sogar Obst eine Chance!

Funfact #10
Gestern gab es "Windelkotelett" - das ist Kasslerfleisch mit einer Panade aus Eiern, Mehl und Milch. Die Kinder haben sich für Arbeitsteilung entschieden: Fiona aß nur das Fleisch und Felicia nur die Haut. Gut, dass wir 2 Kinder haben!

Dienstag, 16. Februar 2016

Schnittmusterchaos

Meine Freundin Ka von NikaRockt hat einen Beitrag zum Ideensammeln geschrieben, wie man als Nähfee Ordnung in seinem Schnittmusterchaos hält.
Ich musste doch grinsen, als ich den Screenshot ihrer Organisationsstrategie gesehen habe: Name, Bild, Material, gedruckte Größe, Nahtzugabe ja oder nein, ... Typisch Ka!

Ich bin da doch eher pragmatisch veranlagt und habe alles für euch, aber sicher keine Tipps um Ordnung zu halten. Nur das Genie beherrscht das Chaos! Ich habe rein interessehalber mal meinen Taschenrechner bemüht und sage und schreibe 234 (!) Schnittmuster/Nähanleitungen auf meinem Computer gefunden. Hossa! Wo kommen die denn alle her? Asche auf mein Haupt, denn ich habe erst einen Bruchteil dessen tatsächlich genäht. Eines Tages, wenn ich alt bin und die Kinder aus dem Haus sind, kann ich die ganzen Strampler, Babymützchen, Kindershirts und Pumphosen dann nähen, für die ich die Schnittmuster in jungen Jahren gekauft habe, haha. Auch, wenn mir aktuell die Zeit fehlt, um alle Schnitte auszuprobieren (ausreichend Stoffe wären mit Sicherheit vorhanden...), horte ich meine Schnittmusterdateien wie einen Schatz und freue mich auf den Moment, wenn ich doch mal wieder ein neues ausdrucke und zuschneide. Kommt Zeit, kommt Stoff.

Das ist nur die Spitze des Eisberges aka oben auf dem Stoffschrank drauf ^^

Meine gedruckten Schnittmuster sind in einem ganz normalen bunten Ordner, der nicht wie geplant im Schrank steht, sondern dekorativ auf dem Keyboard liegt, weil ich ihn ständig benutze. Die Schnitte, die ich am Häufigsten nähe, sind in Folien mit Klebezettel in einem Stehsammler auf dem Schreibtisch. Eine saubere Übersicht über gedruckte Größen oder vorhandene Dateien gibt es nicht. Ist also immer wieder eine Überraschung, wenn ich so durch den Ordner blättere. Andererseits kann ich aber bestimmte Schnitte blind aufschlagen, weil ich genau weiß, wo sie sind. Ich gelobe also keine Besserung, denn Ordnung wird in mein persönliches Chaos erst einziehen, wenn ich groß bin. Und das kann noch dauern... :)




An die Näherinnen: wie macht ihr das mit euren Schnittmustern? 
Seid ihr auch so Chaoten wie ich oder organisiert ihr euch wie Ka?

Montag, 17. August 2015

10 Gründe für einen Wutanfall

Frida vom 2KindChaos hat zur Blogparade #Wutkinder aufgerufen und möchte 10 Gründe für einen Wutanfall wissen. Eigentlich ist das große F schon relativ zivilisiert und hat sich ganz gut im Griff (vor anderen). Zumindest musste ich sie noch nie vom Boden aufsammeln, wenn wir in der Quengelzone im Supermarkt standen. Wutanfälle oder eher kurze Böcke fallen mir natürlich trotzdem auf Anhieb ein. Jeder kriegt 5, hier sind sie:

Das kleine F ist 8 Monate und das große F 5 Jahre alt.


1) Kleines F: 
 Sie versucht, etwas Glitschiges zu essen (Melone, Gurke, etc.) und kurz vor dem Mund rutscht es immer wieder aus der kleinen Hand. 
Es ist zum Verzweifeln. 
Jetzt guck nicht nur, sondern hilf mir lieber, Mama!

2) Großes F: 
Nachdem sie beim letzten Bolognese-Essen erst ordentlich Parmesan über die Nudeln gekippt und hinterher angemerkt hat, man könne es nicht essen, weil es "zu käsig" sei, habe ich beim nächsten Mal Parmesanverbot erteilt. Oh oh.

3) Kleines F:  
Sie schläft beim Stillen ein, schnarcht sogar leise. Sobald ich aber auch nur auf die Idee komme, mich die Brust langsam und unauffällig zu entfernen, kriege ich das herzzerreißendste Wie-kannst-du-nur-Schreien (mit Tränen!) als Quittung, das ich je gehört habe.

4) Großes F:  
Nein, bei uns wird gerade kein Kind misshandelt, liebe Nachbarn. Wir versuchen lediglich so abartige Dinge, wie ihm die Zehennägel zu schneiden. Oder die Haare zu waschen. Tschakka!

5) Kleines F:  
Das Baby spielt friedlich bei meiner Mama; sie waren gemeinsam spazieren mit dem großen Kinderwagen, es ist satt und rundum zufrieden. Und dann sieht es "die Frau mit den Brüsten" kommen, mich. Und brüllt. Ja, ich freue mich auch, dich zu sehen. Was für eine Begrüßung.

6) Großes F:  
Buch lesen, Hörspiel anmachen, Schlafmilch trinken, aufs Klo gehen, Kuscheln, Erzählen. 
22.30: "Man! Ich. Kann. Aber. Nicht. Einschlafen!!!"
10min später schnarcht's. 
Und wie bei Twitter schon mal gelesen - ja, da würde man dann am liebsten hingehen, wecken und sagen: "Siehste!"

7) Kleines F: 
 "Ich weiß, du willst lieber sitzen, mein Schatz, ich mach nur schnell eine neue Windel..."

8) Großes F: 
 "Zwei Punkt Fünf Neun, also kann ich mir das kaufen!" 
- "Wie viel Taschengeld hast du denn?" 
"Zwei Euro." 
- "Dann geht's nicht."  
"Aber warum denn?! Da steht doch ZWEI..."

9) Kleines F:  
Das Buch fällt runter. Da kann man so schnell sein wie man möchte mit dem Aufheben und wird trotzdem erstmal ordentlich angebrüllt. Das eigentlich noch eher grobmotorisch veranlagte Baby hat sich eine interessante Technik erarbeitet, das große viereckige Buch genau in den schmalen Spalt zwischen Hochstuhltisch und Wand fallen zu lassen. Beugt man sich über Kind und Stuhl, um es wieder herauszuangeln, kriegt man erstens eine Haarkur mit fraglicher Wirkung und zweitens ein Büschel Haare entfernt. Was ein Spaß.

10) Großes F:  
"Nono, wir kaufen keine Gummitiere mehr." 
- "Aber das hier ist besonders schön. Und ich liebe doch Gummi. Bitte!" 
 "NEIN."


Montag, 20. April 2015

Du bist ich - oder nicht?

Vor ein paar Tagen in der Kita, Elternabend auf winzigen Stühlen:

ich kannte bisher nur die Kinder, weil wir noch nicht so lange in dieser Kita sind. Als die Eltern nach und nach den Raum betraten, musste ich grinsen. 
...das ist bestimmt die Mama von Moritz, und dahinten sitzen die Eltern von Emma, die ist ihnen ja wie aus dem Gesicht geschnitten. Und Oscar kann seine Eltern auch nicht leugnen... Gesichtermemory! Es war so witzig - ich konnte jedem der 14 Kinder (die an diesem Abend natürlich nicht dabei waren) die passenden Eltern zuordnen, wie sich später im Gespräch herausgestellt hat. Aber können auch andere mir mein Kind eindeutig ansehen??

Seien wir mal ehrlich: jeder ist doch stolz, wenn er sich selbst in seinen Kindern wiedererkennt, oder?
Vermutlich ist das von Seiten der Natur so eingerichtet, schließlich ist ja das Erhalten der eigenen Art irgendwo tief und unwiderruflich ins Stammhirn programmiert. Nicht umsonst hält sich hartnäckig das Ammenmärchen, Babys sähen in den ersten Tagen oft dem Vater ähnlich, damit bei genau dem der Beschützerinstinkt angeht und er direkt sehen kann: Ich habe Feuer gemacht.

Beim kleinen F lässt sich noch nicht so viel sagen, außer, dass sie ihrer Schwester unglaublich ähnlich sieht und sogar ich bei Babybildern zwei Mal hingucken muss, welches meiner Kinder da zahnlos grinst. Auch die Erzieherinnen in der Kita staunen jedes Mal beim Blick in den Wagen über die eindeutige Familienzugehörigkeit.

Als es im Bio-Unterricht um Genetik ging und die Mendelschen Erbsenversuche durchgenommen wurden, war ich schon völlig fasziniert von der Thematik Vererbung. Es hieß, braune Augen setzen sich dominant durch, genau wie Locken. Ich erwartete 2009 also mein erstes Kind, ein braunaugiges Löckchen. Nun ja. Blonde glatte Haare und strahlend blaue Augen sind es geworden. Felicias Augen sind noch blau (kann sich noch ändern) und Haare sind noch zu wenig, um etwas dazu sagen zu können. Eigentlich müsste man viele viele Kinder bekommen, weil allein die Genetik so spannend ist!

Beim Stöbern in alten Fotos für diesen Blogpost bin ich fast erschrocken über die ernorme Ähnlichkeit im Gesicht zwischen meiner Tochter und mir als Kind. Augenpartie, Gesichtsform und Mund sind eindeutig, das ist Mama noch mal, oder?


Natürlich möchte man keine identische Kopie von sich selber, das wäre ja langweilig: ich freue mich, wenn ich beobachte, was sie gut kann und vor allem, was sie jetzt schon besser beherrscht, als ich jemals! Fiona ist z.B. sehr sportlich, was ich nie war, und kann tauchen, ohne sich die Nase zuzuhalten :)
Dennoch entdecke ich mich nicht nur in ihrem Gesicht, sondern auch in ihren Eigenschaften wieder. Sie ist sehr sehr ehrgeizig und wahnsinnig begeisterungsfähig, dass es eine wahre Freude ist, ihr etwas beizubringen! Andererseits kriegt sie auch leicht "einen Bock" und kann schlecht damit umgehen, wenn etwas nicht so läuft, wie sie es sich vorgestellt hat oder wenn sie etwas (noch) nicht kann. Drama, Baby! (Mein erstes Fahrrad sei in die Ecke geflogen, als es nicht sofort klappte. Genauso das erste Akkordeon, heißt es! Oh oh...Ich glaube ja, das sind alles nur Gerüchte :p)

Genau wie ich als Kind möchte Fiona später gerne Ärztin werden. Obwohl sie sehr gesellig und wahrlich nicht kontaktscheu ist, beschäftigt sie sich auch viel (und gerne) für sich allein und ist dann völlig versunken in ihr Spiel. Same here, bis heute bei mir!
Ich bin früher nicht so gerne in den Schulhort gegangen, sondern war am Liebsten nachmittags zu Hause im Garten. Fiona dagegen freut sich, wenn sie "unter Menschen" ist und vor allem: sie b-a-s-t-e-l-t gerne! Wenn ich in meiner Grundschulzeit dann doch mal im Hort war und es hieß, alle kommen rein, jetzt wird gebastelt (früher war noch nicht: möchtest du lieber A machen? oder B? oder C, D, E? Oder nichts?) , stand mir schon der Angstschweiß auf der Stirn. Eine Schere - uaaaaahhhh! Heute habe ich meine Bastelphobie überwunden und sie ins Gegenteil verkehrt, nicht zuletzt dank Hilfe der Tollabox :)

Richtig gespannt war ich, wie sich das ständige Umgebensein von Musik auswirken würde. Immerhin habe ich während des letzten Semesters meines Studiums täglich mehrere Stunden für meine Akkordeon-Abschlussprüfung geübt, mit Fiona im Bauch. Auch nach der Geburt ging es fast nahtlos weiter: musikalische Früherziehung, zu der ich sie als mein "Anschauungsobjekt" mitgenommen habe und regelmäßige Konzerte und Konzertreisen, bei denen sie dabei war, weil die ganze Familie involviert ist. Bei einem Wettbewerb in Irland, sie war zweieinhalb, hat sie sich einfach auf die Stühle im Publikum gelegt und geschlafen, während ein großes Orchester mit Pauken und Trompeten seinen Beitrag dargeboten hat. Eine tolle Fähigkeit!
Schon früh hat Fiona mit allem Musik gemacht, was sie finden konnte (und in dieser Hinsicht ist mein Arbeitszimmer sehr ergiebig, wie ihr euch vorstellen könnt) und lernt inzwischen seit 1 Jahr Melodica in einer meiner Gruppen, ein Tasteninstrument für den Anfängerunterricht. Sie gehört zu den Besten und es macht mich unglaublich stolz, zu sehen, dass sie unsere Begeisterung für die Musik teilt. Hoffentlich erhält sie sich den Spaß und die Freude am Musikmachen noch ganz, ganz lange!

Und wie ist das bei euch? Kann man euch eure Kinder im Gesichtermemory eindeutig zuordnen? Erkennt ihr euch in euren Kindern oder eigenen Eltern wieder?
Ich bin gespannt auf eure Kommentare!


Das ist mein Beitrag zur Blogparade von Mama on the rocks, #DubistIch.

Samstag, 18. April 2015

Zähneputzen 2.0?

Die Blogparade zum Thema Zähneputzen #DailyRoutine, zu der Frau Mutter in Kooperation mit Elmex aufgerufen hat, könnte ich auch unter den von vielen Bloggern kürzlich geschriebenen Beiträgen zum Thema "Geschichten vom Scheitern" einsortieren. Zähne putzen ist ein heikles Thema, und das, obwohl mein Onkel Zahnarzt ist! Da ich keinen ultimativen Tipp fürs Gelingen des morgendlichen und abendlichen Rituals beisteuern kann, verrate ich euch an dieser Stelle stattdessen, wie es bei uns jedenfalls schon mal nicht oder nur bedingt geklappt hat. Here we go.


Zahnputzsanduhr
Nach 2 Probedurchläufen hatte sich das mit der niedlichen Sanduhr erledigt. "Mit Sanduhr putzen mag ich nicht" als Synonym für "2 min dauern mir viel zu lange".


Zahnbürste selber aussuchen
Wir hatten sie alle: pinke Pferde mit Borstenkopf, Froschbürsten mit Saugnäpfen, reisetaugliche Haie mit Fischkappen, Löwen mit bunten Borsten, Affen, Biene Majas, Arielles, Piraten und Wikinger. Der Reiz besteht jedes Mal nur solange, wie die Zahnbürste noch nicht bezahlt ist. Anschließend ist Putzen mit Maja genauso doof wie sonst auch.
"Muss ich heute Abend Zähne putzen?" - "Ja, du musst."


Elektrische Kinder-Zahnbürste
Nach dieser Anschaffung dachte ich tatsächlich, wir seien zahnputztechnisch über den Berg. Die Vorfreude auf das Putzen hielt aber nur genau 3 Tage. Manko: ob das Kind tatsächlich putzt oder nicht ist schlechter nachzuvollziehen, wenn man nicht direkt daneben steht. Eine elektrische Bürste kann man auch etwa 1 min lang an einen einzigen Zahn halten und währenddessen statt zu putzen lieber mit Playmobilfiguren im Waschbecken spielen. Bei einer "Analogbürste" fällt es auf, wenn das Putzgeräusch fehlt...


Lieder singen
Als Musikpädagogin bin ich ja geradezu prädestiniert für das Erfinden von albernen Zahnputzliedern. Sowohl in der musikalischen Früherziehung als auch im heimischen Badezimmer habe ich genau das getan, mit zumindest im privaten Bereich eher mäßigem Erfolg. Gut, die Musikkids liebten es, im Unterricht mit ihren Fingern so zu tun als ob sie putzten, aber bis abends war auch das bei den meisten wohl wieder vergessen. Als ich ein Mal zu Hause erklärte, das Kind müsse solange putzen wie ich singe, erhielt ich von meiner schlagfertigen Tochter die schaumige Antwort: "Gu fingft viel fu langfam, Mama!" Tja nun. (Solange die dicke Frau singt, ist die Oper noch nicht zu Ende...)
Wer es trotzdem probieren möchte, hier mein Text auf die Melodie von "Bruder Jacob":

Zähne putzen, Zähne putzen, 
das muss sein, das muss sein!
Mach ein Mal den Mund auf, mach ein Mal den Mund auf:
so ist's fein, so ist's fein!

Zähne putzen, Zähne putzen, 
das muss sein, das muss sein!
Denn sie wollen weiße, denn sie wollen weiße
Zähne sein, Zähne sein!

Zähne putzen, Zähne putzen, 
das muss sein, das muss sein!
Karius und Baktus, Karius und Baktus:
ich sag "nein!", ich sag "nein!".


Mit Puppe putzen
"Erst putzt du "deinem Baby" die Zähne und danach deine, okay?"
- "Mein Baby möchte heute nicht Zähne putzen. Ich bin die Mama, ich erlaube es."
Möööp.


Blinkende Bürste
Als Eltern klammert man sich ja an jeden Strohhalm, wenn es um den Versuch geht, den Kindern etwas Unliebsames schmackhaft zu machen. Mein letzter begegnete mir in der Apotheke, wo sie leuchtende Kinderzahnbürsten zu medikamentösen Preisen anboten. Das Prinzip ist so simpel wie genial: die Bürste hat unten einen Knopf, den man drückt, wenn man mit dem Putzen beginnt. So lange das coole Teil discomäßig blinkt, muss man putzen. "Boah, danke Mama, die ist ja cool! Darf ich die gleich ausprobieren?" Während ich mir innerlich selbst High Five gab, war das Kind schon mit der Bürste verschwunden, allerdings nicht im Bad. Diese Tatsache hätte mich stutzig machen sollen! Sie probierte tatsächlich aus, aber nur das Blinklicht, ohne Putzen. Nach wenigen Tagen war die Batterie leer und das clevere Kind kam zu dem Schluss: "Wenn es blinkt, muss man putzen. Wenn es gar nicht mehr blinkt, muss man gar nicht mehr putzen". Klarer Sieg durch Argumente, denn "nachladen" kann man sie nicht und für 3 Tage Zahnputzspaß ist sie doch ein bisschen teuer...


Leckere Zahnpasta
Es gab mal eine Zeit, da war die richtige Zahnpasta enorm wichtig. Kaugummi- und Pfefferminzgeschmack gingen gar nicht, Erdbeer musste es sein, ausschließlich. Aus Angst, out of strawberrys zu geraten, schickte ich meinen Mann also "Putzi Erdbeer" besorgen, obwohl gerade keine Putzi Erdbeersaison gewesen zu sein schien. Er klapperte sämtliche Drogerien ab um schlussendlich erfolgreich mit einem Haufen Tuben zurückzukommen. Wenige Tage später (und ganz sicher nur in Anbetracht der verfügbaren Menge) waren Erdbeeren plötzlich doch nicht mehr so lecker und seitdem sitzen tubenweise zweizahnige Hamster (?) mit rotem Iro in unserem Badezimmerschrank. Vielleicht kommt sie ja noch beim zweiten Kind, Putzis große Stunde.


Apps
Zähneputzen 2.0: es gibt da eine App namens "Disney Magic Timer", kostenlos. Man verfügt da über ein virtuelles Stickeralbum und bekommt bei jedem Putzen ein Bild, das anfangs komplett mit Schaum bedeckt ist. Während man putzt, spielt die App eine Melodie (argh) und es putzt gleichzeitig eine Zahnbürste über den Bildschirm und macht so in 2min Stück für Stück das versteckte Disney-Bild sichtbar. Nach Ablauf der Zeit klingelt die App, es gibt ein Feuerwerk auf dem Bildschirm und der freigeputzte Sticker wandert ins Album. Wie bei so Vielem gibt es aber auch bei dieser App einen winzigen Haken: (ich glaube, es war) oral-b möchte auch etwas dabei verdienen. Man hat nun also die Möglichkeit, gekaufte Produkte von oral-b mit Disneymotiv einzuscannen, um z.B. Arielle- oder Cinderella-Sticker freiputzen zu können und nicht immer nur Winnie Pooh (ohne Scan). Die Marketingstrategie ist bei uns voll auf gegangen: wir kauften eine Ariellebürste und scannten....und scannten...und scannten. Und wenn sie nicht gestorben sind, .... Das Einscannen funktionierte im Anleitungsvideo blitzschnell und wunderbar, in der Realität leider nur an einem von 5 Tagen. Ich hielt das iPad gefühlte 15min von oben, unten, links und rechts, mit hellem Licht, mit dunklem Licht, mit Taschenlampe und Handyscheinwerfer unter die Tablet-Kamera und meistens passierte: genau, überhaupt nichts. Deswegen gaben wir es irgendwann entnervt auf. Dennoch ist es die Zahnputz-Lösung, die bei uns am Ehesten gefruchtet hat.


Was übrigens gerade funktioniert (sie ist 5,5 Jahre alt), ist ihr Gedanke, dass vielleicht endlich ein Zahn anfängt zu wackeln, wenn man lange genug putzt. Ich habe beschlossen, vorerst nichts dazu zu sagen. Der Zweck heiligt ja bekanntlich die Mittel! Und bis September klammere ich mich an die Empfehlung von Zahnärzten, wonach Eltern bis zum Schuleintritt grundsätzlich noch mal nachputzen sollten. Und ab Herbst wird garantiert alles anders ;)


Habt ihr den ultimativen Tipp? Oder macht man es vielleicht als Erwachsener auch nicht unbedingt gerne, aber eben konsequent, weil es nun mal sein muss?
Ich freue mich auf eure Erfahrungen!

Dienstag, 14. April 2015

Dinge, die mich glücklich machen

Als ich in der Grundschule war, besaß ich ein Poesiealbum, in das meine Mama schrieb:
"Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt". (Albert Schweitzer)
In diesem Sinne möchte ich meines gerne mit euch teilen:

Glücklich macht mich...

...wenn ich nachts meine große Tochter zudecke und ihr einen Moment beim Schlafen zusehe.
...ein Essen mit Messer und Gabel zu mir zunehmen, während das Baby zufrieden in seinem Wipper wippt.
...wenn sich Leser die Zeit nehmen, einen Blogbeitrag zu kommentieren. Das schönste Lob!
...ein perfekter Latte Macchiato!
...wenn der Postmann klingelt und ein Paket für mich hat (da ist sie dann wieder, diese kindliche Vorweihnachtsfreude)
...wenn ich einen Moment Zeit zum Nähen finde und den Kindern bunte Unikate zaubern kann.
...mit Freunden Musik zu machen und uns auf das World Music Festival 2016 vorzubereiten (Orchesterwettbewerb).
...an Urlaub zu denken und ihn zu planen.
...die Aufgeregtheit und Vorfreude auf die Einschulung aus Mama-Perspektive zu erleben.
...wenn man den Sommer schon ein bisschen spüren kann und zum ersten Mal im Jahr die Sonnenbrille rausholen muss.
...wenn ich beim Entwicklungsgespräch in der Kita höre, dass meine Tochter eine Bereicherung für die Gruppe ist.
...Grillgeruch am Samstag Abend.
...ein Gute-Laune-Lied im Radio, z.B. derzeit "Alle Bande Becks" (All about that bass), "Geronimo" oder "Shake it off".
...ausgelassen mit dem Großkind zu "Hoppelhase Hans" durchs Wohnzimmer zu tanzen.
...der gedeckte Kirschkuchen von meiner Oma
...wenn mich kleine Arme so fest drücken, dass mir fast die Luft weg bleibt. 
...das kleine Mädchen unter dem Flugzeug-Mobile vergnügt quietschen zu hören.
...wenn Fiona auf "Träum süß von sauren Gurken" jedes Mal erwidert: "Träum süß von süßem Käse" und dabei aus vollstem Halse lacht.
...mich in meinen Kindern wiederzuerkennen.
...wenn das Babymädchen von einem Ohr zum anderen strahlt, wenn es mich "Guten Morgen, Frau Holle" rufen hört.
...wenn ich aus einer guten Unterrichtsstunde komme und merke, wie viel Spaß meine Schüler hatten.
...wenn das Tochterkind mir aufgeregt und mit wichtigem Blick erzählt, was es am Tag erlebt hat.
und:
...wenn ich abends todmüde auf der Couch sitze, die Kinder eingeschlafen sind und sich das Leben einfach so richtig anfühlt.

Dieser Post ist mein Beitrag zur Glücks-Blogparade von Jessi (feiersun). Eigentlich sollten es 10 Dinge werden, die mich glücklich machen, ist eine griffigere Überschrift. War aber beim Schreiben irgendwie ein Selbstläufer und das Glück wurde immer mehr... Ich glaube, das Geheimnis ist es, jeden Tag etwas zu finden, was einen glücklich macht oder gemacht hat und diese kleinen Inseln im Alltag zu genießen. Denn während man auf das große Glück wartet, verpasst man ja bekanntlich die vielen Kleinen on the way.



Habt ihr euch in der Liste wiedergefunden? Oder was macht euch aktuell glücklich?

Donnerstag, 5. März 2015

Top Secret: Blick ins #Familienalbum


Einen Blick ins ganz persönliche #Familienalbum werfen durften wir in den vergangenen Wochen schon bei vielen Bloggern (Frau Mutter sammelt). Heute bin ich (*1987) dran, euch ein Stück Kindheit und Jugend zu zeigen.

Wie ich noch so überlegte, welche bunten (juhu, Farbfilm!) Erinnerungen aus den frühen 90ern ich mit euch teilen könnte, fiel mir meine Abi-Rede wieder ein, die die verschiedenen Taschen von der Kindheit bis ins junge Erwachsenenalter als Aufhänger hatte. 2006 geschrieben (oh Gott, 9 Jahre! War doch gerade erst!) und vor einem vollen Saal mit 500 Mitschülern, Eltern und Lehrern gehalten. Ein Gänsehaut-Moment, wenn ich zurückdenke..


Heute und hier erstmalig veröffentlicht:

Dies ist nun also unser endgültig letzter Tag im Kreise der Lehrer und Schüler und ich denke, wir können heute vom Gipfel des Abi-lymp durchaus mit Humor und einem Wissen verheißenden  Lächeln auf unsere Schulzeit zurückblicken. Lassen Sie mich einen Gegenstand näher betrachten, der uns in der einen oder anderen Form in den zurückliegenden Jahren begleitet hat und der, genau wie wir, eine ganz erstaunliche Metamorphose durchgemacht hat.
Liebe Mitschülerinnen und Mitschüler, erinnert ihr euch an den Tag, an dem ihr von Mami und Papi in die große, weite Welt entlassen wurdet, um in der harten Realität des Kindergartenalltags eure legitimen Ansprüche auf die Benutzung des Dreirades durchzusetzen?
Erinnert ihr euch vielleicht noch daran, wie euer Survival-Package damals aussah?

Genau, ich spreche von der kleinen bunten Umhängetasche, die Platz bot für Butterbrot, braun gewordene Apfelstückchen, Trinkpäckchen und Lieblingskuscheltier.

Richtig aufregend wurde die Suche nach einer schultauglichen Tasche dann Anfang 1993,  wobei sich zum ersten Mal zeigte, dass Eltern und Kinder die Eignung des Ranzens nach total unterschiedlichen Kriterien beurteilten. Während die Eltern vordergründig den ergonomischen Aspekt im Auge hatten, war für uns von entscheidender Bedeutung, ob Rennautos, Barbies oder Dornröschens drauf waren. Ausgestattet mit dem passenden Zubehör, bestehend aus Federtasche mit "Filzern", Füller und "Ratzefummel", farblich nach Fächern geordneten Heftern und  Sportbeutel natürlich, konnte die Schule endlich losgehen. Die Ranzen dieser Zeit boten auch ausreichend Platz für das Equipment der außerunterrichtlichen Aktivitäten, von Gummihopse über Fadengrafik, bis Poptanzröckchen und Fussballoutfit. 

Dieser Kleinkinder-Ranzen ging natürlich gar nicht mehr, als Fächer wie Biologie, Geographie und Geschichte das altbewährte Sachkunde ablösten. Die offizielle Begründung war, dass drei neue Hefter und drei neue Bücher die Platzkapazität der alten Mappe sprengten. Wahr ist jedoch, dass mittlerweile unsere Begeisterungsfähigkeit für Dornröschen stark nachgelassen hatte. Es musste also ein Rucksack her. 

1996
Er war nicht so praktisch, nicht so übersichtlich wie der alte Ranzen, aber cool war er auf jeden Fall. 
Das Tamagotchi wurde heimlich mit zur Schule genommen und bekam seine eigene kleine Tasche vorne am Rucksack, um im Notfall schnell erste Hilfe leisten zu können, wenn es sich mal wieder verschluckt hatte...
Auch das lange 30cm-Lineal fand hier seinen Platz.  Es war zwingend notwendig, um während eines Tests die Federtaschen haargenau auf der Grenzlinie des eigenen Platzes als Sichtschutz aufzustellen! 


Im Sommer 1999 wurden wir aus der Grundschule entlassen und hatten uns entschieden, die kommenden Jahre auf dem Gymnasium zu verbringen.
Von den Helden der Grund- wurden wir nun zu den Kleinen der Oberschule und begaben uns in neuer Klassengemeinschaft auf die endlose Suche nach Fachunterrichtsräumen in Haupt- und Nebengebäude.
Auch in dieser schwierigen Phase der Veränderung, in der die pubertären Siebtklässler in Ehrfurcht vor dem Probehalbjahr angestrengt paukten, stand uns der prallgefüllte Rucksack zur Seite. 

Neben ordentlich geführten Heftern mit doppeltunterstrichenen Zwischenüberschriften und diversen Büchern waren nun die Monatskarte der BVG und das neueste Handy mit Vibrationsalarm (!) wichtige Utensilien in unserem Schulrucksack. Der alte Sportbeutel hatte ausgedient. Stattdessen wurde platzsparend das Sportzeug in die Lücken zwischen den Büchern gestopft. Wem welcher Rucksack gehörte, konnte man an den Unterschriften unter dem „Hab dich lieb“ feststellen, mit denen jede freie Stelle des Stoffes geschmückt war.

Nach unserer offiziellen Aufnahme in den Kreis der Erwachsenen, der Jugendweihe im Jahr 2001, hieß es dann endgültig Abschied nehmen von Kuscheltieren am Reißverschluss und anderen Reliquien der Kindheit. Die adäquate Tasche hatte nur ein Fach, keine lästigen Aufschriften und war meist in einem freundlichen schwarz oder dunkelbunt gehalten.
Der spartanische Inhalt bestand aus einem linierten und einem karierten Block, einsetzbar für beliebige Fächer. Auf eine Hefterführung wurde weitgehend verzichtet. Das Verschwinden wichtiger Arbeitsblätter ließe sich unter Umständen hiermit begründen.
In den Tiefen dieser Tasche stieß man je nach Träger auf Zigaretten, Kaugummi, Handy, Kartenspiele, MP3-Player und Tests von nächsthöheren Jahrgängen... Opfer des deutlich reduzierten Platzangebotes  wurde das Sportzeug. Man muss eben Prioritäten setzen.

Gegen Ende des IV. Kurshalbjahres war jeder 13er gern gesehener Gast in der Schule und erfreute mit seiner bloßen Anwesenheit die Lehrerschaft. Statt an der Haltestelle auf den Bus zu warten, zogen immer mehr Schüler die bequeme Anreise mit dem eigenen PKW vor. Angesichts der sich häufenden Abi-Versammlungen, Abi-Sitzungen, Abi-Absprachen und Abi-Planungen passierte es schon mal, dass der eine oder andere glattweg sein Abi-Täschchen zu Hause vergaß.

Nichtsdestotrotz planten wir minutiös die Abi-Fahrt, das Abi-T-Shirt, das Abi-Video, den Abi-Streich, das Abi-Buch, die Abi-Rede und nicht zuletzt den Abi-Ball, zu dem wir uns heute zusammengefunden haben.

Unsere alten Ranzen, Schulrucksäcke, Umhängetaschen haben ausgedient.

In den kommenden Jahren werden wir uns mit ganz neuen Anforderungen und Problemen konfrontiert sehen. Da gilt es gut zu überlegen, wie man seine Tasche packt.

Wer wird euer Begleiter für die kommenden Jahre sein?

Abirede 2006

Die altbewährte, prüfungserprobte Umhängetasche fürs Studium?
Der Backpacker-Rucksack für die Welttour?
Der Aktenkoffer für die Lehre in der Bank?
Der oliv-farbene Kampfrucksack für die Bundeswehr?
Oder womöglich die Wickeltasche für den Nachwuchs?

Wohin werden uns unsere Taschen begleiten?
Wer hilft uns tragen, wenn uns die Tasche zu schwer wird?

Egal, für welche Tasche wir uns letztendlich entscheiden - eines ist sicher:

Wir haben unser Abi in der Tasche!
 

Dienstag, 27. Januar 2015

Mehr als Chaos?

oder: der Wunsch nach dem dritten Arm

Auf Twitter kam unter den Mombloggern vor einer Weile die Frage auf, inwiefern sich das Leben mit 2 Kindern verändert bzw. welche Vorteile es hat, zwei Kinder zu bekommen. Aus der Unterhaltung wurde die Idee einer Blogparade unter dem Hashtag #mehralschaos geboren und von Mama on the rocks und Mama Schulze gestartet. Als ganz frische 2-Kind-Mama kann ich so viel dazu noch nicht sagen, außer, dass sich die Liebe, der Stolz und das Glück tatsächlich verdoppeln! Was sich (leider) nicht verdoppelt, sind die nächtlichen Stunden Schlaf und die Anzahl der Arme. Wie Leute das machen, die zwei Kinder mit kleinem Altersabstand oder sogar Zwillinge handeln müssen, ist mir ein Rätsel... Es gab in den vergangenen 5 Wochen schon einige Situationen, in denen ich mir die dritte Hand gewünscht habe. Aber weil die Evolution nicht so schnell hinterherkommt, bin ich inzwischen zur einarmigen Meisterin geworden!

Das Baby ist sehr kuschelbedürftig und sämtliche Betten und Wipper sind eigentlich (bis jetzt) mehr hübsche Deko als Funktionsmöbel. Am besten schläft es sich auf Mama oder eben irgendwie an Mama dran. Wehe, wenn sie abgelegt! Also kommt kurzerhand das Baby hochkant in den linken Arm und der rechte macht alles andere, wie z.B. Blogposts tippen (laaangsam), Haare stylen, Fläschchen eingießen, zuschrauben und erwärmen, Kuchenteig zubereiten, ein Ei aufschlagen (!) und den Geschirrspüler ausräumen. Besonders elegant ist dabei das "Rückwärts"-Bücken mit Baby auf dem Arm. Erinnert ein bisschen an Limbo-Dance, Sportprogramm ist also gleich inklusive.

Als ich letztens versuchte, eine Überweisung zu tätigen, musste ich erstens dringend aufs Klo, wackelte also in babygenehmer Schaukelbewegung auf meinem Stuhl schon unruhig hin- und her, versuchte dabei, die Kontonummer zu entziffern und zu übertragen, und wurde dann zweitens noch vom großen Kind von der Seite angesprochen, ob ich genau JETZT den friemeligen Verschluss an ihrem Loom-Armband zumachen könne. Klar, aber womit?! Herr, schick mir die fehlende Hand oder übernimm du das mit dem Armband!

Meine Meisterdisziplin im "Muttitasking" war aber das einarmige Bettbeziehen vor ein paar Tagen. Okay, zugegeben, ich habe nach dem Kopfkissenbezug aufgegeben aber vom Prinzip her habe ich schon einige verborgene Einhandtalente entdeckt!

Der Spagat zwischen einem winzigen "Klebebaby" und einem großen Vorschulkind ist nicht ganz leicht, denn jeder fordert zurecht seine Aufmerksamkeit. Eine große Schwester muss lernen, dass die Grundbedürfnisse eines Säuglings vor den Freizeitgestaltungswünschen einer 5-Jährigen stehen und dass wir die zum Himmel stinkende Windel eben nicht "noch kurz dranlassen" können bis wir xy gemacht haben...

Sie ist bislang sehr verständnisvoll und liebt ihre kleine Schwester über alles, sagt auch häufig: "Ich bin so froh, dass Felicia endlich bei uns ist", küsst sie, streichelt sie und kuschelt mit ihr. Auch "Schwesternaufgaben" übernimmt sie sehr gerne, dazu zählen zum Beispiel Nuckelstecken, Wiegen und (selbstausgedachte) Schlaflieder summen. Als Dank dafür hat sie gestern das erste Lächeln abgekriegt und ich als Mama sitze daneben mit Tränenschleier, und kann mein doppeltes Glück kaum fassen! "Emotionale Inkontinenz" nannte das meine Lieblingsbloggerin Andrea Harmonika. Wie recht sie hat! (lesenswert!)

Zur Zeit ist Fiona der große Kartenspieler, ich nenne sie immer liebevoll "meine Zockerbraut", weil sie bei UNO richtig taktisch und überlegt spielt wie ein Erwachsener und unsere Familienspielrunden schon richtig Spaß machen! Für unsere nachmittäglichen Sessions haben wir eine perfekte Lösung gefunden: Mama stillt das Baby auf der Couch und das große Bananenstillkissen dient als Ablagetisch für den Kartenstapel, so sind beide Kinder zufrieden. Dass inzwischen auch einhändiges Kartenspielen zu meinen mütterlichen Kernkompetenzen gehört, muss ich wohl nicht extra erwähnen....UNO!

Schwesternliebe

Donnerstag, 6. November 2014

#momsrock

Lucie Marshall, ihres Zeichens Kolumnistin, Bloggerin und seit Kurzem Autorin des Bestsellers "Auf High Heels in den Kreißsaal" (auf der Leseliste ganz ganz oben!), hat vor ein paar Tagen eine Blogparade ins Leben gerufen, die sich großer Beliebtheit erfreut. Unter dem Hashtag #momsrock sammelt sie, was Mütter finden, richtig gut gemacht zu haben. Man soll ausnahmsweise mal nicht nur die Stapel ungewaschener Wäsche und die Fingerabdrücke am Spiegel sehen, sondern ganz bewusst den Blick auf das lenken, was man selber als Mama im Bezug auf sein Kind richtig gut gemacht hat.


Auch wenn man mit sich selbst ja grundsätzlich eher kritisch ist, fallen mir doch ein paar Dinge ein, die ich wieder ganz genauso machen würde.

Respekt
Klar, sie ist gerade erst 5 geworden und hat manchmal ganz spezielle Ansichten, die ich nicht unbedingt teile, z.B., dass das ärmellose Kleidchen im Herbst aber auch schön aussieht oder dass sich die rosane Erdbeermilch ganz gut auf dem hellen Sofa macht. Dennoch nehme ich sie immer ernst und behandle sie nie von oben herab à la "...weil ich es sage". Ich möchte, dass sie Entscheidungen nicht einfach als willkürlich hinnimmt, sondern dass sie verstehen und akzeptieren lernt. Das ist nicht unbedingt immer der leichteste Weg, aber hoffentlich genau der, der aus ihr einen vernünftigen und mitfühlenden Menschen macht, der andere mit Respekt behandelt, genau wie ich sie. Das hoffe und wünsche ich mir jedenfalls.

Kompromisse
Der Unterschied zwischen einer 5-jährigen und einem Terroristen? Mit Terroristen kann man verhandeln... Wenn wir nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen, bemühe ich mich, Kompromisse zu finden, die sie dann meistens völlig problemlos eingeht. Dann haben wir hinterher beide ein gutes Gefühl. Gut, noch 5 Minuten malen und dann aber ohne Diskussionen ins Bad. - "Okay, Mama! Indianerehrenwort!"

Fähigkeiten
Ich mag den Begriff der "Frühförderung" generell nicht so gerne, weil er so etwas Zwanghaftes hat im Sinne von "schneller, höher, weiter", finde aber dennoch wichtig, dass Kinder einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung nachgehen. Ich habe Fiona von Klein auf einfach in meinen Unterricht miteinbezogen, habe sie 1x wöchentlich zu meinen Baby-und-Kleinkind-Kursen mitgenommen und auch später in die musikalische Früherziehung für die "Großen". Sie ist von Anfang an mit Spaß und Freude dabei, liebt Instrumente und singt und tanzt für ihr Leben gern. Seit einigen Monaten lernt sie in der Gruppe mit Gleichaltrigen und Erstklässlern ein Tasteninstrument, die Melodica. Ich bewundere ihren Ehrgeiz und ihre Ausdauer! Im Dezember steht sie schon zum zweiten Mal mit Instrument auf der großen Theaterbühne. Dank der Schwangerschaftshormone im Endstadium werde ich wohl vor Stolz und Rührung heulen wie ein Schlosshund (eigentlich schön, aber auch ungünstig, weil ich nicht nur Mama, sondern auch die Dirigentin bin ^^)

Selbstständigkeit
Als ich klein war, etwa 4 Jahre alt, durfte ich im Frankreichurlaub mein Frühstück beim Bäcker alleine bestellen: "ööh krohssong sievupläh". Stolz wie Bolle kam ich mit der Beute zurück und erinnere mich noch heute an dieses Gefühl. In Griechenland, wenige Jahre später, wollte ich mit meinem besten Freund die Fahrgeschäfte am Hafen benutzen, während unsere Eltern nebenan Campari tranken. Man benötigte dafür (lange vor dem Euro-Zeitalter) 50 Drachmen passend, wechseln musste ich alleine: "Penida drachmes". Und wir fuhren die ganze Nacht. Dass das große Pferd einen Schlitz hatte, durch den man mit kleinen Kinderhänden das eingeworfene Geld nach dem Reiten wieder rausholen konnte und wir daher einen unerschöpflichen Vorrat hatten, bekamen sie erst viel später mit ^^ Ich lasse Fiona auch viel selber ausprobieren und helfe nicht sofort, sondern nur, wenn es unbedingt nötig ist. Sie traut sich wohl nicht zuletzt deshalb auch schon eine ganze Menge zu und platzt dementsprechend fast vor Stolz, wenn sie etwas ganz alleine geschafft hat. Dass sie auf dem Klo nach dem großen Geschäft allerdings noch "Kannst du abwischen?" ruft, erschließt sich mir nicht so ganz. Shit (haha) happens.

Höflichkeit
Sie sagt "Bitte", "Danke", "Hallo", "Tschüss" und "Entschuldigung". Heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr, mir aber sehr wichtig. Letztens auf dem Spielplatz ist mein Mamaherz höher gehüpft als ich sie zu zwei spielenden Kinder habe sagen hören: "Hallo, ich bin Fiona, darf ich bitte euer Sandspielzeug mitbenutzen?". Hach.

Sprache
Schon als sie ein Baby war habe ich ihr viel erzählt und ihr Lieder vorgesungen. Wir haben gemeinsam Bücher "gelesen" und mit 10 Monaten konnte sie die meisten Tierlaute imitieren und war genau dafür in der Kita bekannt. Von meiner Liebe zu Büchern und zur Sprache hat sie sich anstecken lassen. Ich bin jedenfalls sehr stolz, wenn ich höre, wie gewählt sie sich mit 5 Jahren schon ausdrücken kann. Korrekte Genitivkonstruktionen wie "im Schatten des Baumes", richtige Imperative wie "Gib" und "Nimm" und Vokabeln wie "merkwürdig", "verbergen" oder "behaupten" - ich finde, das machen wir beide richtig gut!

Bauchgefühl
Wie oben bereits erwähnt: Fiona war schon als Baby fasziniert von Sprache und Geräuschen und hat auch sehr früh schon richtige Wörter und Sätze gebildet, dafür trug sie Windeln bis sie fast 3 war und ist auch erst mit weit über einem Jahr gelaufen. Gekrabbelt übrigens gar nicht. Ich habe mich von der "Vergleicheritis" unter Mütter nicht verrückt machen lassen und auf mein Bauchgefühl gehört. Jedes Kind hat sein individuelles Tempo hat und entscheidet selbst, wann es was lernt. Das war gut.

Liebe & Vertrauen
Sie weiß, dass ich sie bedingungslos liebe und das auch dann, wenn mal wieder nicht-entfernbare Farbe auf dem neuen Teppich gelandet, die teure Shampooflasche kopfüber und mit offenem Verschluss ins Badewasser "gestürzt" ist oder sie das neue Kleid bei der ersten Mahlzeit bekleckert. Und sie weiß auch, dass Eltern eben manchmal schimpfen müssen, das aber nichts an der Liebe zu ihrem Kind ändert. Sie erzählt mir, wenn ihr ein Missgeschick passiert ist oder sie Dummheiten gemacht hat und dann überlegen wir gemeinsam, was wir dagegen tun können. Ich hoffe, dass dieses Vertrauensverhältnis noch lange anhält und sie auch in ein paar Jahren noch so poetische Sachen sagt wie "Ich liebe dich so sehr, dafür gibt es keine Worte. Mehr als bis zum Mond und zurück. Am Liebsten würde ich dich heiraten, Mama."

Anything else?
Lego-Szenarien ausdenken, einen Zoo malen, Kinderfilme gucken, bei Memory "verlieren", auf Spielplätze gehen, begeistert schmatzen und Kuchen aus dem Sandkasten loben, Kastanien suchen, Grimassen schneiden und witzige Fotos machen, mit Bauchtanztüchern durch die Wohnung tanzen, beim kleinsten Geräusch an ihrem Bett stehen, Schneemänner bauen, Geschichten vorlesen, Geburtstagspartys planen, Briefe schreiben, Puppensachen nähen, mitten in der Nacht eine Zange suchen um die Wärmflasche zu öffnen, gesund pflegen, Hot-Dogs aus Knete "essen" und Tee aus winzigen Tassen "trinken", Bettmonster verjagen, Pflaster kleben, Zöpfe flechten, wie eine Löwin für sie kämpfen, bei jedem nächtlichen Toilettengang gucken gehen, ob sie richtig zugedeckt ist, ihr einen Kuss geben und einen Moment beim Schlafen zusehen...

Ja, ich glaube, ich mache das alles und noch mehr richtig gut!

Freitag, 10. Oktober 2014

One Lovely Blog Award - 14 facts

Schon 10 Tage Oktober und ich bin noch nicht ein Mal zum Bloggen gekommen, weil ich mitten in den Vorbereitungen für die große "Eiskönigin-Mottogeburtstagsparty" (morgen!) des inzwischen 5-jährigen Mädchens stecke. Für eine Kleinigkeit zwischendurch habe ich mir jetzt einfach mal schnell die Zeit genommen, denn ich wurde von Mama-on-the-rocks und Béa von der Tollabox für den "One-Lovely-Blog-Award" nominiert, der gerade um geht in der Blogosphäre. Danke! Tadaaa:




Spielregeln? 
* die Person verlinken, die dich nominiert hat
* Regeln bloggen und Award zeigen
* 7 Fakten über dich veröffentlichen 
* 7 andere Blogger nominieren


2 Nominierungen = 14 Fakten, hier sind sie:


1.) Ich bin als Kind mit meinem Fahrrad über einen Huckelweg gefahren und habe mir beim Sturz über den Lenker eine Ecke vom Schneidezahn abgeschlagen.

2.) Ich war das einzige der 4 Enkelkinder meiner Oma, das keinen Knopf annähen konnte! Heute nenne ich eine Näh- und eine Overlockmaschine mein Eigentum und würde mal behaupten, auch ganz gut damit umgehen zu können.

3.) Als mein Mann und ich uns kennenlernten, besaß ich ganze 3 DVDs (2 davon waren Kinder- bzw. Animationsfilme) und nur ein Gewürz im Schrank: Zimt.

4.) Das Schlimmste im Sportunterricht war für mich der Stufenbarren. Ich wusste nicht mal, wie man auf die erste Stange elegant rauf kommt, geschweige denn, was man macht, wenn man oben ist. 

5.) Bis zur 11.Klasse war ich fest entschlossen, Ärztin für Allgemeinmedizin zu werden und die Praxis meiner kinderlosen Hausärztin zu übernehmen, wenn ich groß bin. Weil ich mich letztendlich für ein Musikstudium entschieden habe, praktiziert meine (nicht mehr junge) Hausärztin noch heute ^^

6.) Ich trage Schuhgröße 42 seit ich 14 Jahre alt bin.

7.) Ich gucke spätabends eigentlich gerne TV Total mit Stefan Raab, schaffe aber in den seltensten Fällen mehr als den Vorspann, bis ich einschlafe. Manchmal reicht's sogar nicht mal für den.

8.) Ich hasse amerikanische Sitcoms und kann mit "How I met your mother", "Two and a half men" etc. nichts anfangen (denkt euch an dieser Stelle bitte die nervigen eingespielten Lacher). Einzige Ausnahme: ALF. Oldie but Goldie!

9.) Auf meinem Zeugnis der ersten Klasse stand, ich sei sehr musikalisch und könne fließend lesen. Einzig Addition und Subtraktion im Bereich von 0-20 bereiten mir noch Probleme. Vermutlich habe ich als Folge dessen auch im Abi einfache Zwischenrechenschritte sicherheitshalber in den Taschenrechner eingetippt.

10.) Irgendwann schreibe ich ein Buch.

11.) In den ersten Jahren meiner musikalischen Laufbahn konnte ich keine Noten lesen...

12.) In der Grundschule habe ich alles gehasst, was im weitesten Sinne mit Schneiden, Kleben und Basteln zusammenhing. Heute könnte ich mit meinem Bastelregal im Schrank einen ganzen Kindergarten mit Material versorgen.

13.) Als Teenager habe ich alle Bände der Reihe "Fear Street" verschlungen (Grusellektüre), heute lese ich fast ausschließlich Bücher aus dem Bereich Belletristik, die mich zum Lachen bringen.

14.) Seit fast 12 Jahren begleitet mich (in 3 Städte und insgesamt 5 Wohnungen) eine Wanduhr, die rückwärts läuft. Ich liebe sie.
 
Hier: 13:48 Uhr



Fast alle Blogs, die ich gerne lese, sind schon von anderen nominiert worden, ich versuche mein Glück mit den Folgenden:


Montag, 1. September 2014

Mommy Wars

In dem gelben Checkheft, was man bei der Geburt des Kindes ausgehändigt bekommt, stehen vorne ein Haufen Termine drin, zu denen man sich mit dem Nachwuchs beim Kinderarzt vorstellen soll. Die sogenannten U-Untersuchungen, die für den gemeinen Berliner wie öffentlicher Nahverkehr klingen, sind wichtig, um den aktuellen Entwicklungsstand des Kindes einschätzen und ggf. weiterführende Untersuchungen veranlassen zu können. Neben den Eckdaten für's Serviceheft (Größe, Gewicht, Kopfumfang, etc) werden anfangs noch motorische Kompetenzen (kann den Kopf selbstständig halten, kann sich drehen) und später auch die sprachliche Entwicklung festgehalten. Der Kinderdok hat in die Übersicht die abenteuerlichsten Kreationen eingetragen, die er zu den abgebildeten Gegenständen von Kindern in besagten Untersuchungen gehört hat, sehr lustig! (Fiona hatte bis vor 1 Jahr noch ein kleines "Sch"-Problem und verkaufte der Ärztin das bei uns auf der Übersicht abgebildete Schiff immer absichtlich als "Boot", haha)

Quelle: kinderdoc.wordpress.com

Meine Tochter hat schon sehr früh sehr viel gesprochen, konnte dafür z.B. nicht krabbeln und hat Windeln getragen bis sie fast 3 war. Probleme deswegen gab es bei den ärztlichen Untersuchungen nie. Einzig das Vergleichen mit anderen ist es, was Mütter stresst und nicht selten in die sog. "Mommy Wars" ausartet, einem Battle unter Müttern, wessen Kind was besser kann und weshalb die jeweils andere alles falsch macht. Bis auf wenige Ausnahmen ("Wie? Deine Tochter krabbelt nicht? Du solltest mit ihr zum Arzt gehen deswegen!", "Was? Mit 2 Jahren lässt du dein Kind schon mit dem iPad spielen?") bin ich davon verschont geblieben, bei mir sind es eher die "Grandma Wars", denen ich schon mehrfach zum Opfer gefallen bin! Damit meine ich aber nicht mal meine eigene Oma, der stünde das ja eventuell noch zu, sondern fremde alte Leute, die meinen, ihren Senf dazu geben zu müssen!

Situation 1: Für ein Konzertkleidchen von Fiona kaufte ich ihr bei H&M weiße Glitzerschuhe mit kleinem Hacken, weil sie die soooo schön fand und sich unsterblich in diese "Prinzessinnenschuhe" verliebt hatte. Sie wollte sie noch im Einkaufscenter ausprobieren. Eine ganze Weile ging es gut, dann stolperte sie ein bisschen und weinte. Nicht, weil sie sich ernsthaft verletzt hatte, sondern eher vor Schreck. Das reichte allerdings aus, dass sich eine Schar gaffender Rentnerinnen lautstark zu Äußerungen über meine mütterliche Inkompetenz hinreißen ließ. Schlagfertigkeit ist das, was einem hinterher einfällt... Fiona wollte ihre Schuhe auch nach dem kleinen "Unfall" nicht ausziehen, weil sie sich so schön fand. Sie ist ehrgeizig und wollte das Laufen damit üben. Die Alten schüttelten ihre grauen Häupter und lästerten noch eine Weile über meine Unverantwortlichkeit. 

Foto: Marco Winiarski
Situation 2: Nuckel hat sie von Anfang an verweigert und stattdessen ihr Däumchen genommen. Ja, ich weiß, schiefe Zähne, Fehlstellungen, usw. Ich selbst habe meinen Daumen (nachts) noch genommen, als ich schon ziemlich groß war (habe keinen schiefen Zähne und hatte nie eine Spange) und ich werde es ihr ebenfalls nicht verbieten. Wenn es sie beruhigt oder beim Einschlafen hilft, darf sie das auch weiterhin tun. Aber wie oft ist es in den letzten Jahren vorgekommen, dass ältere Menschen sich ungefragt runtergebeugt und einen Kommentar losgelassen haben? Es war alles dabei, angefangen vom harmlosen "Das gehört sich aber nicht für ein großes Mädchen" bis hin zu "...sonst kommt nachts der Schneider und schneidet deinen Daumen ab".
Ich frage mich ernsthaft: geht's eigentlich noch?!



Situation 3: "Na dein Hasi sieht aber schon sehr geliebt aus. Der muss mal in die Waschmaschine!"
Was der muss, entscheiden wir. Und nein, Waschmaschine steht nicht zur Debatte. Ein Mal im Jahr eine vorsichtige Handwäsche für's Gröbste und danach ein schonendes Trocknen auf der Wäscheleine, das ist das höchste der Gefühle. In der Waschmaschine würde man ihm seine Seele auswaschen. Aber das verstehen nur Menschen, die ein Kuscheltier mal so geliebt haben wie ein Familienmitglied. Generell bewegt man sich mit Kommentaren über das äußere Erscheinungsbild von "Liem-Hasi" auf sehr, sehr dünnem Eis ^^


Situation 4: Fiona hat gesehen, wie ich eines Abends im Sommer meine Fußnägel lackiert habe. Sie wollte auch gerne "bunte Füße" haben. Ich habe ihr den Wunsch erfüllt, weil ich finde, dass nichts dagegen spricht.
Anders ist es meiner Meinung nach mit Lidschatten, Wimperntusche, Rouge und Lippenstift, die aus kleinen Mädchen Lolitas machen. Aber Nagellack...?
Unterhaltung mit zwei anderen Müttern vor der Kita: "Also bei uns gibt es keinen Nagellack! Ich durfte das als Kind auch nicht obwohl ich es so gerne wollte, deswegen erlaube ich es jetzt auch nicht."
- "Ja, also meine Tochter darf auch keinen Nagellack tragen. Damit muss sie warten, bis sie alt genug ist..."
Und ich stehe daneben und frage mich, in welchem Film ich gelandet bin. Neben mir Fiona mit ihren blauen Glitzerfüßchen.


Grundsätzlich denke ich, dass jede Mama mit und an ihren Kindern wächst. Erziehung ist eine große Herausforderung und besteht hauptsächlich - wie es mal auf Twitter zu lesen war - aus den kritischen 3 Sekunden, in denen du dich zwischen Moralpredigt und High Five entscheiden musst (@PatzillaSaar). Mit einem gesunden Menschenverstand und dem mütterlichen Bauchgefühl macht man in der Regel schon sehr viel richtig!
Und wenn die ökologisch korrekte Veganer-Muddi ihren Kindern Dinkelkekse einpackt, die die Natur freiwillig hergegeben hat im Gegensatz zu den quietschbunten Fruchtzwergen in der Brotbüchse meiner Tochter, dann kann ich ihre Auffassung zwar genauso albern finden wie sie meine, käme aber nie auf die Idee, mich ihr gegenüber dahingehend zu äußern. Leben und leben lassen.

Ich plädiere also für ein bisschen weniger einmischen und ein bisschen mehr Klappe halten und sich seinen Teil denken, dann lebt es sich für alle entspannter.

P.S. Und bis unsere Nummer 2 geboren wird, werde ich mich bei den anderen Paradenteilnehmern noch ein bisschen in Sachen kreativer Antworten belesen und an meiner Schlagfertigkeit feilen, denn zu einem Neugeborenen gibt es die gutgemeinten Ratschläge ("Dem Baby ist zu warm", "Dem ist zu kalt", "Das Kind hat Hunger") ja meistens gratis dazu ;)

Das war mein Beitrag zur Triple-Blogparade von Mama-on-the-rocks, Muffinqueen und Momsoffice.