Samstag, 31. Januar 2015

Zitate Best-Of Januar

Fiona ist 5 Jahre und 3 Monate alt

"Guck mal, ich hatte eine Nukolotive im Adventskalender."
- "Eine was?"
"Eine Nuko...eine Luku...also, eine Eisenbahn!"

"Warum kleckst du denn mit Tusche auf das Papier?"
- "Ganz einfach: ich mach ein Actionbild."

"Diese ganz ganz kleinen Babys nennt man Frühbabys, oder?"

"Nono, wer ist denn das hier auf dem CD-Cover?"
- "Das sind die Ur-Eltern von Drache Kokosnuss."

(Heiligabend, sie liest die Namen auf den Geschenken vor)
"Emm, Ih, Zeh, Leiter, Ah - für wen ist das denn?"
(mein Papa heißt M-I-C-H-A)

"Ein Tier mit L"
- "Ich weiß eins: El-ster!"

Heiligaben, nachdem der Weihnachtsmann den gewünschten FurReal-Affen gebracht hatte:
Ich, mit Neugeborenem auf dem Schoß: "Cool, du hast jetzt ein großes Äffchen!"
Sie: "Ja, und du ein kleines!"

"Mama, was ist mit der Frau im Fernsehen?"
- "Die hat ihr Gedächtnis verloren."
"Oh, dann muss sie wohl neue Gedächtnisse finden..."

"Felicia weint. Vielleicht braucht sie ne Windelverwechselung."

"Weißt du, wie man Leute nennt, die heiraten?"
- "Klar, Braut und Bräutiger."

Zu Silvester:
"Gut, dass Winter ist! Da wird es früher Abend und wir müssen nicht so lange auf Mitternacht warten."

Wir spielen ein Spiel. Aufgabe: Krähe 3x wie ein Hahn.
Sie: "Kräh kräh kräh"

(vorwurfsvoll)
"Mama, ich habe jetzt mein Zimmer aufgeräumt und ich hoffe, das bleibt auch so!!"

Drache Kokosnuss hat in der Schule eine neue Sprache gelernt.
- "Echt? Welche denn?"
"Algebra. Wo spricht man das eigentlich?"

Sie spielt Karten, möchte Pik haben:
"Ich wünsch mir Herz am Stiel."

(steht vor dem Spiegel mit offenem Mund)
"Guck mal, Mama, ich hab hier so einen Streifen, der die Zunge festhält."

"Diese Stadt heißt Paris."
- "Super! Wie hast du das denn erkannt?"
"Am Eichelturm."

"WAAAAS?! Du hast ein Loch in deine Badekappe GEBISSEN?!"
- "Naja, ich wollte nur testen, ob sie auch wirklich stabil ist..."

Sie guckt abends "Schlag den Raab" zur Hälfte, steht am nächsten Morgen auf, macht den Fernseher an und meint: "Hä? Die kämpfen ja immer noch!"

"Ich habe gerade eine oberkrasse Idee: ich mach mir eine Kette!"
- "Gute Idee. Wie denn?"
"Na ich nehme mir eine Schnur...und den Rest lass mal meine Sorge sein."

"Hast du Hunger?"
- "Ja, mein Magen ist schon ganz trocken."

(singt)
"A B C D E F G, H I J K Elloellope"

Das Baby spuckt ein bisschen.
Fiona: "Da ist gerade ein bisschen Milch rausgeschossen!"

Wir gucken "Monsieur Claude und seine Töchter", afrikanische Schwiegereltern in spe verhandeln nicht gerade kompromissbereit mit den französischen Brauteltern. 
Fiona: "Sind das etwa die strengsten Eltern der Welt?!"

"Heidi hat ihren letzten Tag in der Kita. Danach sitzt sie immer den ganzen Tag zu Hause und verdient dabei Geld." (erklärt die Rente)

"Wenn Felicia 1 ist und ich 6, hast du zwei Kinder."
- "Aber ich hab doch jetzt auch schon zwei Kinder!
"Nein, sie ist ein Baby, kein Kind."

"Heute gab es zum Mittag Kartoffeln und so einen braunen Matsch!"
(Blutwurst...)

Dienstag, 27. Januar 2015

Mehr als Chaos?

oder: der Wunsch nach dem dritten Arm

Auf Twitter kam unter den Mombloggern vor einer Weile die Frage auf, inwiefern sich das Leben mit 2 Kindern verändert bzw. welche Vorteile es hat, zwei Kinder zu bekommen. Aus der Unterhaltung wurde die Idee einer Blogparade unter dem Hashtag #mehralschaos geboren und von Mama on the rocks und Mama Schulze gestartet. Als ganz frische 2-Kind-Mama kann ich so viel dazu noch nicht sagen, außer, dass sich die Liebe, der Stolz und das Glück tatsächlich verdoppeln! Was sich (leider) nicht verdoppelt, sind die nächtlichen Stunden Schlaf und die Anzahl der Arme. Wie Leute das machen, die zwei Kinder mit kleinem Altersabstand oder sogar Zwillinge handeln müssen, ist mir ein Rätsel... Es gab in den vergangenen 5 Wochen schon einige Situationen, in denen ich mir die dritte Hand gewünscht habe. Aber weil die Evolution nicht so schnell hinterherkommt, bin ich inzwischen zur einarmigen Meisterin geworden!

Das Baby ist sehr kuschelbedürftig und sämtliche Betten und Wipper sind eigentlich (bis jetzt) mehr hübsche Deko als Funktionsmöbel. Am besten schläft es sich auf Mama oder eben irgendwie an Mama dran. Wehe, wenn sie abgelegt! Also kommt kurzerhand das Baby hochkant in den linken Arm und der rechte macht alles andere, wie z.B. Blogposts tippen (laaangsam), Haare stylen, Fläschchen eingießen, zuschrauben und erwärmen, Kuchenteig zubereiten, ein Ei aufschlagen (!) und den Geschirrspüler ausräumen. Besonders elegant ist dabei das "Rückwärts"-Bücken mit Baby auf dem Arm. Erinnert ein bisschen an Limbo-Dance, Sportprogramm ist also gleich inklusive.

Als ich letztens versuchte, eine Überweisung zu tätigen, musste ich erstens dringend aufs Klo, wackelte also in babygenehmer Schaukelbewegung auf meinem Stuhl schon unruhig hin- und her, versuchte dabei, die Kontonummer zu entziffern und zu übertragen, und wurde dann zweitens noch vom großen Kind von der Seite angesprochen, ob ich genau JETZT den friemeligen Verschluss an ihrem Loom-Armband zumachen könne. Klar, aber womit?! Herr, schick mir die fehlende Hand oder übernimm du das mit dem Armband!

Meine Meisterdisziplin im "Muttitasking" war aber das einarmige Bettbeziehen vor ein paar Tagen. Okay, zugegeben, ich habe nach dem Kopfkissenbezug aufgegeben aber vom Prinzip her habe ich schon einige verborgene Einhandtalente entdeckt!

Der Spagat zwischen einem winzigen "Klebebaby" und einem großen Vorschulkind ist nicht ganz leicht, denn jeder fordert zurecht seine Aufmerksamkeit. Eine große Schwester muss lernen, dass die Grundbedürfnisse eines Säuglings vor den Freizeitgestaltungswünschen einer 5-Jährigen stehen und dass wir die zum Himmel stinkende Windel eben nicht "noch kurz dranlassen" können bis wir xy gemacht haben...

Sie ist bislang sehr verständnisvoll und liebt ihre kleine Schwester über alles, sagt auch häufig: "Ich bin so froh, dass Felicia endlich bei uns ist", küsst sie, streichelt sie und kuschelt mit ihr. Auch "Schwesternaufgaben" übernimmt sie sehr gerne, dazu zählen zum Beispiel Nuckelstecken, Wiegen und (selbstausgedachte) Schlaflieder summen. Als Dank dafür hat sie gestern das erste Lächeln abgekriegt und ich als Mama sitze daneben mit Tränenschleier, und kann mein doppeltes Glück kaum fassen! "Emotionale Inkontinenz" nannte das meine Lieblingsbloggerin Andrea Harmonika. Wie recht sie hat! (lesenswert!)

Zur Zeit ist Fiona der große Kartenspieler, ich nenne sie immer liebevoll "meine Zockerbraut", weil sie bei UNO richtig taktisch und überlegt spielt wie ein Erwachsener und unsere Familienspielrunden schon richtig Spaß machen! Für unsere nachmittäglichen Sessions haben wir eine perfekte Lösung gefunden: Mama stillt das Baby auf der Couch und das große Bananenstillkissen dient als Ablagetisch für den Kartenstapel, so sind beide Kinder zufrieden. Dass inzwischen auch einhändiges Kartenspielen zu meinen mütterlichen Kernkompetenzen gehört, muss ich wohl nicht extra erwähnen....UNO!

Schwesternliebe

Montag, 12. Januar 2015

(Nicht mehr) Schwanger - die Geburt

[Wie in einem der vorherigen Schwangerschaftsposts schon mal geschrieben, bin ich die ganze Schwangerschaft über von meinem nach Eisprung berechneten Entbindungstermin 20.12. ausgegangen. Die Ärztin hat anhand des ersten Ultraschalls den 24.12. als Berechnungsgrundlage genommen]



 
"Freitag, 19.12.14, 39+6
Dieses Kind wird wehenlos zur Welt kommen. Anders kann ich es mir nicht erklären. Aber von vorn: 9 Uhr Termin zum CTG: NICHTS. Direkt nach mir hatte meine Schwester auch CTG (sie hat Termin im März) und während ich bei ihr mit drin saß, hatte ich in den 15min 3x einen harten Bauch. Jetzt gerade auch immerzu. Vorführeffekt! Die müssen doch denken, ich spinne. Untersucht wurde ich nicht, aber den Einweisungsschein fürs Krankenhaus habe ich mitbekommen. Laut Frau Doktor reiche es, wenn mich am 26. in der Klinik vorstelle, es müsse nicht unbedingt unser Heiligabendausflug werden. Lieber wäre mir allerdings: Geburt am (spätestens) 21.12., 3 Tage Serviceprogramm in Anspruch nehmen und Heiligabend Familienausflug aus dem Krankenhaus nach Hause zu Viert. Wie findest du das, kleiner Schatz? P.S. Fest steht schon mal: im Winter deiner Geburt lag bisher noch kein Krümel Schnee. Es regnet bei osterlichen 11 Grad Plus.

(immernoch) Freitag, 19.12.14, 39+6
21.40 Uhr: ich glaube, ich habe Wehen! Etwa alle 7 Minuten, aber seit heute so, dass ich anfange zu schwitzen und die Augen zumachen muss und manchmal unkontrollierte Geräusche von mir gebe. Huh? Vorhin war es ein Gefühl wie ein Kratzen am Muttermund von innen. Machst du jetzt die Tür auf?! Knock knock. Du fühlst dich allerdings nicht an wie ein unbeweglicher Wackerstein im Bauch - das sei laut meiner Oma ein untrügliches Anzeichen für die bevorstehende Geburt - sondern du bist erstaunlich aktiv momentan! Wird doch wohl keine Punktlandung werden morgen am 20.? Ich bin gespannt! Aua-Wehen: 20.47 - 20.52 - 21.00 - 21.08 - 21.19 - 21.25 - 21.34 - 21.40 - 21.50 - 22.03 - 22.09 - 22.29 - 22.37 - 22.43 - 22.51 - 22.56 - 23.01 - 23.07 --> na, heute noch Krankenhaus...? 
P.S. Dein Papa kam nach einem langen Arbeitstag erschöpft nach Hause und meinte nach der Weheninfo nur "och nö" und meine Mama schrieb "Geh schlafen". Die haben gut reden!

Samstag, 20.12.14, 40+0
Ich glaube, 40+0 ist tatsächlich dein Geburtstag, der 20.12.2014. Die Wehen gestern gingen noch ein bisschen weiter, irgendwann bin ich "vorsichtshalber" duschen gegangen, man kann ja nie wissen. Ich schrieb das meiner Mama, die diese Info versehentlich als "Zieh dich an und mach dich bereit zum Herkommen" missgedeutet hat (müssten wir nachts ins Krankenhaus fahren, käme sie zu uns um auf Fiona aufzupassen). Kurz darauf (etwa 00.30 Uhr) sendete ich: "Wehen sind nach dem warmen Wasser weniger geworden, versuche jetzt zu schlafen." und sie: "Na toll, sitze gestiefelt und gespornt in der Küche und frühstücke." Ups! Ich konnte dann zwar einschlafen, bin aber um 4 wach geworden von Wehen. Dann aufs Klo: Zeichnungsblutung! YESSS! Wehen waren so, dass ich nicht mehr schlafen konnte, bin also aufgestanden um kurz vor 5, habe Zähne geputzt, gefrühstückt (!), ein letztes Bauchfoto gemacht und kurz bevor ich deinen Papa wecken wollte zum Losfahren, wurden die Wehen weniger, obwohl ich mich zwischenzeitlich schon auf der Arbeitsplatte in der Küche abstützen musste zum Veratmen! Um 6 bin ich dann nochmal ins Bett und dachte: "Augen zumachen bis die nächste Wehe mich weckt". Ende vom Lied: um 9 Uhr ausgeschlafen und wehenlos aufgewacht. Super. Meine Hebamme schreibt, ich solle mich schön ausruhen, es könne "unsere heilige Nacht" werden heute. Wehen tauchen inzwischen (11 Uhr) langsam wieder auf, 10-Minuten-Abstand oder mehr. Ich glaube, lange dauert es jetzt nicht mehr! Hatte nachts schon alles auf den Küchentisch gelegt: Mutterpass, Ladekabel, Socken, Flasche Wasser... aber du willst wohl einfach nicht raus, wenn's hell ist, kann das sein? Freue mich auf jede Wehe - bald bist du da <3 "


Bis dahin geht das Tagebuch. 
Es sollte tatsächlich der letzte Eintrag vor der Geburt gewesen sein.

[Wer sich beim Lesen gefragt hat, was eine Geburt mit Bildender Kunst zu tun hat, kommt hier ein kurzer Ausflug in die Gynäkologie, wo man von der Zeichnungsblutung oder auch dem Abgang des Schleimpfropfes spricht. Ihr könnt es euch denken: eine Geburt und alles, was mit ihr zu tun hat, ist nicht nur rosa Wattewölkchen. In diesem Fall klingt aber das olle S-Wort wesentlich ekliger als der eigentliche Vorgang! Der Schleimpfropf verschließt sozusagen die Gebärmutter während der Schwangerschaft, um das Eindringen von Keimen zu verhindern. Wenn sich der Muttermund in Vorbereitung auf die Geburt langsam öffnet, löst sich der Pfropf und man findet ihn am Klopapier. Weil in den meisten Fällen ein bisschen Blut dabei ist, bezeichnet man diesen Vorgang auch als "Zeichnungsblutung" oder schlicht "Zeichnen".]

Fiona hatte ich 15 Stunden nach dem "Zeichnen" auf dem Arm. Ich wertete dies also als untrügliches "Zeichen" für die bevorstehende Geburt (obwohl es bei anderen Frauen trotzdem noch Tage dauert danach). Die Wehen tauchten ja wie gesagt am Vormittag langsam wieder auf, aber nicht so stark, dass sie mich nachhaltig beeindruckten. Wir beschlossen, dass Fiona an diesem Abend vorsichtshalber gleich bei meiner Mama übernachten sollte. Sie freute sich und packte ihre Tasche, während ich mich einem Nähprojekt widmete: dem versprochenen Pullover aus Drache-Kokosnuss-Stoff. Zwischendurch kam immer mal eine Wehe; ich hörte kurz auf zu nähen und atmete stattdessen. Ich wusste intuitiv, dass dieses Kind aller Wahrscheinlichkeit nach noch am gleichen Tag geboren werden würde, ging also noch in aller Ruhe Haare waschen, denn dazu kommt man ja hinterher meist erstmal nicht, und schminkte mich ein bisschen, damit ich auf den ersten Fotos nicht so fertig aussehe.

Wir verabredeten uns zu 14 Uhr mit und bei meinen Eltern um die Ecke zum Ente essen. "Das schaffe ich noch", schrieb ich ihnen. Meine gepackte Kliniktasche und noch ein paar andere wichtige Unterlagen nahm ich direkt mit ins Auto, weil ich von meinen Eltern aus nach dem Essen dann gleich weiter fahren wollte ins Krankenhaus. Wir aßen also genüsslich unsere Ente und auch ich schaffte endlich mal wieder mehr als eine Kinderportion, weil sich der Bauch inzwischen tatsächlich gesenkt hatte. Demzufolge hatte auch der geknickte Magen wieder ein bisschen größeres Fassungsvermögen als in den Wochen zuvor. Während des Kaffeetrinkens hinterher kamen die Wehen in Abständen von 5-10 Minuten und waren so, dass ich mich währenddessen nicht mehr unterhalten konnte, sondern alle Gespräche für etwa 45 Sekunden eingestellt werden mussten. Hätte es nicht in Strömen geregnet, wäre ich draußen noch eine Runde spazieren gegangen, so aber verabschiedeten wir uns von Fiona und meinen Eltern und fuhren ins Krankenhaus. Ich dachte, spazieren könne ich auch über den Krankenhausflur...


Als wir fuhren, war es stockdunkel draußen, fühlte sich an wie spätabends, war aber tatsächlich erst kurz vor halb 5. Bei der virtuellen Kreißsaalführung, die wir im 6.Monat gemacht hatten, wurde ganz genau gezeigt, wo der Eingang zum Kreißsaal ist und wo man klingeln muss. Und obwohl ich ja durch diese Führung und die erste Geburt 2009 grob wusste, wie alles abläuft, klopfte mein Herz ein bisschen schneller als normal, als ich auf den Klingelknopf drückte (und das lag nicht an den paar Treppenstufen).Vorher noch ein schnelles Erinnerungsfoto von der Kreißsaaltür und dann ging sie auch schon auf.
"Hallo, wir kommen zur Entbindung" - "Ach schön, na denn komm' se mal rein."


An der Eingangstür gab ich für die nächsten Stunden Chipkarte, Mutterpass und Schamgefühl ab und bekam dafür eines dieser wunderbar praktischen Krankenhauskleidchen mit rückseitigem Ausschnitt von der Hebamme, auf deren Schildchen "Antje" stand. Ich sagte, ich habe für die Entbindung extra ein langes Nachthemd zum Knöpfen mitgebracht, aber Antje meinte, ich solle ruhig erstmal das Krankenhaushemd nehmen und mich erst später für den eigentlichen Kreißsaal umziehen; schwitzen werde ich noch genug. Ich zog es also an, wurde ans CTG angeschlossen und prompt ließen die Wehen nach bzw. kamen in sehr großen Abständen, 15min und mehr. Super. Die Herztöne gefielen ihr nicht wirklich, deswegen bekam ich einen halben Liter Wasser, den ich schlückchenweise während des CTGs mit Strohhalm trinken sollte. Die Herzkurve wurde direkt besser, allerdings blieb es wehentechnisch bei einer Nulllinie (trotz Wehen ab und zu!).

Sie untersuchte den Muttermund und stellte fest, dass sich da zwar schon ein bisschen was getan hatte, aber der Gebärmutterhals (ihr erinnert euch - der "Flaschenhals") noch nicht ganz verstrichen war. Bevor der nicht weg ist, können sie auch nichts machen, um die Geburt "anzuschubsen". Es hieß, die Ärztin käme gleich, um den Papierkram mit mir zu besprechen (Geburtsarten, Risiken, Schmerzmittel, etc.), dann werde ein Ultraschall gemacht, um Lage und Gewicht noch mal zu bestimmen und dann untersuche sie mich in einer Stunde erneut. Wenn sich bis dahin nichts getan habe, solle ich erst mal auf die Wochenstation verlegt werden. Nach Hause schicken wolle sie mich aber nicht, denn bei Zweitgebärenden könne es auch mal plötzlich ganz schnell gehen. Hört hört! Mein Mann machte ein Foto von mir, wie ich grinsend im Kleidchen am CTG lag, und schickte es meiner Mama, 17.50 Uhr. Ich hielt währenddessen die Twittergemeinde auf dem Laufenden:


Anschließend folgten das Arztgespräch und der Ultraschall. Köpfchen war tief im Becken, Versorgung gut und geschätzt wurde sie auf 3200g. Danach wurde ich wieder untersucht. Fruchtblase sei prall, Gebärmutterhals immer noch tastbar und Muttermund unverändert. Aaaah, ich wollte nicht auf Station! Da sind die ganzen Nicht-Mehr-Schwangeren mit ihren Neugeborenen. Da fühlt man sich mit Kugelbauch so fehl am Platz!

Die Hebamme deutete meinen enttäuschten Gesichtsausdruck richtig und grinste:
"Soll ich Ihnen sagen, was ich an Ihrer Stelle machen würde? Sie könnten jetzt natürlich auf dem Klinikgelände spazieren gehen, aber dafür haben wir nicht das richtige Wetter. Die meisten Frauen wollen das absolut nicht, aber oft kann ein kleiner Einlauf Wunder bewirken, weil Darm und Gebärmutter direkt Wand an Wand liegen. Wird das eine aktiv, regt es das andere zum Mitmachen an."
- "Wenn Sie meinen - ich mach alles mit. Also los."

18.15 Uhr: die gesamte Kreißsaalabteilung war an diesem Abend bis auf uns beide und Hebamme Antje menschenleer. Die Türen standen also offen und ich konnte in meinem offenen Hemdchen zwischen der Untersuchungsliege und dem Klo hin und her wandern, ohne Rücksicht nehmen zu müssen auf eventuell wartende Papas-to-be auf dem Gang. Während der ersten 15min auf dem Klo kamen bereits 3 Wehen und zwar solche, die es in sich hatten. Hui! Als Antje mich eine Wehe veratmen hörte, meinte sie anerkennend: "Na das klingt doch schon anders!" Konnte sie tatsächlich nur anhand meines Atmens einschätzen, wie stark die Wehen waren? Zauberei. Mein Mann und ich durften nach nebenan in ein kleines Wohnzimmer gehen - eigentlich ein Wehenvorzimmer mit 3 Schränken für persönliche Sachen, einer Couch und einem geschmückten Weihnachtsbaum. So saßen wir also dort, sehr romantisch im Schein der Kerzen Lichterkette, ich bekam einen heißen Früchtetee und 15min später sollten wir rüberkommen in den Kreißsaal.

Die Klinik verfügt über 3 Kreißsäle, von denen ich mir einen aussuchen durfte. Ich entschied mich für den mit der stimmungsvollsten Lampe an der Decke. Geburtswanne und andere Specials wollte ich nicht, nur Lachgas hatte ich schon im Vorfeld "bestellt". Das werde erst seit Kurzem wieder als Schmerzmittel in der Geburtsmedizin angewandt, über eine Maske eingeatmet und fühle sich an, wie 2 Gläser Sekt auf nüchternen Magen, erklärte die Ärztin. Toll, nehm ich! Die Wirkung ist zeitlich begrenzt: man kann es während einer Wehe einatmen und kurz nachdem man die Maske vom Gesicht nimmt, lässt auch die Wirkung wieder nach. Schwester Antje ließ uns allein im "Wehenwohnzimmer" und bereitete im Kreißsaal alles vor. Währenddessen erkundigten sich meine Herzensdamen auf Twitter nach meinem Schuhwerk und ich zwischerte in den Wehenpausen noch fröhlich zurück. Es sollte mein vorerst letzte Antwort gewesen sein:




In der Linken die Tasse Tee, in der Rechten das Handy, ging es kurz vor 19 Uhr nach nebenan in den Kreißsaal, den ich beim Reingehen noch fotografierte. Die Wehen kamen in kurzen Abständen und waren schon nicht mehr lustig, weshalb Schwester Antje mal wieder ein CTG sehen wollte. Ich biss ganz schön die Zähne zusammen und freute mich, dass nun wohl ENDLICH ordentliche Gebirge auf dem Wehenschreiber zu sehen sein würden. Wenn man schon Schmerzen hat, soll das CTG einen wenigstens mit einer hohen Zahl dafür "belohnen". [Zur Info: die Nulllinie liegt bei ungefähr 20, bei "echten" Wehen würde das Gerät 50 oder 60 anzeigen]. Eine heftige Wehe kam, ich lag auf der Seite und drehte mich extra zum Gucken um und sah: eine 27. Uh! Höher als 35 sind sie übrigens bis zum Schluss nicht geworden, kann bei nicht gertenschlanken Frauen aber daran liegen, dass die darüberliegende Polsterschicht die Kontraktionen der Gebärmutter nicht 1:1 an den Messkopf weitergibt...  


19.00 Uhr: mein Mann machte wieder ein Foto von mir, grinsend auf dem Kreißbett und schickte es an meine Mama.
Die antwortete: "Die grinst ja immer noch!" - "Ja, aber alle 3 Minuten nicht mehr!"
Danach ging alles ganz schnell. Wir waren allein im Kreißsaal, ich lag auf dem Rücken und plötzlich platzte die Fruchtblase. Ich bekam auf ein Mal ein bisschen Angst: jetzt würde es wirklich losgehen! "Hol die Hebamme!" rief ich. Sekunden später stand sie vor mir, untersuchte das Fruchtwasser (war farblos, alles ok. Ist es grün, heißt es, dass das Kind "Stress" hat im Bauch bzw. die Versorgung nicht gut ist) und meinte, ich solle mich auf die linke Seite drehen. Während einer Wehe (au!) untersuchte sie den Muttermund und sagte etwas wie "Köpfchen dreht sich schon rein" oder so. Im Geburtsvorbereitungskurs hatten wir gelernt, wann sich unter der Geburt das Kind wie dreht. War in dem Moment natürlich alles weg und mir auch ziemlich egal. Ich lag immer noch auf der Seite und hörte mich während einer Wehe panisch rufen: "Es drückt schon so, ich glaub, das Kind kommt jetzt!". Dass ich natürlich nicht dazu gekommen bin, das extra für diesen Zweck gekaufte Nachthemd anzuziehen, muss ich wohl nicht extra erwähnen. Und meinen Früchtetee habe ich auch kalt werden lassen...

Mein Mann verlangte das Lachgas (für mich, nicht für sich), ich nahm nur am Rande wahr, dass jemand sagte, es sei zu spät. ZU SPÄT für Schmerzmittel, eine Äußerung, die ich von der ersten Geburt schon kannte. Er drängte, dass sie es bitte trotzdem noch holen solle, weil ich beim letzten Mal schon keines hatte. Eine Schwester verließ darauf den Raum und kam eine gefühlte Ewigkeit später erst wieder. Lasst es vielleicht 3-4 Minuten gewesen sein ^^ Ich durfte mich endlich auf den Rücken drehen. Die erste Presswehe kam, ich wollte schreien, aber erinnerte mich daran, dass Atmen wirksamer ist. Ich hechelte also tapfer gegen das dringende Brüll-Bedürfnis an und es war tatsächlich besser, hatte man das erste Hoch der Wehe erstmal geschafft. Eine Hand vergrub ich im Stillkissen an meinem Kopf, mit der anderen zerquetschte ich etwas, was sich hinterher als Hände meines Mannes herausstellte. Zwischen den Wehen gab es gefühlt keine Pausen mehr, keine Erholung. Sie rollten unaufhörlich auf mich zu und ich atmete um mein Leben. Irgendwann hielt jemand eine Maske vor mein Gesicht. Ah, das Lachgas! "Ihre Frau muss die Atemmaske aber selber halten!" mahnte die Schwester. Ich hörte es, konnte die Maske aber nicht halten, denn ich musste mich ja an meinem Mann und dem Stillkissen festhalten und es fehlte irgendwie eine dritte Hand. Und überhaupt: nehmt dieses blöde Ding weg und lasst mich in Ruhe! Die Schwester stand also untätig neben mir, etwas hilflos und mit dem Lachgas in der Hand, die Hebamme machte irgendetwas am unteren Ende des Bettes, mein Mann sagte "Gleich geschafft, das Köpfchen ist schon da!" und eine Presswehe später, kurz vor halb 8, wurde unser Baby geboren und mir auf die Brust gelegt...
Große, dunkle Augen guckten mich wach an. Oh Gott, sie ist da! Love at first sight!


"Ein Mädchen, herzlichen Glückwunsch!!!"


Um 19.28 Uhr, 3 Minuten nach der Geburt und nur eine knappe halbe Stunde nach dem letzten Grinsefoto, bekam meine Mama das Bild ihrer wieder grinsenden Tochter aufs Handy, diesmal mit Baby im Arm. Sie konnte es fast nicht glauben!

Und weil im Krankenhaus immer noch nichts los war, durften uns meine Eltern und die frischgebackene große Schwester noch direkt im Kreißsaal besuchen! Keine 20min später klopfte es an der Tür, mein großes Kind kam rein und dann rollten die Freudentränen bei allen. Der perfekte Abschluss dieser tollen und vor allem schnellen Geburt. Was für ein Erlebnis. Kurz nach 21 Uhr wurden wir auf die Wochenstation gebracht. Und statt - wie das Baby - zu schlafen und mich von der Geburt zu erholen, guckte ich dieses wunderschöne, perfekte Menschlein an, fotografierte von links, von rechts, von oben und von unten und war einfach nur überwältigt, unendlich glücklich und dankbar für dieses kleine Wunder: FELICIA


Bild auf dem Krankenhausflur

Dienstag, 30. Dezember 2014

Lieblingstweets Dezember

Mit kuschelbedürftigem Säugling auf dem Arm und einem milchvernebelten Babybrain bloggt es sich nicht so gut (was wollte ich eigentlich im Arbeitszimmer und wieso habe ich den Laptop aufgeklappt...?), aber die Twitterlieblinge schaffe ich diesen Monat gerade noch so für euch festzuhalten.
Heute mit saisonal bedingt gehäuftem Nikolaus- und Weihnachtscontent, dem Entsetzen über Schnee im Dezember und dessen politisch korrekte Bezeichnung, Verhütung im Büro und unvorteilhaft verpackten Geschenken. Außerdem lernen wir u.a., was Babys mit Herzchirurgen gemeinsam haben und, warum das Hörvermögen eines Mannes mit den Jahren abnimmt.
Viel Spaß mit meinen Dezember-"Twighlights" und einen Guten Rutsch!







































Montag, 22. Dezember 2014

Wir sind Vier!

"Es gibt Wunder, die auch in ihrer Wiederholung nichts von ihrem Zauber verlieren."

FELICIA 



20.12.2014, 19:25 Uhr
3420g, 53cm

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Schwanger - der zehnte Monat

Der zehnte Monat, Woche 37 -  40

Diesen Post wollte ich eigentlich irgendwann Anfang nächsten Jahres als Rückblende auf die allerletzten Wochen schreiben, wenn das Baby längst da ist und friedlich neben mir schlummert (lasst mir diese Illusion!). Aber da ich nun immer noch hier sitze und warte (ok, obwohl die 40 Wochen noch nicht ganz um sind), kann ich genauso gut den letzten Schwangerschaftsmonat noch vor der Geburt aufschreiben...

"Was für eine aufregende Woche seit dem letzten Eintrag! Am Donnerstag war ich bei meiner Hebamme in der Praxis. Sehr entspannt: Tee trinken, quatschen, Streptokokken-Abstrich und CTG mit 10 Punkten "bestanden" (10 P.  heißt: Herzfrequenz super, keine Wehe). Samstag waren wir dann zum Babybauchshooting beim Fotografen. Den Termin hatte ich schon vor einigen Wochen ausgemacht. Es war sooo toll und hat riesigen Spaß gemacht! Die Bilder sind einfach der Wahnsinn. Statt der geplanten 10 haben wir 20 Stück genommen (von 66!) und gucken sie uns fast täglich an. Wunderschöne Erinnerungen an eine ganz besondere Zeit. Erst konnten Papa und Nono Eis essen gehen, während ich professionell geschminkt wurde und dann ging es für alle 3 bzw. dreieinhalb ins Studio. Die junge, dynamische Fotografin war ein echter "Glücksgriff" und sprudelte nur so vor kreativen Motivideen für Familien-, Eltern-, Bauch- und Mamabilder. Am Montag war dann wieder Frauenarzttermin: CTG - as usual - wehenlos, 10 Punkte, und Muttermund ist noch fest verschlossen. Als ich erwähnte, was ich noch vorhabe an Konzerten, meinte die Ärztin nur: "Na Sie sind ja optimistisch!". Ich musste versprechen, dass ich langsam mache, einen Stuhl mit auf die Bühne nehme und so oft es geht sitze, wenn ich nicht dirigieren muss. Auf dem Rückweg im Auto dann ein komisches Gefühl: "Rudolph, the rednosed reindeer" im Radio. Stimmt, Totensonntag ist vorbei. Danach beginnt offiziell die Vorweihnachtszeit und die Radiosender warten nur darauf, dass sie endlich ihr musikalisches Weihnachtsfeuerwerk abschießen können. Aber Rudolph im Radio heißt auch: Endspurt, es wird ernst! Beim Arzt sollte ich übrigens noch einen Termin für nächste Woche vereinbaren. Der Sprechstundenhelfer schlug den 02.12. vor und ich sagte erst: "Nee, in EINER Woche!" und dann: "Oh, achso..." December's coming!"



Unser großes Jahreskonzert in der letzten Novemberwoche hat wunderbar geklappt, auch wenn es ein komisches Gefühl war, sich als Dirigentin mit seinem Höckerchen auf der Bühne hinzusetzen, wenn man sonst einfach zur Seite abgegangen ist. Als ich zum ersten Mal vor das Publikum getreten bin, ging ein hörbares Raunen durch die Menschenmenge. Es wussten wohl noch nicht alle von der Schwangerschaft. Nun ja, zu übersehen ist sie inzwischen wirklich nicht mehr. Spezielle Umstandsauftrittskleidung musste ich mir übrigens nicht kaufen. Das ist der unschlagbare Vorteil, wenn man als Frau sowieso Klamotten für 3 verschiedene Kleidergrößen im Schrank hat ^^

"Ich träume so einen Mist in letzter Zeit, das gibt's gar nicht! Letztens habe ich (in echt) überlegt, wie man feststellt, ob man tröpfchenweise Fruchtwasser verliert. Ein Anruf in der Apotheke brachte Klarheit: mit speziellen pH-Testhandschuhen für unglaubliche 35€ (!) - oder eben kostenlos im Krankenhaus bei Verdacht. Eine Nacht später träumte ich, ich sei im Einkaufscenter gewesen und habe mir in der Apotheke so einen Test gekauft. Er sah aus wie ein ganz normaler Clearblue-Schwangerschaftstest mit Digitalanzeige und ich machte ihn gleich vor Ort auf der Apothekentoilette. Erst zeigte er "Schwanger 3+" an und kurz darauf blinkte "FRUCHTWASSERFLÜSSIGKEIT" im Display. Als ich panisch aus dem Apothekenklo raus wollte, herrschte plötzlich Seuchenalarm und das gesamte Einkaufscenter wurde zur Quarantäne-Station erklärt. Nicht raus und nicht rein. Hilfe! Oh man, dementsprechend schlecht geschlafen, die Nacht. Heute dann das plötzliche Verlangen, auch die Babytasche mit eigenen Klamotten für den Heimweg aus dem Krankenhaus zu packen - check - und Geburtskarten online auszusuchen und (bis auf die Daten) vorzubereiten (check). Nanu, Nestbau?!"

Nachdem in dieser Woche der MaxiCosi bei uns eingezogen war, holte ich auch endlich den noch original verpackten Kinderwagen im Karton aus dem Keller. Den hatten wir Anfang des Sommers schon gekauft, als wir noch nicht mal das Geschlecht unseres Kindes kannten. Aber die Farbe "red rumour" wäre im Zweifel auch für einen kleinen Jungen nicht unpassend gewesen. Trotz verhältnismäßig wenig technischen Verständnisses saß ich nun also zwischen Rädern und Stangen im Flur und schaffte tatsächlich ganz alleine, a) den Buggy vollständig auf- (und auch wieder ab-)zubauen und b), sogar die Adapter für die Babyschale zu montieren (tricky!). Anschließend fuhr erst ich ein paar leere Testrunden durch die Wohnung und bewunderte den nicht vorhandenen Wendekreis des Quinnys und dann wurde Zoé, unsere BabyBorn, von Fiona angeschnallt und im Wohnzimmer spazieren gefahren. Und weil ich danach dann auch noch die Isofix-Base in meinem Auto "installiert" habe, fährt seit Wochen der MaxiCosi leer auf dem Rücksitz mit und dient zuweilen Liemhasi als komfortable Reisemöglichkeit in der 2. Klasse. Ist also jetzt alles da, fehlt eigentlich nur noch das Baby!

"Freitag Abend, ich bin über's Wochenende allein zu Hause und fühle mich prompt unwohl. Der Bauch wird ständig hart und mir ist ein bisschen schlecht. Senkwehen?! Mit letzter Kraft noch Fiona ins Bett gebracht und jetzt liege ich mit Wärmflasche auf der Couch. In ein paar Tagen bist du offiziell kein Frühchen mehr. Ich weiß noch genau, wie ich in der ersten Schwangerschaft mit deiner großen Schwester auf den Tag X hingefiebert habe. Aber irgendwie macht einem dieser Umstand auch ein bisschen Angst. Wenn es jetzt losginge, würde niemand mehr versuchen, dich noch ein bisschen im Bauch zu halten, sondern du dürftest einfach so rauskommen. Uah! Lass dir aber bitte bitte noch ein bisschen Zeit, okay?"

"Dezemberchen", so habe ich den zweiten Strich auf dem Schwangerschaftstest ganz am Anfang
genannt (und so heißt auch noch der Fotoordner auf dem PC). Und "plötzlich" ist er da, der Monat, in dem das Dezemberchen vermutlich geboren wird! Der Bauch wurde in diesen Tagen schon ziemlich oft hart, ohne weh zu tun zwar, aber eben hart. Manchmal war es sogar beim Laufen unangenehm und ich musste kurz stehenbleiben, weil es vom Bauch über die Oberschenkel bis fast zu den Knien gezogen hat. Meine Hoffnung, dass das effektive Senkwehen seien, die das Baby tief ins Becken, sozusagen in "Startposition" schieben, wurden beim nächsten Arzttermin allerdings wieder zunichte gemacht. Auf dem CTG: keine Wehe! Die Arzthelferin hat den oberen Rand der Gebärmutter ertastet und meinte, Platz sei da oben jetzt aber keiner mehr. Ich frage mich ernsthaft, wo die ganzen Organe hin sind. So ein Querschnitt durch einen hochschwangeren Körper würde mich dann doch interessieren. Bestimmt alles irgendwo am Rand und nur noch halb so groß. Wer weiß, vielleicht streichel ich bei der Beule rechts außen in Wahrheit nicht die Füßchen meines Babys, sondern meine Leber oder so. Who knows! Der Sprechstundenhelfer fragte mich beim Terminvereinbaren ganz ungläubig, ob ich tatsächlich noch Auto fahren würde. "Klar, besser als laufen, oder?"

"Sozusagen in 4 Tagen, an 38+2, ist deine Schwester zur Welt gekommen. Ein bisschen unheimlich ist
mir das schon. Da ist diese zweite Schwangerschaft nun "schon" fast wieder vorbei. Andererseits wird es ja auch langsam Zeit, denn mein aktueller Zustand ist wohl am Besten mit RIEN NE VA PLUS zu beschreiben. Da überlegt man sich zwei Mal, ob man etwas Runtergefallenes aufhebt. Zurück aus dem Krankenhaus werde ich erstmal eine Runde ausgelassen auf der Couch hüpfen und mich hinlegen - aufstehen - hinlegen - aufstehen. Aus keinem besonderen Grund, einfach nur, weil ich es dann wieder kann! Mal im Ernst: ich glaube so oder so ähnlich fühlt sich alt sein an. Ich weiß jetzt auch, warum es den Mutterschutz gibt: damit man sich morgens nicht mehr anziehen muss! Hosen und Socken sind echt gemein! Und Rasieren hat ein bisschen was von blind Rasenmähen... Beim Essen sitze ich nach hinten gelehnt wie ein Mann mit sehr großem Bierbauch, weil selbst gerade sitzen nicht mehr geht! Werde sofort ermahnt. Und wenn ich im Unterricht auf dem kleinen Akkordeon mitspiele, wird der Bauch sofort hart. Jetzt noch 2 Tage durchhalten, dann die beiden Konzerte am Wochenende und dann bin ich fertig für dieses Jahr. Habe gestern Nacht geträumt, dass ein Kaiserschnitt gemacht werden musste, aber hier zu Hause! Ich lag in der Höhle unter Fionas Bett und dann kamen Ärzte rein und haben gesagt, sie müssten das Kind jetzt holen und haben diese grünen Tücher aufgespannt und alles vorbereitet. Im Traum wundert man sich über unrealistische Situationen ja nicht zwangsläufig. Auf jeden Fall war das (sogar im Traum) eine ganz schreckliche Erfahrung, auf die ich - auch wenn es im OP und nicht im Kinderzimmer stattfände - nach Möglichkeit gerne verzichten möchte. Habe übrigens noch Mini-Bettwäsche für dich bestellt, damit das Babybay-Bettchen ein bisschen "benutzerfreundlicher" aussieht. Wir freuen uns alle so auf dich, kleines Wunder!"

Anfang des Monats hat die erste Mama aus dem Geburtsvorbereitungskurs (siehe 9.Monat) ihre Tochter bekommen! Sie war auch laut ET-Liste die Erste. Und die Zweite ... bin ICH! Wie du wohl aussiehst? Wie Baby Fiona? Ähnlich? Oder ganz anders?
In der 39. Schwangerschaftswoche habe ich mehrfach gedacht, wir müssten evtl. in der Nacht ins Krankenhaus fahren und habe schon "vorsichtshalber" das Handy ans Ladekabel angeschlossen und überlegt, was noch dringend in die Kliniktasche muss. Mir wird auch jetzt noch oft richtig übel aus heiterem Himmel, ich fange an zu frieren, der Bauch wird oft steinhart, drückt, und ich fühle mich insgesamt einfach nicht wohl, fast wie krank, nur eben ohne krank. Aber die Tatsache, dass ich immer noch einschlafen kann, heißt ja scheinbar, dass alles noch im grünen Bereich ist. Das Komische? Am nächsten Morgen ist immer alles vorbei, als wäre nie was gewesen. Der Bauch ist weich und (fast) nicht zu merken und mir geht es blendend. Gegen 18 Uhr geht's dann immer bergab und ich vegetiere vor mich hin auf der Couch in der Hoffnung, dass es entweder richtig losgehen oder bald wieder besser werden möge. Und dann sagt Dr. Google, dass der Körper vor einer anstehenden Geburt gerne noch mal "ausmistet" und viele Frauen mit Übelkeit, z.T. Erbrechen und Durchfall zu kämpfen haben, bevor es richtig los geht. Und prompt muss ich auch noch aufs Klo... Wunschdenken?

"Gestern war wieder Termin bei Frau Doktor. Ständig harten Bauch in den letzten Tagen, aber auf dem CTG natürlich wie immer: keine einzige Wehe. Nicht mal 'ne halbe. Vorführeffekt? Habe aber auf einer Untersuchung bestanden, um zu erfahren, wie es an der Muttermundfront aussieht. Sie meinte, sie gebe keine Prognosen ab, denn manchmal könne es auch von 0 auf 100 ganz schnell gehen, aber einen aktuellen Ist-Zustand könne sie mir mitteilen. Dann die große Ernüchterung: der Gebärmutterhals (der "Flaschenhals", um es sich bildlich vorzustellen) sei noch bei 3,5cm (muss vor einer Geburt "verstreichen", also komplett weg sein) und der Muttermund noch fest verschlossen. Das heißt, es sieht also nicht danach aus, dass das Baby in den nächsten Tagen "rausfällt". Hmpf. Köpfchen "hat Bezug zum Becken aufgenommen", das bedeutet, dass das Kind sich langsam auf den Weg in die Startposition macht, aber noch nicht ganz dort - fest im Becken - "angekommen" ist. Du scheinst es dir gerade so richtig bequem da drin zu machen. Und ich dachte, du möchtest Weihnachten schon mit deiner Familie unter dem Baum feiern...?"


"Habe vor ein paar Tagen gedacht, dass ich tröpfchenweise Fruchtwasser verliere. Gleich die Hebamme angeschrieben, ihre Antwort: "uhiii, es wird spannend! Könnte aber auch nur Pipi gewesen sein". Mit Letzterem hatte sie scheinbar recht. Schade! Immerhin drückt ein Kopf mit geschätzten 35cm Umfang auf die Harnblase, da hat man's nicht immer 100% im Griff, besonders nicht, wenn man auf allen Vieren durchs Kinderzimmer kriecht und Rumliegendes aufsammelt... Abends auf dem Sofa wurde der Bauch so oft und in so kurzen Abständen hart (unangenehm), dass ich begonnen habe, auf die Uhr zu gucken. 12 min Abstand etwa. Ich war in Achtungsstellung, aber es hat sich dann doch wieder beruhigt und ich bin irgendwann eingeschlafen. Wenn der Bauch ruhig ist, möchte ich am Liebsten alles tun, um die Wehen anzuschubsen. Aber wenn der Bauch immerzu hart wird, möchte ich nur, dass es aufhört, damit ich ruhig schlafen kann. So wird das doch nix ;) 
Bild: Peter Hebgen  / pixelio.de
Tagsüber bleibe ich oft ganz dekadent bis mittags im Schlafanzug, nähe ein bisschen, blogge, bereite Weihnachtsgeschenke vor und sitze auf Kohlen. Wehwehchenstatus ist relativ hoch. Ich dachte nicht, dass ich es mal sage, aber ICH MÖCHTE NICHT MEHR SCHWANGER SEIN. Alles tut weh, jede Bewegung ziept irgendwo anders. Bauch drückt, pullern, kalt, Hunger, wääh. Ich möchte den Bauch endlich neben mir auf der Couch zu liegen haben oder auf der Brust oder im Bettchen. Nur nicht mehr bei jedem Schritt spazieren tragen. Wer inzwischen so groß ist wie ein Kürbis, könnte wirklich langsam ausziehen! 
Meine Schwangerschafts-App zeigt seit übrigens heute kein Ultraschall-Bild mehr, sondern das Bild eines Säuglings, denn "rein statistisch gesehen wird dein Baby am Ende dieser Woche das Licht der Welt erblicken"! Hast du das gehört, Baby? Ich hab ein bisschen Angst aber will dich gleichzeitig auch unbedingt endlich kennenlernen!"


Zu Beginn der 40. Schwangerschaftswoche - gestern - schob sich noch kurzfristig ein Hochzeitstermin vor die anstehende Niederkunft des "dicken Dings", wie mich meine Mama liebevoll nennt. Der meiner Schwester. Dass sie schnell entschlossen ist, kenne ich nicht anders von ihr. Ob ich noch als Hochzeitsgast würde teilnehmen können, vermochte ich bei der Einladung eine Woche vorher nicht zu sagen. I'll try my very best. Aber da sich das Bauchkind drinnen häuslich eingerichtet hat und nicht daran denkt, seine Wohnung zu räumen, stand der kleinen Feier nichts im Wege. Während der standesamtlichen Trauung war noch alles ruhig, aber am Nachmittag im Restaurant begann der Bauch in relativ kurzen Abständen hart zu werden wie ein Medizinball, so dass meine Oma ganz besorgt meinte, ich solle doch mal auf die Uhr gucken und mir die Abstände einprägen. Meine Schwangerschafts-App hat eine praktische Wehen-Funktion, bei der man auf "UMPF!" drückt, wenn es weh tut bzw. hart wird und auf "besser", wenn es nachlässt. Die "Umpfs" kamen im Abstand von 6 - 15 min über einen Zeitraum von mehreren Stunden, aber immer noch so, dass ich mich währenddessen unterhalten konnte und nicht das dringende Bedürfnis verspürte, die Hebammen im Krankenhaus damit zu "belästigen". Abends ließen sie nach und in der Nacht habe ich geschlafen wie ein Stein. Nun ja... Und dabei hatte ich gestern echt Hoffnung auf den Einzug in den Kreißsaal. Aber immerhin, irgendwas tut sich! Morgen habe ich wieder Termin zum CTG und "wehe", wenn da keine Wehe drauf ist!

ET minus 6, eine knappe Woche noch. Oder weniger. Oder mehr. Der Countdown läuft und das Entbindungstermin-Raten von unserer "Sexparty" im Sommer geht in die heiße Phase!

Und was glaubt ihr...? Any suggestions?

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Ein kleiner Hase auf Weltreise...?

Quelle: www.amazon.de
Das absolute Lieblingsbuch meiner Kindheit war das vom kleinen Hasen auf Weltreise: Briefe von Felix. Sophie verliert am Ende der Ferien ihren liebsten Kuschelhasen Felix auf dem Flughafen. Es rollen bittere Tränen, denn wo sie auch sucht - er bleibt verschwunden. Umso glücklicher ist sie, als sie eine Weile später Post aus London aus dem Briefkasten fischt: ein echter Brief von ihrem Felix! Der Hase ist versehentlich in einen falschen Flieger gestiegen und in England gelandet. Von dort aus reist er um die halbe Welt (Paris, Rom und sogar Ägypten und Amerika), aber nicht, ohne von jedem Ort Post an seine Sophie zu Hause zu schicken. Die echten Briefe mit der krakeligen Hasenschrift stecken in Umschlägen innerhalb des Buches und ich erinnere mich noch daran, wie ich es jedes Mal geliebt habe, sie zu öffnen und zu lesen. Hach. Eine wunderbare Geschichte!

Hasi damals
Aber das soll hier keine Buchvorstellung werden (obwohl das meiner Meinung nach Literatur ist, die in keinem Kinderzimmer fehlen sollte), sondern Aufhänger für eine andere Geschichte: UNSEREN Hasen auf Reisen! Wer den Blog schon eine Weile verfolgt, wird sicher wissen, dass es auch bei uns ein Kuscheltier gibt, das seit fast 5 Jahren fester Bestandteil der Familie ist (siehe Header), zufällig ebenfalls ein Hase. Mit seinem später nachgekauften Doppelgänger hat er leider keinerlei Ähnlichkeit. Denn der echte "Liemhasi" (der liebe Hasi) zeichnet sich im Gegensatz zu seinem baugleichen Zwillingsbruder nämlich u.a. durch stumpfes Fell, schlaksige Beine mit inzwischen nur noch wenig Füllung, einer Näh-Narbe am linken Ohr und speziellem Kuschelduft aus. Wo Fiona ist, kann Liemhasi auch nicht weit sein. Er ist emotionales Pflaster, Entspannungshilfe, Tröster, weltbester Zuhörer und einfach der tollste Kuschelfreund, den ein kleines Mädchen sich wünschen kann. Naja, wo die Liebe hinfällt...!


Hasi heute
Auf jeden Fall muss Hasi seit dem Kitawechsel jeden Tag mit in den Kindergarten. Ansich auch kein Problem: beim Schlafen kann sie kuscheln, bei anderen Aktivitäten liegt er in ihrem Fach. Nun steht heute Nachmittag aber der allererste Ausflug in die Stadt an, bei dem die Kinder mit 2 Erzieherinnen unterwegs sind und auf dem Weg ins Theater Bus & Bahn unsicher machen. Sie freut sich schon seit Wochen auf diesen Tag und ich finde ganz toll, dass die Kita solche Unternehmungen mit der Vorschulgruppe macht, aber vor 2 Tagen bin ich nachts aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen. Mir geisterte Liemhasi im Kopf rum und die Tatsache, dass er wohl kaum Briefe schreiben würde, wenn er unterwegs verloren ginge...

Auf meinen Vorschlag, Hasi an diesem besonderen Tag ausnahmsweise zu Hause zu lassen, folgten erst dicke Krokodilstränen und dann Indianerehrenwort-Versprechungen, auch wirklich gut aufzupassen. Aaaahhh! Was macht man denn da?! Es handelt sich ja nicht um irgendein Kuscheltier, das man einfach nachkaufen kann, sollte es verschwinden. Also ist zu-Hause-lassen die einzig logische Lösung für dieses Problem. Aus Erwachsenensicht. Andererseits kann ich den inneren Konflikt der Protagonistin auch sehr gut verstehen, denn ich hatte selbst so ein Kuscheltier, ein Reh namens "Schlafhund", das mich auf Schritt und Tritt begleitet hat (ich habe ihn noch heute, liegt auf meinem Kopfkissen!) und ohne das die Welt untergegangen wäre! Nach einigem Hin- und Her, Diskussionen, Erklärungen, Versprechungen und einem netten Gespräch in der Kita ("Man kann Ihnen doch nicht die Verantwortung für 12 Kinder und noch einen Kuschelhasen aufs Auge drücken...oder?!"), haben wir uns nun in Absprache mit der besten Erzieherin der Welt darauf geeinigt, dass Fiona einen Rucksack mit ins Theater nehmen darf. Bedingung: während der gesamten Hinfahrt bleibt der Hase drin und erst im Theater darf er wieder rauskommen. Heute Morgen beim Losgehen dann nochmal ein kurzes Briefing: wo ist Hasi, wenn ihr in der Bahn seid? Wann darfst du ihn erst rausholen? usw. und dann begann er tatsächlich, der erste Ausflug, an dem ich "zwei Kinder" verabschiedet habe. Ihr könnt euch sicher denken, dass ich mittlerweile ein bisschen schwitze, nervös auf die Uhr gucke und hoffentlich beide heute Abend wohlbehalten abholen kann und nicht die nächsten Wochen mit einem Auge am Briefkastenschlitz hängen muss ;)

Ihr könnt mir doch bestimmt sagen, dass ich nicht die Einzige bin, die in panischer Angst um "the one and only" am Rad dreht...? Eure Kinder bzw. ihr selbst hattet damals doch auch dieses eine, ganz besondere Kuscheltier, oder?

Last-Minute-Geschenktipp: Pralinen ohne Kalorien

Mal ehrlich: wer sich für die Adventszeit vorgenommen hat, auf Schokoladenweihnachtsmänner, Plätzchen, Lebkuchen, Spekulatius und all die anderen leckeren Dinge zu verzichten, der hat es in diesen Tagen ganz schön schwer. Und wer frei von Sünde ist, werfe die erste Marzipankartoffel ^^

Und gerade weil die Waage in der Weihnachtszeit eh immer schon ein bisschen übertreibt, könnte man ja auch mal etwas Süßes ganz ohne Kalorien zum Fest verschenken: "Chocolate Fix, das zuckersüße Logikspiel" aus der Brain-Fitness-Edition von ThinkFun. Ich stelle hier ja sonst gerne Kinderspiele vor, aber heute geht es ausnahmsweise mal um ein Spiel für erwachsene Feinschmecker. "Chocolate Fix" ist ein perfektes Gehirn-Workout für die Feiertage und mein Last-Minute-Geschenke-Tipp für die zu Beschenkenden, die sonst schon alles haben.

9 niedliche Pralinen in 3 unterschiedlichen Farben (Erdbeer, Schoko, Vanille) und Formen müssen bei diesem Spiel in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Was im ersten Moment ganz einfach klingt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als z.T. ganz schön kniffelig und erfordert Einiges an logischem Denk- und Kombinationsvermögen! Der Schwierigkeitsgrad der insgesamt 80 Aufgaben reicht von den leichten "Beginner-Challenges" über "Intermediate" und "Advanced" bis hin zu "Expert". (Ich habe mich in meinem Selbstversuch ehrgeizig und lückenlos von Beginner bis zu Advanced hochgearbeitet. Expert...ähm...hebe ich mir noch ein bisschen auf ;)

Wie funktioniert das Spiel?

Zu jeder Aufgabe gibt es Hinweise in Form einer Abbildung, um die 9
Pralinen an ihre korrekte Position zu stellen (für jede Aufgabe gibt es auch nur eine Lösungsmöglichkeit). Es gibt genaue Anordnungshinweise, bei denen sofort klar ist, welche jeweilige Praline an welcher Stelle auf dem Spielbrett stehen muss (siehe Bild links), und Teilhinweise zur Anordnung, also in welcher "Beziehung" zueinander gewisse Pralinen stehen sollen, ohne eine konkrete Position zu verraten (siehe Bild rechts). Außerdem existieren noch Farb- und Formhinweise, beispielsweise ein braunes Feld unten links. Das gibt zwar an, dass an dieser Stelle eine Schokopraline stehen soll, aber nicht, ob die dreieckige, die runde oder viereckige gemeint ist.

+++ Achtung, Warnhinweis +++

Mit diesem Spiel ist es wie mit echter Schokolade: das Aufhören fällt extrem schwer. Suchtfaktor ist enorm! Ich würde es am Ehesten mit Sudoku, dem beliebten Zahlenrätsel aus Japan, vergleichen, aber Chocolate Fix ist für mich noch besser, weil man die zu positionierenden Pralinen richtig in die Hand nehmen kann und einzelne Denkschritte besser "begreift". Ich habe schon einige Abende auf der Couch mit den Pralinen zugebracht, an denen Günther Jauch, Steffen Hallaschka und Konsorten nur ganz entfernt zu mir durchgedrungen sind. Kann. Nicht. Zuhören. Muss. Denken.


Also wer selbst Spaß an Logikrätseln hat oder jemanden kennt, der lieber gehirnjoggt als auf dem Laufband im Fitnessstudio, dem kann ich "Chocolate Fix" nur ans Herz bzw. unter den Baum legen. Ein sehr intelligentes Spiel in coolem Design, ein echter Hingucker!

Und was schenkt ihr denen, die eigentlich schon alles haben?

Dienstag, 9. Dezember 2014

Best-Of November

Die Schwangerschaftsdemenz scheint wirklich voll zugeschlagen zu haben, ich schulde euch ja noch das monatliche Best-Of aus dem November!

Da der Nestbautrieb schon in vollem Gange ist, gab es bis auf Drachensteigen und Spielplatz nicht mehr so viele spektakuläre Unternehmungen oder Ereignisse wie noch in den Sommermonaten, aber eines der Highlights im November war auf jeden Fall der Besuch der Kinderrevue im Friedrichstadtpalast, diesmal waren wir sogar Gäste bei der Premierenshow! Wie in jedem Jahr absolut sehenswert! (Bei der Kinderrevue tritt ausschließlich das "Junge Ensemble" auf, Alter der Schauspieler, Sänger und Tänzer ist max. 16!)


Die REWE-Strategie ist bei uns mal wieder voll aufgegangen: seit ein paar Wochen gibt es diese kleinen Sammelfiguren, eine pro 15€ Einkaufswert. Da die ganze Familie sowieso immer bei REWE einkaufen geht, war es nur eine Frage der Zeit, bis Fiona die Sucht erfassen würde. Inzwischen haben wir mehr Sammelfiguren als sie zählen kann, natürlich viele doppelt und dreifach, und es fehlt nur noch eine einzige, die Nummer 6. Die zu bekommen, gleicht natürlich nun der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Oft fragt sie während des Einkaufens dann ganz besorgt: "Hast du dann auch noch 15€ übrig für eine Sammelfigur??" (Prinzip noch nicht ganz verstanden ;) Hier ist sie, unsere REWE-Armee beim Fernsehschauen. Sind eure Kinder auch infiziert...?


Eine geeignete Aufbewahrungsmöglichkeit für die Armee musste auch noch her, da waren natürlich Stoffschrank und Nähmaschine Mittel der ersten Wahl. Hab ich schon mal erwähnt, dass ich Webbänder mag? (Diese kleinen Fummel-Schnipsel am Rand) Ein paar andere schöne Sachen sind auch noch entstanden, z.B. das Alice-im-Wunderland-Kleid (SM "Herbstkleid Lillesol & Pelle) und das Shirt mit den Häkeltieren (SM Retroshirt Lina, kibadoo).


Außerdem hat meine Lieblingsnähfee (haha) Christina von rosarosa vor Kurzem ihr Ebook "Puppenliebe" veröffentlicht mit all ihren (Kinder-)Klamottenschnitten, die nun auch in Puppengrößen genäht werden können. Als ich die Ankündigung gelesen habe, war ich sehr froh, eine Mädchenmama zu sein, die zu benähende Exemplare der Spezies "Baby Born" nebenan im Kinderzimmer zu sitzen hat. Bei den winzigen Bündchen bricht man sich zwar fast die Finger, aber das Endergebnis ist sooo süß, wie ich finde. Hier Fionas Lieblingspartneroutfit, die grauen Füchse:


Die Tollabox war diesen Monat natürlich auch wieder mit von der Partie und da der aktuelle Berufswunsch sich bei "Ärztin" eingependelt hat, hat die Box zum Thema "Gesundheit"eingeschlagen wie eine Bakterie Bombe. Links seht ihr die charmante Kuschelbakterie und rechts das Kind beim Herstellen der Lavendelseife. Ganz tolla!


Ende November steht gemäß der Tradition eine bunte Bastel- und Klebestunde an, denn da schicken wir Post ins brandenburgische Himmelpfort in die Weihnachtspostfiliale! Man darf gespannt sein, was von den Wünschen der Weihnachtsmann und seine Weihnachtswichtel in diesem Jahr erfüllen. Zurückgeschrieben hat er jedenfalls schon! Immer wieder ein zauberhafter Moment, wenn sie den Antwortbrief mit dem Himmelpfort-Stempel und ihrem Namen im Briefkasten findet!



Hier sind sie, die Zitate.
Fiona ist 5 Jahre und 1 Monat alt.


"Die Kuschelkatze ist krank. Ich glaube, sie hat "verhinderte Lauferitis"."

(Sie studiert eine Buchstabentafel und "liest" vor)
"K wie Kokosnuss, R wie Rakete und Y wie...Schnee-Affe?!"

"Morgen ist in der Kita Champignon-Umzug!!!"

"Der Wasserkanister ist total cool. Man hält einfach seinen Becher drunter, 
drückt rauf und schon strullt es los."

"Oh, ein Babyhut! Der sieht meiner Kindheit auch sehr ähnlich."

"Was?! Deutschland war mal geteilt? Dann waren es ja mehrere Stücke...?!"

(Wir sprechen über Sternzeichen)
"Unser Baby kommt Weihnachten?! Och nö, dann wird es ja ein Ziegenbock..."

"Ich habe die Kartoffeln im Mund zu Kartoffelbrei verarbeitet."

"Was gab es denn heute in der Kita zum Mittag?"
- "Äh....heute gab es Arabi."
(Kohlrabi)

"Hey, guck mal, mit der App kann man den Sandmann überholen, 
wenn man ihn im Fernsehen aus Versehen verpasst hat!"

"Mama, fahr schneller! Kannst du bitte die Gangschaltung in die höchste Etage stellen?"

(wir basteln)
"Komm, ich zeig dir, wie man eine Hexentreppe faltet."
- "Kannst du das lieber machen? Ich hab nicht so viel Zeit."

 (über doppelte Sammelfiguren von REWE)
"Oah, das lilane Schwein zu bekommen ist meine Spezialität."

"Wollen wir heute Plätzchen backen?"
- "JA! Darauf hab ich schon Jaaaahre gewartet!"

(zeigt mir eine Ausstechform mit Barcode-Sticker)
"Oh, hier ist noch der Kaufvertrag dran."

(wir bauen die Playmobil-Krippe auf und das Weihnachts-Karussell)
"Was macht denn der Engel da?!"
- "Na der nimmt das Gold von den Heiligen Drei Königen 
und bezahlt damit seine Karussellfahrt."

"Weißt du was, Fiona? Am 18.Dezember kommt der Weihnachtsmann in den Kindergarten!"
- "Da bin ich nicht da."
"Hä? Wo bist du denn da?"
- "Im Kino. An dem Tag kommt Drache Kokosnuss."

(sie findet Ohrenschützer im Schrank)
"Guck mal, meine neuen Winterkopfhörer!"

(Telefon, Freizeichen, dann: "Der gewünschte Gesprächspartner....")
"Wen wolltest du denn anrufen, Mama?"
- "Eigentlich Papa, aber er geht nicht ran."
"Na das war ja zu erwarten..."
 

Montag, 1. Dezember 2014

Adventsbeichte

Ich gebe es zu:
ich bin nicht so der Weihnachtstyp. Noch nie gewesen.
Klar, Geschenke sind toll, Weihnachtslieder auch, aber wenn man die berufsbedingt schon im Oktober mit Kindern einstudieren muss (damit sie im Dezember ihr Weihnachtsrepertoire drauf haben), kann man sie eigentlich pünktlich zum ersten Advent nicht mehr hören.
Und gerade weil die Vorweihnachtszeit bei uns konzerttechnisch Hochsaison ist, bleiben Weihnachtsdeko und Geschenke auf der Strecke bis kurz vor knapp. Während meine Twittertimeline schon fleißig schmückt, backt und dekoriert, hängen bei uns noch die Herbstfüchse an der Tür. Hoppla, schon Dezember?!

Gerade in diesem Jahr wollte ich eigentlich mal früher anfangen, alles für's Fest zu besorgen, denn es könnte spontan eine Geburt "dazwischen kommen", die dem Last-Minute-Geschenkeshopping einen Strich durch die Rechnung macht. Die Häuser in Berlins Straßen erstrahlen jedenfalls seit 7 Tagen in einem blinkenden Lichterglanz, der Vattenfall Tränen der Rührung in die Augen treiben dürfte. Und hier so? Gestern (!) habe ich den kleinen LED-Schneemann fürs Fensterbrett hinter dem Küchenschrank hervorgekramt und festgestellt, dass er keine Batterien mehr hat. Möp. Weiter bin ich in Sachen Adventsdeko noch nicht gekommen. Am Vorabend des 1. Advents hat mir meine Mama ein kleines Gesteck mit einer Kerze drin vorbeigebracht, denn ich hatte es irgendwie verpasst, einen Kranz zu besorgen (Schwangerschaftsdemenz?). Und letzten Montag war ich auch tatsächlich ein bisschen geschockt, als ich im Radio "Rudolph the rednosed reindeer"
gehört habe. Da wartet man 10 lange Monate auf den Dezember und plötzlich "überfährt" er einen einfach mit seinem Schlitten... Für heute Abend haben wir uns übrigens fest vorgenommen, die Playmobil-Krippe auf dem Wohnzimmertisch aufzubauen. Und das Weihnachtskarussell, mit dem die Heiligen Drei Könige so gerne fahren ^^ Passend zur Krippe gibt es in diesem Jahr übrigens einen fix und fertig gekauften Playmobil-Adventskalender (mit Weihnachtsmannfigur, Rentier, Schlitten, usw.) und einen herkömmlichen Schokoladenkalender. Nix Kreatives. Keine 24 liebevoll verpackten Tütchen mit aufgeklebten Nummern und sorgsam ausgesuchten Kleinigkeiten drin (die alle zusammen den Wert eines mittelgroßen Weihnachtsgeschenkes haben...). Ich bestaune bei vielen fleißigen DIY-Mamas, was sie ihren Kindern (manche haben mehrere!) für Kalenderchen zaubern, aber freue mich mit Blick auf das Playmobil-Logo, wie viel Kleinarbeit ich mir dieses Jahr erspart habe. Ich hatte übrigens das Glück, im Oktober zufällig über Facebook die Ankündigung des Cherry-Picking-Adventskalenders gelesen zu haben. Dass der Run auf diesen Näh-Kalender so groß ist, hätte ich nie erwartet. Jedenfalls war er schneller ausverkauft, als manch einer clicken konnte und ich hatte mit etwas Glück eine Auftragsbestätigung im Emailpostfach und konnte den Kalender letzte Woche in den Händen halten. Ich freue mich also diesen Monat auf lauter süße Kleinigkeiten für Näh-Tanten (Knöpfe, Webbänder, Stoffstückchen, etc.) und hoffe, dass irgendwann zwischen Adventssingen, Scheibenkratzen und Kinderkriegen die Weihnachtsstimmung auch bei uns ankommt... So langsam könnte man ja auch mal einen Tannenbaum besorgen.

Wie ist das bei euch? Seid ihr schon mittendrin im Weihnachtsfieber oder guckt ihr auch lieber erst mal eine Weile "von außen" zu?




P.S. Ich habe heute Mehl, Zucker, Butter und bunte Streusel gekauft. Es wird ernst! :)