Donnerstag, 18. Dezember 2014

Schwanger - der zehnte Monat

Der zehnte Monat, Woche 37 -  40

Diesen Post wollte ich eigentlich irgendwann Anfang nächsten Jahres als Rückblende auf die allerletzten Wochen schreiben, wenn das Baby längst da ist und friedlich neben mir schlummert (lasst mir diese Illusion!). Aber da ich nun immer noch hier sitze und warte (ok, obwohl die 40 Wochen noch nicht ganz um sind), kann ich genauso gut den letzten Schwangerschaftsmonat noch vor der Geburt aufschreiben...

"Was für eine aufregende Woche seit dem letzten Eintrag! Am Donnerstag war ich bei meiner Hebamme in der Praxis. Sehr entspannt: Tee trinken, quatschen, Streptokokken-Abstrich und CTG mit 10 Punkten "bestanden" (10 P.  heißt: Herzfrequenz super, keine Wehe). Samstag waren wir dann zum Babybauchshooting beim Fotografen. Den Termin hatte ich schon vor einigen Wochen ausgemacht. Es war sooo toll und hat riesigen Spaß gemacht! Die Bilder sind einfach der Wahnsinn. Statt der geplanten 10 haben wir 20 Stück genommen (von 66!) und gucken sie uns fast täglich an. Wunderschöne Erinnerungen an eine ganz besondere Zeit. Erst konnten Papa und Nono Eis essen gehen, während ich professionell geschminkt wurde und dann ging es für alle 3 bzw. dreieinhalb ins Studio. Die junge, dynamische Fotografin war ein echter "Glücksgriff" und sprudelte nur so vor kreativen Motivideen für Familien-, Eltern-, Bauch- und Mamabilder. Am Montag war dann wieder Frauenarzttermin: CTG - as usual - wehenlos, 10 Punkte, und Muttermund ist noch fest verschlossen. Als ich erwähnte, was ich noch vorhabe an Konzerten, meinte die Ärztin nur: "Na Sie sind ja optimistisch!". Ich musste versprechen, dass ich langsam mache, einen Stuhl mit auf die Bühne nehme und so oft es geht sitze, wenn ich nicht dirigieren muss. Auf dem Rückweg im Auto dann ein komisches Gefühl: "Rudolph, the rednosed reindeer" im Radio. Stimmt, Totensonntag ist vorbei. Danach beginnt offiziell die Vorweihnachtszeit und die Radiosender warten nur darauf, dass sie endlich ihr musikalisches Weihnachtsfeuerwerk abschießen können. Aber Rudolph im Radio heißt auch: Endspurt, es wird ernst! Beim Arzt sollte ich übrigens noch einen Termin für nächste Woche vereinbaren. Der Sprechstundenhelfer schlug den 02.12. vor und ich sagte erst: "Nee, in EINER Woche!" und dann: "Oh, achso..." December's coming!"



Unser großes Jahreskonzert in der letzten Novemberwoche hat wunderbar geklappt, auch wenn es ein komisches Gefühl war, sich als Dirigentin mit seinem Höckerchen auf der Bühne hinzusetzen, wenn man sonst einfach zur Seite abgegangen ist. Als ich zum ersten Mal vor das Publikum getreten bin, ging ein hörbares Raunen durch die Menschenmenge. Es wussten wohl noch nicht alle von der Schwangerschaft. Nun ja, zu übersehen ist sie inzwischen wirklich nicht mehr. Spezielle Umstandsauftrittskleidung musste ich mir übrigens nicht kaufen. Das ist der unschlagbare Vorteil, wenn man als Frau sowieso Klamotten für 3 verschiedene Kleidergrößen im Schrank hat ^^

"Ich träume so einen Mist in letzter Zeit, das gibt's gar nicht! Letztens habe ich (in echt) überlegt, wie man feststellt, ob man tröpfchenweise Fruchtwasser verliert. Ein Anruf in der Apotheke brachte Klarheit: mit speziellen pH-Testhandschuhen für unglaubliche 35€ (!) - oder eben kostenlos im Krankenhaus bei Verdacht. Eine Nacht später träumte ich, ich sei im Einkaufscenter gewesen und habe mir in der Apotheke so einen Test gekauft. Er sah aus wie ein ganz normaler Clearblue-Schwangerschaftstest mit Digitalanzeige und ich machte ihn gleich vor Ort auf der Apothekentoilette. Erst zeigte er "Schwanger 3+" an und kurz darauf blinkte "FRUCHTWASSERFLÜSSIGKEIT" im Display. Als ich panisch aus dem Apothekenklo raus wollte, herrschte plötzlich Seuchenalarm und das gesamte Einkaufscenter wurde zur Quarantäne-Station erklärt. Nicht raus und nicht rein. Hilfe! Oh man, dementsprechend schlecht geschlafen, die Nacht. Heute dann das plötzliche Verlangen, auch die Babytasche mit eigenen Klamotten für den Heimweg aus dem Krankenhaus zu packen - check - und Geburtskarten online auszusuchen und (bis auf die Daten) vorzubereiten (check). Nanu, Nestbau?!"

Nachdem in dieser Woche der MaxiCosi bei uns eingezogen war, holte ich auch endlich den noch original verpackten Kinderwagen im Karton aus dem Keller. Den hatten wir Anfang des Sommers schon gekauft, als wir noch nicht mal das Geschlecht unseres Kindes kannten. Aber die Farbe "red rumour" wäre im Zweifel auch für einen kleinen Jungen nicht unpassend gewesen. Trotz verhältnismäßig wenig technischen Verständnisses saß ich nun also zwischen Rädern und Stangen im Flur und schaffte tatsächlich ganz alleine, a) den Buggy vollständig auf- (und auch wieder ab-)zubauen und b), sogar die Adapter für die Babyschale zu montieren (tricky!). Anschließend fuhr erst ich ein paar leere Testrunden durch die Wohnung und bewunderte den nicht vorhandenen Wendekreis des Quinnys und dann wurde Zoé, unsere BabyBorn, von Fiona angeschnallt und im Wohnzimmer spazieren gefahren. Und weil ich danach dann auch noch die Isofix-Base in meinem Auto "installiert" habe, fährt seit Wochen der MaxiCosi leer auf dem Rücksitz mit und dient zuweilen Liemhasi als komfortable Reisemöglichkeit in der 2. Klasse. Ist also jetzt alles da, fehlt eigentlich nur noch das Baby!

"Freitag Abend, ich bin über's Wochenende allein zu Hause und fühle mich prompt unwohl. Der Bauch wird ständig hart und mir ist ein bisschen schlecht. Senkwehen?! Mit letzter Kraft noch Fiona ins Bett gebracht und jetzt liege ich mit Wärmflasche auf der Couch. In ein paar Tagen bist du offiziell kein Frühchen mehr. Ich weiß noch genau, wie ich in der ersten Schwangerschaft mit deiner großen Schwester auf den Tag X hingefiebert habe. Aber irgendwie macht einem dieser Umstand auch ein bisschen Angst. Wenn es jetzt losginge, würde niemand mehr versuchen, dich noch ein bisschen im Bauch zu halten, sondern du dürftest einfach so rauskommen. Uah! Lass dir aber bitte bitte noch ein bisschen Zeit, okay?"

"Dezemberchen", so habe ich den zweiten Strich auf dem Schwangerschaftstest ganz am Anfang
genannt (und so heißt auch noch der Fotoordner auf dem PC). Und "plötzlich" ist er da, der Monat, in dem das Dezemberchen vermutlich geboren wird! Der Bauch wurde in diesen Tagen schon ziemlich oft hart, ohne weh zu tun zwar, aber eben hart. Manchmal war es sogar beim Laufen unangenehm und ich musste kurz stehenbleiben, weil es vom Bauch über die Oberschenkel bis fast zu den Knien gezogen hat. Meine Hoffnung, dass das effektive Senkwehen seien, die das Baby tief ins Becken, sozusagen in "Startposition" schieben, wurden beim nächsten Arzttermin allerdings wieder zunichte gemacht. Auf dem CTG: keine Wehe! Die Arzthelferin hat den oberen Rand der Gebärmutter ertastet und meinte, Platz sei da oben jetzt aber keiner mehr. Ich frage mich ernsthaft, wo die ganzen Organe hin sind. So ein Querschnitt durch einen hochschwangeren Körper würde mich dann doch interessieren. Bestimmt alles irgendwo am Rand und nur noch halb so groß. Wer weiß, vielleicht streichel ich bei der Beule rechts außen in Wahrheit nicht die Füßchen meines Babys, sondern meine Leber oder so. Who knows! Der Sprechstundenhelfer fragte mich beim Terminvereinbaren ganz ungläubig, ob ich tatsächlich noch Auto fahren würde. "Klar, besser als laufen, oder?"

"Sozusagen in 4 Tagen, an 38+2, ist deine Schwester zur Welt gekommen. Ein bisschen unheimlich ist
mir das schon. Da ist diese zweite Schwangerschaft nun "schon" fast wieder vorbei. Andererseits wird es ja auch langsam Zeit, denn mein aktueller Zustand ist wohl am Besten mit RIEN NE VA PLUS zu beschreiben. Da überlegt man sich zwei Mal, ob man etwas Runtergefallenes aufhebt. Zurück aus dem Krankenhaus werde ich erstmal eine Runde ausgelassen auf der Couch hüpfen und mich hinlegen - aufstehen - hinlegen - aufstehen. Aus keinem besonderen Grund, einfach nur, weil ich es dann wieder kann! Mal im Ernst: ich glaube so oder so ähnlich fühlt sich alt sein an. Ich weiß jetzt auch, warum es den Mutterschutz gibt: damit man sich morgens nicht mehr anziehen muss! Hosen und Socken sind echt gemein! Und Rasieren hat ein bisschen was von blind Rasenmähen... Beim Essen sitze ich nach hinten gelehnt wie ein Mann mit sehr großem Bierbauch, weil selbst gerade sitzen nicht mehr geht! Werde sofort ermahnt. Und wenn ich im Unterricht auf dem kleinen Akkordeon mitspiele, wird der Bauch sofort hart. Jetzt noch 2 Tage durchhalten, dann die beiden Konzerte am Wochenende und dann bin ich fertig für dieses Jahr. Habe gestern Nacht geträumt, dass ein Kaiserschnitt gemacht werden musste, aber hier zu Hause! Ich lag in der Höhle unter Fionas Bett und dann kamen Ärzte rein und haben gesagt, sie müssten das Kind jetzt holen und haben diese grünen Tücher aufgespannt und alles vorbereitet. Im Traum wundert man sich über unrealistische Situationen ja nicht zwangsläufig. Auf jeden Fall war das (sogar im Traum) eine ganz schreckliche Erfahrung, auf die ich - auch wenn es im OP und nicht im Kinderzimmer stattfände - nach Möglichkeit gerne verzichten möchte. Habe übrigens noch Mini-Bettwäsche für dich bestellt, damit das Babybay-Bettchen ein bisschen "benutzerfreundlicher" aussieht. Wir freuen uns alle so auf dich, kleines Wunder!"

Anfang des Monats hat die erste Mama aus dem Geburtsvorbereitungskurs (siehe 9.Monat) ihre Tochter bekommen! Sie war auch laut ET-Liste die Erste. Und die Zweite ... bin ICH! Wie du wohl aussiehst? Wie Baby Fiona? Ähnlich? Oder ganz anders?
In der 39. Schwangerschaftswoche habe ich mehrfach gedacht, wir müssten evtl. in der Nacht ins Krankenhaus fahren und habe schon "vorsichtshalber" das Handy ans Ladekabel angeschlossen und überlegt, was noch dringend in die Kliniktasche muss. Mir wird auch jetzt noch oft richtig übel aus heiterem Himmel, ich fange an zu frieren, der Bauch wird oft steinhart, drückt, und ich fühle mich insgesamt einfach nicht wohl, fast wie krank, nur eben ohne krank. Aber die Tatsache, dass ich immer noch einschlafen kann, heißt ja scheinbar, dass alles noch im grünen Bereich ist. Das Komische? Am nächsten Morgen ist immer alles vorbei, als wäre nie was gewesen. Der Bauch ist weich und (fast) nicht zu merken und mir geht es blendend. Gegen 18 Uhr geht's dann immer bergab und ich vegetiere vor mich hin auf der Couch in der Hoffnung, dass es entweder richtig losgehen oder bald wieder besser werden möge. Und dann sagt Dr. Google, dass der Körper vor einer anstehenden Geburt gerne noch mal "ausmistet" und viele Frauen mit Übelkeit, z.T. Erbrechen und Durchfall zu kämpfen haben, bevor es richtig los geht. Und prompt muss ich auch noch aufs Klo... Wunschdenken?

"Gestern war wieder Termin bei Frau Doktor. Ständig harten Bauch in den letzten Tagen, aber auf dem CTG natürlich wie immer: keine einzige Wehe. Nicht mal 'ne halbe. Vorführeffekt? Habe aber auf einer Untersuchung bestanden, um zu erfahren, wie es an der Muttermundfront aussieht. Sie meinte, sie gebe keine Prognosen ab, denn manchmal könne es auch von 0 auf 100 ganz schnell gehen, aber einen aktuellen Ist-Zustand könne sie mir mitteilen. Dann die große Ernüchterung: der Gebärmutterhals (der "Flaschenhals", um es sich bildlich vorzustellen) sei noch bei 3,5cm (muss vor einer Geburt "verstreichen", also komplett weg sein) und der Muttermund noch fest verschlossen. Das heißt, es sieht also nicht danach aus, dass das Baby in den nächsten Tagen "rausfällt". Hmpf. Köpfchen "hat Bezug zum Becken aufgenommen", das bedeutet, dass das Kind sich langsam auf den Weg in die Startposition macht, aber noch nicht ganz dort - fest im Becken - "angekommen" ist. Du scheinst es dir gerade so richtig bequem da drin zu machen. Und ich dachte, du möchtest Weihnachten schon mit deiner Familie unter dem Baum feiern...?"


"Habe vor ein paar Tagen gedacht, dass ich tröpfchenweise Fruchtwasser verliere. Gleich die Hebamme angeschrieben, ihre Antwort: "uhiii, es wird spannend! Könnte aber auch nur Pipi gewesen sein". Mit Letzterem hatte sie scheinbar recht. Schade! Immerhin drückt ein Kopf mit geschätzten 35cm Umfang auf die Harnblase, da hat man's nicht immer 100% im Griff, besonders nicht, wenn man auf allen Vieren durchs Kinderzimmer kriecht und Rumliegendes aufsammelt... Abends auf dem Sofa wurde der Bauch so oft und in so kurzen Abständen hart (unangenehm), dass ich begonnen habe, auf die Uhr zu gucken. 12 min Abstand etwa. Ich war in Achtungsstellung, aber es hat sich dann doch wieder beruhigt und ich bin irgendwann eingeschlafen. Wenn der Bauch ruhig ist, möchte ich am Liebsten alles tun, um die Wehen anzuschubsen. Aber wenn der Bauch immerzu hart wird, möchte ich nur, dass es aufhört, damit ich ruhig schlafen kann. So wird das doch nix ;) 
Bild: Peter Hebgen  / pixelio.de
Tagsüber bleibe ich oft ganz dekadent bis mittags im Schlafanzug, nähe ein bisschen, blogge, bereite Weihnachtsgeschenke vor und sitze auf Kohlen. Wehwehchenstatus ist relativ hoch. Ich dachte nicht, dass ich es mal sage, aber ICH MÖCHTE NICHT MEHR SCHWANGER SEIN. Alles tut weh, jede Bewegung ziept irgendwo anders. Bauch drückt, pullern, kalt, Hunger, wääh. Ich möchte den Bauch endlich neben mir auf der Couch zu liegen haben oder auf der Brust oder im Bettchen. Nur nicht mehr bei jedem Schritt spazieren tragen. Wer inzwischen so groß ist wie ein Kürbis, könnte wirklich langsam ausziehen! 
Meine Schwangerschafts-App zeigt seit übrigens heute kein Ultraschall-Bild mehr, sondern das Bild eines Säuglings, denn "rein statistisch gesehen wird dein Baby am Ende dieser Woche das Licht der Welt erblicken"! Hast du das gehört, Baby? Ich hab ein bisschen Angst aber will dich gleichzeitig auch unbedingt endlich kennenlernen!"


Zu Beginn der 40. Schwangerschaftswoche - gestern - schob sich noch kurzfristig ein Hochzeitstermin vor die anstehende Niederkunft des "dicken Dings", wie mich meine Mama liebevoll nennt. Der meiner Schwester. Dass sie schnell entschlossen ist, kenne ich nicht anders von ihr. Ob ich noch als Hochzeitsgast würde teilnehmen können, vermochte ich bei der Einladung eine Woche vorher nicht zu sagen. I'll try my very best. Aber da sich das Bauchkind drinnen häuslich eingerichtet hat und nicht daran denkt, seine Wohnung zu räumen, stand der kleinen Feier nichts im Wege. Während der standesamtlichen Trauung war noch alles ruhig, aber am Nachmittag im Restaurant begann der Bauch in relativ kurzen Abständen hart zu werden wie ein Medizinball, so dass meine Oma ganz besorgt meinte, ich solle doch mal auf die Uhr gucken und mir die Abstände einprägen. Meine Schwangerschafts-App hat eine praktische Wehen-Funktion, bei der man auf "UMPF!" drückt, wenn es weh tut bzw. hart wird und auf "besser", wenn es nachlässt. Die "Umpfs" kamen im Abstand von 6 - 15 min über einen Zeitraum von mehreren Stunden, aber immer noch so, dass ich mich währenddessen unterhalten konnte und nicht das dringende Bedürfnis verspürte, die Hebammen im Krankenhaus damit zu "belästigen". Abends ließen sie nach und in der Nacht habe ich geschlafen wie ein Stein. Nun ja... Und dabei hatte ich gestern echt Hoffnung auf den Einzug in den Kreißsaal. Aber immerhin, irgendwas tut sich! Morgen habe ich wieder Termin zum CTG und "wehe", wenn da keine Wehe drauf ist!

ET minus 6, eine knappe Woche noch. Oder weniger. Oder mehr. Der Countdown läuft und das Entbindungstermin-Raten von unserer "Sexparty" im Sommer geht in die heiße Phase!

Und was glaubt ihr...? Any suggestions?

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Ein kleiner Hase auf Weltreise...?

Quelle: www.amazon.de
Das absolute Lieblingsbuch meiner Kindheit war das vom kleinen Hasen auf Weltreise: Briefe von Felix. Sophie verliert am Ende der Ferien ihren liebsten Kuschelhasen Felix auf dem Flughafen. Es rollen bittere Tränen, denn wo sie auch sucht - er bleibt verschwunden. Umso glücklicher ist sie, als sie eine Weile später Post aus London aus dem Briefkasten fischt: ein echter Brief von ihrem Felix! Der Hase ist versehentlich in einen falschen Flieger gestiegen und in England gelandet. Von dort aus reist er um die halbe Welt (Paris, Rom und sogar Ägypten und Amerika), aber nicht, ohne von jedem Ort Post an seine Sophie zu Hause zu schicken. Die echten Briefe mit der krakeligen Hasenschrift stecken in Umschlägen innerhalb des Buches und ich erinnere mich noch daran, wie ich es jedes Mal geliebt habe, sie zu öffnen und zu lesen. Hach. Eine wunderbare Geschichte!

Hasi damals
Aber das soll hier keine Buchvorstellung werden (obwohl das meiner Meinung nach Literatur ist, die in keinem Kinderzimmer fehlen sollte), sondern Aufhänger für eine andere Geschichte: UNSEREN Hasen auf Reisen! Wer den Blog schon eine Weile verfolgt, wird sicher wissen, dass es auch bei uns ein Kuscheltier gibt, das seit fast 5 Jahren fester Bestandteil der Familie ist (siehe Header), zufällig ebenfalls ein Hase. Mit seinem später nachgekauften Doppelgänger hat er leider keinerlei Ähnlichkeit. Denn der echte "Liemhasi" (der liebe Hasi) zeichnet sich im Gegensatz zu seinem baugleichen Zwillingsbruder nämlich u.a. durch stumpfes Fell, schlaksige Beine mit inzwischen nur noch wenig Füllung, einer Näh-Narbe am linken Ohr und speziellem Kuschelduft aus. Wo Fiona ist, kann Liemhasi auch nicht weit sein. Er ist emotionales Pflaster, Entspannungshilfe, Tröster, weltbester Zuhörer und einfach der tollste Kuschelfreund, den ein kleines Mädchen sich wünschen kann. Naja, wo die Liebe hinfällt...!


Hasi heute
Auf jeden Fall muss Hasi seit dem Kitawechsel jeden Tag mit in den Kindergarten. Ansich auch kein Problem: beim Schlafen kann sie kuscheln, bei anderen Aktivitäten liegt er in ihrem Fach. Nun steht heute Nachmittag aber der allererste Ausflug in die Stadt an, bei dem die Kinder mit 2 Erzieherinnen unterwegs sind und auf dem Weg ins Theater Bus & Bahn unsicher machen. Sie freut sich schon seit Wochen auf diesen Tag und ich finde ganz toll, dass die Kita solche Unternehmungen mit der Vorschulgruppe macht, aber vor 2 Tagen bin ich nachts aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen. Mir geisterte Liemhasi im Kopf rum und die Tatsache, dass er wohl kaum Briefe schreiben würde, wenn er unterwegs verloren ginge...

Auf meinen Vorschlag, Hasi an diesem besonderen Tag ausnahmsweise zu Hause zu lassen, folgten erst dicke Krokodilstränen und dann Indianerehrenwort-Versprechungen, auch wirklich gut aufzupassen. Aaaahhh! Was macht man denn da?! Es handelt sich ja nicht um irgendein Kuscheltier, das man einfach nachkaufen kann, sollte es verschwinden. Also ist zu-Hause-lassen die einzig logische Lösung für dieses Problem. Aus Erwachsenensicht. Andererseits kann ich den inneren Konflikt der Protagonistin auch sehr gut verstehen, denn ich hatte selbst so ein Kuscheltier, ein Reh namens "Schlafhund", das mich auf Schritt und Tritt begleitet hat (ich habe ihn noch heute, liegt auf meinem Kopfkissen!) und ohne das die Welt untergegangen wäre! Nach einigem Hin- und Her, Diskussionen, Erklärungen, Versprechungen und einem netten Gespräch in der Kita ("Man kann Ihnen doch nicht die Verantwortung für 12 Kinder und noch einen Kuschelhasen aufs Auge drücken...oder?!"), haben wir uns nun in Absprache mit der besten Erzieherin der Welt darauf geeinigt, dass Fiona einen Rucksack mit ins Theater nehmen darf. Bedingung: während der gesamten Hinfahrt bleibt der Hase drin und erst im Theater darf er wieder rauskommen. Heute Morgen beim Losgehen dann nochmal ein kurzes Briefing: wo ist Hasi, wenn ihr in der Bahn seid? Wann darfst du ihn erst rausholen? usw. und dann begann er tatsächlich, der erste Ausflug, an dem ich "zwei Kinder" verabschiedet habe. Ihr könnt euch sicher denken, dass ich mittlerweile ein bisschen schwitze, nervös auf die Uhr gucke und hoffentlich beide heute Abend wohlbehalten abholen kann und nicht die nächsten Wochen mit einem Auge am Briefkastenschlitz hängen muss ;)

Ihr könnt mir doch bestimmt sagen, dass ich nicht die Einzige bin, die in panischer Angst um "the one and only" am Rad dreht...? Eure Kinder bzw. ihr selbst hattet damals doch auch dieses eine, ganz besondere Kuscheltier, oder?

Last-Minute-Geschenktipp: Pralinen ohne Kalorien

Mal ehrlich: wer sich für die Adventszeit vorgenommen hat, auf Schokoladenweihnachtsmänner, Plätzchen, Lebkuchen, Spekulatius und all die anderen leckeren Dinge zu verzichten, der hat es in diesen Tagen ganz schön schwer. Und wer frei von Sünde ist, werfe die erste Marzipankartoffel ^^

Und gerade weil die Waage in der Weihnachtszeit eh immer schon ein bisschen übertreibt, könnte man ja auch mal etwas Süßes ganz ohne Kalorien zum Fest verschenken: "Chocolate Fix, das zuckersüße Logikspiel" aus der Brain-Fitness-Edition von ThinkFun. Ich stelle hier ja sonst gerne Kinderspiele vor, aber heute geht es ausnahmsweise mal um ein Spiel für erwachsene Feinschmecker. "Chocolate Fix" ist ein perfektes Gehirn-Workout für die Feiertage und mein Last-Minute-Geschenke-Tipp für die zu Beschenkenden, die sonst schon alles haben.

9 niedliche Pralinen in 3 unterschiedlichen Farben (Erdbeer, Schoko, Vanille) und Formen müssen bei diesem Spiel in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Was im ersten Moment ganz einfach klingt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als z.T. ganz schön kniffelig und erfordert Einiges an logischem Denk- und Kombinationsvermögen! Der Schwierigkeitsgrad der insgesamt 80 Aufgaben reicht von den leichten "Beginner-Challenges" über "Intermediate" und "Advanced" bis hin zu "Expert". (Ich habe mich in meinem Selbstversuch ehrgeizig und lückenlos von Beginner bis zu Advanced hochgearbeitet. Expert...ähm...hebe ich mir noch ein bisschen auf ;)

Wie funktioniert das Spiel?

Zu jeder Aufgabe gibt es Hinweise in Form einer Abbildung, um die 9
Pralinen an ihre korrekte Position zu stellen (für jede Aufgabe gibt es auch nur eine Lösungsmöglichkeit). Es gibt genaue Anordnungshinweise, bei denen sofort klar ist, welche jeweilige Praline an welcher Stelle auf dem Spielbrett stehen muss (siehe Bild links), und Teilhinweise zur Anordnung, also in welcher "Beziehung" zueinander gewisse Pralinen stehen sollen, ohne eine konkrete Position zu verraten (siehe Bild rechts). Außerdem existieren noch Farb- und Formhinweise, beispielsweise ein braunes Feld unten links. Das gibt zwar an, dass an dieser Stelle eine Schokopraline stehen soll, aber nicht, ob die dreieckige, die runde oder viereckige gemeint ist.

+++ Achtung, Warnhinweis +++

Mit diesem Spiel ist es wie mit echter Schokolade: das Aufhören fällt extrem schwer. Suchtfaktor ist enorm! Ich würde es am Ehesten mit Sudoku, dem beliebten Zahlenrätsel aus Japan, vergleichen, aber Chocolate Fix ist für mich noch besser, weil man die zu positionierenden Pralinen richtig in die Hand nehmen kann und einzelne Denkschritte besser "begreift". Ich habe schon einige Abende auf der Couch mit den Pralinen zugebracht, an denen Günther Jauch, Steffen Hallaschka und Konsorten nur ganz entfernt zu mir durchgedrungen sind. Kann. Nicht. Zuhören. Muss. Denken.


Also wer selbst Spaß an Logikrätseln hat oder jemanden kennt, der lieber gehirnjoggt als auf dem Laufband im Fitnessstudio, dem kann ich "Chocolate Fix" nur ans Herz bzw. unter den Baum legen. Ein sehr intelligentes Spiel in coolem Design, ein echter Hingucker!

Und was schenkt ihr denen, die eigentlich schon alles haben?

Dienstag, 9. Dezember 2014

Best-Of November

Die Schwangerschaftsdemenz scheint wirklich voll zugeschlagen zu haben, ich schulde euch ja noch das monatliche Best-Of aus dem November!

Da der Nestbautrieb schon in vollem Gange ist, gab es bis auf Drachensteigen und Spielplatz nicht mehr so viele spektakuläre Unternehmungen oder Ereignisse wie noch in den Sommermonaten, aber eines der Highlights im November war auf jeden Fall der Besuch der Kinderrevue im Friedrichstadtpalast, diesmal waren wir sogar Gäste bei der Premierenshow! Wie in jedem Jahr absolut sehenswert! (Bei der Kinderrevue tritt ausschließlich das "Junge Ensemble" auf, Alter der Schauspieler, Sänger und Tänzer ist max. 16!)


Die REWE-Strategie ist bei uns mal wieder voll aufgegangen: seit ein paar Wochen gibt es diese kleinen Sammelfiguren, eine pro 15€ Einkaufswert. Da die ganze Familie sowieso immer bei REWE einkaufen geht, war es nur eine Frage der Zeit, bis Fiona die Sucht erfassen würde. Inzwischen haben wir mehr Sammelfiguren als sie zählen kann, natürlich viele doppelt und dreifach, und es fehlt nur noch eine einzige, die Nummer 6. Die zu bekommen, gleicht natürlich nun der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Oft fragt sie während des Einkaufens dann ganz besorgt: "Hast du dann auch noch 15€ übrig für eine Sammelfigur??" (Prinzip noch nicht ganz verstanden ;) Hier ist sie, unsere REWE-Armee beim Fernsehschauen. Sind eure Kinder auch infiziert...?


Eine geeignete Aufbewahrungsmöglichkeit für die Armee musste auch noch her, da waren natürlich Stoffschrank und Nähmaschine Mittel der ersten Wahl. Hab ich schon mal erwähnt, dass ich Webbänder mag? (Diese kleinen Fummel-Schnipsel am Rand) Ein paar andere schöne Sachen sind auch noch entstanden, z.B. das Alice-im-Wunderland-Kleid (SM "Herbstkleid Lillesol & Pelle) und das Shirt mit den Häkeltieren (SM Retroshirt Lina, kibadoo).


Außerdem hat meine Lieblingsnähfee (haha) Christina von rosarosa vor Kurzem ihr Ebook "Puppenliebe" veröffentlicht mit all ihren (Kinder-)Klamottenschnitten, die nun auch in Puppengrößen genäht werden können. Als ich die Ankündigung gelesen habe, war ich sehr froh, eine Mädchenmama zu sein, die zu benähende Exemplare der Spezies "Baby Born" nebenan im Kinderzimmer zu sitzen hat. Bei den winzigen Bündchen bricht man sich zwar fast die Finger, aber das Endergebnis ist sooo süß, wie ich finde. Hier Fionas Lieblingspartneroutfit, die grauen Füchse:


Die Tollabox war diesen Monat natürlich auch wieder mit von der Partie und da der aktuelle Berufswunsch sich bei "Ärztin" eingependelt hat, hat die Box zum Thema "Gesundheit"eingeschlagen wie eine Bakterie Bombe. Links seht ihr die charmante Kuschelbakterie und rechts das Kind beim Herstellen der Lavendelseife. Ganz tolla!


Ende November steht gemäß der Tradition eine bunte Bastel- und Klebestunde an, denn da schicken wir Post ins brandenburgische Himmelpfort in die Weihnachtspostfiliale! Man darf gespannt sein, was von den Wünschen der Weihnachtsmann und seine Weihnachtswichtel in diesem Jahr erfüllen. Zurückgeschrieben hat er jedenfalls schon! Immer wieder ein zauberhafter Moment, wenn sie den Antwortbrief mit dem Himmelpfort-Stempel und ihrem Namen im Briefkasten findet!



Hier sind sie, die Zitate.
Fiona ist 5 Jahre und 1 Monat alt.


"Die Kuschelkatze ist krank. Ich glaube, sie hat "verhinderte Lauferitis"."

(Sie studiert eine Buchstabentafel und "liest" vor)
"K wie Kokosnuss, R wie Rakete und Y wie...Schnee-Affe?!"

"Morgen ist in der Kita Champignon-Umzug!!!"

"Der Wasserkanister ist total cool. Man hält einfach seinen Becher drunter, 
drückt rauf und schon strullt es los."

"Oh, ein Babyhut! Der sieht meiner Kindheit auch sehr ähnlich."

"Was?! Deutschland war mal geteilt? Dann waren es ja mehrere Stücke...?!"

(Wir sprechen über Sternzeichen)
"Unser Baby kommt Weihnachten?! Och nö, dann wird es ja ein Ziegenbock..."

"Ich habe die Kartoffeln im Mund zu Kartoffelbrei verarbeitet."

"Was gab es denn heute in der Kita zum Mittag?"
- "Äh....heute gab es Arabi."
(Kohlrabi)

"Hey, guck mal, mit der App kann man den Sandmann überholen, 
wenn man ihn im Fernsehen aus Versehen verpasst hat!"

"Mama, fahr schneller! Kannst du bitte die Gangschaltung in die höchste Etage stellen?"

(wir basteln)
"Komm, ich zeig dir, wie man eine Hexentreppe faltet."
- "Kannst du das lieber machen? Ich hab nicht so viel Zeit."

 (über doppelte Sammelfiguren von REWE)
"Oah, das lilane Schwein zu bekommen ist meine Spezialität."

"Wollen wir heute Plätzchen backen?"
- "JA! Darauf hab ich schon Jaaaahre gewartet!"

(zeigt mir eine Ausstechform mit Barcode-Sticker)
"Oh, hier ist noch der Kaufvertrag dran."

(wir bauen die Playmobil-Krippe auf und das Weihnachts-Karussell)
"Was macht denn der Engel da?!"
- "Na der nimmt das Gold von den Heiligen Drei Königen 
und bezahlt damit seine Karussellfahrt."

"Weißt du was, Fiona? Am 18.Dezember kommt der Weihnachtsmann in den Kindergarten!"
- "Da bin ich nicht da."
"Hä? Wo bist du denn da?"
- "Im Kino. An dem Tag kommt Drache Kokosnuss."

(sie findet Ohrenschützer im Schrank)
"Guck mal, meine neuen Winterkopfhörer!"

(Telefon, Freizeichen, dann: "Der gewünschte Gesprächspartner....")
"Wen wolltest du denn anrufen, Mama?"
- "Eigentlich Papa, aber er geht nicht ran."
"Na das war ja zu erwarten..."
 

Montag, 1. Dezember 2014

Adventsbeichte

Ich gebe es zu:
ich bin nicht so der Weihnachtstyp. Noch nie gewesen.
Klar, Geschenke sind toll, Weihnachtslieder auch, aber wenn man die berufsbedingt schon im Oktober mit Kindern einstudieren muss (damit sie im Dezember ihr Weihnachtsrepertoire drauf haben), kann man sie eigentlich pünktlich zum ersten Advent nicht mehr hören.
Und gerade weil die Vorweihnachtszeit bei uns konzerttechnisch Hochsaison ist, bleiben Weihnachtsdeko und Geschenke auf der Strecke bis kurz vor knapp. Während meine Twittertimeline schon fleißig schmückt, backt und dekoriert, hängen bei uns noch die Herbstfüchse an der Tür. Hoppla, schon Dezember?!

Gerade in diesem Jahr wollte ich eigentlich mal früher anfangen, alles für's Fest zu besorgen, denn es könnte spontan eine Geburt "dazwischen kommen", die dem Last-Minute-Geschenkeshopping einen Strich durch die Rechnung macht. Die Häuser in Berlins Straßen erstrahlen jedenfalls seit 7 Tagen in einem blinkenden Lichterglanz, der Vattenfall Tränen der Rührung in die Augen treiben dürfte. Und hier so? Gestern (!) habe ich den kleinen LED-Schneemann fürs Fensterbrett hinter dem Küchenschrank hervorgekramt und festgestellt, dass er keine Batterien mehr hat. Möp. Weiter bin ich in Sachen Adventsdeko noch nicht gekommen. Am Vorabend des 1. Advents hat mir meine Mama ein kleines Gesteck mit einer Kerze drin vorbeigebracht, denn ich hatte es irgendwie verpasst, einen Kranz zu besorgen (Schwangerschaftsdemenz?). Und letzten Montag war ich auch tatsächlich ein bisschen geschockt, als ich im Radio "Rudolph the rednosed reindeer"
gehört habe. Da wartet man 10 lange Monate auf den Dezember und plötzlich "überfährt" er einen einfach mit seinem Schlitten... Für heute Abend haben wir uns übrigens fest vorgenommen, die Playmobil-Krippe auf dem Wohnzimmertisch aufzubauen. Und das Weihnachtskarussell, mit dem die Heiligen Drei Könige so gerne fahren ^^ Passend zur Krippe gibt es in diesem Jahr übrigens einen fix und fertig gekauften Playmobil-Adventskalender (mit Weihnachtsmannfigur, Rentier, Schlitten, usw.) und einen herkömmlichen Schokoladenkalender. Nix Kreatives. Keine 24 liebevoll verpackten Tütchen mit aufgeklebten Nummern und sorgsam ausgesuchten Kleinigkeiten drin (die alle zusammen den Wert eines mittelgroßen Weihnachtsgeschenkes haben...). Ich bestaune bei vielen fleißigen DIY-Mamas, was sie ihren Kindern (manche haben mehrere!) für Kalenderchen zaubern, aber freue mich mit Blick auf das Playmobil-Logo, wie viel Kleinarbeit ich mir dieses Jahr erspart habe. Ich hatte übrigens das Glück, im Oktober zufällig über Facebook die Ankündigung des Cherry-Picking-Adventskalenders gelesen zu haben. Dass der Run auf diesen Näh-Kalender so groß ist, hätte ich nie erwartet. Jedenfalls war er schneller ausverkauft, als manch einer clicken konnte und ich hatte mit etwas Glück eine Auftragsbestätigung im Emailpostfach und konnte den Kalender letzte Woche in den Händen halten. Ich freue mich also diesen Monat auf lauter süße Kleinigkeiten für Näh-Tanten (Knöpfe, Webbänder, Stoffstückchen, etc.) und hoffe, dass irgendwann zwischen Adventssingen, Scheibenkratzen und Kinderkriegen die Weihnachtsstimmung auch bei uns ankommt... So langsam könnte man ja auch mal einen Tannenbaum besorgen.

Wie ist das bei euch? Seid ihr schon mittendrin im Weihnachtsfieber oder guckt ihr auch lieber erst mal eine Weile "von außen" zu?




P.S. Ich habe heute Mehl, Zucker, Butter und bunte Streusel gekauft. Es wird ernst! :)

Sonntag, 30. November 2014

Lieblingstweets November

Endlich Monatsende, Zeit für Twitterlieblinge!
Heute u.a. mit dem Sinn von Halloween, der jährlichen Apokalypse, dem Zusammenhang von WLAN und Klotüren, dem Lokführerstreik als Playlist und des Schuldnerberaters Herzschrittmacher. Have fun!


















































Donnerstag, 27. November 2014

Schwanger - der neunte Monat

Der neunte Monat, Woche 33 - 36

"9. Monat - WAAAAS? Aber du hast doch noch ein paar Wochen!?"
Wie ganz am Anfang im allerersten Monat (der eigentlich noch gar keiner ist) schon mal erklärt, wird eine Schwangerschaft nicht in Kalendermonaten, sondern in Mondmonaten gezählt, d.h., 4 Wochen = 1 Monat. Der erste Monat beginnt mit der letzten Regel, also wenn man eigentlich noch gar nicht schwanger ist. Dadurch kommen am Ende nicht wie im Volksmund üblich die berühmten 9, sondern ganze 10 Monate (40 Wochen : 4 = 10) heraus.

Zu Beginn des neunten Monats haben wir zusammen Halloween gefeiert, natürlich mit entsprechender "spooky" Bauchbemalung ein paar Tage vorher. Ich trug ein Kostüm, als wir um die Häuser zogen, und wurde von (älteren) Nachbarn auf den kugeligen Hexenbauch angesprochen. Meine Märchenanspielung "Da ist Gretel drin" haben sie allerdings nicht verstanden und beglückwünschten mich stattdessen zu dem schönen Namen Gretel. Ups.
Ende Oktober habe ich mir eine fiese Erkältung eingefangen mit einem handfesten Schnupfen. Die machte zusätzlich zur Kurzatmigkeit das Keuchen nach 3 Treppenstufen nicht wirklich besser und blieb die kommenden Wochen hartnäckig...

"Letztes Wochenende war der Geburtsvorbereitungskurs, Sa. und So. von 10 - 14 Uhr, speziell für Zweiteltern. Nachdem unser erster Kurs 2009 von einer kinderlosen Esoteriker-Hebamme mich nicht von den Socken gehauen hatte, habe ich erst überlegt, ob wir dieses Mal überhaupt einen Kurs machen sollten. Immerhin kann man sich auf eine Geburt nicht wirklich vorbereiten, die passiert einfach. Aber als meine coole Hebamme ihren Zweit-Eltern-Kurs vorgeschlagen hat, war ich sofort überzeugt. Die Frau ist so toll, das musste einfach lustig werden. Und genau so war es dann auch! Wir waren 8 Paare: von sehr sympathisch bis eher unterirdisch alles vertreten. Und wozu nun so ein Kurs, wenn man doch schon ein Kind bekommen und schon eine Geburt erlebt hat? Weil jede Schwangerschaft anders ist, weil die erste Geburt mit der zweiten absolut nichts gemeinsam haben muss, außer das Kind, das am Ende dabei rauskommt, weil man nach ein paar Jahren gefühlt ALLES vergessen hat (Blasensprung? Sofort liegend ins Krankenhaus? Oder doch noch zu Hause auf die Wehen warten?) und weil es gut tut, sich ganz bewusst diese 2 Vormittage Zeit für Baby Nummer 2 zu nehmen, wo doch schon die gesamte Schwangerschaft wahnsinnnig schnell vergeht und irgendwie "nebenher" läuft. 
Die Hebamme hat gefragt, was uns speziell interessiert, was wir wiederholen möchten und was vielleicht komplett irrelevant ist. Mit einem Becken aus Stoff, einem Fruchtblasensack mit Plazenta ("Das habt ihr alles auch, außer die Schnur mit der Kordel, natürlich!") und einer Babypuppe hat sie uns am Anfang realistisch und ausführlich demonstriert, was Körper und Kind im Verborgenen anstellen, wenn die Geburt kurz bevor steht und welches Teil sich wohin drehen muss, damit es dann auch wirklich los gehen kann. 

Am Süßesten waren aber die Männer mit ihren Fragen. Einer hat gehört, dass man mit "Wehengesängen" die Geburtsschmerzen lindern kann und wollte wissen, ob sie das mit uns üben könne, jemand anderes wollte gerne die Plazenta als homöopathische Kügelchen verarbeiten lassen. Es gibt übrigens nichts, was es nicht gibt! Auf jeden Fall hat sie uns Hoffnung gemacht, dass sich die Kreißsaalhebamme auf uns freuen und Spaß mit uns haben wird, weil Zweit- bzw. Mehrgebärende meist ganz genau wissen, was sie wollen und was nicht. Und ganz wichtig: beim Verdacht auf "echte" Wehen nicht mehr den Badewannentest zu Hause machen (in der warmen Wanne werden echte Wehen stärker), sondern am Besten gleich ins Krankenhaus fahren. Das "Körpergedächtnis" vergisst nichts und weiß beim zweiten Mal eben schon, wie alles funktioniert. Dementsprechend schneller verläuft eine zweite Geburt dann auch meistens.


Die einzelnen Geburtsphasen hat sie kurz und humorvoll erklärt (Phase 1: die Wehen kommen unregelmäßig, Muttermund öffnet sich langsam. Man macht noch Witze. Phase 2: Muttermund ist vollständig geöffnet, Wehen kommen regelmäßig und in kurzen Abständen, man macht keine Witze mehr, sondern verflucht Partner, Ärzte und Klinikpersonal, inoffizieller Beiname dieser Phase : "Der Exorzist", Phase 3: Kind kommt. Plazenta auch noch irgendwann hinterher. Alles wieder gut. Äh, war was?!) und obwohl man richtiges Atmen eigentlich nicht üben kann, hat sie uns noch die "Rotzhochziehatmung" von der sog. Schwarzwaldhebamme in ihrer Ausbildung demonstriert: ganz kurz und schnell einatmen (wie Rotze hochziehen) und anschließend etwas länger und ggf. laut ausatmen. Soll sehr effektiv sein. Ansonsten gab es noch ein paar Hinweise für hinterher, z.B. Netzschlüppis aus dem KH mitgehen lassen (beileibe nicht schön, aber ungemein praktisch), schon vorher Wochenbettzubehör kaufen für zu Hause (ja, bei einer Geburt fließt Blut und nein, es gibt nichts Erotischeres als sog. "Vorlagen" mit dem Namen PELZY) und wir haben erfahren, was Magerquark und Weißkohl mit dem u.U. schmerzhaften Milcheinschuss am 3. Tag zu tun haben (Heiß, heiß, heiß! Löschen!). Alles in Allem ein spannendes und informatives Wochenende mit vielen netten Bekanntschaften! In diesem Sinne: lasset die Geburten bald beginnen!"

Auf der Rückfahrt vom zweiten und letzten Tag Geburtsvorbereitungskurs dann der elterliche Super-GAU, Zitat, mein Mann: "Duu? Irgendwie werde ich mit dem Namen (Anm. d. Red.: den wir seit etwa 10 (!) Wochen als Favoriten haben) doch nicht warm. Und an die Schreibweise kann ich mich auch nicht gewöhnen. Können wir noch mal neu verhandeln? Oder ersten und zweiten Namen umdrehen?" AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHH!



Eintrag ins Babytagebuch, ein paar schlaflose Nächte und Namensdiskussionen später:

"Hallo Prinzessin, du wirst es nicht glauben: DU HAST EINEN NAMEN! Ich habe in den letzten Tagen seitenweise Blätter vollgekritzelt mit allen möglichen Vorschlägen und Kombinationen und dabei bin ich bei einer bestimmten immer wieder gelandet. Als ich deinem Papa die vorgeschlagen habe, war er sofort einverstanden und dann das Verrückteste: er zeigte mir einen kleinen Zettel in seiner Schreibtischschublade mit Namensvorschlägen. Keiner seiner Namen war unter meinen Favoriten, aber ganz unten stand sie dann: genau die Kombination, die ich für dich rausgesucht hatte! Damit war der Name nun wirklich beschlossene Sache. Fiona haben wir nicht eingeweiht, denn sonst wüsste es die ganze Welt schon, bevor du geboren bist, weil sie sich so auf dich freut und so kleine "unwesentliche" Details wie einen Namen nicht für sich behalten könnte. Aber als ich ihr mal viele verschiedene Namen aufgezählt und gefragt habe, welcher ihr am Besten gefällt, hat sie ebenfalls genau den genannt, den du bekommen sollst. Ich glaube, das kann kein Zufall sein. Heute war übrigens auch wieder Termin bei der Ärztin. 
Gesicht im Profil, v.l.n.r.: Stirn, Nase, Mund
Der Muttermund ist noch fest zu, aber langsam könnten sich die ersten Senkwehen ankündigen. Abends auf der Couch komme ich kaum mehr ohne Hilfe hoch, Modell "gestrandeter Wal". Frau Doktor wirkte ein bisschen überrascht beim Ultraschall, weil du schon 2500g wiegst und 42 cm groß bist, ein bisschen mehr als der Durchschnitt für diese Woche.  Sie meinte: "Sehen Sie das? Ihr Kind sieht schon ziemlich "fertig" aus, rundes Bäuchlein, Gesicht schon gut gepolstert, da ist schon alles dran." 
Ich: "Also Fiona wog 3,6kg bei der Geburt." Sie: "Na ob das hier mal reicht...?" Es bleibt spannend, vielleicht machst du dich ja wirklich ein bisschen früher als Heiligabend auf den Weg zu uns. Ich bin jedenfalls fest davon überzeugt und freue mich riesig auf dich, kleine Weihnachtsmaus!"


Mein Schwangerschaftsnewsletter aus dem 9. Monat fragte übrigens passenderweise, ob Mama und Papa schon ein paar Vornamen in die engere Wahl genommen hätten. Hahaha, sehr witzig. Außerdem gucke ich regelmäßig in eines meiner liebsten Bücher zum Thema: "Schwangerschaft und Geburt" von Katharina Mahrenholtz und Dawn Parisi. Herrlich unverkrampfte ("Ausfluss: Iiieeh, hässliches Wort. Liegt - wie so vieles - an den Hormonen. Trösten Sie sich mit dem Gedanken, dass Sie immerhin mehr als neun Perioden sparen."), überspitzte und ziemlich direkte Bestandsaufnahme der "besonderen Umstände"



Ich zitiere mal den Zustand im dritten Trimester, S.72: "Im Spiegel sehen Sie ein fremdes Ich: Brüste, Bauch, Po - alles irgendwie überdimensioniert. Ein Zustand, an den man sich nur schwer gewöhnen kann. Aber immerhin ist jetzt allmählich das Ende in Sicht. Das Wesen in Ihrem Bauch hat sich schon fast zu einem fertigen Menschen entwickelt. Und Sie haben das beruhigende Gefühl, dass heutzutage schon Babys, die in der 28. Schwangerschaftswoche geboren werden, recht gute Überlebenschancen haben. Und falls Sie bisher Angst vor der Geburt hatten: die wird jetzt ersetzt durch den immer stärker werdenden Wunsch, das alles möge ein Ende haben - eine hervorragende Einrichtung der Natur."


Besonders schön ist auch immer der kurze Exkurs mit dem Stempel "FÜR MÄNNER" mit der Überschrift: So fühlt sich eure Frau.

Zitat, S.88: "Sie glaubt nicht, dass sie jemals wieder einen Bikini tragen, locker-flockig Treppen steigen oder ungestört schlafen können wird. Wenn ihr euch ein entferntes Bild vom Zustand einer im neunten Monat schwangeren Frau machen wollt, seien hier folgende Übungen empfohlen:
01. Setzt euch an einen Tisch, und zwar so, dass die Tischplatte von unten gegen die unteren Rippenbögen drückt. So in Etwa fühlt sich Sitzen an für eure Frau (nur, dass das Baby nicht nur gegen die Rippen drückt, sondern auch die inneren Organe zusammenquetscht).
02. Tragt eine Bierkiste vom Supermarkt nach Hause und dann in den vier
ten Stock. So in Etwa fühlt sich Gehen bzw. Treppen steigen für eure Frau an.
03. Leiht euch die Latzhose eurer Frau, stopft das Sofakissen rein, stellt euch vor den Spiegel und überlegt, welches Sakko dazu passt. So in Etwa fühlt sich Ausgehen an für eure Frau.
04. Geht mit euren Kumpels was Scharfes, Fettiges beim Chinesen essen und trinkt dazu ordentlich Alkohol. Völlegefühl? Sodbrennen? So in Etwa fühlt sich Schlafengehen an für eure Frau (nur, dass sie nicht den Spaß mit dem Alkohol hatte)."



"Heute begännen (gibt es diesen Konjunktiv?) rein theoretisch die 6 Wochen Mutterschutz vor der Geburt, zumindest für Arbeitnehmerinnen. Ich hab zwar den Unterricht schon drastisch reduziert, habe aber noch Einiges vor bis Dezember. Immerhin stehen ja noch Konzerte an, für die geprobt werden muss. Aber wenn der Bauch manchmal hart wird und es beim Laufen zieht, als ob das Kind jeden Moment rausfällt, ahne ich dunkel, warum es diese Schutzfrist für Mütter gibt... Also alles langsam angehen lassen, jetzt ganz besonders! Manchmal kriege ich richtig Panik vor der Geburt und weiß gar nicht so recht, wieso. Eigentlich bin ich ganz entspannt und denke mir, es wird schon alles klappen. Aber an manchen Tagen wird mir heiß und kalt, wenn an den Moment denke. Und schlecht. Und panisch. Warum nur? Ich kann es mir nicht erklären, ist auch immer nur kurz und wahrscheinlich wie so Vieles: ganz normal im Endstadium. Habe jetzt endlich angefangen mit Fionas Hilfe ("Hier steht Fünf-Null-Strich-Fünf-Sechs, nehmen wir!") Babysachen nach Größe zu sortieren und zu waschen. So klein, unvorstellbar, dass du die bald tatsächlich tragen wirst! Laut der gängigen Empfehlungen für die Erstlingsausstattung benötigt man lediglich 4 Bodies, genauso viele Strampler, eine Jacke und ein Mützchen. Der Blick in die Babykommode mit den gewaschenen Klamotten sagt: wir könnten auch Drillinge bekommen. Klamottentechnisch wäre es jedenfalls kein Problem..."


Zu dieser Zeit haben wir (Nestbau?!) alles noch fehlende Zubehör besorgt: Fläschchen, Nuckel, HA-Nahrung, Einmal-Waschlappen, Wegwerf-Wickelunterlagen, einen stillfreundlichen Schlafanzug
zum Knöpfen vorne, ein langes Nachthemd für die Geburt, ... Und in der 36. Woche hat es mich dann auch endlich gepackt: das Verlangen, die sog. Klinik-Tasche zu packen. Was da drin sein sollte, lässt sich eigentlich in wenigen Worten zusammenfassen: Klamotten, bei denen es einem später nicht weh tut, wenn man sich von ihnen trennen muss. Nein, mal im Ernst: eine Geburt ist zwar nicht direkt mit einem Splatterfilm (engl. to splatter - spritzen) zu vergleichen, aber zu romantisch-verklärt sollte man sich das Ganze nicht vorstellen. Frau liegt im Kreißbett, presst mit geschlossenen Augen hoch konzentriert die Lippen aufeinander, macht einmalig ein Geräusch wie beim Kugelstoßen - Schnitt - ein sauber-glänzendes Baby im Arm und eine top gestylte Mama im Bett - das gibt's nur im Film.
Also neben den Wegwerf-Shirts ein paar kleine Duschgel-Shampoo-Zahnpasta-Fläschchen in Reisegröße, eine bequeme Hose, Latschen (die Klinik bat ausdrücklich um "keine Flip-Flops", denn das Geräusch, wenn Schwangere in Erwartung der Geburt die Gänge hoch- und runterfloppen, sei unerträglich, hahaha) und warme Socken, denn eine alte Hebammenweisheit besagt: kalte Füße - schlechte Wehen. Klar, Lieblingsmusik kann man sich mitnehmen, etwas zum Lesen auch. Ob man dafür unter der Geburt tatsächlich die Nerven hat, wage ich allerdings zu bezweifeln. Als Letztes gehören noch Familienstammbuch, Versichertenkarte und Mutterpass da hinein, aber die haben wirklich noch ein bisschen Zeit. Also, Kliniktasche? CHECK.

"Jetzt sind wir auch laut offiziellem Termin in der 36. SSW. Hooray! (Arzt hat den 24.12. als Berechnungsgrundlage genommen, ich selbst bin nach Eisprung-Bienchen-und-Blümchen-Rechnung beim "inoffiziellen" 20.12. gelandet) Gestern hatte ich das Geburtsplanungsgespräch im Krankenhaus. Kann man machen, muss man aber nicht. Der Vorteil ist, dass die Akte schon angelegt und bei der tatsächlichen Vorstellung zur Geburt dann alles Bürokratische erledigt ist und man demzufolge unter Wehen keine überflüssigen Fragen beantworten muss. So der Plan. 
Die Oberärztin hat kurz Ultraschall gemacht, sich aber in erster Linie auf die "Funktionsfähigkeit" von Plazenta und Gebärmutter beschränkt, also Durchblutung und Versorgung untersucht. Im Arztbrief steht "Grannum Grad 1-2", das bedeutet (es gibt Grad 0 - super - bis Grad 4 - schlecht. Danke, Dr. Google), dass die Plazenta so langsam den Geist aufgibt und anfängt zu verkalken. Ist aber in dem Stadium völlig normal, da sie ja eh nur auf eine "Haltbarkeit" von 40 Wochen ausgelegt ist, also alles im grünen Bereich. Von dir habe ich nur ein rundes Köpfchen gesehen, das aber noch nicht ins Becken gerutscht ist. 2620g wiegst du in Etwa, das ist gar nicht so wenig (aber Durchschnitt für diese SSW) und 6,7cm Oberschenkelknochenlänge entsprechen einer Gesamtkörpergröße von 46,9cm. Wow! Danach musste ich noch etwa 20min auf das Hebammengespräch wegen der Formalitäten warten, und wo? Genau, direkt im KREIßSAAL!" 

aus dem Aufklärungsbogen "Geburtshilfliche Maßnahmen"

Das letzte Mal, dass ich einen Kreißsaal von innen gesehen hatte, live und in Farbe, war im Oktober 2009. Wobei von "live und in Farbe" hier eigentlich nicht die Rede sein kann, denn in meiner Erinnerung ist alles ein bisschen schwammig vernebelt. Ich könnte nicht mal mehr sagen, welche Farbe die Wände hatten. Zurück zu 2014: ich setzte mich an den kleinen Tisch für die Angehörigen und schaute mich um. Links das Kreißbett mit Stillkissen, daneben CTG und allerhand Kabel und Schnüre, und rechts ein gigantisches Ungetüm namens "Gebärwanne" mit Hochziehseil (pardon, aber Schwangere aus Wannen zu hieven ähnelt ein bisschen dem Bild von Kränen auf Schrottplätzen). Dahinter ein Pezziball, ein vorbereitetes Babybett, Wickeltisch mit Wärmestrahler, Waage, usw. Die Uhr tickte und nebenan veratmete eine Gebärende ihren 3cm offenen Muttermund mit lauten "Oooohhh"s und "Aaaahhhh"s. Zwischendurch liefen Hebammen und Krankenschwestern an der offenen Kreißsaaltür vorbei und winkten mir fröhlich zu. Ich grinste schief, hatte aber ein mulmiges Gefühl so zwischen den ganzen "Geburtsgerätschaften" und hoffte, die Hebamme würde bald kommen. So bei "vollem Bewusstsein" ist ein Kreißsaal nämlich irgendwie unheimlich.

Hier wurden und kleine Menschen geboren. Echte! Hier in diesem Raum machten sie ihren ersten Schrei, wurden gewogen und ihren Mamas auf den Bauch gelegt. Und in etwa 5 Wochen würde genau das mit mir und meinem Baby so passieren. Ach du Scheiße! Als dann endlich die freundliche Hebamme kam, besprachen wir ein paar Fragebögen mit Organisatorischem, ich bekam (nur für den Fall der Fälle) den Aufklärungsbogen zur PDA (Periduralanästhesie, also Rückenmarksbetäubung), den ich zu Hause ausfüllen konnte, und Infoflyer zum Thema Neugeborenenscreening, Vitamin-K-Gabe und Lachgasinhalation gegen Geburtsschmerzen (das gibt es wirklich!). Zum Schluss hieß es nur, man freue sich auf die Weihnachtstage mit mir in der Klinik ("Wir machen es uns dann schon gemütlich hier, keine Angst!") und ich solle mich direkt am Termin im Krankenhaus vorstellen, also Heiligabend, falls nicht vorher die Wehen einsetzen. Sollte sich dann noch nichts tun, werde man noch eine weitere Woche warten bis zur Einleitung, die fiele dann genau auf den 31.12., Silvester. Nun ja, die Termine haben wir uns vielleicht wirklich nicht so günstig "ausgesucht", aber ich gehe ja fest davon aus, dass die kleine Lady ihr erstes Weihnachten schon live mit uns unterm heimischen Tannenbaum feiern möchte...Drückt uns die Daumen!


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Donnerstag, 13. November 2014

Schwanger - der achte Monat

Der achte Monat, Woche 29 - 32

"Vor 5 Jahren um die Zeit war ich mit Fiona schon in der "heißen Phase" und habe mögliche Geburtstermine aufgeschrieben, die mir gefielen. Komische Vorstellung. Heute ist tatsächlich die allerletzte Stunde musikalische Früherziehung. Zum Glück! Ich liebe meine Kleinen ja wirklich sehr, aber ich kann echt nicht mehr. Gehen, Stehen, Sitzen, Liegen - immer tut irgendwo etwas weh! Beim Laufen zieht es von den Oberschenkelinnenseiten bis zur Körpermitte, wie Muskelkater. Das soll wohl die sogenannte Symphyse sein [Schambeinfuge: kurz gesagt, ein Teil aus Faserknorpel, das die linke und rechte Beckenhälfte miteinander verbindet]. Ein Körperteil, von dem ich bis dato nicht wusste, dass ich es habe..."

Zu Beginn der 29. Schwangerschaftswoche stand das zweite Mal Baby-TV in Walsleben auf dem Programm. Keine medizinische Untersuchung, sondern wirklich nur reines Babygucken in 3D zum Spaß und für schöne Erinnerungen. Die Sitzung ist zwar nicht ganz billig, aber absolut ihr Geld wert. Wie oft habe ich nach der ersten Entbindung die 3D-Bilder von Fiona noch mal rausgekramt und an die Zeit gedacht, als sie noch im Bauch gewesen ist. Das funktioniert mit den "echten" Fotos einfach besser als mit den schwarz-weißen Ratebildern. Den Termin hatte ich schon vor Monaten ausgemacht und freute mich wahnsinnig auf die halbe Stunde Kinofilm live aus dem Bauch. Vermessen wurde natürlich auch: 37cm lang und in völlig querer und "zusammengeklappter" Lage mit Kopf rechts, Knie (!) rechts und Po links. Ein vernünftiges Gesichtsbild erwies sich anfangs als ganz schön schwierig, denn so eine Plazenta scheint ein angenehmes Kopfkissen zu sein. Die kleine Lady war wie immer ganz ruhig und hat hauptsächlich geschlafen. Ob das noch so ist, wenn sie auf der Welt ist? Auf jeden Fall war es unglaublich faszinierend, so ein richtiges Baby auf der Leinwand zu sehen. Klar, "fertig" ist sie noch lange nicht, aber die Proportionen sehen einem Neugeborenen doch schon sehr ähnlich. Ich bin verliebt!

"Hallo meine Schnecke, vorgestern haben wir schon den 5. Geburtstag deiner großen Schwester gefeiert! Den Käsekuchen zum Frühstück habe ich nicht so gut vertragen und du hast geboxt und getreten wie wild. Hat dir nicht geschmeckt?! Momentan tut mir echt alles weh und ich kann kaum richtig laufen. Hoffentlich bleibt das nicht bis Dezember so! Und die Hormone spielen scheinbar auch verrückt. Muss manchmal einfach grundlos weinen und habe keine Ahnung wieso! Das ist vielleicht ein blödes Gefühl. Und wenn ich dann vielleicht noch gefragt werde, warum ich schlechte Laune habe, macht es alles nur noch schlimmer. Denn ICH HABE JA KEINE SCHLECHTE LAUNE. Schiebe ab sofort alles auf dich. DU hast vielleicht schlechte Laune, aber ICH doch nicht ;) Heute war ich bei der Ärztin, zum ersten Mal CTG seit 5 Jahren. Erstaunlich, was man alles vergisst! Ich erinnerte mich vorher nur noch dunkel daran, dass man 30-45 min auf dem Rücken liegt und kleine Schallköpfe mit Gurten um den Bauch geschnallt hat, die auf einem meterlangen Papierbogen Herztöne des Ungeborenen als Gebirge aufschreiben. Vorsorglich hatte ich mir ein Buch für die Zeit
eingesteckt, das ich vor Ort allerdings nicht mal geschafft habe auszupacken. Auf dem Rücken liegen musste ich nicht - seitlich ist auch viel angenehmer - und das CTG lief nur 15min, in denen ich zwar gelesen habe, aber nicht mein Buch, sondern den Frage- und Aufklärungsbogen zur Anti-D-Prophylaxe*. Auf dem CTG war links die Herzfrequenz tatsächlich als Gebirge zu sehen (die Schwester musste ab und zu mal am Bauch rütteln, weil du - wie immer - geschlafen hast), mittig die Kindsbewegungen als dünne oder dickere schwarze Balken und rechts momentan noch eine Nulllinie, die zu einem späteren Zeitpunkt mal Wehen anzeigen soll. Also alles super! Auf 1500g wirst du geschätzt, Köpfchen ist inzwischen unten, da, wo es hingehört. Ein Bild gab es dieses Mal nicht, denn zwischen deinem süßen Profil und der kuscheligen Plazenta war nie so viel Platz, dass man etwas hätte erkennen können. Sah immer aus wie eine gigantische Beule vor dem Kopf, in die du dein Näschen steckst..."


*Für Mütter, die rhesus-negativ sind [also das Rhesusfaktor-Antigen nicht besitzen, ca. 15% der Bevölkerung], steht um die 28. Schwangerschaftswoche herum diese Prophylaxe-Impfung an, um einer möglichen Blutgruppenunverträglichkeit vorzubeugen. Wenn der Papa des Kindes nämlich rhesus-positiv ist, kann es das Baby ebenfalls sein. Kommt dann unter der Geburt kindliches Blut mit dem Blut der Mutter in Kontakt, bildet die Antikörper gegen den "falschen" Rhesusfaktor und es kann bei einer erneuten Schwangerschaft zu einer Abstoßungsreaktion aufgrund der Rhesusunverträglichkeit kommen.

Tim Reckmann  / pixelio.de
Die Rücken- bzw. Symphysenschmerzen wurden in diesen Wochen immer schlimmer. Sich mit etwas von der Größe einer Ananas im Bauch noch halbwegs elegant fortzubewegen, scheint anatomisch ein Ding der Unmöglichkeit. Der gefürchtete Watschelgang hatte mich schon eine Weile fest im Griff, ob ich wollte oder nicht, und besonders abends beim Aufstehen von der Couch fühlte ich mich wie mindestens 100 Jahre alt. Erstmal langsam nur die Beine raushängen lassen, dann irgendwann den Oberkörper samt Bauch hinterher wuchten und nach 5 min tatsächlich aufstehen... Bei den ersten Schritten nach längerem Liegen sind mir außerdem immer die Beine eingeknickt vor Schmerz, ganz komisch! Als ich die Frauenärztin darauf angesprochen habe, meinte die nur, bei einer zweiten und jeder weiteren Schwangerschaft sei eben das gesamte Gewebe etwas weicher und nachgiebiger und da können solche Wehwehchen auch viele Wochen vor der Geburt auftreten, sei nichts Ungewöhnliches. Mich an jeden Strohhalm klammernd, fragte ich sogar in der Apotheke nach homöopathischen Kügelchen gegen Symphysenbeschwerden, die mir in meiner Dezembermama-Gruppe empfohlen worden waren. Die Apothekenfrau fragte 3x nach, wo genau ich Schmerzen habe und wie man "Sümfüße" buchstabiere. Schließlich habe ich mich einfach bedankt und den Laden ohne Kügelchen verlassen. Aber wenige Tage später war die Erlösung in der Post: ein Ersatzteil für meinen Rücken! Das Wunderdings heißt "BabyBelt" und ist eine Bauchstütze aus weichem, flexiblem Material mit seitlichem Klettverschluss. Das Teil legt man sich um und trägt es unsichtbar unter den normalen Klamotten. Es stützt den Babybauch und entlastet somit den Rücken und ob man es glaubt oder nicht, schon nach 2 Tagen war es besonders beim abendlichen Couchaufstehen deutlich zu merken! Nicht mehr 100 Jahre alt, sondern nur noch gefühlte 85. Ein Segen und seitdem mein täglicher Begleiter!
Die Füße sind übrigens weg, wenn ich im Stehen von oben runtergucke und sie entfernen sich auch im Sitzen immer weiter vom restlichen Körper. Schuhebinden geht nur noch mit Luftanhalten und Expressknoten. Letztens hat Fiona schallend gelacht, als ich gefragt habe, ob sie mir die Socken anziehen könnte. Immerhin habe ich es bei ihr ja auch lange genug gemacht. Irgendwie nimmt mich hier niemand ernst ;) Ab sofort keine Schuhe mit Schnürsenkeln mehr!"



"Na meine Süße! So langsam, wie die ersten 12 Wochen vergangen sind, so schnell rennt die Zeit jetzt! 32. Schwangerschaftswoche, unfassbar! Habe mich letztens beim Einkaufen erschreckt, weil mir gegenüber so eine dicke Frau im Spiegel stand! Gestern waren wir wieder beim Arzt, Termine sind jetzt nicht mehr alle 4, sondern schon alle 2 Wochen, allerdings ohne Ultraschall, nur Blutdruck, Wiegen (Augen zu: +13kg! ) und CTG. Zwischendurch war die Herzfrequenz immer mal ganz kurz bei etwa 70 (normal 130 - 160). Da konnte mich aber die Schwester beruhigen: das passiert, wenn das CTG die kindlichen Herztöne kurz "verliert" und stattdessen meine findet ^^ Puh! Die Gebärmutter gehe inzwischen bis fast zum Rippenbogen, aber ein bisschen Platz sei noch, hieß es. Wo die ganzen Organe hin sind, die da eigentlich sind, übersteigt trotz jedes theoretischen Wissens meine Vorstellungskraft. Wo die Lunge nicht ist, weiß ich jedenfalls: da, wo sie hingehört. Anders lässt sich nicht erklären, dass ich nach gerade mal 18 Treppenstufen bis zu unserer Wohnungstür so aus der Puste bin, dass ich mich hinsetzen und ausruhen muss. Kann mir gerade nicht vorstellen, je mal 1 Std. Zumba getanzt zu haben und danach noch lebensfähig gewesen zu sein. Vor ein paar Tagen hattest du deinen ersten Schluckauf, abends beim Ins-Bett-Gehen ein rhythmisches Pochen unten am Bauch. Total süß! Seitdem immer öfter, weil du dich beim Fruchtwassertrinken verschluckst. Dieser Reflex trainiert deine Atemmuskulatur für die Zeit nach der Geburt. Habe gelesen, dass man nie wieder so viel Schluckauf hat wie im Bauch. Hicks! Habe vor ein paar Tagen einen Body für dich gekauft mit der Aufschrift "Ich bin eine Berlinerin" und einen zuckersüßen rosa Strampler mit angenähtem, weißen Jäckchen. Letzteres soll dein Outfit sein für den Weg vom Krankenhaus nach Hause. Und an den Klischee-Tatzenhandschuhen und der Öhrchenmütze kam ich auch nicht vorbei. Allet nur wejen die Hormone! "


Der Bauch hat für mein Empfinden zu dieser Zeit im wahrsten Sinne des Wortes "große" Fortschritte
gemacht, jedenfalls war er im Sitzen manchmal schon ganz schön kugelig. Und nach vorne gelehnt am Tisch lümmeln ging auch schon nicht mehr, weil ich sofort mit einem dezenten aber nicht ganz angenehmen Tritt in die Rippen zu korrekter Sitzhaltung ermahnt wurde. Schlimmer als die eigenen Eltern in der Pubertät! Schade, dass man nach einiger Zeit vergisst, wie sich ein strampelndes Baby im Bauch anfühlt. Es ist so schön, dass ich es gerne konservieren würde. Denn so anstrengend der wachsende Bauch ist, so sehr fehlt er einem dann doch, wenn er wieder weg ist. In diesen letzten Tagen des achten Monats sind wir in den Herbstferien eher spontan 2 Tage in den Kurzurlaub nach Rügen gestartet. Strandspaziergänge an der frischen Luft mit Schal und Pudelmütze, eine Bootsfahrt auf der unruhigen Ostsee (bei der um mich herum gekotzt wurde und ich währenddessen ganz entspannt den heißen Kakao durch den Schiffsbauch bis an Deck balanciert habe), ein Hotel mit Thermalbad im Keller und einfach noch mal "Tapetenwechsel", das tat gut. Schwimmen soll ja für Schwangere die angenehmste Form von Bewegung sein. Das kann ich bestätigen. Allerdings ist die Schwerkraft ein ganz schönes Arschloch, wenn man dann aus dem Wasser herauskommt und der Bauch Stück für Stück wieder spürbar ist.
Nur noch 2 Monate, dann wird das Wunder Wirklichkeit...


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