Dienstag, 3. März 2015

"Wenn jetzt noch einer schreit...

...zieh ich aus."

Meine beste Freundin schrieb mir in einer anderen Situation mal aufmunternd: "Komödie = Tragödie plus Zeit."

In diesem Sinne lesen Sie nun:

eine Komödie in 3 Akten. In den Hauptrollen: ein Fischstäbchen, zwei Kinder, 3ml Hustensaft und eine (gefühlt) 4-armige Mutter in einer halben Stunde an einem eigentlich ganz normalen Abend.

Erster Akt: 

Freitag Abend. Mama mit Kindern allein zu Haus.
Ein hungriges Kind betrat die Bühne: Fiona. Ich bot ihr die drei vom Mittag übriggebliebenen Fischstäbchen an. Sie sah, wie ich die Fischstäbchen aus dem Kühlschrank holte. Ihr Kommentar: "Ich will aber nicht drei. Nur einen." - "Na dann isst du eben nur einen." Kartoffelpüree machte ich extra für sie frisch, ein scheinbar grundlos weinendes Baby auf dem Arm dabei. Während Fiona aß, wollte ich mich zu ihr setzen, aber das Baby auf meinem Arm schrie wie von der Tarantel gestochen.
Nach 2 Bissen legte Fiona lustlos die Gabel hin. "Ich bin so müde. Heute geh ich ohne Zähne putzen ins Bett." - "Nee nee, vergiss es."
Während ich das große Kind unter Protest ins Bad schickte, nahm ich das Kleine mit zum Wickeltisch ins Schlafzimmer. Ich rieb ihren Bauch mit Windsalbe ein (hilft meistens, wenn sonst nichts ist), sie schrie weiter. Mit dem Schreikind auf dem Arm ging ich ins Bad, wo ich für Fiona (die so tat, als könne sie die Augen nicht mehr offen halten, wann immer ich in der Nähe war) Wasser zum Händewaschen ins Waschbecken einließ. Ich forderte sie auf, ihre Fingernägel zu schrubben, sie kratzte mit der Bürste nur sinnfrei im Waschbecken herum.
Als ich die Zahnbürste, die schon fix und fertig mit Zahnpasta auf dem Waschenbeckenrand lag, zur Seite nehmen wollte, bevor sie runterfällt, schlug Fiona um sich, weil sie dachte, ich wolle nun ihre Fingernägel schrubben. Tränen. Ich füllte mit immer noch schreiendem Baby auf dem Arm warmes Wasser in eine Schüssel und stellte sie in einer limboartigen Verrenkung einarmig auf dem Boden ab. "Wasch dir mal bitte noch deine Füße. Die riechen nach Verwesung!" - "Was ist denn Verwesung?" Als ich gerade zum Erklären ausholen wollte, donnerte es in der Windel. Nasenbetäubender Gestank. Sie hörte kurz auf zu Schreien, war wohl selber erstaunt. Aufatmen. Aber nicht zu tief...puh!

Zweiter Akt:

In der Küche.
Während das große Kind sich den Pyjama anzog - nicht ohne Motzen, warum der nicht warm sei, obwohl er auf der (zugedrehten und dann vergessenen) Heizung lag -, aß ich wegen akuten Magenknurrens im Vorbeigehen 2 Löffel Kartoffelpüree und ein Stück Fischstäbchen von Fionas noch fast vollem Teller, das stinkende Baby noch immer auf dem Arm. Wie es Murphys Law so will, fiel mir die Hälfte von der Gabel und landete auf dem Fußboden. Das große Kind kam just in dem Moment dazu und tadelte meine Essensmoral. Es fielen die Worte "wie ein Schwein" und "wenn das Papa gesehen hätte". Das Baby begann erneut zu weinen und wie Fiona mir noch Vorträge übers Kleckern hielt, sah ich den Hustensaft auf dem Tisch. Ich bat sie, ihn noch schnell vor dem Schlafengehen zu nehmen. Fiona diskutierte wieder und ich konnte förmlich dabei zusehen, wie mein Nervenkostüm sekündlich Federn verlor. "NIMM. JETZT. DEINEN. HUSTENSAFT!" - "Aber ich wollte dir was sagen!!" "WAS DENN?!" - "Na....also...der Hustensaft riecht als wäre er verschimmelt. Oder verwest." Orrrrrrrr...... Schlussendlich schluckte sie mit übertriebener Gestik und bühnenreifer Mimik die 3ml Saft und ging ins Kinderzimmer. Ich wickelte das Baby und ging hinterher. Einundzwanzig, zweiundzwanzig...

Dritter Akt:

Im Kinderzimmer.
"Machst du mir noch eine CD an? Aber die xy". Ich suchte diese eine, bestimmte CD, die es unbedingt sein musste. Chaos. Hüllen fielen zu Boden, es schepperte, das Baby schrie. PLAY. Fiona, im Bett, wurde wütend, weil ihre Schwester so laut schrie, dass sie ihre CD nicht verstehen konnte, machte eine ausladende Bewegung mit dem Kopf und stieß sich am Hochbettpfosten. Beide Kinder brüllten. Bravo. Während ich das kleine Kind wippend auf dem Arm in die Küche trug, um für das große aus dem Kühlschrank das "Kühlmonster" zu holen, wiederholte ich wie ein Mantra: "Sei ruhig, bitte bitte sei ruhig...". Ich legte anschließend das Baby ins Arbeitszimmer unter den Activitybogen, schloss die Tür für eine Minute um kurz durchatmen zu können (sie verstummte augenblicklich. Nanu, Mama, was soll das jetzt?!), schmierte mir in Rekordzeit ein Brötchen, nahm sie wieder auf den Arm, setzte mich zum Stillen ins Wohnzimmer und fühlte mich im ersten ruhigen Moment wie erschossen.
Mutter erschöpft ab (noch bevor das Prime Time Programm im TV so richtig angefangen hatte).


Kennt ihr diese verhexten Tage/Abende auch?
Was macht ihr, um in solchen Stresssituationen gelassen zu bleiben? 
Duftlampe? Ommmmm?

Montag, 2. März 2015

Best-Of Februar

28 Tage sind eindeutig zu kurz, um am Monatsende alles unterzubringen, was man möchte. Ich habe bisher weder Frau Mutters #Familienalbum-Blogparade geschafft, noch die Lieblingstweets, geschweige denn das Februar Best-Of. Aber mit genau dem fange ich heute an.
Obwohl ich schon seit Längerem einen Instagram-Account hatte, habe ich ihn bisher nicht genutzt. Das sollte sich im Februar ändern und bietet ganz nebenbei die ideale Zusammenfassungsgrundlage. Hier kommt er also, unser Insta-Februar in Bildern.

Nach zwei Nächten, an denen ich babybedingt so gut wie nicht geschlafen habe, nachmittags anfing zu frieren und vor Müdigkeit und Erschöpfung kaum mehr geradeaus gucken konnte, "passierte" mir ein Verzweiflungskauf über Ebay-Kleinanzeigen: eine NONOMO-Federwiege. Schon lange vor der Schwangerschaft hatte ich sie ins Auge gefasst und beschlossen, dass so ein Exemplar bei uns einziehen würde, wenn wir je ein Zweites bekommen. Der hohe Preis hatte mich dann aber doch abgeschreckt, denn wir haben ja ein Beistellbettchen, eine Manduca-Trage, eine Wiege, einen Wipper, ... Aber nirgendwo schläft es sich tagsüber so gut wie in der Federwiege am Türrahmen. Ihr Geld zu 100% wert!


Der Februar ist bei uns der Geburtstagsmonat schlechthin: 
meine Mama, meine Oma und mein Mann.
Für meine Mama gab es "das große und das kleine F" als 
Fuß-Schmetterlinge auf Keilrahmen.
 

...für meine Oma haben wir einen dreistöckigen Zitronenkuchen gebacken...
 

...und für meinen Mann hat Fiona Brownies gemacht. 
Der Teig ist immer das Beste! Ist das erblich?


Ein passendes Geburtstagsoutfit gab es auch noch
(SM "Trotzkopf", Schnabelina und Hose "Frida", Das Milchmonster)
und das erste Mal Flexfolie mit dem Schneideplotter war ein voller Erfolg.
Ich liebe Personalisiertes :)


Fiona hat ihren (vorher langweilig einfarbigen) Rollkragenpulli 
nach dem Designen 3 Tage lang nicht ausgezogen ^^


Faschings-DIY: das "Klokodil" 
* Toilettenpapierrolle
* grüne Farbe, z.B. Acryl
* grüne Pompons in 2 verschiedenen Größen
* Wackelaugen
* buntes Krepppapier
* Pinsel, Schere, Kleber
Auf die Plätze, fertig, pusten!


Mein großes Kind ging zum Fasching, wie wohl 70% aller Mädchen dieses Jahr zum Fasching gingen: als Elsa aus dem Film "Frozen". Das Kostüm hatten wir schon von der Geburtstagsmottoparty im Oktober. Blau-blinkender Haarschmuck, selbstklebende Glitzersteinchen , Roll-On-Glitter und standesgemäße Schminke made by Mama kamen noch dazu. Ach, und Hackenschuhe, selbstverständlich.
"Mama, wenn du mich rufst, kannst du ab jetzt immer Königin Elsa sagen, okay?"


Faschings-Food für die Kita gab es auch: 
Melonen-Zauberstäbe und die Kiwi-Palme.
Große Augen bei den Piraten, Pippi Langstrumpfs, Elsas und Darth Vaders.

 

Die Babybilder lasse ich einfach mal unkommentiert stehen.
 Da bedarf es keiner Worte, um die schwere Verliebtheit zu sehen, glaube ich...


 

 
  

Ein typischer Sonntagsausflug mit der ganzen Familie: Enten füttern


...und über den ersten Frühling freuen!

 

Über das Bloggerevent #blomm und den Fernsehturmausflug habe ich ja schon separat berichtet. Eine schöne Erinnerung aus dem Februar!


Ein Mama-Tochter-Moment, den dieses Bild in seiner vollen Unschärfe eingefangen hat:
ausgelassenes Tanzen und Rumblödeln zu Taylor Swifts "Shake it off"


Das große Kind ist zwischenzeitlich in die Massenproduktion von Tieren auf Papier eingestiegen und hat interessante Exemplare zu Tage gefördert. Hier: Rüssel-Seepferdchen.


Rechts im Bild: Liemhasi, treuer Freund und ständiger Begleiter seit nun mehr 5 Jahren. Links: Schlappohrhasi, 60cm lang und mit von Fiona ausgesuchten Kuschelstoffen selber genäht von meiner Mama. Fiona, mit Herzaugen: "Der hat bestimmt sein ganzes Leben lang darauf gewartet, genäht zu werden und zu einem Kind zu kommen. Ich finde ihn sooo schön, dass ich fast weinen muss!"


Apropos Stoff: ich war kürzlich im Stoffparadies ("Stoff & Stil" und "Traumbeere" in Berlin) und fing in Anbetracht der riesigen Auswahl fast an zu sabbern. Ich bekenne: süchtig!


Noch ein typischer Wochenendausflug: Tierpark Friedrichsfelde, für den wir alle Jahreskarten haben. Immer wieder schön! Und nebenbei Felicias erstes Mal bei den wilden Tieren.




Krankheitsbeschäftigung zu Hause: puzzlen. 100 Teile XXL-Kokosnuss. 
Und getreu nach Murphys Law fehlte was...? Genau, ein einziges Teil.


Spielplatzschläfchen in der Frühlingssonne
 
  

Und der (leider!) vorerst letzte Hebammenbesuch mit der Storchenwaage. 
Knappe 5 Kilo!
 


Das Zitate-Best-Of darf an dieser Stelle natürlich nicht fehlen. Hier sind sie:
Fiona ist 5 Jahre und 4 Monate alt.

Helene Fischer singt: "Großes Kino für uns zwei".
Fiona war mit Papa am selben Tag im komplett leeren Kinosaal und meint:
"Haha, genau wie bei uns heute morgen!"

"Hey, Felicia ist ja ruhig. Wie hast du denn das gemacht?"
- "Na ich hab ihr gesagt, dass sie jetzt ne Weile nicht schreien darf und dann hat sie auch nicht geschreit."

"Du bist eine ganz ganz tolle große Schwester!"
- "Danke! Du kannst dich auch immer auf mich verlassen!"

"Mama, du musst den Kuchen jetzt rausholen! Er ist schon ganz verrostet!"

"Zum Backen nehmen wir die Eier, die du auf dem Hühnerhof geschenkt bekommen hast."
- "Hä? Das sind so richtig echte Eier?! Mit Schwabbel drin?!"

"...das ist mit Rosinen."
- "Wo sind Cousinen drin??"

"Können wir mich mal wieder messen? Als ich heute morgen nach unten geguckt habe, habe ich irgendwie gemerkt, dass ich höher bin."

"Zeig mal deinen blinkenden Elsa-Haarschmuck!"
- "Das ist Stacheldraht mit Lampen dran."

Ich streichel ihren Rücken.
"Mama! Kannst du mal das Hin und Her lassen?! Das macht mich ganz wuschig."

"Ich muss mal schnell Felicia wickeln."
- "Warte, warte, Mama! Nicht ohne mich anfangen!"

"Ooohhh, guck mal, Schneeglöckchen!"
(etwas später)
"Sag mal, Mama, können die eigentlich wirklich klingeln?"

Sie fotografiert mit einer Alt-Mach-App.
Ich: "Nein, nicht mich! Ich möchte nicht alt sein."
Fiona: "Gut, dann nehm ich eben Opa. Der ist eh schon alt..."

"Ich freue mich so, dass ich bei meiner Einschulung ein bisschen erwachsen werde!"

Sie bekleckert sich mit Zahnpasta.
Ich: "Was ist das da für ein weißer Fleck?"
Fiona: "Keine Ahnung. Taubenkacke, vielleicht."
 

Samstag, 21. Februar 2015

Bloggerevent in Berlin

#blomm - was klingt, wie ein lautmalerisches Geräusch aus einer Comic-Sprechblase, ist in Wirklichkeit das Hashtag zum "Blogger- und Mompreneur-Meeting", das am 19. Februar in Berlin-Mitte abgehalten wurde. Über den Dächern der Stadt fand im "Neu West Berlin", einem der letzten Plattenbauten der DDR, im "Showroom" in der 8. Etage die "World Café Session" statt, zu der die liebe Béa von der Tollabox und Gabi von motherbook geladen hatten.
Wo Blogger, Twitterer und Unternehmer zusammentreffen, wäre eigentlich kein Rahmenprogramm notwendig gewesen, denn Gesprächsstoff gab es wahrlich genug. Zu den Fragestellungen "Was wollen wir?" und "Was haben/können wir?" haben sich dennoch in den unterschiedlichen Gruppen interessante Unterhaltungsgrundlagen und viele Neu-Bekanntschaften ergeben! Teil 3 des Workshops - die gegenseitige Unterstützung - wurde auf das nächste Treffen vertagt. Es gab eben einfach zu viel zu erzählen!



Bild: Mama on the rocks
Am meisten gefreut habe ich mich auf meine liebste Schweizerin, Séverine alias Mama on the rocks, die am Vortag extra für das Bloggertreffen in die Hauptstadt geflogen ist. Die Frau ist so cool! Liebe auf den ersten Blick, sozusagen. Wir kennen und lesen uns gegenseitig schon so lange, da war es wirklich ein ganz besonderer Moment, sie endlich "in echt" kennenlernen zu können! Sie hat eine ganz wunderbare Beschreibung für diese Situation gefunden, die ich ihr aber nicht "klauen" und vorwegnehmen möchte. Wenn ihr das wissen wollt, müsst ihr in den nächsten Tagen bei Mama on the rocks lesen gehen. Ich glaube, wenn sie wieder in der Heimat angekommen ist, wird ihr das Verbloggen des Berlintrips unter den Nägeln brennen (und ich bin mir sicher, dass die verplanten Berliner mit ihrem komplizierten U-Bahnnetz entsprechend gewürdigt werden ;) Bis der Reisebericht online ist, lest ihr am Besten mal den Artikel über ein Telefonat im Homeoffice.
Multitasking hat einen Namen!


Witzig, authentisch und unglaublich sympathisch ist auch Rike von Nieselpriem, bei der man sich am liebsten einhaken und in der nächsten Bar versumpfen würde (und damit meine ich NICHT, dass unbedingt Alkohol im Spiel sein muss, sondern eher ihren Geselligkeits- und Unterhaltungsfaktor!).
Wer ihn noch nicht kennt, sollte ihren Blog am besten ein Mal von vorne bis hinten durchlesen. Herzaugen bekam ich kürzlich bei ihrer Liebeserklärung an Berlin, hier entlang. Schöner kann man es nicht sagen!
Rikes erster Satz war übrigens: "Vivi? Ach, dann soll ich dich ganz fest von Andrea Harmonika drücken!". Andrea konnte leider nicht kommen, aber wer die hexhex-Facebookfanpage verfolgt, der hat sie von mir schön öfter "dazwischengeteilt" bekommen. Wenn die Frau mal ein Buch veröffentlicht, brauche ich mir um Geschenke für meine Liebsten erstmal keine Sorgen mehr machen. Genau mein Humor und egal, was sie schreibt, sie trifft immer den Nagel auf den Kopf, zum Beispiel letztens mit "Viel Lärm um MJÖLK". Was habe ich gelacht!


Auf Anhieb verstanden habe ich mich mit dem "@endwinterwunder" vom Blog Ratzefatze-Pustekuchen. Fürs #pareidoliaproject twittern wir, als bekennende Pareidolisten, schon seit einiger Zeit Bilder von Gegenständen oder Lebensmitteln, in denen wir Gesichter sehen, eine Art Sucht für Kreative. Aber auch live hat sich sofort Gesprächsstoff gefunden. Als "Babyflüsterer" hat sie auch einen super Job gemacht, denn meine jüngste Workshop-Teilnehmerin mit 8 Wochen fand ihre Aufbewahrungsmöglichkeit, den Maxi-Cosi-Wagen, total blöd und hat ihr Interesse am Drumherum mit groooßen Augen (und ein paar unqualifizierten Zwischenrufen...öhöm) zum Ausdruck gebracht. Auf ihrem Arm war dann alles bestens und Mama konnte in Ruhe ihre Suppe essen, perfekt!


Wer denkt, dass die Elternbloggerszene ausschließlich von Müttern dominiert wird, der irrt übrigens. Unser Quotenpapa beim Treffen war Johnny von weddingerberg, ein charmanter und humorvoller Dad-Blogger aus dem Berliner Wedding. Ich muss meine Blogroll unbedingt erweitern, denn Johnny darf da auf keinen Fall mehr fehlen! Er ist total "echt", Berliner Schnauze, nimmt sich selber nicht so ernst und hat das Herz am rechten Fleck. Den muss man einfach mögen! Er bloggte kürzlich über seine Gedanken zur möglichen Teilnahme seiner Tochter an der Nummer 1 der anti-emanzipierten Trash-TV-Formate: "meine Tochter beim Bachelor". Prädikat: lesenswert!


Die (angeblich) schüchterne aber wirklich herzliche Jessi von feiersun habe ich dank ihrer "Motte", der dreijährigen Tochter, sofort erkannt. Die junge Dame hatte das Stiftemonopol an unserem Tisch und klebte während der Session fleißig Tollas. Mit Jessi, der Motte, Séverine und meinen beiden Töchtern habe ich einen Tag später noch die Stadt unsicher gemacht und ihnen Berlin von oben gezeigt. Statt Stadtrundfahrt im Doppeldeckerbus gab es einen Kurztrip mit dem (nach obenhin) durchsichtigen Fahrstuhl auf das höchste Bauwerk Deutschlands, den Berliner Fernsehturm. Der Himmel wurde stündlich blauer, die Wolken weniger, und so genossen wir den Blick auf die "Spielzeugautos, Modelleisenbahnen und Ameisen" unten auf dem Alexanderplatz und hatten eine tolle Zeit in luftiger Höhe!


Ich freue mich schon auf das nächste Bloggerevent und auf die vielen interessanten Menschen, die ich beim nächsten Mal noch besser kennenlernen kann!

Dienstag, 10. Februar 2015

13 Babyfacts

Als Mama eines "großen" Kindes lebt man mit selbigem einfach zusammen unter einem Dach, man kocht regelmäßig Nudeln mit Tomatensauce, geht auf Spielplätze und diskutiert, ob Haare kämmen und Zähne putzen wirklich jeden Tag sein müssen. Wird man dann nach einigen Jahren erneut in die Liga der Babymamas aufgenommen, dreht sich die Welt plötzlich wieder um Windelmarken, Bäuchleintee und Stoffwechselendprodukte. Wer denkt, das alles sei für eine Zweifachmutter "ein alter Hut", der irrt. Ich habe in den letzten Wochen schon Einiges erfahren, das ich nicht (oder nicht mehr) gewusst habe.
Hier meine Top 13.


13.) Stilldemenz
Die gemeine Stilldemenz, auch Milchhirn genannt, ist ein weit verbreitetes Phänomen unter Müttern. Sie wird nicht etwa nur vorgeschoben, um die eigene Tüddeligkeit zu rechtfertigen, sondern stellt eine ernstzunehmende Beeinträchtigung des täglichen Lebens dar! Diese Matschigkeit im Kopf gibt es tatsächlich! Wichtige Unterlagen....muss ich mir dringend merken...unbedingt dran denken...HACH, BABY...bumms, vergessen.
P.S. Am Wochenende waren wir im Tierpark, um die BabyCard zu beantragen. Das Baby hatten wir dabei. Die Geburtsurkunde nicht. Tusch.


12.) Ein bisschen Schlaf muss sein
...aber nur ein bisschen. Dass man sich als eigentlich notorischer Langschläfer nach einer Nacht mit 4 Stunden Schlaf am Stück wie neugeboren fühlen kann, hätte ich im Traum (haha) nicht erwartet. Nichtsdestotrotz: 6 wären trotzdem mal wieder schön, hast du gehört, Baby?


11.) Die babyakademische halbe Stunde
Selbst wenn man zu den von Hause aus pünktlichen Menschen gehört, ist es scheinbar ein Ding der Unmöglichkeit, mit einem Baby auch nur halbwegs zur vereinbarten Zeit irgendwo zu sein, was nicht zu Hause ist. Ein Ausflug mit Baby gleicht einem kleinen Umzug. Ich hatte vergessen, dass man etwa 1 Std vor dem geplanten Losgehen mit dem Fertigmachen beginnen muss, weil Babys oft in letzter Sekunde einfällt, dass Kacken oder Kotzen jetzt eine ganz großartige Erleichterung wäre, nachdem man das 4-schichtige Ausgehset angezogen bekommen hat und abreisefertig im MaxiCosi sitzt. Man könnte eigentlich auch vorher nochmal etwas essen, so 20min an jeder Brust wäre toll. Ach, und die Flasche für unterwegs nicht vergessen, die Thermoskanne, den Ersatznuckel, das Spucktuch (siehe 08.), ein komplettes Umziehset aus Body, Jäckchen und Strampler, Wickelunterlage, Windeln, Feuchttücher, ...


10.) Still-Knock-Out
Ich habe gedacht, Stillen sei ein im wahrsten Sinne des Wortes "Kinderspiel", wenn man es schon ein Mal gemacht hat. Pustekuchen! Die ersten Tage Anlegen im Krankenhaus taten so sch**** weh, dass ich tatsächlich Sterne gesehen habe. Um von dem Anlegeschmerz abzulenken, biss ich mir in die Haut am Handrücken, Prinzip Gegenschmerz erzeugen. Der Abdruck war noch Tage später zu sehen. Die gute Nachricht? Nach genau 2 Wochen hörte es auf. Und mit gut zureden, Lanolin-Salbe und Multi-Mam-Kompressen aus dem Hebammen-Erste-Hilfe-Köfferchen übersteht man auch die...


09.) Mama-Stolz
Babys können erstmal noch nix. Das ist ja allgemein bekannt. Und leider ist es auch nicht so, dass sie nach 4 Wochen Babysein einfach aufstehen, ins Kinderzimmer gehen und die große Schwester zum Memory-Spielen auffordern...
Wenn das große Kind nun aber schon so tolle Dinge kann wie Fahrrad fahren, Karten spielen und Musik machen, stumpft man ab und nimmt die winzigen Babyfortschritte nicht mehr als so weltbewegend wahr, dachte ich. Haha. "OH MEIN GOTT, SIE FIXIERT DEN BÄR MIT DEN AUGEN! UND EBEN HAT SIE "AGRRR" GESAGT, HACH!". Soviel dazu.


08.) Moltonwindeln
Ich fand sie scharenweise aufgehoben zwischen Fionas alten Babysachen und fragte mich tatsächlich,
wozu diese hässlichen Tücher nochmal gut waren. Sie kamen trotzdem in die Wäsche und anschließend in den Schrank, aber brauchen würde ich sie wohl nicht, dachte ich. Und wieder: HAHA. Merkt euch das: Moltonwindeln sind das Universalhilfsmittel! Man kann sie für fast alles benutzen, was mit Babys zusammenhängt. Ob lässig als Kleckerschutz über die Schulter geworfen, als Spuckschutz unters Köpfchen ins Bett oder die Wiege gelegt, zum Aufwischen des kleinen Rinnsals, das am Mund vorbei in die Halsfalten laufen will, als nächtlicher Ersatz für Stilleinlagen, als Lätzchen, als Spielzeug, ... Und weil man eine Mama selten ohne antreffen wird, besorgt euch am besten gleich welche, die nicht ganz so hässlich sind. Von weiß einfarbig kann ich aus Erfahrung auch abraten. Spätestens beim ersten Möhrenbrei werdet ihr euch wünschen, farbige zu haben.


07.) Footballer-Stillen
Stillen und Sport passen nicht zusammen? Und ob! Zumindest im weitesten Sinne. Ich kannte aus der Babyzeit mit Fiona nur den sog. "Wiegegriff". Das ist die typische Stillposition, die jeder kennt: Baby im Arm, Mund an Brust. Wie mein überdimensionales Stillkissen aber dabei helfen sollte, erschloss sich mir damals nicht, demzufolge drapierte ich es nur als hübsche aber leider funktionslose Deko um mich herum. Wenn ich damals gewusst hätte, was ich heute weiß! Das mit dem Footballer geht nämlich so: man nehme 1-2 Couchkissen, staple sie übereinander und lege dann das Stillkissen obenrauf und u-förmig um sich rum. Darauf kann das Baby nun der Länge nach abgelegt werden. Es kommt dadurch sozusagen "von hinten" seitlich an die Brust ran und erinnert ein bisschen an einen unter den Arm geklemmten Football. Positiver Nebeneffekt: auf der entstandenen Stillkissenablagefläche hat ein kleiner Laptop Platz ;)


06.) Wundersame Körperfunktionen
Es gibt so Dinge, die möchte man nicht wissen. Erst recht nicht, wenn sie den eigenen Körper und dessen (ungeahnte) Fähigkeiten betreffen. Denn wie ich letztens vorsichtig überprüfen wollte, ob noch ein Tropfen Milch kommt, guckte ich "in den Lauf der Kanone" und spritzte mir versehentlich einen dünnen Strahl Muttermilch ins Auge. Die Lachtränen hinterher waren es aber in jedem Falle wert. Ist ja doch schön, wenn man noch über sich selbst lachen kann... Ein Schwank aus der Reihe: passiert mir kein zweites Mal.


05.) Der geheimnisvolle Knopf
Welche Mutter kennt sie nicht: die Puppen, die "wäääh" machen, wenn man ihren Nuckel rauszieht, die Augen schließen, wenn man sie hinlegt und die das Töpfchen füllen, wenn man ihnen auf den Bauchnabel drückt. Das alles klappt bei einem echten nur bedingt, besonders die Ablege-Augen-Funktion lässt bei den meisten Modellen zu wünschen übrig. Als ich im Krankenhaus war, erklärte mir eine nette Schwester, dass es bei Neugeborenen tatsächlich einen "Anschalt-Knopf" gebe, den man drücken könne, wenn sie beim Stillen wegdösen und nicht mehr saugen: Babys Handinnenfläche. Mit dem eigenen Daumen leicht massieren und schon trinkt der kleine "Schläfer" wieder. Glaubt ihr nicht? Ich war auch skeptisch, habe es unzählige Male probiert. Es funktioniert tatsächlich!


04.) Der amerikanische Ausschnitt
Gesehen habt ihr ihn schon mal, nur seinen elitären Namen kennt ihr vielleicht nicht: den amerikanischen Ausschnitt. Die meisten Bodies verfügen über einen, der typische "Baby-Ausschnitt" eben. Aber wozu soll er gut sein, außer, dass man ihn durch die große Öffnung für den Kopf leicht anziehen kann? Ich sage es euch: Sinn und Zweck des amerikanischen Ausschnittes ist es, dass man den Body/das Shirt im Falle eines "Malheurs" auf den Klamotten (sogar mit nur einer Hand!) nach unten ausziehen kann. Durch die Überlappung an den Schultern lässt sich das Kleidungsstück sozusagen Richtung Füße abrollen, ohne dass ihr das bekotzte Shirt nach oben umständlich über Babys Kopf ziehen müsst. Cool oder?


03.) Windeln
Im Grunde ist es ja ziemlich wurst, ob Babydream, Babylove, Beautybaby oder Pampers draufsteht. Besser riechen tut der Inhalt davon wahrlich nicht. Und auch, wenn ich eigentlich nicht unbedingt Markenware kaufen muss, sind wir beim Thema Windeln bei den Pampers geblieben, die es im Krankenhaus gab. Ich dachte, was ich dort erklärt bekam, sei ein spezielles "Krankenhaus-Windel-Feature": ein unauffälliger gelber Streifen auf der Windel, der sich blau verfärbt, wenn die Windel nass ist. Wie ich zu Hause feststellte, verfügen alle Pampers-Windeln über diesen Indikatorstreifen, nicht nur die aus dem Krankenhaus. Sagt mir bitte, dass ihr das auch alle nicht wusstet!
P.S. Wie es bei den anderen Windelgrößen ist, weiß ich noch nicht bzw. nicht mehr, aber in der Newborn-Größe (bis etwa 4kg) haben die Markenwindeln tatsächlich eine bessere Passform als die NoNames.


02.) Kurioses aus dem Hebammennähkästchen
Neben der Tatsache, dass sie in den letzten Monaten zu einer guten Freundin geworden ist, hat meine Hebamme auch allerhand Hilfsmittelchen in unseren Haushalt gebracht. Hervorzuheben seien an dieser Stelle für Mamas Milchbildung die "aktivierten Bockshornkleekapseln" und fürs Baby die (ich schwöre, die heißen echt so!) "Paderborner Pupsglobuli"! Nun ja!


01.) Rosaplüschwatte
Irgendwann musste es hier ja noch kitschig werden. Nummer 1 der Babyfacts, die ich nicht wusste (und in diesem speziellen Fall auch vorher noch gar nicht wissen konnte), ist die mütterliche Endorphinexplosion, wenn sich links und rechts je ein Kind ankuschelt und man einfach nur im siebten Himmel zwischen Rosaplüschwattewölkchen schwebt und das Leben nach Erdbeersahnebonbons schmeckt. Bei der nächsten vollen Windel, einem bockigen "Ich-will-heute-aber-nicht-Zähne-putzen" oder nächtlichem Schlafentzug als Foltermethode wird man auch schnell wieder auf den Boden der Tatsachen geholt, aber diese kleinen Glücksmomente im Alltag als Zweifachmama drücken immer mal wieder kurz zwischendurch auf RESET. Clever eingerichtet von der Natur, oder?


Habt ihr noch weitere Babyfacts, die man unbedingt wissen sollte? 
Kanntet ihr alle 13 oder habt ihr etwas Neues erfahren? 
Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

Montag, 9. Februar 2015

Lieblingstweets Januar

Twitterliebe, heute u.a. mit pöbelnden Pinguinen, explodierten Einhörnern, Cat Content, Szenen einer Ehe und Zeitgeist im Januar: Bachelor, Dschungelcamp (#ibes) und Pegida. Gute Unterhaltung!
































































Samstag, 31. Januar 2015

Zitate Best-Of Januar

Fiona ist 5 Jahre und 3 Monate alt

"Guck mal, ich hatte eine Nukolotive im Adventskalender."
- "Eine was?"
"Eine Nuko...eine Luku...also, eine Eisenbahn!"

"Warum kleckst du denn mit Tusche auf das Papier?"
- "Ganz einfach: ich mach ein Actionbild."

"Diese ganz ganz kleinen Babys nennt man Frühbabys, oder?"

"Nono, wer ist denn das hier auf dem CD-Cover?"
- "Das sind die Ur-Eltern von Drache Kokosnuss."

(Heiligabend, sie liest die Namen auf den Geschenken vor)
"Emm, Ih, Zeh, Leiter, Ah - für wen ist das denn?"
(mein Papa heißt M-I-C-H-A)

"Ein Tier mit L"
- "Ich weiß eins: El-ster!"

Heiligaben, nachdem der Weihnachtsmann den gewünschten FurReal-Affen gebracht hatte:
Ich, mit Neugeborenem auf dem Schoß: "Cool, du hast jetzt ein großes Äffchen!"
Sie: "Ja, und du ein kleines!"

"Mama, was ist mit der Frau im Fernsehen?"
- "Die hat ihr Gedächtnis verloren."
"Oh, dann muss sie wohl neue Gedächtnisse finden..."

"Felicia weint. Vielleicht braucht sie ne Windelverwechselung."

"Weißt du, wie man Leute nennt, die heiraten?"
- "Klar, Braut und Bräutiger."

Zu Silvester:
"Gut, dass Winter ist! Da wird es früher Abend und wir müssen nicht so lange auf Mitternacht warten."

Wir spielen ein Spiel. Aufgabe: Krähe 3x wie ein Hahn.
Sie: "Kräh kräh kräh"

(vorwurfsvoll)
"Mama, ich habe jetzt mein Zimmer aufgeräumt und ich hoffe, das bleibt auch so!!"

Drache Kokosnuss hat in der Schule eine neue Sprache gelernt.
- "Echt? Welche denn?"
"Algebra. Wo spricht man das eigentlich?"

Sie spielt Karten, möchte Pik haben:
"Ich wünsch mir Herz am Stiel."

(steht vor dem Spiegel mit offenem Mund)
"Guck mal, Mama, ich hab hier so einen Streifen, der die Zunge festhält."

"Diese Stadt heißt Paris."
- "Super! Wie hast du das denn erkannt?"
"Am Eichelturm."

"WAAAAS?! Du hast ein Loch in deine Badekappe GEBISSEN?!"
- "Naja, ich wollte nur testen, ob sie auch wirklich stabil ist..."

Sie guckt abends "Schlag den Raab" zur Hälfte, steht am nächsten Morgen auf, macht den Fernseher an und meint: "Hä? Die kämpfen ja immer noch!"

"Ich habe gerade eine oberkrasse Idee: ich mach mir eine Kette!"
- "Gute Idee. Wie denn?"
"Na ich nehme mir eine Schnur...und den Rest lass mal meine Sorge sein."

"Hast du Hunger?"
- "Ja, mein Magen ist schon ganz trocken."

(singt)
"A B C D E F G, H I J K Elloellope"

Das Baby spuckt ein bisschen.
Fiona: "Da ist gerade ein bisschen Milch rausgeschossen!"

Wir gucken "Monsieur Claude und seine Töchter", afrikanische Schwiegereltern in spe verhandeln nicht gerade kompromissbereit mit den französischen Brauteltern. 
Fiona: "Sind das etwa die strengsten Eltern der Welt?!"

"Heidi hat ihren letzten Tag in der Kita. Danach sitzt sie immer den ganzen Tag zu Hause und verdient dabei Geld." (erklärt die Rente)

"Wenn Felicia 1 ist und ich 6, hast du zwei Kinder."
- "Aber ich hab doch jetzt auch schon zwei Kinder!
"Nein, sie ist ein Baby, kein Kind."

"Heute gab es zum Mittag Kartoffeln und so einen braunen Matsch!"
(Blutwurst...)

Dienstag, 27. Januar 2015

Mehr als Chaos?

oder: der Wunsch nach dem dritten Arm

Auf Twitter kam unter den Mombloggern vor einer Weile die Frage auf, inwiefern sich das Leben mit 2 Kindern verändert bzw. welche Vorteile es hat, zwei Kinder zu bekommen. Aus der Unterhaltung wurde die Idee einer Blogparade unter dem Hashtag #mehralschaos geboren und von Mama on the rocks und Mama Schulze gestartet. Als ganz frische 2-Kind-Mama kann ich so viel dazu noch nicht sagen, außer, dass sich die Liebe, der Stolz und das Glück tatsächlich verdoppeln! Was sich (leider) nicht verdoppelt, sind die nächtlichen Stunden Schlaf und die Anzahl der Arme. Wie Leute das machen, die zwei Kinder mit kleinem Altersabstand oder sogar Zwillinge handeln müssen, ist mir ein Rätsel... Es gab in den vergangenen 5 Wochen schon einige Situationen, in denen ich mir die dritte Hand gewünscht habe. Aber weil die Evolution nicht so schnell hinterherkommt, bin ich inzwischen zur einarmigen Meisterin geworden!

Das Baby ist sehr kuschelbedürftig und sämtliche Betten und Wipper sind eigentlich (bis jetzt) mehr hübsche Deko als Funktionsmöbel. Am besten schläft es sich auf Mama oder eben irgendwie an Mama dran. Wehe, wenn sie abgelegt! Also kommt kurzerhand das Baby hochkant in den linken Arm und der rechte macht alles andere, wie z.B. Blogposts tippen (laaangsam), Haare stylen, Fläschchen eingießen, zuschrauben und erwärmen, Kuchenteig zubereiten, ein Ei aufschlagen (!) und den Geschirrspüler ausräumen. Besonders elegant ist dabei das "Rückwärts"-Bücken mit Baby auf dem Arm. Erinnert ein bisschen an Limbo-Dance, Sportprogramm ist also gleich inklusive.

Als ich letztens versuchte, eine Überweisung zu tätigen, musste ich erstens dringend aufs Klo, wackelte also in babygenehmer Schaukelbewegung auf meinem Stuhl schon unruhig hin- und her, versuchte dabei, die Kontonummer zu entziffern und zu übertragen, und wurde dann zweitens noch vom großen Kind von der Seite angesprochen, ob ich genau JETZT den friemeligen Verschluss an ihrem Loom-Armband zumachen könne. Klar, aber womit?! Herr, schick mir die fehlende Hand oder übernimm du das mit dem Armband!

Meine Meisterdisziplin im "Muttitasking" war aber das einarmige Bettbeziehen vor ein paar Tagen. Okay, zugegeben, ich habe nach dem Kopfkissenbezug aufgegeben aber vom Prinzip her habe ich schon einige verborgene Einhandtalente entdeckt!

Der Spagat zwischen einem winzigen "Klebebaby" und einem großen Vorschulkind ist nicht ganz leicht, denn jeder fordert zurecht seine Aufmerksamkeit. Eine große Schwester muss lernen, dass die Grundbedürfnisse eines Säuglings vor den Freizeitgestaltungswünschen einer 5-Jährigen stehen und dass wir die zum Himmel stinkende Windel eben nicht "noch kurz dranlassen" können bis wir xy gemacht haben...

Sie ist bislang sehr verständnisvoll und liebt ihre kleine Schwester über alles, sagt auch häufig: "Ich bin so froh, dass Felicia endlich bei uns ist", küsst sie, streichelt sie und kuschelt mit ihr. Auch "Schwesternaufgaben" übernimmt sie sehr gerne, dazu zählen zum Beispiel Nuckelstecken, Wiegen und (selbstausgedachte) Schlaflieder summen. Als Dank dafür hat sie gestern das erste Lächeln abgekriegt und ich als Mama sitze daneben mit Tränenschleier, und kann mein doppeltes Glück kaum fassen! "Emotionale Inkontinenz" nannte das meine Lieblingsbloggerin Andrea Harmonika. Wie recht sie hat! (lesenswert!)

Zur Zeit ist Fiona der große Kartenspieler, ich nenne sie immer liebevoll "meine Zockerbraut", weil sie bei UNO richtig taktisch und überlegt spielt wie ein Erwachsener und unsere Familienspielrunden schon richtig Spaß machen! Für unsere nachmittäglichen Sessions haben wir eine perfekte Lösung gefunden: Mama stillt das Baby auf der Couch und das große Bananenstillkissen dient als Ablagetisch für den Kartenstapel, so sind beide Kinder zufrieden. Dass inzwischen auch einhändiges Kartenspielen zu meinen mütterlichen Kernkompetenzen gehört, muss ich wohl nicht extra erwähnen....UNO!

Schwesternliebe

Montag, 12. Januar 2015

(Nicht mehr) Schwanger - die Geburt

[Wie in einem der vorherigen Schwangerschaftsposts schon mal geschrieben, bin ich die ganze Schwangerschaft über von meinem nach Eisprung berechneten Entbindungstermin 20.12. ausgegangen. Die Ärztin hat anhand des ersten Ultraschalls den 24.12. als Berechnungsgrundlage genommen]



 
"Freitag, 19.12.14, 39+6
Dieses Kind wird wehenlos zur Welt kommen. Anders kann ich es mir nicht erklären. Aber von vorn: 9 Uhr Termin zum CTG: NICHTS. Direkt nach mir hatte meine Schwester auch CTG (sie hat Termin im März) und während ich bei ihr mit drin saß, hatte ich in den 15min 3x einen harten Bauch. Jetzt gerade auch immerzu. Vorführeffekt! Die müssen doch denken, ich spinne. Untersucht wurde ich nicht, aber den Einweisungsschein fürs Krankenhaus habe ich mitbekommen. Laut Frau Doktor reiche es, wenn mich am 26. in der Klinik vorstelle, es müsse nicht unbedingt unser Heiligabendausflug werden. Lieber wäre mir allerdings: Geburt am (spätestens) 21.12., 3 Tage Serviceprogramm in Anspruch nehmen und Heiligabend Familienausflug aus dem Krankenhaus nach Hause zu Viert. Wie findest du das, kleiner Schatz? P.S. Fest steht schon mal: im Winter deiner Geburt lag bisher noch kein Krümel Schnee. Es regnet bei osterlichen 11 Grad Plus.

(immernoch) Freitag, 19.12.14, 39+6
21.40 Uhr: ich glaube, ich habe Wehen! Etwa alle 7 Minuten, aber seit heute so, dass ich anfange zu schwitzen und die Augen zumachen muss und manchmal unkontrollierte Geräusche von mir gebe. Huh? Vorhin war es ein Gefühl wie ein Kratzen am Muttermund von innen. Machst du jetzt die Tür auf?! Knock knock. Du fühlst dich allerdings nicht an wie ein unbeweglicher Wackerstein im Bauch - das sei laut meiner Oma ein untrügliches Anzeichen für die bevorstehende Geburt - sondern du bist erstaunlich aktiv momentan! Wird doch wohl keine Punktlandung werden morgen am 20.? Ich bin gespannt! Aua-Wehen: 20.47 - 20.52 - 21.00 - 21.08 - 21.19 - 21.25 - 21.34 - 21.40 - 21.50 - 22.03 - 22.09 - 22.29 - 22.37 - 22.43 - 22.51 - 22.56 - 23.01 - 23.07 --> na, heute noch Krankenhaus...? 
P.S. Dein Papa kam nach einem langen Arbeitstag erschöpft nach Hause und meinte nach der Weheninfo nur "och nö" und meine Mama schrieb "Geh schlafen". Die haben gut reden!

Samstag, 20.12.14, 40+0
Ich glaube, 40+0 ist tatsächlich dein Geburtstag, der 20.12.2014. Die Wehen gestern gingen noch ein bisschen weiter, irgendwann bin ich "vorsichtshalber" duschen gegangen, man kann ja nie wissen. Ich schrieb das meiner Mama, die diese Info versehentlich als "Zieh dich an und mach dich bereit zum Herkommen" missgedeutet hat (müssten wir nachts ins Krankenhaus fahren, käme sie zu uns um auf Fiona aufzupassen). Kurz darauf (etwa 00.30 Uhr) sendete ich: "Wehen sind nach dem warmen Wasser weniger geworden, versuche jetzt zu schlafen." und sie: "Na toll, sitze gestiefelt und gespornt in der Küche und frühstücke." Ups! Ich konnte dann zwar einschlafen, bin aber um 4 wach geworden von Wehen. Dann aufs Klo: Zeichnungsblutung! YESSS! Wehen waren so, dass ich nicht mehr schlafen konnte, bin also aufgestanden um kurz vor 5, habe Zähne geputzt, gefrühstückt (!), ein letztes Bauchfoto gemacht und kurz bevor ich deinen Papa wecken wollte zum Losfahren, wurden die Wehen weniger, obwohl ich mich zwischenzeitlich schon auf der Arbeitsplatte in der Küche abstützen musste zum Veratmen! Um 6 bin ich dann nochmal ins Bett und dachte: "Augen zumachen bis die nächste Wehe mich weckt". Ende vom Lied: um 9 Uhr ausgeschlafen und wehenlos aufgewacht. Super. Meine Hebamme schreibt, ich solle mich schön ausruhen, es könne "unsere heilige Nacht" werden heute. Wehen tauchen inzwischen (11 Uhr) langsam wieder auf, 10-Minuten-Abstand oder mehr. Ich glaube, lange dauert es jetzt nicht mehr! Hatte nachts schon alles auf den Küchentisch gelegt: Mutterpass, Ladekabel, Socken, Flasche Wasser... aber du willst wohl einfach nicht raus, wenn's hell ist, kann das sein? Freue mich auf jede Wehe - bald bist du da <3 "


Bis dahin geht das Tagebuch. 
Es sollte tatsächlich der letzte Eintrag vor der Geburt gewesen sein.

[Wer sich beim Lesen gefragt hat, was eine Geburt mit Bildender Kunst zu tun hat, kommt hier ein kurzer Ausflug in die Gynäkologie, wo man von der Zeichnungsblutung oder auch dem Abgang des Schleimpfropfes spricht. Ihr könnt es euch denken: eine Geburt und alles, was mit ihr zu tun hat, ist nicht nur rosa Wattewölkchen. In diesem Fall klingt aber das olle S-Wort wesentlich ekliger als der eigentliche Vorgang! Der Schleimpfropf verschließt sozusagen die Gebärmutter während der Schwangerschaft, um das Eindringen von Keimen zu verhindern. Wenn sich der Muttermund in Vorbereitung auf die Geburt langsam öffnet, löst sich der Pfropf und man findet ihn am Klopapier. Weil in den meisten Fällen ein bisschen Blut dabei ist, bezeichnet man diesen Vorgang auch als "Zeichnungsblutung" oder schlicht "Zeichnen".]

Fiona hatte ich 15 Stunden nach dem "Zeichnen" auf dem Arm. Ich wertete dies also als untrügliches "Zeichen" für die bevorstehende Geburt (obwohl es bei anderen Frauen trotzdem noch Tage dauert danach). Die Wehen tauchten ja wie gesagt am Vormittag langsam wieder auf, aber nicht so stark, dass sie mich nachhaltig beeindruckten. Wir beschlossen, dass Fiona an diesem Abend vorsichtshalber gleich bei meiner Mama übernachten sollte. Sie freute sich und packte ihre Tasche, während ich mich einem Nähprojekt widmete: dem versprochenen Pullover aus Drache-Kokosnuss-Stoff. Zwischendurch kam immer mal eine Wehe; ich hörte kurz auf zu nähen und atmete stattdessen. Ich wusste intuitiv, dass dieses Kind aller Wahrscheinlichkeit nach noch am gleichen Tag geboren werden würde, ging also noch in aller Ruhe Haare waschen, denn dazu kommt man ja hinterher meist erstmal nicht, und schminkte mich ein bisschen, damit ich auf den ersten Fotos nicht so fertig aussehe.

Wir verabredeten uns zu 14 Uhr mit und bei meinen Eltern um die Ecke zum Ente essen. "Das schaffe ich noch", schrieb ich ihnen. Meine gepackte Kliniktasche und noch ein paar andere wichtige Unterlagen nahm ich direkt mit ins Auto, weil ich von meinen Eltern aus nach dem Essen dann gleich weiter fahren wollte ins Krankenhaus. Wir aßen also genüsslich unsere Ente und auch ich schaffte endlich mal wieder mehr als eine Kinderportion, weil sich der Bauch inzwischen tatsächlich gesenkt hatte. Demzufolge hatte auch der geknickte Magen wieder ein bisschen größeres Fassungsvermögen als in den Wochen zuvor. Während des Kaffeetrinkens hinterher kamen die Wehen in Abständen von 5-10 Minuten und waren so, dass ich mich währenddessen nicht mehr unterhalten konnte, sondern alle Gespräche für etwa 45 Sekunden eingestellt werden mussten. Hätte es nicht in Strömen geregnet, wäre ich draußen noch eine Runde spazieren gegangen, so aber verabschiedeten wir uns von Fiona und meinen Eltern und fuhren ins Krankenhaus. Ich dachte, spazieren könne ich auch über den Krankenhausflur...


Als wir fuhren, war es stockdunkel draußen, fühlte sich an wie spätabends, war aber tatsächlich erst kurz vor halb 5. Bei der virtuellen Kreißsaalführung, die wir im 6.Monat gemacht hatten, wurde ganz genau gezeigt, wo der Eingang zum Kreißsaal ist und wo man klingeln muss. Und obwohl ich ja durch diese Führung und die erste Geburt 2009 grob wusste, wie alles abläuft, klopfte mein Herz ein bisschen schneller als normal, als ich auf den Klingelknopf drückte (und das lag nicht an den paar Treppenstufen).Vorher noch ein schnelles Erinnerungsfoto von der Kreißsaaltür und dann ging sie auch schon auf.
"Hallo, wir kommen zur Entbindung" - "Ach schön, na denn komm' se mal rein."


An der Eingangstür gab ich für die nächsten Stunden Chipkarte, Mutterpass und Schamgefühl ab und bekam dafür eines dieser wunderbar praktischen Krankenhauskleidchen mit rückseitigem Ausschnitt von der Hebamme, auf deren Schildchen "Antje" stand. Ich sagte, ich habe für die Entbindung extra ein langes Nachthemd zum Knöpfen mitgebracht, aber Antje meinte, ich solle ruhig erstmal das Krankenhaushemd nehmen und mich erst später für den eigentlichen Kreißsaal umziehen; schwitzen werde ich noch genug. Ich zog es also an, wurde ans CTG angeschlossen und prompt ließen die Wehen nach bzw. kamen in sehr großen Abständen, 15min und mehr. Super. Die Herztöne gefielen ihr nicht wirklich, deswegen bekam ich einen halben Liter Wasser, den ich schlückchenweise während des CTGs mit Strohhalm trinken sollte. Die Herzkurve wurde direkt besser, allerdings blieb es wehentechnisch bei einer Nulllinie (trotz Wehen ab und zu!).

Sie untersuchte den Muttermund und stellte fest, dass sich da zwar schon ein bisschen was getan hatte, aber der Gebärmutterhals (ihr erinnert euch - der "Flaschenhals") noch nicht ganz verstrichen war. Bevor der nicht weg ist, können sie auch nichts machen, um die Geburt "anzuschubsen". Es hieß, die Ärztin käme gleich, um den Papierkram mit mir zu besprechen (Geburtsarten, Risiken, Schmerzmittel, etc.), dann werde ein Ultraschall gemacht, um Lage und Gewicht noch mal zu bestimmen und dann untersuche sie mich in einer Stunde erneut. Wenn sich bis dahin nichts getan habe, solle ich erst mal auf die Wochenstation verlegt werden. Nach Hause schicken wolle sie mich aber nicht, denn bei Zweitgebärenden könne es auch mal plötzlich ganz schnell gehen. Hört hört! Mein Mann machte ein Foto von mir, wie ich grinsend im Kleidchen am CTG lag, und schickte es meiner Mama, 17.50 Uhr. Ich hielt währenddessen die Twittergemeinde auf dem Laufenden:


Anschließend folgten das Arztgespräch und der Ultraschall. Köpfchen war tief im Becken, Versorgung gut und geschätzt wurde sie auf 3200g. Danach wurde ich wieder untersucht. Fruchtblase sei prall, Gebärmutterhals immer noch tastbar und Muttermund unverändert. Aaaah, ich wollte nicht auf Station! Da sind die ganzen Nicht-Mehr-Schwangeren mit ihren Neugeborenen. Da fühlt man sich mit Kugelbauch so fehl am Platz!

Die Hebamme deutete meinen enttäuschten Gesichtsausdruck richtig und grinste:
"Soll ich Ihnen sagen, was ich an Ihrer Stelle machen würde? Sie könnten jetzt natürlich auf dem Klinikgelände spazieren gehen, aber dafür haben wir nicht das richtige Wetter. Die meisten Frauen wollen das absolut nicht, aber oft kann ein kleiner Einlauf Wunder bewirken, weil Darm und Gebärmutter direkt Wand an Wand liegen. Wird das eine aktiv, regt es das andere zum Mitmachen an."
- "Wenn Sie meinen - ich mach alles mit. Also los."

18.15 Uhr: die gesamte Kreißsaalabteilung war an diesem Abend bis auf uns beide und Hebamme Antje menschenleer. Die Türen standen also offen und ich konnte in meinem offenen Hemdchen zwischen der Untersuchungsliege und dem Klo hin und her wandern, ohne Rücksicht nehmen zu müssen auf eventuell wartende Papas-to-be auf dem Gang. Während der ersten 15min auf dem Klo kamen bereits 3 Wehen und zwar solche, die es in sich hatten. Hui! Als Antje mich eine Wehe veratmen hörte, meinte sie anerkennend: "Na das klingt doch schon anders!" Konnte sie tatsächlich nur anhand meines Atmens einschätzen, wie stark die Wehen waren? Zauberei. Mein Mann und ich durften nach nebenan in ein kleines Wohnzimmer gehen - eigentlich ein Wehenvorzimmer mit 3 Schränken für persönliche Sachen, einer Couch und einem geschmückten Weihnachtsbaum. So saßen wir also dort, sehr romantisch im Schein der Kerzen Lichterkette, ich bekam einen heißen Früchtetee und 15min später sollten wir rüberkommen in den Kreißsaal.

Die Klinik verfügt über 3 Kreißsäle, von denen ich mir einen aussuchen durfte. Ich entschied mich für den mit der stimmungsvollsten Lampe an der Decke. Geburtswanne und andere Specials wollte ich nicht, nur Lachgas hatte ich schon im Vorfeld "bestellt". Das werde erst seit Kurzem wieder als Schmerzmittel in der Geburtsmedizin angewandt, über eine Maske eingeatmet und fühle sich an, wie 2 Gläser Sekt auf nüchternen Magen, erklärte die Ärztin. Toll, nehm ich! Die Wirkung ist zeitlich begrenzt: man kann es während einer Wehe einatmen und kurz nachdem man die Maske vom Gesicht nimmt, lässt auch die Wirkung wieder nach. Schwester Antje ließ uns allein im "Wehenwohnzimmer" und bereitete im Kreißsaal alles vor. Währenddessen erkundigten sich meine Herzensdamen auf Twitter nach meinem Schuhwerk und ich zwischerte in den Wehenpausen noch fröhlich zurück. Es sollte mein vorerst letzte Antwort gewesen sein:




In der Linken die Tasse Tee, in der Rechten das Handy, ging es kurz vor 19 Uhr nach nebenan in den Kreißsaal, den ich beim Reingehen noch fotografierte. Die Wehen kamen in kurzen Abständen und waren schon nicht mehr lustig, weshalb Schwester Antje mal wieder ein CTG sehen wollte. Ich biss ganz schön die Zähne zusammen und freute mich, dass nun wohl ENDLICH ordentliche Gebirge auf dem Wehenschreiber zu sehen sein würden. Wenn man schon Schmerzen hat, soll das CTG einen wenigstens mit einer hohen Zahl dafür "belohnen". [Zur Info: die Nulllinie liegt bei ungefähr 20, bei "echten" Wehen würde das Gerät 50 oder 60 anzeigen]. Eine heftige Wehe kam, ich lag auf der Seite und drehte mich extra zum Gucken um und sah: eine 27. Uh! Höher als 35 sind sie übrigens bis zum Schluss nicht geworden, kann bei nicht gertenschlanken Frauen aber daran liegen, dass die darüberliegende Polsterschicht die Kontraktionen der Gebärmutter nicht 1:1 an den Messkopf weitergibt...  


19.00 Uhr: mein Mann machte wieder ein Foto von mir, grinsend auf dem Kreißbett und schickte es an meine Mama.
Die antwortete: "Die grinst ja immer noch!" - "Ja, aber alle 3 Minuten nicht mehr!"
Danach ging alles ganz schnell. Wir waren allein im Kreißsaal, ich lag auf dem Rücken und plötzlich platzte die Fruchtblase. Ich bekam auf ein Mal ein bisschen Angst: jetzt würde es wirklich losgehen! "Hol die Hebamme!" rief ich. Sekunden später stand sie vor mir, untersuchte das Fruchtwasser (war farblos, alles ok. Ist es grün, heißt es, dass das Kind "Stress" hat im Bauch bzw. die Versorgung nicht gut ist) und meinte, ich solle mich auf die linke Seite drehen. Während einer Wehe (au!) untersuchte sie den Muttermund und sagte etwas wie "Köpfchen dreht sich schon rein" oder so. Im Geburtsvorbereitungskurs hatten wir gelernt, wann sich unter der Geburt das Kind wie dreht. War in dem Moment natürlich alles weg und mir auch ziemlich egal. Ich lag immer noch auf der Seite und hörte mich während einer Wehe panisch rufen: "Es drückt schon so, ich glaub, das Kind kommt jetzt!". Dass ich natürlich nicht dazu gekommen bin, das extra für diesen Zweck gekaufte Nachthemd anzuziehen, muss ich wohl nicht extra erwähnen. Und meinen Früchtetee habe ich auch kalt werden lassen...

Mein Mann verlangte das Lachgas (für mich, nicht für sich), ich nahm nur am Rande wahr, dass jemand sagte, es sei zu spät. ZU SPÄT für Schmerzmittel, eine Äußerung, die ich von der ersten Geburt schon kannte. Er drängte, dass sie es bitte trotzdem noch holen solle, weil ich beim letzten Mal schon keines hatte. Eine Schwester verließ darauf den Raum und kam eine gefühlte Ewigkeit später erst wieder. Lasst es vielleicht 3-4 Minuten gewesen sein ^^ Ich durfte mich endlich auf den Rücken drehen. Die erste Presswehe kam, ich wollte schreien, aber erinnerte mich daran, dass Atmen wirksamer ist. Ich hechelte also tapfer gegen das dringende Brüll-Bedürfnis an und es war tatsächlich besser, hatte man das erste Hoch der Wehe erstmal geschafft. Eine Hand vergrub ich im Stillkissen an meinem Kopf, mit der anderen zerquetschte ich etwas, was sich hinterher als Hände meines Mannes herausstellte. Zwischen den Wehen gab es gefühlt keine Pausen mehr, keine Erholung. Sie rollten unaufhörlich auf mich zu und ich atmete um mein Leben. Irgendwann hielt jemand eine Maske vor mein Gesicht. Ah, das Lachgas! "Ihre Frau muss die Atemmaske aber selber halten!" mahnte die Schwester. Ich hörte es, konnte die Maske aber nicht halten, denn ich musste mich ja an meinem Mann und dem Stillkissen festhalten und es fehlte irgendwie eine dritte Hand. Und überhaupt: nehmt dieses blöde Ding weg und lasst mich in Ruhe! Die Schwester stand also untätig neben mir, etwas hilflos und mit dem Lachgas in der Hand, die Hebamme machte irgendetwas am unteren Ende des Bettes, mein Mann sagte "Gleich geschafft, das Köpfchen ist schon da!" und eine Presswehe später, kurz vor halb 8, wurde unser Baby geboren und mir auf die Brust gelegt...
Große, dunkle Augen guckten mich wach an. Oh Gott, sie ist da! Love at first sight!


"Ein Mädchen, herzlichen Glückwunsch!!!"


Um 19.28 Uhr, 3 Minuten nach der Geburt und nur eine knappe halbe Stunde nach dem letzten Grinsefoto, bekam meine Mama das Bild ihrer wieder grinsenden Tochter aufs Handy, diesmal mit Baby im Arm. Sie konnte es fast nicht glauben!

Und weil im Krankenhaus immer noch nichts los war, durften uns meine Eltern und die frischgebackene große Schwester noch direkt im Kreißsaal besuchen! Keine 20min später klopfte es an der Tür, mein großes Kind kam rein und dann rollten die Freudentränen bei allen. Der perfekte Abschluss dieser tollen und vor allem schnellen Geburt. Was für ein Erlebnis. Kurz nach 21 Uhr wurden wir auf die Wochenstation gebracht. Und statt - wie das Baby - zu schlafen und mich von der Geburt zu erholen, guckte ich dieses wunderschöne, perfekte Menschlein an, fotografierte von links, von rechts, von oben und von unten und war einfach nur überwältigt, unendlich glücklich und dankbar für dieses kleine Wunder: FELICIA


Bild auf dem Krankenhausflur