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Montag, 24. Juni 2013

Eltern-Kind-Parade Juni

Das Thema Kinderbetreuung ist nicht nur allgemein in Deutschland in den Medien und auf den Tischen der Politiker ständig präsent, sondern nun auch Monatsthema im Juni bei der Eltern-Kind-Blogparade. Ich persönlich glaube ja, dass bei kaum einem anderen Thema die Meinungen so auseinander gehen, wie beim Thema Betreuung. Jeder hält etwas anderes für richtig. Die einen befürworten den frühen Kita- bzw. Krippenbesuch, weil die sozialen Kompetenzen auch schon bei den ganz Kleinen enorm gefördert werden, die anderen halten 3 Jahre Elternzeit mit einer 24/7-Mama für das Optimum, weil Mama und Papa eben am Anfang die einzig wahren Bezugspersonen sind. Aber gibt es überhaupt richtig und falsch? Nein, gibt es nicht! Bei so einem sensiblen Thema muss jede Familie für sich entscheiden, wie sie die Betreuung handhaben will und kann, denn oft genug spielt auch der finanzielle Faktor eine Rolle. Bei Selbstständigen beispielsweise steht es überhaupt nicht zur Debatte, ganze 3 Jahre aus dem Beruf auszusteigen. Gerade dann ist es wichtig, wenn man Fremdbetreuung vor dem 3. Lebensjahr in Anspruch nehmen kann.
Als ich zeitweise als Musikpädagogin im Kindergarten gearbeitet habe und die schwangeren Bäuche vor dem Büro der Leiterin stehen sehen habe, habe ich noch vermutet, dass da Geschwisterchen heranwachsen und die Mütter zwecks Gespräch über ihre größeren Kinder kommen. Denkste! In einer Unterhaltung kam heraus, dass das "Erst-Mamas" gewesen sind, die im 5. Monat bereits einen Platz für das Ungeborene ab dessen 1. Geburtstag anmelden wollten! Als wir aus Baden-Württemberg zurück in meine Heimatstadt Berlin gezogen sind, war Fiona knapp ein halbes Jahr alt. Dass ich nicht der Typ dafür bin, 3 Jahre komplett zu Hause zu verbringen und einzig und allein das Kind zu meinem Lebensmittelpunkt zu machen, war für mich von vorn herein klar. Umso glücklicher war ich über die Tatsache, dass in Berlin bereits 1-jährige Kinder einen Kitaplatz bekommen können und ich somit nach 1 Jahr Auszeit wieder arbeiten darf, ohne dass mir stattdessen zu Hause die Decke auf den Kopf fällt. Aber auch wenn es bald für alle Eltern bzw. deren Kinder einen gesetzlich geregelten Anspruch auf einen Kitaplatz ab 1 Jahr gibt, heißt das noch lange nicht, dass die Kapazitäten das auch zulassen. Statt über den Griff ins Klo mit der "Herdprämie" zu diskutieren, sollte das Geld lieber für den Kitaausbau verwendet werden...

Nachdem wir dann jedenfalls den Betreuungsgutschein auf dem Jugendamt beantragt und alle erforderlichen Unterlagen beisammen hatten, fehlte "nur" noch der Platz selbst. Auf die Frage, zu wann ich den denn bräuchte, antwortete ich wahrheitsgemäß "In 1-2 Monaten", woraufhin ich Gelächter und den Kommentar "Naja, nächsten Sommer haben Sie vielleicht Glück!" erntete.
Auf dem Jugendamt hieß es, alle Plätze im Bezirk seien momentan vergeben. Ich telefonierte mir die Finger wund und rief in den Kitas der umliegenden Berliner Bezirke an, ließ uns auf unzählige Wartelisten setzen, traf mich zu erfolglosen Gesprächen mit Leiterinnen (in Wahrheit heißen die nur "Leiterin", weil sie ständig sagen müssen "Tut mir LEID") und klammerte mich an jeden Strohhalm.

Wir trafen uns sogar mit Tagesmüttern, die aber darauf bestanden, dass alle Kinder (ca.4-6) spätestens um 8 Uhr morgens gebracht und spätestens 15 Uhr abgeholt werden müssten. Mit dem Wissen, dass ich selbstständige Instrumentalpädagogin bin, liegt es auf der Hand, dass sich die genannten Zeiten denkbar ungünstig mit meinen Arbeitszeiten überschneiden, nämlich gar nicht. Musiklehrer, die nicht von der Schule angestellt sind, könnten theoretisch (und darauf liegt hier die Betonung) bis mittags schlafen, dekadent um 11.30 Uhr frühstücken und ausgeruht am Nachmittag zum Unterrichten in die Schule fahren, wenn die Kinder Schulschluss und damit Zeit für ihr Hobby Musikinstrument haben. Natürlich schläft der gemeine Musiklehrer nicht bis mittags, sondern bereitet am Vormittag seine Unterrichtsstunden incl. Notenmaterial, Trainings-CDs, Konzerte, Organisatorisches, etc. vor. Trotzdem hätte mir gemeinsames Ausschlafen und eine Betreuung von etwa 11 bis 17 Uhr am besten in den Tagesablauf gepasst, aber damit konnte niemand dienen. Kitas nicht und Tagesmütter noch weniger. Durch einen Zufall wurde ich letztendlich direkt beim ersten Anruf in ihrer heutigen Kita doch noch zu einem Gespräch eingeladen, da die 2009er-Gruppe dort aufgrund der großen Nachfrage nochmal geteilt worden ist. Genau ein Platz war in der Juli-Dezember-Gruppe noch frei und nun tatsächlich reserviert für mein Oktoberkind Fiona. Hooray!

Während der Eingewöhnung drückte ich mir am Schlüsselloch zum Gruppenraum die Nase platt ^^

Seit etwa zweieinhalb Jahren übernimmt also die 7 km entfernte Kita zwischen 9 und 15 Uhr die Betreuung. Den Fahrtweg (45min hin und zurück im Berufsverkehr) nehme ich dafür eben in Kauf. Fiona geht sehr gerne in den Kindergarten, mag ihre Erzieherin, hat viele Freunde gefunden und liebt die täglichen Aktivitäten mit Gleichaltrigen, ob drinnen beim Knete selber machen, beim Sport im
Fiona mit meiner Mama im Urlaub
Turnraum oder draußen beim "Schätze" sammeln im Garten (Steine, Steine, Steine, große, kleine, graue, braune, .... alle "wunderschön" und in allen Ritzen unseres Zuhauses wiederzufinden ^^).
Da ich nun aber berufliche Aktivitäten wie Orchesterproben mit den älteren Schülern erst am späten Nachmittag durchführen kann, reicht der Kindergarten für die Betreuung nicht aus. Das zweite große Standbein ist an dieser Stelle meine MAMA (ebenfalls selbstständige Instrumentallehrerin), ohne die das alles gar nicht möglich wäre - DANKE!. Wir haben uns mit unseren Unterrichtsstunden so arrangiert, dass wir nach 16 Uhr nie gleichzeitig arbeiten, ich also Fiona aus der Kita abhole, ein bisschen Nachmittagszeit mit ihr verbringen und sie danach meiner Mama "übergeben" kann, um dann selbst nochmal für 2 Stunden arbeiten zu gehen. Meine Eltern wohnen fast nebenan und Fiona fühlt sich dort wie zu Hause, deswegen gibt es auch selten Betreuungsprobleme, wenn sie mal krank ist. Mit dem Krankenschein, den die Kinderärztin mir bereitwillig anbietet, wenn mal wieder Seuchenalarm ist, kann ich nämlich leider auch nicht viel anfangen...

Wie ist die Betreuung bei euch geregelt? 
Ab wann seid ihr selbst damals in den Kindergarten oder die Krippe gegangen? 
Gibt es da Unterschiede zwischen Ost und West? Wie sind eure Erfahrungen? 
Ich freue mich, wenn ihr sie mit mir teilt!
P.S. Weitere Meinungen/Erfahrungen gibt es gesammelt wie immer hier

Freitag, 24. Mai 2013

Wohin in Berlin? [EKP Apr/Mai]

Dem aufmerksamen Beobachter wird aufgefallen sein, dass es im April (und bisher auch im Mai) noch keinen Hexhex-Beitrag zur Eltern-Kind-Parade gegeben hat.
Im Trubel der letzten Wochen habe ich im Ausflugsziele-April schlicht und ergreifend die Frist verpasst und im Wir-haben-Spaß-Mai bisher noch keine Zeit zum Schreiben gefunden. Die liebe Testmama Kerstin hat nach der April-Parade zum Thema
"Ausflugstipps mit Kindern" eine Seite erstellt, auf der sie die verschiedenen Blogbeiträge kurz zusammengefasst und regional nach Bundesländern sortiert hat. Also wer irgendwo in Deutschland (oder in Wien) Urlaub machen möchte und noch nicht weiß, was er mit seinen Kindern unternehmen kann, sollte dort direkt mal gucken gehen! Auffällig in der Liste war das Loch bei Berlin/Brandenburg. Das kann ich als Hauptstädterin so nicht auf uns sitzen lassen, denn es gibt in und um Berlin so viele tolle Sehenswürdigkeiten und Freizeitangebote, auch schon für die Kleinsten! Bei der Fülle an Möglichkeiten fällt es natürlich schwer, gezielt etwas für so einen Post auszuwählen. Ich hatte im Vorfeld gedacht, dass ich meine 5 liebsten Ausflugsziele für die Nichtberliner kurz vorstelle. Beim Fotos-Sichten sind dann noch ein paar andere Highlights dazwischen gerutscht und deswegen präsentiere ich euch heute meine Top 10 der Ausflugsziele mit Kindern in Berlin und Umgebung. [Bei jedem Einzelnen ist der gemeinsame Spaß natürlich auch nicht zu kurz gekommen, deswegen wird das eine 2-in-1-Aufgabe im April-Mai-Mix. Ich hoffe, ich darf damit an der tollen Freizeitpark-Verlosung trotzdem teilnehmen...?]


In diesen kleinen, handlichen Städteführern, die einem vorschlagen, was man mit seinem Kind in der jeweiligen Stadt anstellen könnte, begegnete mir letzten Sommer das Deutsche Technik Museum. Obwohl (oder gerade weil?) Technik nicht gerade zu meinen Spezialgebieten zählt, war die Ausstellung wirklich sehenswert und sehr interessant! Im Buch stand in den Randbemerkungen, dass 3 Jahre genau das richtige Alter für einen ersten Besuch in dem Museum sei. 100% unterschreiben kann ich das zwar nicht, aber es gab tatsächlich viele Exponate, die auch schon die Kleinsten zum Ausprobieren einluden. Für einen regnerischen Sonntag jedenfalls genau das Richtige!
Preise: 6€ p.P., ermäßigt (bis 14) 3,50€, Kleinkinder frei.



09: Der Werbellinsee

Der schöne Werbellinsee liegt in der Schorfheide, rund 50km nordöstlich von Berlin und ist das ideale Ziel für einen Tagesausflug bei sommerlichen Temperaturen. Ob baden, buddeln oder Boot fahren - da ist der Spaß vorprogrammiert. Wem der See mit seinen Freizeitangeboten als Attraktion nicht genug ist, der kann den Aufenthalt mit einem Besuch des absolut sehenswerten Schiffshebewerks (siehe "08") in der Nähe verbinden



Vor ziemlich genau einem Jahr, am 2012er Pfingstmontag, haben wir mit der Familie einen Spontanausflug zum ältesten, noch arbeitenden Schiffshebewerk Deutschlands gemacht. So unspektakulär das klingen mag, so beeindruckend ist es dann aber, wenn man direkt davor steht oder es schon von Weitem in den Himmel ragen sieht! Wenn man oben in schwindelerregender Höhe von 52m steht, kann man ganz genau beobachten, wie ein Schiff in nur 5 min einen Höhenunterschied von 36m im Zuge des Oder-Havel-Kanals überwindet. Wer nochmal genauer nachlesen und mehr Bilder sehen möchte, hier habe ich darüber berichtet.
Preise: 2€ p.P., ermäßigt 1,50€. Kinder unter 6 Jahren frei.



07: Das DDR-Museum

Das ideale Ausflugsziel für Schulklassen, die in Geschichte gerade die Jahre 1961 bis 89 durchnehmen - aber auch nur für die. Denkste! Das DDR-Museum ist so gestaltet, dass es jeden begeistert: vom Kleinkind bis zum Rentner! Dort gibt es keine trockenen Zahlen und Daten, sondern Geschichte zum Anfassen. Wie sah es aus, das typische DDR-Wohnzimmer mit Karat-Schrankwand? Was schrieb man damals in seinem Schulaufsatz? Wie funktionierte das mit der Stasi und welchen Kaffee konnte man kaufen? Der obligatorische Trabi darf natürlich auch nicht fehlen, selbstverständlich ebenfalls zum Einsteigen, Ausprobieren und "Begreifen". Ganz zentral in der Nähe des Alexanderplatzes gelegen (neben dem Berliner Dom), kommt man praktisch zwangsläufig am Museum vorbei, wenn man in der Stadtmitte unterwegs ist und sollte auf jeden Fall einen Abstecher dorthin machen.
Preise: 6€ p.P., Kinder ab 6 J. und ermäßigt 4€, unter 6 Jahren frei.



06: Der Müggelsee

In Berlin gibt es - entgegen der landläufigen Meinung - nicht nur hässliche Plattenbauten im Osten, das Brandenburger Tor in der Mitte und den Bahnhof Zoo im Westen. Bekannte aus Bayern waren mal ganz überrascht, als ich Bilder von unserem Garten gepostet habe: "IHR habt einen Garten? Ich denke, ihr wohnt in Berlin?!". So, wie es in der Hauptstadt auch Wälder mit Bäumen gibt, haben wir selbstverständlich auch Seen im Angebot. Neben dem bekannten Wannsee mit seinem Strandbad, was schon 1951 besungen worden ist ("Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein, ..."), gibt es in Köpenick (für geographische Dilettanten wie mich: unten rechts) den größten der Berliner Seen: den Müggelsee. Eine einstündige Rundfahrt bei schönem Wetter durch das sog. "Klein-Venedig", z.B. mit Halt an der berühmten Gaststätte "Rübezahl" bzw. im Biergarten (mit Spielplatz!), ist eine schöne Beschäftigung für einen Sommernachmittag in Berlin.
Preise: je nach Dauer der Fahrt zwischen 3 und 7€.




Das Tropical Islands im Landkreis Dahme-Spreewald (ca. 60km südlich von Berlin) wirbt mit dem Slogan "Europas größte tropische Urlaubswelt" mit Südseestrand, Regenwald, Lagune, Tropendorf u.v.m. Ursprünglich sollten in der größten freitragenden Halle der Welt, die schon von der Autobahn aus nicht zu übersehen ist, Luftschiffe witterungsgeschützt untergebracht werden. Durch die Insolvenz der Firma ist es dazu jedoch nicht gekommen und so beherbergt die 360m lange Halle mittlerweile ein riesiges Spaßbad. Das Tropical Islands ist aufgrund der beeindruckenden Größe wirklich sehenswert, aber von urlaubsähnlicher Erholung war ich ziemlich weit entfernt. Vielleicht war auch der Termin unseres Besuches nicht gerade günstig gewählt (Ende Dez.), jedenfalls war es so voll, dass man am "Südseestrand" nur schwer einen Platz mit seinem Handtuch bekommen hat und sich zuweilen fühlte, wie am Ballermann im 17. Bundesland zur Hauptsaison. Zu dem Grundeintrittspreis kommen Zusatzausgaben dazu, wie Essen und Trinken, das Benutzen der Rutsche, ein Flug mit dem Heißluftballon, Sauna, Souvenirs etc., was auf dem Armband-Chip gespeichert wird, den man ums Handgelenk trägt. Bisher habe ich von allen Bekannten, die ein Mal dort waren, gehört, dass ein Mal auch völlig ausreicht. Das sehe ich genauso, möchte aber trotzdem diesen einen Besuch im Tropical Islands empfehlen, am besten, wenn keine Ferien sind. Wer mehr über das "tropische Paradies" lesen möchte, hier habe ich vor 1,5 Jahren darüber gebloggt.
Preise: 34,50€/Erwachsene, 29,50€/ermäßigt, 27€/Kinder (6-14), unter 6 Jahren frei.



04: das SeaLife

Ein großes Aquarium mitten in Berlin zum Beobachten, Staunen und Anfassen! Rochen, Haie, Seepferdchen, Krabben und Clownfische lassen Kinderherzen höher schlagen. Wie fühlt sich eigentlich ein Seestern an? Was frisst eine Seeanemone? Ein besonderes Highlight ist im Anschluss an den Besuch des SeaLife die Fahrt durch den Aquadom im Dom-Aquarée gegenüber. In diesem 25m hohen Korallenriff mit ca. 1500 Fischen ist eine Art Fahrstuhl, von wo aus man direkt durch den Lebensraum der knapp 100 Arten fährt und diese hautnah erleben kann.
Gebloggt darüber habe ich hier.
Preise: 17,50€/Erwachsene (ab 15), 12,50€/Kinder (3-14), unter 3 Jahren frei.
(Wer sparen möchte, sollte vorab online buchen - über 30% Rabatt!)



03: Der Fernsehturm

Der "Telespargel", wie die Berliner ihren 368m hohen Turm liebevoll nennen, ist eine der typischsten Sehenswürdigkeiten der deutschen Hauptstadt und für die "Einheimischen" schon aus dem Flugzeugfenster das sichere Anzeichen, wieder zu Hause zu sein. Mit einem Fahrstuhl geht es in gerade mal 40 Sekunden auf über 200m Höhe, von wo aus man bei gutem Wetter nicht nur am schnellsten einen Überblick über die gesamte Stadt bekommt, sondern im günstigsten Fall sogar bis zum Tropical Islands ("05") gucken kann. In der höchsten Bar Berlins kann man bei einem Glas Wein ameisengroße Autos betrachten oder im Drehrestaurant eine Etage höher eine Stadtrundfahrt genießen, während man aus dem vielfältigen Angebot aus der Speisekarte wählt. Nicht nur für Berliner ist der regelmäßige Besuch des Fernsehturms obligatorisch auf der To-Do-Liste, auch Touristen sollten sich diese einmalige Aussicht nicht entgehen lassen. Bei schönem Wetter reicht die Menschenschlange allerdings über den halben Alexanderplatz. Umgehen kann man die mit der Onlinebuchung eines VIP-Tickets (7€ mehr, die sich lohnen): man bucht verbindlich eine Einlasszeit und kann zu diesem Termin dann auch wirklich sofort hoch und in den Fahrstuhl, ohne nerviges Warten und quengelnde Kinder. Der Fensterplatz im Restaurant ist inklusive!
Preise: 12,50€/Erwachsene, 8€/Kinder (5-16), bis 4 Jahre frei.



02: Das FEZ

FEZ steht für Freizeit- und Erholungszentrum und ist Europas größtes, gemeinnütziges Kinder- und Familienzentrum (auch wieder "unten rechts" in Köpenick), die erste Anlaufstelle bei Langeweile am Wochenende. Dort gibt es nicht nur viele große Spielplätze, ein Hallenbad, Streichelzoo, Ponyreiten, Parkeisenbahn und Badesee, sondern auch in den Ferien und an den Wochenenden abwechslungsreiches Bespaßungsprogramm für kleine und große Kinder mit Workshops zu verschiedenen Themen, Ausstellungen, Konzerten, Theatervorstellungen und und und. Man kann kostengünstig Sportgeräte, Boote und Spielzeuge ausleihen, bei schlechtem Wetter den Indoorspielplatz nutzen, Klettern, Malen, Basteln oder einfach nur einen Crêpe und ein Eis essen gehen.
Preise: Indoorspielplatz 1€/30min, Schwimmbad & Badesee 4€, ermäßigt 2,50€, Haus Natur und Umwelt 1€, alle Outdoorspielplätze ohne Gebühr.

01: Der Tierpark

Wann immer wir bei Sonnenschein ein bisschen Zeit übrig haben, geht es in den wunderschönen Tierpark in Berlin-Friedrichsfelde. Gleich vorweg: der Zoologische Garten liegt im Bezirk Tiergarten, ist aber nicht der Tierpark, das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Der Tierpark, Europas größter Landschaftstiergarten mit dem Schloss Friedrichsfelde, ist mit 160 Hektar Fläche etwa viereinhalb Mal so groß wie der Zoo und beherbergt durchschnittlich 7500 Tiere in rund 900 Arten in einem artgerechten, nahezu natürlichen Lebensraum. Von A wie Affe bis Z wie Zebra kommt hier jeder Tierbegeisterte voll auf seine Kosten. Fionas Lieblinge, die wir bei jedem Besuch anschauen müssen (vermutlich kennen sie uns schon: "Ach, guck mal, Achim, da sind sie wieder! Heb mal den Rüssel und wink!"), sind die Stachelschweine, die Elefanten, Giraffen, Pinguine und die Hyänen. Weil der Tierpark so weitläufig angelegt ist, hat man auch an gut besuchten Tagen nie das unbehagliche Gefühl eines Massenauflaufs. Einzig die Bollerwagenausleihe ist an Feiertagen nach 11 Uhr relativ unwahrscheinlich ;) Im schönen Terrassencafé werden regelmäßig Konzerte geboten und gleich daneben wartet der große Spielplatz auf die kleinen Tierparkgäste. Durch den Park fährt außerdem die kleine, rote Bimmelbahn, für ältere, ganz junge oder lauffaule Gäste, die an den verschiedenen Haltestellen ("Nächster Halt: die Wasserbüffel") ein- und aussteigen können.
Preise: Erwachsene 12€, ermäßigt 9€ Kinder unter 5 Jahren frei.
Vielleicht ist ja etwas für euch dabei, wenn ihr das nächste Mal in Berlin unterwegs seid! Viel Spaß! 

Montag, 11. März 2013

Eltern-Kind-Parade März

Wie schon im letzten Post angekündigt, dreht es sich im März bei den Teilnehmern der Eltern-Kind-Blogparade um das Thema "Namen".

"Nomen est omen" sagen die einen, "Namen sind Schall und Rauch" die anderen.
Ich behaupte mal, jeder (oder zumindest jedes Mädchen) hat schon in jungen Jahren ganz klare Favoriten, wie denn die eigene Tochter später heißen soll. Dass es auch ein Junge werden könnte, stand bei mir gar nicht zur Debatte, Puppen waren ja damals schließlich auch so gut wie ausschließlich weiblich. Wenn man mitten in der Pubertät irgendwann vom Arzt als "gebärfähig" eingestuft wird, weil die körperlichen Voraussetzungen zum Kinderkriegen gegeben sind, muss man einfach wissen, wie die eigenen Kinder mal heißen sollen, das ist bestimmt auf irgendeinem der weiblichen Gene verankert. Könnt ihr das bestätigen? Klar, es ändert sich noch 100x. Und wenn man dann wirklich schwanger ist, ändert es sich innerhalb von 9 Monaten erneute 100x, mindestens...
Wenn Fiona Puppen, Barbies, Kuscheltiere o.ä. mit Namen versieht, dann heißen sie entweder auch "Fiona" oder schlicht und ergreifend "Hasi", "Esel" oder "Hund". Mache ich dann mal einen kreativeren Vorschlag, wird er in 50% der Fälle sogar tatsächlich angenommen, so heißt die große pinke Hello-Kitty, die es zur Pyjamaparty bei Build-A-Bear vor einer Weile umsonst gegeben hat, "Flora" und das kleine Schaf, für das ich ursprünglich "Lämmi" vorgeschlagen hatte, ist mit seinem aktuellen, klebrigen Namen "Leimi" wenigstens ein bisschen individuell. Ich bin gespannt, wann bei ihr die "Ich-gebe-allem-einen-echten-Namen"-Phase anfängt. Aber zurück zu mir...

Mit 15 habe ich liebend gerne in den vielen Namensbüchern meiner älteren Schwester geblättert und mit ihr gemeinsam Vornamen gelesen, sie laut ausgesprochen und auf Wohlklang untersucht. Wie die Favoriten zu der Zeit waren, weiß ich heute nicht mehr, aber ich hatte ganz sicher welche.

Als ich dann schwanger war und wir noch nicht wussten, was es wird, bin ich erst mal von einem Mädchen ausgegangen (s.o.) und habe einen Namen in den Raum geworfen. Stephan fand ihn sofort gut, aber ich wollte nicht in der 8.Woche schon fertig sein mit der Namenswahl. Da hat man sich so viele Jahre drauf gefreut und dann soll's innerhalb von Minuten in Sack und Tüten sein? Nix da. Es wurden also Bücher gewälzt, Ideen gefunden und verworfen und Milliarden Blätter beschrieben, weil der Name nicht nur schön klingen, sondern auch noch geschrieben gut aussehen sollte. Als Lehrerin (und Kind einer Lehrerin + Frau eines Lehrers) gestaltet sich das Favoritenfinden mitunter etwas schwierig, denn einer von uns hatte ziemlich sicher irgendwann mal einen Schüler mit dem Namen, der entweder ein Störenfried oder nicht der Hellste gewesen ist... Nach langen Monaten des Suchens stand er wieder im Raum: einer der allerersten Vorschläge. Prinzessin Fiona.


Grundsätzlich finde ich den Klang englischer Namen besonders schön, wäre selbst aber mit der Vergabe hierzulande vorsichtig. In Verbindung mit sehr deutschen Nachnamen könnten sie unter Umständen ein bisschen albern klingen, wie zwei Puzzleteile die nicht aneinander passen, aber mit roher Gewalt dann doch zusammenbleiben: Gregory-Jayden Schmidt und Shakira-Chantale Meier. Autsch. Ihr lacht? In ähnlicher Form alles schon vorgekommen. Das Argument, dass englische oder generell ausländische Namen so viel weicher im Klang sind, kann ich bestätigen, allerdings nützt das leider nicht viel, wenn nur die Eltern eine formschöne, weiche "Sharon" aussprechen können und das restliche Deutschland inklusive Erzieher, Lehrer, Bekannte und Großeltern stümperhaft "Schärrenn" draus macht. Wenn bei der Kinderärztin im Wartezimmer deutscher als deutsch "Schoohn-Teiler" durch die Lautsprecher knarzt, muss ich doch immer ein bisschen grinsen. Es kursiert im www dazu eine Statusnachricht von Twitter: "Kindergartenkind behauptet, es heiße "Pirschelbär" - Anruf bei den Eltern ergibt: der Junge heißt Pierre-Gilbert..."
[An dieser Stelle: Geschmäcker sind verschieden! Ich schildere hier nur meine durchaus subjektiven Erfahrungen.]

Es sollte bei uns also ein Name sein, der gut klingt, schön aussieht und einfach zu sprechen und zu schreiben ist, um jegliche Schwierigkeiten im späteren Leben zu vermeiden. Wir hatten uns darauf geeinigt, den Namen vor der Geburt nicht zu verraten, damit er uns nicht madig gemacht wird von einem, der mal jemanden kannte, der ... usw. Meine Mama war sehr neugierig, weswegen ich beschloss, ihr lediglich die Herkunft des Namens zu nennen (keltisch). Ein paar Tage später brachte sie drei Vermutungen, von denen eine tatsächlich "Fiona" gewesen ist. Mein Mann glaubt mir wohl bis heute nicht, dass ich wirklich dicht gehalten habe... Der Bezug zum Film "SHREK", bei dem die Prinzessin und Herzdame des grünen Ogers diesen Namen trägt, wird gar nicht so oft hergestellt, wie ich vermutet hatte. Stören tut mich der Vergleich übrigens nicht, denn die Inspiration kam mit Sicherheit aus dem Königreich "Far, Far Away" ;) (Habe ich schon mal erwähnt, dass ich - als mein Mann und ich uns kennenlernten - eine stattliche DVD-Sammlung von sagenhaften 3 Silberscheiben besessen habe? "Lilo & Stitch", "Ice Age" und eben "Shrek" *hust* bin nicht so der Filmgucker)


An den jährlich aktualisierten Top-Listen der beliebtesten Namen scheiden sich ja auch die (Eltern-)Geister. Die einen wählen bewusst einen der oberen Vornamen, weil gerade die zur der jeweiligen Zeit modern sind und die anderen studieren diese Listen, um garantiert zu vermeiden, dass sich auf dem Spielplatz 5 Kinder angesprochen fühlen, wenn man sein eigenes ruft. Ich finde solche Statistiken ungemein interessant, sagen sie doch sehr viel über die jeweilige Zeit aus. 2012 hießen die meisten Mädchen Mia, Emma und Hannah. Die zeitlosen Evergreens Marie/Maria und Anna landeten dagegen "nur" auf den Plätzen 10 und 6. Bei den Jungs führten Ben, Luca und Paul die Hitliste an und haben Leon und Maximilian die vorderen Plätze aus den Vorjahren streitig gemacht.
Als ich geboren wurde, 1987, hieß man z.B. Julia, Sandra und Stefanie oder Christian, Florian und Benjamin. Ich kann das absolut bestätigen, ist mir doch von jedem Namen mindestens ein Exemplar in meiner Schullaufbahn begegnet. Vivien war damals nicht sehr häufig, kommt aber jetzt momentan öfter vor.
Der Jahrgang meiner Schwester (1976) ist meinem noch relativ ähnlich, was die Vornamen angeht, allerdings gehören Anke, Yvonne und Silke für mein Empfinden tendenziell doch ein bisschen mehr in die 70er. Interessant wird es dann in den 50er Jahren mit Wolfgang und Brigitte und in den 30ern mit Ursula und Horst. Was damals der letzte (neumodische) Schrei war, ist heute mitunter völlig altbacken und nicht mehr zeitgemäß, obwohl die Tendenz ein Stück weit zurück zu den alten Namen zu gehen scheint. In meinen Kursen für die Kleinsten habe ich nicht selten auch Friedas, Elsas, Leopolds und Käthes, die gerade mal knapp 3 Jahre alt sind. Geschmäcker sind ja glücklicherweise verschieden und so findet mit Sicherheit jeder für sein ganz besonderes, einmaliges und wunderschönes Baby auch den wunderschönsten und persönlich passendsten Namen.
Ich bin jedenfalls schon jetzt auf die Zeit gespannt, in der Opa Ben und Oma Mia mit ihren Enkeln unterwegs sind. Vielleicht ruft es dann über den Spielplatz
"Karl, Wilhelm, Gertrud, Erna - Essen ist fertig!". Wer weiß das schon ;)

Mittwoch, 27. Februar 2013

Eltern-Kind-Parade Februar

Bei der Eltern-Kind-Parade der Testmama geht es im Februar um das Thema "Essen". Erst wollte ich aussetzen, weil ich nicht gerade mit Kochfähigkeiten glänze, es nichts Besonderes wie etwa vegane Ernährung zu verteidigen gibt und auch sonst Essen bei uns eher ein Vorgang ist, der sich nicht groß von dem bei anderen Menschen unterscheiden dürfte. Aber da mir bei der Blogparade bisher in jedem Monat etwas eingefallen ist, machte sich der Kopf auch im Februar irgendwann selbstständig und hatte eine Idee. Da ich es gerne kreativ mag, gibt es also ein Ernährungs-ABC für euch. Besonders gesund wird es vermutlich nicht, aber das liegt eindeutig an den Vorlieben der kleinen Herrin des Hauses ^^

A wie...Apfelsaft.
Ist ihr liebstes Getränk. Jeder Verdünnungsversuch zur Vermeidung eines Zuckerschocks wird mit "iiieehh, der ist mit Wasser!" quittiert, es sei denn, ich habe genau das richtige Verhältnis erwischt. Glückssache.

B wie...BENTO!
Bento ist ein Onlineshop mit allerhand Kram, den man eigentlich nicht braucht, wie Bohrmaschinen-Keksausstecher, Teddy-Sandwichformer und die 100. Brotbüchse mit Pandagesicht. Manchmal, wie in unserem Fall, kann dieses scheinbar unnütze Zeug einem aber auch das Leben erleichtern, z.B., wenn man sich den Mund fusslig redet, dass leckere Apfelstückchen viel besser schmecken als klebrige Gummibärchen und das Kind sich trotzdem absolut unbeeindruckt vom bunten Obstteller zeigt. Mit den Tier-Foodpicks aus dem Shop kann ein Verweigerer auf ein Mal sogar Weintrauben essen - es geschehen noch Zeichen und Wunder. Das einzelne Aufspießen ist für Mama allerdings etwas mühsam ^^

C wie...Cheesestrings.
Ich kannte sie bis vor einer Weile noch nicht, mein Kind schon, rief es doch durch den gesamten Laden: "Mamaaaa, das sind "Schieß-Twinks", die kenne ich aus der Werbung!" Ups! Die Käsestangen sind einzeln verschweißt und bedruckt mit einer niedlichen Käsefigur, die ein bisschen an Tingeltangel-Bob aus den Simpsons erinnert. Mit etwas Geschick kann man von der dickeren Stange kleinere Streifen abziehen, muss man aber nicht. Schmeckt auch am Stück. Dass "der Käse zum Abziehen" völlig überteuert ist und genau in der Grabbelzone für kleine Hände liegt, muss ich hier wohl nicht extra erwähnen ;)

 
 
D wie..."Das ist noch zu heiß."
Dieser Satz kommt wohl jeder Mutter bekannt vor. Selbst, wenn ein Stück Pizza schon so kalt ist, dass man es beim Italiener anstandslos zurück in die Küche nehmen würde, melden die Sinneszellen im Kindermund noch akute Verbrennungsgefahr. Auf die Empfehlung "dann musst du pusten!" folgt in der Regel das Totschlagargument: "Kannst du lieber?" %$"&%$"!"!§$_:;>*#

E wie...Eiweiß.
Es gibt Gerichte, die sind leicht in ihre Einzelteile zu zerlegen ("Ich möchte nur das Fleisch essen, den Blumenkohl nicht.") und andere, bei denen sich das schwieriger gestaltet. Um mich beim Kochen nicht zu unterfordern, isst Fiona deshalb nur Spiegelei-Weiß ohne Gelb. Meine Königsdisziplin im letzten Sommerurlaub war übrigens das unfallfreie Herausdrücken der goldenen Kugel aus dem gekochten Ei. Lecker!

F wie...Fast-Food.
Ist es eigentlich ein schlechtes Zeichen, wenn das Kind die Buchstaben lernt und beim "M" nicht in erster Linie an MAMA denkt, sondern feststellt, dass es der McD*nalds-Buchstabe ist...? Sie lernt einfach sehr schnell, denn oft essen wir dort wirklich nicht. Solange der Pommes-Konsum etwas Besonderes darstellt, sehe ich keinen Grund, diverse FastFood-Ketten zu verteufeln. Immerhin, bei denen war bisher noch kein Pferd im BigMac oder? ;)

G wie...Gemüse.
Iiiehh, bäh.
"Fiona, was gab es denn heute in der Kita zum Mittagessen?"
- "Fleisch und Kartoffeln."
"Oh, lecker! Und was dazu?"
- "Gemüse. Aber das hab ich nicht gegessen. Ich mag nämlich kein Gemüse.
Aber den Pudding zum Nachtisch, den hab ich gegessen..."

H wie...Hip-Hop.
Der hat eigentlich nichts im Essen zu suchen, war aber in der Sprechlernphase lange Zeit die liebevolle Bezeichnung für Ketchup. :)

I wie..."Ich bin schon satt."
Ein Satz, der bei Fiona leider meistens viel zu schnell fällt. Von den mikroskopischen Mengen, die sie zu sich nimmt, kann man gar nicht satt werden, es sei denn, es gibt --> Kartoffeln. Es ist mir ein Rätsel. Aber zum Aufessen gezwungen wird hier niemand.

J wie..."Jurken".
In akuter Ermangelung einer Speise mit "J" haben die Gurken auf Berlinerisch diesen Platz eingenommen. Die gehen nämlich immer und überall, egal ob frische Gurkenscheiben pur oder die sog. "sauberen Gurken" ^^


K wie...Kartoffeln.
Kartoffeln mit Kräuterquark war die allererste richtige Mahlzeit, die sie nach der Breiphase gegessen hat. Schon damals war sie sehr wählerisch und hat mir die braun-grüne Gläschenpampe, in der laut Etikett feine Erbschen, Nudeln und Fleisch enthalten sein sollten, regelmäßig um die Ohren gehauen. Umso erstaunter war ich, als wir beim Schweden gegessen haben und sie mit Blick auf meinen Teller plötzlich den Mund aufsperrte und unruhig im Wagen hin und her rutschte. Ein kleiner Haps für sie, ein großer Haps für die Mama. Seitdem unangefochtenes Lieblingsessen.

L wie...Lebkuchen.
Wurden diesen Winter zum ersten Mal probiert und als "nicht lecker" eingestuft. Allerdings erst, nachdem sich der gesamte Schokoladenüberzug in der Hand verflüssigt hatte... Das probieren wir nächstes Weihnachten nochmal ;)

M wie...Marmelade.
Gibt es jeden Morgen auf ihre Brötchenhälfte, aber wiederum nur zur Hälfte! Auf die andere Hälfte der Hälfte, das zweite Viertel also, kommt eine Art Schweizer Nutella namens Ovomaltine. Wichtig ist, dass die unterschiedlich beschmierten Brötchenviertel nicht durchgeschnitten werden, muss alles am Stück bleiben. Letztens hat sie beim Frühstück den Vogel abgeschossen, als sie den geöffneten Mund vor die Marmeladenseite des Brötchens hielt und dann feststellte: "Mama, ich wollte doch zuerst die Ovuseite essen! Du hast sie falschrum geschmiert!" Haha... die Schwäche im logischen Denken ist wohl vererbt.

N wie..."noch mehr!"
Fällt leider fast ausschließlich im Zusammenhang mit --> "Süchigkeiten" und --> Pudding.

O wie...Obst.
Bis auf Weintrauben (danke, Bento!) und Bananen ist auch da nicht so viel zu machen. Kiwis gehen auch ab und zu, Orange und Ananas mal ein kleines Stück. Aber wenn ich geschälte, mundgerechte Apfelschnitze in die Brotbüchse lege, kann ich Geld darauf wetten, dass die nachmittags immer noch drin sind. Beim Geburtstag meiner Mama diesen Monat gab es einen großen Obstsalat, aus dem sie fein säuberlich stückchenweise und mit einer ungeahnten Akribie ihr Lieblingsobst rausgesammelt hat: Erdbeeren. In letzter Zeit stehen wir auch sehr auf die leckeren Smoothies von innocent, jedoch sind die (wenn im Angebot) entweder ausverkauft oder sehr teuer, siehe --> Unkosten.



P wie...Pudding.
Damit ihr nicht fälschlicherweise denkt, ich sei Markenbotschafter, spare ich mir jetzt das Aufzählen aller Sorten, die sie gerne isst. Wenn sie beim Einkaufen dabei ist, schlägt sie zielstrebig den Weg zum Kühlregal ein und ist erst zufrieden, wenn Puddings mit Ecke von Micky Maus, Minnie Maus, Donald & Daisy Duck im Wagen liegen. Warum so viele? Na die Freunde darf man doch nicht trennen...argh! "Das ist das Micky Maus Wunderhaus, kommt herein, wir laden euch ein..."


Q wie...Quark.
Sein Name ist Quark, Kräuterquark. Er ist bei uns der Mann der Kartoffel. Allerdings geht sie auch manchmal fremd mit der Butter, shit happens.

R wie...Rotkohl.
Den gibt es oft, wenn meine Oma Jauli kocht, besonders häufig in der Weihnachtszeit zur Entensaison. Das absolute Gemüseverbot ist dann scheinbar ein bisschen gelockert.
Ich gehe mal davon aus, dass sie diverse Bücher zum Thema Ernährung und Diäten noch nicht gelesen hat. Trotzdem ernährt sie sich oft genau nach dem Trennkostprinzip: zu einer Mahlzeit gibt es nur Kartoffeln, beim nächsten Mal nur Fleisch. Wenn es Rotkohl gibt, kann es auch schon mal vorkommen, dass sie eben nur den Rotkohl isst.

S wie..."Süchigkeiten".
Gern gesehene Gäste in allen Formen und Farben, Hauptsache Zuckergehalt >50%. Klingt in dieser non'schen phonetischen Abwandlung nach noch mehr Kalorien als mit "ß" ^^

T wie...Tütensuppe.
Das Phänomen "Suppe" habe ich jetzt schon von mehreren Mamas gelesen, da muss es jeden Tag Nudelsuppe geben, ob Sommer oder Winter, Mittwoch oder Sonntag. Und wenn dann zufällig keine Buchstaben im Teller schwimmen, ist das Geschrei groß. Suppe gibt es bei uns nicht so oft, aber wenn, dann muss es eine bestimmte sein. Bei "Micky Maus Wunderhaus" kocht Minnie für den kranken Goofy eine (Achtung, Wortspiel) "Minniestrone". Als ich Fiona letztens angeboten habe, für sie auch eine zu kochen, guckte sie etwas später entsetzt in den Teller und brach in Tränen aus. Als ich fragte, was passiert sei, erwiderte sie unter lautem Schluchzen, dass eine echte Minniestrone aber rot sei. Ich schickte sie aufs Klo und nahm in der Zwischenzeit einen Tropfen Lebensmittelfarbe zu Hilfe. Ein bis über beide Ohren strahlendes Kind fragte mich erstaunt und glücklich schmatzend: "Wie hast du das gemacht, Mama?"
- "Ich habe gezaubert."
"Kann ich auch zaubern?"
- "Ja, später, wenn du mal Kinder hast...." :)



U wie... Unkosten.
In die stürzt man sich eventuell, wenn man alles kauft, was bunt, kindgerecht und irgendwie niedlich ist. Weil Kinder spezielle Sensoren für überteuerte Produkte haben, sollte man sie ab einem gewissen Alter nicht mehr mit zum Einkaufen nehmen, sondern sich nur vorher eine Bestellliste der wichtigsten Zutaten ansagen lassen ^^ "Soll ich dir was von Rewe mitbringen?" - "Ja, Süchigkeiten!"

 
V wie... "Vielleicht einen Nachtisch?"
Häufige Antwort auf die Frage: "Was möchtest du heute essen?"

W wie...Wiener.
Gibt es für Fiona jeden Mittwoch nach meinem Musikkurs für Kleinkinder im Theater. Wenn sie nach 45min Singen/Tanzen von meiner Mama abgeholt wird (weil ich noch ein bisschen weiter arbeiten muss), geht es erst mal zielstrebig in die Cafeteria, Würstchen mit Ketchup und ein Trinkpäckchen bestellen. Wichtig: selber bestellen und bezahlen dürfen!

X wie...Salzstangen.
Hä? X? Ja, das war meine erste Assoziation zu dem Buchstaben, denn wenn Fiona zufällig irgendwo Salzstangen von Papa findet, werden die zu Buchstaben gelegt. Das X ist das Naheliegendste der 26 möglichen.

Y wie... Y-Magnet.
Tier- und Buchstabenmagnete gibt (gab?) es gerade zum 6er-Pack Fruchtzwerge dazu. Klar, dass mein Kind sicherheitshalber einen Vorrat für die Zeit bis zur Einschulung angelegt hat. E wie Elefant, F wie Fuchs, K wie Kugelfisch. Frage mich, was beim Y steht. Yak?!

Z wie... "Zauber-..."
Der "Zauber" lässt sich an nahezu jedes Nahrungsmittel hängen um es für den Nachwuchs attraktiver zu machen. Wer kennt das nicht? "Nein, mein Schatz, das ist kein Hustensaft. Das ist ein Zaubertrank!" Bei uns gibt es alles, vom Zauberkäse bis hin zur Zauberzahnpasta. Kein Wunder, wir sind ja auch hexhex ;)

Freitag, 18. Januar 2013

Eltern-Kind-Parade Januar

Als die Testmama am Neujahrstag um 18 Uhr kein neues Monatsthema bekannt gegeben hat, weil sie erst mal in die Runde horchen wollte, ob überhaupt noch Interesse besteht, hat sie durchweg positive Resonanz bekommen, da die Parade vielen Bloggern ans Herz gewachsen ist. Mir ebenfalls, deswegen habe ich eine Reihe Themenvorschläge gepostet, von denen sich Kerstin gleich spontan einen ausgesucht hat für diesen Monat: "Ein Stall voller Kinder vs. glückliches Einzelkind".

Kürzlich gelesen beim Focus:

"In keinem anderen Industrieland bekommen Frauen in ihrem Leben durchschnittlich so wenige Kinder wie in Deutschland" - nämlich laut Statistik 1,36, um genau zu sein.
Dass Kinder in Nachkommazahlen gespalten werden, irritiert mich immer ein bisschen, deswegen sagen wir es so: die durchschnittliche deutsche Frau bekommt in ihrem Leben 1 Kind. Der Trend geht außerdem in die Richtung, erst mit Überschreitung des 30. Lebensjahres erste Nachkommen zu zeugen. Da macht man im besten Fall Abitur mit 18 oder 19 Jahren, studiert dann erst mal ein bisschen in der Gegend rum, bis man gefunden hat, was einem wirklich liegt, dann zieht man das durch, ist irgendwann fertig und fängt  an zu arbeiten, ein bisschen zu sparen, große Reisen zu unternehmen. Die biologische Uhr tickt unterdessen unaufhörlich und wenn Frau zum ersten Mal an Kinder denkt, ist sie wegen ihres Alters schon fast wieder eine Risikoschwangere. Ist es nicht traurig, dass viele Kinder Einzelkinder bleiben müssen, weil die Eltern Beruf und Familie sonst nicht unter einen Hut bekämen?

Die Hartz-IV-Empfänger in 3. Generation brechen währenddessen fröhlich in der 9. Klasse die Schule ab, denn "Schule is voll schei*e, ey! Isch brauch das gar nicht. Isch geh auf Amt." und tun einfach das, wofür man nicht lernen muss, weil Frauen und Männer eben nur an einer Stelle wirklich gut zusammenpassen...
Beim Thema "Kinder" sehen viele Akademikerinnen leider ihre mühsam erarbeitete Karriere den Bach hinunter gehen, sehen Einschränkungen, Schlafentzug und Sabberflecken auf dem teuren Kleid. Sie sehen nicht das Leuchten in den Augen ihrer Kinder, wenn Mama sie aus dem Kindergarten abholt, das wohlige Gefühl, wenn sich ein kleiner Körper im Bett ganz dicht ankuschelt, die ungebremste Begeisterung über den bunten Regenbogen und "the most precious jewels you will ever wear around your neck": die Arme des eigenen Kindes.


Ich selber habe eine große Schwester. Uns trennen 10 Jahre (wenn sie das liest, wird sie denken: "10-einhalb!" ;), die aus uns beiden mehr oder weniger Einzelkinder gemacht haben. Als ich ein 4-jähriger, neugieriger Erforscher war, war sie ein 14-jähriger Teenie mit dem ersten Freund. Eine explosive Mischung! Dass sie mich damals nicht leiden konnte, kann ich ihr nicht mal übel nehmen. Große Schwestern vergessen auch mal das Abholen aus dem Kindergarten, müssen Einschlaf-Wache am Kinderbett halten, bevor sie am Abend alleine losziehen dürfen (Ich schwöre, da war diese doofe Fliege!!) und müssen sich beim gemeinsamen Fernsehschauen den Bauch mit Fragen löchern lassen, was denn als nächstes kommt ("Guck hin!"). Nach vielen Schwierigkeiten in den letzten Jahren (oder sollte ich sagen: Jahrzehnten?) haben wir mittlerweile doch wieder zueinander gefunden, nur, dass sich die Rollen umgekehrt haben. Ich muss zwar nicht aufpassen, dass sie ihren Windelinhalt als Kitt nicht zwischen den Stäben des Laufgitters befestigt (sorry!), aber wenn sie zu Besuch ist, ist sie wieder der Teenie, der sein Zeug überall in der Wohnung verstreut (Zitat Alf: "Es darf niemand barfuß ins Bad!"), bis mittags schläft, abgefressene Birnengriebsche "vergisst" und das Essen stehen lässt ^^ Eine Geschwisterbeziehung ist einfach etwas ganz Besonderes, was von keiner anderen Person ersetzt werden kann. Und: Blut ist dicker als Wasser. Ist einfach so.

Auch wenn wir uns mit der Zeit lieben gelernt haben, sind 10 Jahre doch etwas viel. Aber was ist er denn, der optimale Altersabstand, wenn es den überhaupt gibt? Dazu gehen die Meinungen ja weit auseinander. Wie seht ihr das?
Meinen Mann und seinen Bruder trennen 6,5 Jahre. Auch nicht optimal, wenn einer gerade mit dem Schuleintritt eine neue Lebensphase beginnt und ein Neugeborenes die ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht. Wobei die kritische Zeit da heutzutage ja wohl eher bei Fünfeinhalb liegt, so früh, wie Kinder mittlerweile eingeschult werden sollen.

Eine "Folgeproduktion" mit zwei Mäusen ganz dicht hintereinander war für mich von vorn herein ausgeschlossen. Für zwei "Babys" gleichzeitig hätte mir ganz sicher die Kraft gefehlt. Ich bewundere übrigens Testmama Kerstin, wie sie mit "Vier unter Vier" ihren Alltag meistert! Hut ab!
Meine Nichten, heute Teenager mit sehr (!) eigenem Kopf, haben einen Altersabstand von zweieinhalb Jahren. Natürlich war die eine neidisch auf die andere, es wurde verglichen, wer wann was besser konnte und wer von wem wie viel bekommen hat ("Ich möchte aber auch Flip-Flops haben!"), aber sie waren nie alleine und konnten sich immer miteinander beschäftigen, als die Säuglingsphase vorüber war. In meiner Idealvorstellung bekommt Fiona natürlich Geschwister; nicht, weil ich gegen das Prinzip "verhätscheltes Einzelkind" bin, sondern weil die Geschwisterbeziehung eben von niemandem ersetzt werden kann. Wenn das größere Kind schon viel selbstständig erledigt und sich als eigenständige, kleine Persönlichkeit wahr nimmt, könnte man ja schon mal darüber nachdenken, das Kleeblatt so langsam zu vervollständigen ;)

P.S. Meine Mama träumte immer von einer Großfamilie im Stile der "Waltons", hat im Endeffekt "nur" zwei Mädchen bekommen und sagt heute, sie hätte eigentlich gern noch ein paar mehr, denn Kinder sind etwas Wunderbares!

Montag, 31. Dezember 2012

Eltern-Kind-Blogparade Dezember

Hui, das ist jetzt aber wirklich auf den allerletzten Drücker...
Draußen knallt es schon fröhlich vor sich hin (haben die alle zu viel Geld?!), Pfannkuchen (oder "Berliner", wie es andernorts heißt) sind überall ausverkauft und die Australier sind schon reingerutscht. Zeit für eine letzte gute Tat in den verbleibenden Stunden des Jahres 2012, denn darum geht/ging es diesen Monat bei der Eltern-Kind-Parade von Testmama Kerstin: Schreiben und gemeinsam Gutes tun. Sie möchte wissen, ob wir das ganze Jahr über oder speziell an Weihnachten etwas spenden oder anderweitig ehrenamtlich unsere Hilfe anbieten. Pro geschriebenem Beitrag werden 3€ an die Deutsche Krebshilfe gespendet.

Beim Spenden habe ich mich bisher sehr zurückgehalten, denn wie sicher kann man sein, dass seine Spende auch dort ankommt, wo sie dringend gebraucht wird? Lieber helfe ich den Menschen in meinem Umfeld mit kleinen Aufmerksamkeiten, beschränke das allerdings nicht auf die Weihnachtszeit, sondern gehe mit offenen Augen durch das Jahr. Mit religiösem Hintergrund, den ich nicht habe, würde man es wohl als "Nächstenliebe" bezeichnen, für mich ist es einfach nur Hilfsbereitschaft als eine der Eigenschaften, die meine Eltern mir mit auf den Weg gegeben haben.
Kürzlich hing z.B. in der Kita meiner Tochter ein Aufruf am Schwarzen Brett: "Welche Mama kann stricken/nähen und würde eine unserer 3 nackten Puppen einkleiden?". Direkt nach dem Lesen ließ ich mir eine der Puppendamen als Modell über's Wochenende mitgeben und schneiderte ihr in einer Nachtschicht frei Schnauze Kleidchen, Hose, Halstuch und Mini-Mütze. Aus einem Stoffrest meines heißgeliebten Apfelstoffes und einem Rest Strickbündchen entstand spontan noch ein zweites Kleidungs-Set, so dass nun 2 angezogene Puppen darauf warten, bespielt zu werden. Die Augen der Erzieher waren schon sehr groß vor Erstaunen, als ich Montag mit den beiden Models im Arm in den Gruppenraum kam. Die der Kinder fielen fast aus den Höhlen, weil ihre alten Puppen mit süßen Sachen in neuem Glanz erstrahlten. Da ich selber noch nicht so lange nähe und eine Hose für Fiona (nach Schnittmuster) das allererste tragbare Kleidungsstück gewesen ist, war ich nicht sicher, ob ich überhaupt etwas halbwegs Anziehbares für eine Puppe zustande bringen würde, bin deshalb aber umso stolzer auf das Ergebnis!

Obwohl das Strahlen in den Kinderaugen Dank und Anerkennung genug war, bekam ich von der gesamten Gruppe kurz vor Weihnachten einen ziemlich großen, glitzrig-bunt bestempelten Weihnachtsbaum aus Tonpapier geschenkt mit "Vielen Dank, die Raupenkinder". Schön, wenn man helfen kann!


Mit unserem Verein "Viva Musica macht Musik e.V." haben wir in diesem Jahr auch geholfen: 1€ pro verkaufter Eintrittskarte unseres großen Jahreskonzertes ging direkt an die große Spendenaktion von "Ein Herz für Kinder", die am 15.12. live im ZDF übertragen wurde. Sagenhafte 14 Millionen Euro sind insgesamt zusammengekommen! Auch wenn wir mit unserer Arbeit in den Schulen nicht von Fernsehkameras begleitet und interviewt worden sind, konnten wir mit unserer Musik ein kleines bisschen dazu beitragen, dass hilfsbedürftige Kinder und Einrichtungen national und international unterstützt werden.


Ganz besonders stolz bin ich übrigens auf Fiona, wenn sie von sich aus anderen Kindern etwas abgeben möchte, auch wenn es nur ein kleines, klebriges Gummibärchen ist. Wie auch ich als Kind (sicher manchmal unter Tränen und Wutausbrüchen ^^) beigebracht bekommen habe, dass Teilen etwas Schönes ist, möchte ich natürlich, dass auch sie lernt, dass Geben mindestens genauso schön ist wie Nehmen. Nun ja, wir arbeiten daran ;)



So, ihr Lieben, die beiden Hexen (und der Hexer) verabschieden sich für dieses Jahr erst mal von euch und gehen nachher elegant schwarz-weiß gekleidet (und mit einer schnuckelig-pinken Minnie Mouse) zu ihrer kleinen aber feinen, privaten Silvesterparty. Wir freuen uns auf einen lustigen Raclette-Abend, an dem wir uns sicher mal wieder so viel zu erzählen haben, dass die mitgebrachten Spiele irgendwann in der Nacht unangetastet mit zurück nach Hause genommen werden ^^ The same procedure as last year, eben :) Rutscht gut rein und bleibt neugierig!

 
Feuerzangenbowle Silvester 2011
"Es ist so schön, wenn's brennt!"
 
Silvester 2011 - with love
 

Samstag, 17. November 2012

Eltern-Kind-Blogparade November

November, wie das klingt... November ist fast Winter! Eben war doch noch Juli! Entweder rast die Zeit mit Kindern einfach schneller oder der Herbst war dieses Jahr irgendwie komisch. Ich will mich nicht beschweren, mag ich doch grundsätzlich die warme Jahreszeit lieber als die kalte. Aber durch dieses Temperaturdurcheinander und den Anziehwahnsinn bin ich noch nicht wirklich im November angekommen. Im Oktober gab es Tage, an denen ich morgens die Scheibe freikratzen musste und kurz darauf Tage, an denen man fast die Flip-Flops wieder hätte rausholen können. Das führte unter anderem dazu, dass Fiona mal bei Frost mit Halbschuhen und mal bei 15°C mit Thermohose und Wintermantel in den Kindergarten gegangen ist. Dumm, wenn man das Radio immer erst im Auto einschaltet...  Ich bin heute ein bisschen unvorbereitet und dementsprechend überrascht (kommt immer so plötzlich!) im Vorweihnachtsmonat angekommen, beim Bummeln im Einkaufscenter. Da glitzert und blinkt es schon so, dass man beim Reinkommen vom Parkdeck gleich erst mal Sternchen sieht. Schneekugeln, Baumschmuck und falsche Bärte hängen in fast jedem Schaufenster und die Leute eilen so hastig, als wäre der 24. November der Tag, an dem der CocaCola-Werbemann an der Tür klopft. Muss man denn jetzt schon konkrete Geschenkideen für die Liebsten haben? Seid ihr schon mittendrin in der "Holy Night" oder geht ihr auch erst los, wenn es den Weihnachtskram schon fast wieder runtergesetzt im "Alles-muss-raus"-Modus gibt?

Wie dem auch sei, jedenfalls bedeutet die 11 auf dem Kalenderblatt ja bekanntlich, dass darauf der Dezember folgt: Kerzen, Konzerte, Plätzchen, geputzte Schuhe, Last Christmas und......Adventskalender - das ist nämlich das Blogparadenthema diesen Monat. Vielen Dank dem edlen Sponsor!
Ich gebe zu, solange ich mich erinnern kann, gab es nur gekaufte Kalender im Hause M. Und weil ich das ganze Weihnachtsgedöns gerne ausklammere bis wir tatsächlich im letzten Monat des Jahres angekommen sind, überfiel mich schon oftmals am 30. November ein kleines bisschen "Türschlusspanik", weil es weder im "Fachhandel" noch in einschlägigen Discountern mehr kaloriengefüllte Tageszähler gab. Alle Jahre wieder.... Nicht so in diesem!
Testmama Kerstin zwingt mich praktisch dazu, mich ein paar Wochen vor Fälligkeit mit der Kalenderproblematik auseinanderzusetzen.

Wer hier regelmäßig mitliest, dem wird Fionas Begeisterung für die niedlichen Tolla-Monster aus der Tollabox, einer liebevoll zusammengestellten Bastelkiste, nicht entgangen sein. Beim Googeln und Pinteresten (was für ein Wort ^^) stieß ich auf diverse niedliche DIY-Kalenderideen, die sich dann so nach und nach zu meiner ganz eigenen entwickelt haben. In meinem Bastelfundus lachten mich sagenhafte 23 Klopapierrollen an - na wenn das kein Zeichen ist...? (Nur am Rande: wir haben keine ungewöhnlich hohe Toilettengangrate! Der Vorrat hat sich über's letzte Jahr angesammelt...) Wie ich noch beim Durchzählen war, fiel mein Blick außerdem auf den "Augenvorrat" auf meinem Schreibtisch: Tolla-Augensticker en masse. Tonpapier und allerhand anderer Bastelkrims ist sowieso vorrätig, also wurde hier gezeichnet, geschnitten, geklebt und gepinselt, bis eine stattliche Tolla-Armee zustande gekommen ist. Hüte auf, Watte dran und dann mit hübschen Kleinigkeiten befüllt. Highlights sind die Badestifte, mit denen man (rückstandslos) die Wanne bemalen kann, das kleine Armband mit einem "F"-Ahänger, die Seifenblasen, der pinke Glibberseestern, der selbstständig an geraden Flächen hinunter läuft und das Bindeez-Set am Heiligabend (von dem ich übrigens gerade unterirdische Rezensionen bei amazon lese...ups. Vielleicht doch lieber die ganz normalen Bügelperlen?). Ansonsten mal ein Lolli, mal Gummibärchen, ein kleines Fillypferd und ein Pixi-Stickerbuch. Probleme hatte ich einzig und allein mit der Anatomie des Eis. Wie ein Kind, das immer wieder probiert, den eckigen Bauklotz durch das runde Loch zu drücken, versuchte ich, das Überraschungsei irgendwie in der Klorolle unterzubringen. Irgendwann gab die Schale nach, deswegen musste ich die Schokoladenkrümel leider vernichten. Die gute Nachricht: das hüllenlose "Eigelb" inkl. Spielzeug hat dann doch noch gepasst ^^ Sorry for that.

Als ich dann so den großen Wattesack gesehen habe, der eigentlich aus meinem Nähvorrat stammt und zum Befüllen von Kuscheltieren gedacht ist, hatte ich noch eine ganz andere Idee. Die englische Vorlage dazu stammt von Pinterest: eine Art Adventskalender ohne Türchen und ohne Süßigkeiten, trotzdem bestimmt "great fun"! Tonpapier und Wellpappe wurden frei Hand auf A3 zugeschnitten, aufklebt, Wackelaugen ergänzt, ein bisschen deutsch gereimt und fertig war der Weihnachtsmann ohne Bart. Jeden Morgen im Dezember wird ihm eine Kugel Watte ans Kinn geklebt und wenn aus dem weißen Schnauzer ein Vollbart geworden ist, dann müsste er auch schon bald vor der Tür stehen. Süße Idee, oder?

"Des Weihnachtsmannes Bart ist nackt, doch bis er seinen Sack gepackt,
schenkst du ihm jeden Tag ein Haar, am Heiligabend ist er da.
Dank Kleber und 'nem Wattebausch gibt es Geschenke dann zum Tausch!"

Ich erinnere mich übrigens gerade an einen selbstbefüllten Adventskalender, den ich mal vor einigen Jahren für meine Mama gemacht hatte, als ich noch im Schwarzwald gewohnt habe. Sie ist mich Ende November besuchen gekommen, reiste nur mit Handgepäck und hat die vielen kleinen Säckchen vom Kalender auch in selbigem transportieren wollen. Die Sicherheitskontrolle am Flughafen hat sie dann dazu genötigt, den Kalender verfrüht zu öffnen. Gestört haben sie sich tatsächlich an den mit einem Spritzer alkoholischer Flüssigkeit gefüllten Schokoladenpralinen à la Mon Cherie. Unfassbar! Könnte ja Sprengstoff sein. Zum Wohl!

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Eltern-Kind-Blogparade Oktober

Ich kann es kaum glauben, jetzt begleitet uns das monatliche Schreiben zum Thema Kinder schon seit fast einem Jahr, dabei kommt mir der Start im Januar vor, als wäre er erst vor Kurzem gewesen! Wir haben über Bücher, die Hausapotheke, das Geschlecht, viele erste Male, das Lernen, das Feiern, das Spielen u.v.m. geschrieben, aber mein persönlicher Höhepunkt  der Eltern-Kind-Blogparade war die Aufgabe 2.0., in der es darum ging, seine Familie nachzubasteln. Bei uns entstanden Mama, Papa, Fiona und Hasi aus beklebten Klopapierrollen, etwas Bastelfilz und Wackelaugen. Die vier stellten damals ein paar Szenen aus unserem Familienalltag dar, haben dafür sogar einen Oscar gewonnen und hatten hier auf dem Blog auch danach immer mal wieder kleine Gastauftritte.

In der Oktoberaufgabe von Testmama Kerstin ist wieder Kreativität gefragt: die Familie soll ein Haus bekommen! Die meisten Familien von damals sind entweder mittlerweile aufgegessen, geschmolzen (Schneemänner), oder recycelt worden (Knete, Lego, ...). Unsere existiert allerdings noch und kann sich daher ganz real selber Gedanken zum Thema "Schaffe, schaffe, Häusle baue!" machen.



 
Unsere Klorollenmenschen wohnten ja - wie auf den Bildern von damals unschwer zu erkennen war - mit bei uns im Haus. Als ich ihnen von der Aufgabe erzählte, waren sie spontan total begeistert und (im wahrsten Sinne des Wortes!) völlig aus dem Häuschen. Mama und Papa schauten gemeinsam in den Himmel zu ihrer bunten Sonne und wollten nicht mehr nur von heliumgefüllten Luftschlössern träumen, sie wollten ihr eigenes bauen!

Sie beschlossen also, dass es nun wirklich an der Zeit wäre, in die eigenen 4 Wände umzuziehen, beauftragten mich als Makler und entschieden sich dann für eine ganz tolle Immobilie, die (tatsächlich) wie für sie gemacht ist, aber lest selbst.
ein paar bunte Blattkäfer inspiriert von Wenke sind auch noch dabei rausgesprungen...
Sie beschafften mit vereinten Kräften einen Milchkarton, ein Stück Küchenpapier, Klopapierrollen (was sonst?!), ein paar Zahnstocher, buntes Regenbogenpapier, Glitzerdekostifte, einen Rest grüne Wolle, Bastelfarben, Pinsel, ein kleines Stück rotes Seidenpapier und liehen sich von mir noch ein paar Zentimeter Masking-Tape aus.
Dann wurde hinter verschlossener Tür gebohrt, gehämmert, gesägt, geklebt und gestrichen und am nächsten Morgen erstrahlte es in vollem, pinken Glanz, wie es sich für eine waschechte Prinzessin Fiona gehört: ihr Märchenschloss!


Und weil ihr die Müller-Fotostorys so liebt, läuft jetzt für euch eine Sonderfolge "Unsere erste gemeinsame Wohnung" auf dem Hexhexblogchannel mit dem Untertitel: "von der Klorolle zum Eigenheim".
Wer schon mal umgezogen ist, der wird wissen, dass es mit Richtfest und Schlüsselübergabe noch lange nicht getan ist.
Zuvor gepackte Kisten und prallgefüllte Koffer wollten mit den Müllers in das neue Heim einziehen. Bei der Koffergröße galt übrigens das Gesetz der umgekehrten Proportionalität: die kleinste hat den größten ^^


In der großen Spielzeugkiste fanden sich viele nette Umzugshelfer, die spontan angeboten haben, den Laster mit den Instrumenten zu fahren. Auch der rote Umzugswagen mit Bestimmungsort "Prinzessinnenzimmer" hielt kurze Zeit später vollbeladen auf dem Waldweg vor dem Schloss...



Kisten und Koffer waren noch nicht ganz ausgepackt, als Fiona und Hasi schon die kleine Badebucht am See hinter'm Haus entdeckt und es sich im Sand gemütlich gemacht hatten. Mama und Papa nutzten eine kleine Kaffee-Pause zum Testen des schlosseigenen Swimming-Pools, oder wie Fiona sagt: "Zwillings-Pool", wahlweise auch "Swinging-Cool".

 
Auf diesem Bild ist sogar Papas Tattoo am Bein zu sehen - da hat ihm der Klorollenmann aber was voraus ;)
 
Als die komplette Einrichtung am frühen Abend endlich in die eigenen vier Türme eingezogen war, luden sie sich die Nachbarn zu Besuch ein. Zur Feier des Tages öffnete Papa seine große Truhe und präsentierte stolz die riesige Flasche, die er extra für einen besonderen Anlass aufgehoben hatte. Während sich die Erwachsenen über die "Pflaume" hermachten (und das meine ich ganz und gar nicht doppeldeutig), spielten die Kinder im den Türmen "Verstecken". Die Halbwertszeit dieses beliebten Kinderspieles hat sich in dem großen Schloss mehr als verdoppelt! Was für ein Spaß, wenn man vom "Ich koooommeeeee!" nur das Echo hört ^^


Dank der nagelneuen Gläser (oder war es doch die Pflaume...?) hat es auch mit dem Nachbarn geklappt und so konnten sie gemeinsam mit den neuen Freunden einen schönen ersten Abend im farbenfroh-modern gestalteten Kaminzimmer verbringen. Von der Schlossterrasse wurde den Gästen zum Abschied noch gewunken und ein baldiges Wiedersehen versprochen.


Die Kinder hatten sich gleich für den nächsten Tag zum Spielen verabredet, weil der nette Nachbarsjunge vor Kurzem eine unglaublich tolle Hubelino Kugelbahn geschenkt bekommen hat. Da die kompatibel mit Fionas LOGO-Steinen ist, packte die Prinzessin selbige in ihren Koffer und ward daraufhin bis zum Abend nicht mehr gesehen. Ende vom Lied ist der ziemlich akute Wunsch nach ebenso einer tollen Bahn.

Manchmal werden Träume wahr - vielleicht auch der nach einer eigenen Kugelbahn. Wer weiß ;)

P.S. Lieber Zufall, schön, dass du da bist! Lies doch bitte den letzten Satz nochmal ^^