Eines vorneweg: natürlich muss man einen Kindergeburtstag nicht so akribisch vorbereiten und bis ins kleinste Detail planen und organisieren. Es würden auch eine Hand voll bunter Luftballons, Stuhltanz und Topfschlagen ausreichen, um ein paar 4-5-jährige Mädchen und Jungs glücklich zu machen. Aber weil ich selber so viel Spaß daran habe, ein Partymotto umzusetzen mit entsprechenden Snacks, Getränken und passenden Spielen für die Gäste, gibt es bei uns eben die Tradition des großen Themengeburtstages.
In diesem Sinne: herzlich Willkommen auf unserer (virtuellen) Party! Vielleicht sucht ja jemand von euch noch nach Anregungen für dieses Motto. Bedient euch!
Der eigentliche Geburtstag war ein Dienstag, an dem ich (wir hätten ausschlafen können, ich habe mir frei genommen) um 7 Uhr morgens hektisch geweckt wurde mit den Worten: "MAMA, STEH AUF! ICH BIN FÜNF!!!". Es schloss sich im Sonnenaufgang das Kuchenfrühstück an, die 5-jährige hat stolz ihr handmade-Zahlen-Longshirt von Mama angezogen, den Luftballon-Vorhang an der Zimmertür bestaunt und Geschenke ausgepackt. Highlights waren die sehnlichst gewünschte "Elsa mit den leuchtenden Brüsten" (Eiskönigin-Barbie, die singt und dabei blau leuchtet) und der kuschelige Drache Kokosnuss mit Buch und CD. Anschließend wollten wir eigentlich einen Ausflug in den Zoo nach Eberswalde machen. Als wir ankamen, regnete es allerdings und sollte laut Prognose auch vorläufig nicht aufhören. Als Alternative ging es vor Ort Pizza essen mit einem spontanen Familientreffen, klein aber fein.
Der nächste Programmpunkt: die Eiskönigin-Feier vier Tage später...
Schon Wochen vorher habe ich im Internet nach Ideen und Anregungen gesucht und mal wieder festgestellt: es gibt nichts, was es nicht gibt! Wie im Sommer mit unserer Gender-Reveal-Party wurde ich auch beim Thema "Frozen" schnell fündig. Die "Eiskönigin" ist vor allem im englischsprachigen Raum ein beliebtes Geburtstagsmotto und viele Leute hatten schon viele gute Ideen diesbezüglich! Dass ich die Online-Pinnwand Pinterest liebe, habe ich hier ja schon mehrfach erwähnt. Einziges Risiko: man kommt vom Hundertsten ins Tausendste, wenn man sich durch die verschiedenen Boards und dazugehörigen Blogs clickt. Einige Millionär-Folgen von Jauch sind so an mir vorbeigekleckert, während ich scrollend am Handy hing auf der Couch...
Die Deko hatte ich (übrigens hier) schon einige Zeit vorher bestellt, die wartete nun sehnsüchtig im Karton auf ihren Einsatz. In der Woche vor der großen Party schrieb ich viele Listen, hakte Einiges ab und strich Anderes wieder, kaufte ein (Auszug aus der Einkaufsliste: Salzbrezeln, Mandarinen, Klopapier, Druckerpatrone (!), Erdbeeren, Schokotropfen, Mohrrüben, Rasierschaum, Glitzersteine, ... Kommentar meines Mannes: "...und du bist dir sicher, dass du das alles brauchst?!") und fing gemeinsam mit Fiona an zu schneiden und zu kleben. Sie hatte großen Spaß an den Vorbereitungen, ließ sich alles genauestens erklären und half, wo sie konnte. Ich staune immer wieder, wie sorgfältig und genau sie schon mit der Schere umgehen kann. Wenn ich mich da an meine Kindheit erinnere... *hüstel*Für die 5 Mädchen und den einen Jungen haben wir aus hellblauem Glitzer- bzw. normalem braunen Moosgummi Kronen und ein Geweih ausgeschnitten (Vorlage gibt's hier) und mit Gummiband und Tacker daraus personalisierten Kopfschmuck gebastelt (in den weißen Kreis kam jeweils der Anfangsbuchstabe des Namens), den jeder Gast gleich zu Beginn der Party aufsetzen durfte. Die bunten Strohhalme habe ich mit sog. "straw flags", kleinen Fähnchen, aufgepeppt und die Schilder im Eiskönigin-Design haben wir ausgeschnitten und für das Buffet beschriftet. Diese kostenlosen Vorlagen für Schildchen, Banner, Etiketten uvm. habe ich hier gefunden (dafür übrigens auch die Druckerpatrone auf der Einkaufsliste). Es macht auf jeden Fall etwas her, wenn die originalen Figuren aus dem Film dann auch tatsächlich in der Deko auftauchen!
Last but not least: die 3D-Schneeflocke aus Papier - wow, eine der schönsten Winterbasteleien und gleichzeitig eine der leichtesten Anleitungen, die ich je nachgearbeitet habe! Man braucht dafür nur 6 Blätter, eine Schere, Klebeband und einen Tacker. Alles andere sieht nach filigraner Faltkunst aus, ist aber in wenigen Einzelschritten erklärt und durchgeführt. Für euch ausprobiert: je kleiner die Schneeflocke, desto friemeliger die Arbeit. Aus A4-Blättern gefertigt hat sie einen Durchmesser von etwa 40cm, also absolut partytaugliche Deko! (Die Anleitung ist zwar auf Englisch, aber die Bilder sind selbsterklärend --> click)
Dass die 5-jährige Eiskönigin herself ihre Gäste natürlich standesgemäß im Elsa-Kostüm empfing, ist selbstredend. Ich war erstaunt, dass es noch keine Flecken hatte, so oft, wie sie es zu Hause schon getragen hat im Vorfeld... Nachdem ich die Polaroid-Fotos von den Gästen vor der Luftballonwand gemacht hatte, erklärte Fiona stolz und sehr detailliert den anderen Kindern das Buffet:
(Die Schildchen stecken übrigens ganz mottogetreu in halbierten Styropor-"Schneekugeln")
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| "Olaf am Stiel, das sind Bananenschneemänner" |
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| "Olafs Nasen, das sind Mini-Mohrrüben" |
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| "Annas gefrorene Herzen, also Erdbeeren mit Vanillesoße" |
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| "Elsas Eistrunk, das ist blau gefärbte Sprite" |
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| "Svens Geweihe sind Salzbrezeln" |
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| "Elsas Schneebälle: leckere Marshmallows" |
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| "...und geschmolzener Olaf, also Vanillejoghurt mit Mandarine" |
Zu allererst gab es für jeden ein Stück von "Elsas Eiskuchen", weiß-blauer Selterskuchen, der immer allen Kindern schmeckt und den Papa und ich in Gemeinschaftsarbeit hergestellt haben. Zum ersten Mal in meinem Leben mit Fondant gearbeitet (ich dachte immer, es hieße französisch "Fondong", neulich lief Fersehwerbung für "Fonn-Dannt", huh?). Die Küche sah hinterher zwar renovierungsbedürftig aus, aber die große "5" kam super an und jeder wollte seinen Lieblingscharakter aus dem Film auf dem Teller haben (die kleinen runden Bilder sind übrigens essbares Reispapier, eigentlich als Muffin-Topper gedacht)
Danach haben wir Geschenke-Flaschendrehen gespielt: alle Gäste setzen sich im Kreis hin und das Geburtstagskind darf die Flasche drehen. Derjenige, auf den sie zeigt, übergibt sein Geschenk, was dann auch sofort ausgepackt wird. Oh, Olaf, dem der Kopf wegspringt - große Freude!
Dann wurde erstmal drinnen gespielt, weil das Wetter sich nicht gerade von seiner freundlichsten Seite zeigte: Olaf-Becherwerfen mit "Schneebällen" und mit Karottenringen (Moosgummi) auf Svens Geweih zielen. Gar nicht so leicht!
Auf die Plätze, fertig, LOS!
(Als ich das Pulver einen Tag vorher zum Ausprobieren öffnete, kleckerte mir etwas Pulver ins Spülbecken. Ich dachte mir nichts weiter dabei, drehte den Wasserhahn auf, um die Krümel wegzuspülen und hatte kurz darauf ein ganzes Becken voll Schnee zu beseitigen, haha - wie bei echtem Schnee hilft übrigens Salz, damit die Schneemasse wieder zu Wasser wird)
...und weil immer das am meisten Spaß macht, was man eigentlich nicht darf, ging es nach der Schneeballschlacht drinnen weiter mit einem der wohl beliebtesten Kinderspiele ever: Mumienwickeln mit Klopapier, bei uns natürlich mottogetreu abgewandelt in Schneemann-Wickeln. Die Kinder hatten so viel Spaß dabei und drehten ausdauernd ihre Runden, bis die gewickelten Schneemänner am Ende noch (Moosgummi-)Nase und (Tonpapier-)Knöpfe verpasst bekamen. Fotos, die man auf jeden Fall aufheben und am 18. Geburtstag präsentieren sollte :)
Eine Spielidee von Pinterest, die mir im Laufe der Recherchen nicht nur ein Mal begegnet ist, ist "Pin the nose on Olaf". Das zugrundeliegende Kinderspiel heißt eigentlich "Pin the tail on the donkey": das Bild eines schwanzlosen Esels hängt an der Wand und jedes Kind versucht nun nacheinander, mit verbundenen Augen seinen Eselschwanz an die richtige Stelle zu kleben. Klar, dass der Schwanz am Hals für großes Gelächter sorgt. Das Olaf-Spiel funktioniert nach dem gleichen Prinzip, nur anstelle des Schwanzes mit der Karottennase, die ohne zu gucken an ihren richtigen Platz geklebt werden soll. Die Nasen landeten überall, nur nicht im Gesicht und jeder wollte gerne "NOCHMAAAL!", als das Spiel zu Ende war. An den Nasen habe ich hinten kleine Magnete befestigt, weil wir unser Olaf-Plakat an die Magnettafel gehängt haben. So konnte man das Spiel beliebig oft wiederholen.
Die Vorlage, aus der der große Olaf entstanden ist, gibt es hier zum kostenlosen Download, allerdings in klein mit allen Einzelteilen auf einem A4-Blatt. Das dazugehörige Spiel ist das Olaf-Würfeln: die Schneemannteile liegen in der Mitte und jeder darf der Reihe nach 1x mit dem gebastelten Würfel würfeln. Zeigt der ein Körperteil, kann man es sich nehmen und anfangen, seinen Schneemann zu bauen. Zeigt der Würfel allerdings die Sonne, schmilzt Olaf und man muss ein Körperteil wieder abgeben.
Zitat aus dem Film, Anna zu ihrer Schwester Elsa: "Willst du einen Schneemann bauen?"
Nachdem jeder Partygast sein Polaroid-Foto auf einen winzigen Keilrahmen geklebt und mit blauen Glitzersteinchen verziert hatte, stand eine "Schweinerei" noch aus: Frozen Paint!
Dafür habe ich gekühlten Rasierschaum mit flüssigem Schulkleber gemischt und ein bisschen Glitzer eingestreut. Nun durfte jeder mit einem dicken Pinsel den Schaum auf seinem Stück Tonpapier verteilen und daraus einen Schneemann formen. Der bekam zum Schluss eine Nase, Augen und Knöpfe aus Tonpapier verpasst, trocknete aber leider nicht so, wie ich es mir gedacht hatte (nächstes Mal mehr Kleber!). Rasierschaum und Kleber müssen zu ungefähr gleichen Teilen gemischt werden, damit die Masse richtig hart wird und man einen tollen 3D-Schneemann modellieren kann. Lustig war die Aktion auf jeden Fall, auch wenn der Raum und meine Hände noch 3 Tage später nach "Mann" gerochen haben...
Zum Abendessen hinterher wurden selbstgemachte Pizza-Schneemänner serviert und die Gäste tranken noch einen blauen Eispunsch, bis schon die ersten Mamas vor der Tür standen und es ans Verabschieden ging. Glücklicherweise erleichtert einem die Aussicht auf eine kleine Mitgebsel-Tüte das Nachhause-Gehen dann doch ein bisschen ;)
Fiona spricht heute noch von ihrer Party, möchte am Liebsten das gesamte Buffet noch mal essen und guckt sich regelmäßig die Bilder von der Feier an. Mir haben Vorbereitung, Planung und Durchführung auch großen Spaß gemacht und ich habe das ausgelassene Lachen der Gäste noch im Ohr bei unseren "Schweinereien" wie dem Schneemann-Wickeln oder der Pulverschlacht im Garten.
Schön war's! Ich bin gespannt auf's nächste Jahr!


































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