Dienstag, 27. März 2012

Blogparade #11

Dienstag ist bei mir eigentlich kein Blogparadentag. Ich schaffe es normalerweise erst mittwochs, den wöchentlichen Paradenpost zu schreiben, aber diese Woche muss ich mich ein bisschen ranhalten, denn es wollen noch Koffer zu Ende gepackt und letzte Vorbereitungen für's Wochenende getroffen werden. Wir fliegen nämlich Donnerstag früh nach Irland zum "Irish Open Accordion Festival". Sowohl mein Schülerorchester VIVAccordia als auch mein Ensemble conAmici nehmen an diesem Wettbewerb teil und sind schon aufgeregt, gespannt und natürlich voller Vorfreude auf Land, Leute und vor allem auf die Musik! Für die "Kleinen" ist es die erste Teilnahme an einem Akkordeonfestival, für viele sogar der allererste Flug! Auszüge aus meinem Dirigenten-Reisetagebuch und dazugehörige Fotos von der grünen Insel folgen, wenn wir zurück sind.
Testmama Kerstin hat sich diese Woche mal wieder eine kreative Aufgabe namens "Kommt Kind, kommt Hausrat" (oh ja!) ausgedacht, die in 3 Teile gegliedert ist.

1.) Zeige 3 Stellen in deiner Wohnung, an denen man erkennt, dass hier Kinder leben (Kinderzimmer ausgenommen).
2.) Nenne 3 Gründe, woran Fremde, wenn sie dich sehen oder sich mit dir unterhalten, erkennen, dass du Kinder hast.
3.) Schieße ein Foto von einem Gegenstand, den du seit der Geburt eures Kindes nicht mehr benötigt oder benutzt hast.


zu 1.)
Ich lasse bewusst die bunten Schuhe im Treppenflur und den klebrigen Hochstuhl in der Küche weg, obwohl das bei uns natürlich auch untrügliche Anzeichen für kleine Menschen im Haus sind. Auch die unendlich süße, gebastelte Filtertüten-Hasendame aus dem letzten Post würde wohl auch eher nicht an unserer Haustür hängen, sondern immernoch ihr Dasein als stinknormale, weiße 08/15-Filtertüte im Melitta-Regal von REWE fristen (denn bitte WER kauft in Pad- bzw. Bohnenzeiten noch Filtertüten und gemahlenen Kaffee?! Anyone?). Als vermisst gemeldete Legosteine suchen sich die abenteuerlichsten Verstecke aus und kommen erst im Dunkeln zum Vorschein. Sie legen sich suizidal in den Weg, wenn man auf leisen Sohlen barfuß am Kinderzimmer vorbeischleichen will und greifen dann aus dem Hinterhalt an. Ihre kleinen spitzen Ecken und die dicken Hubbel bohren sich zentimetertief in die Fußsohle des Schleichenden, der daraufhin nur noch humpelnd und mit zugehaltenem Mund den Schmerz veratmen kann...Das Kamikaze-Lego-Phänomen dürfte wohl jedem Haushalt mit Kindern bekannt vorkommen...
Viel interessanter finde ich da die folgenden Ecken unserer Wohnung:
Links oben seht ihr das mittlere Regal unseres Kühlschrankes, in dem sich zwischen Mini-Salami und Fruchtzwergen ein Aua-Monster versteckt und auf seinen nächsten Beulen-Einsatz wartet. Insgeheim glaube ich ja, dass es das Monster ist, was ständig heimlich von der Bärchenwurst den Kopf abfrisst und "Meckermäulchen"-Quarks aufreißt, um einen - ja, nur einen - Löffel voll davon zu nehmen und den angefangenen Quark dann stehen zu lassen... Habt ihr auch solche Fressmonster im Kühlschrank?
Rechts findet sich ein Blick in unser Wohnzimmer mit dem wohl eindeutigsten, sogar geschlechtsspezifischen Anzeichen für ein Kind im Haus: eine kleine, pinke Couch. Meine Eltern haben das Pendant zur Couch - einen kleinen, pinken Sessel - bei sich im Wohnzimmer zu stehen und schenkten Fiona das Sofa zu Weihnachten. Seitdem wird es heiß geliebt, besprungen, bekleckert, etc. Mal sitzt sie ganz ordentlich, reiht fein säuberlich alle Kuscheltiere, die sie finden kann, neben sich auf und mal macht sie es sich der Länge nach mit ihrem lieben Hasi bequem. Weihnachten sagten wir zu ihr, sie könne die Füße auch hoch machen (um ihr die Liegeposition näher zu bringen, kannte sie ja noch nicht vom Sessel). Fiona saß dann ganz normal auf der Couch und hob beide Beine gleichzeitig an. Die Lacher waren natürlich auf ihrer Seite, auch wenn sie in dem Moment wohl nicht genau wusste, was die "Großen" so lustig fanden...


Ich gebe zu, farblich nicht 100% passend in einem ansonsten eher schlicht beige-lila-braun gehaltenen Living-Room aber manche Sachen sind eben so wie sie sind. Das Sofa wäre nur halb so schön, wäre es nicht pink, stimmt's, Prinzessin Lillif... Fiona? ;)
Die Klotreppe im Badezimmer geht wohl auch nicht mehr als Mama-Papa-Accessoire durch. Ebenso wenig die Milliarden Spritztiere (die manchmal abends nach dem Händewaschen ALLE mit in's Bett und demzufolge komplett geleert werden müssen *argh* da trocknet man sich 'nen Wolf!), der riesige Hello-Kitty-Seifenspender, dem Fiona regelmäßig den Kopf abreißt um selbigen mit Wasser zu füllen, der Nemo-Waschlappen, die Wasser-Flöten, das Seifenblasen-Puste-Schaumbad, das rosa Glitzershampoo, die Shrek-Haarwäsche sowie der Tinti-Badeschaum und die Tinti-Malseife in 3 Farben...
Kommt Kind, kommt Hausrat - genau so ist es. Es kommt sogar so viel Hausrat, dass man es sich als Nicht-Eltern im Leben nicht träumen lassen würde. In der Schwangerschaft behauptete ich noch steif und fest, es würde kein rosa geben. Gelbe Strampler, grüne Strampler, orange Strampler, ganz egal, nur kein Klischee-Pink. Und nun? Kaum war das süße Mädchen geboren, sah es einfach am Lieblichsten in zartem Rosa aus. Nach und nach hielt dieser Farbton Einzug in unser Leben und schleicht sich auch heute noch hinterhältig und leise in Form von kleinen Filly-Pferden oder Lillifee-Zauberstäben an ^^
Wehren ist also zwecklos. Es heißt ja: "Die eleganteste Art, deinen Feind bewegungsunfähig zu machen, ist es, ihn zu umarmen." Ich umarme das Rosa nun seit über 2 Jahren aber es lässt mich einfach nicht mehr los...

Dass man an der eigenen Wohnung erkennt, dass dort kleine Menschen wohnen, ist ja nichts ungewöhnlich. Bedenklich wird es allerdings, wenn die Spielzeugisierung um sich greift und sogar auf andere Haushalte überspringt.
Glaubt ihr nicht? Dann folgt jetzt ein Bild aus dem Wohnzimmer meines Elternhauses, was Fiona liebevoll mit "mein Zimmer" bezeichnet (und abgebildet sind nur 2 Ecken!):
Letztens kam sie dort rein und der Inhalt ihres Einkaufswagens, sowie diverse Bauklötze, Bücher und Stifte lagen noch von ihrer letzten Spielaktion auf dem Fußboden verstreut. Ihr Kommentar: "Ooh, ist das schön hier!"
Ja, ohne Worte. Kommt Kind, kommt Hausrat.

zu 2.)
Ich bin mir nicht sicher, ob Fremde auf den ersten Blick überhaupt erkennen würden, dass ich ein Kind habe.
Die Milchspucke-auf-dem-Shirt-Zeiten sind lang vorbei, auch trage ich keine gigantische Wickeltasche mit mir herum. Wenn in meiner Arbeitstasche mal eine Windel rumschwirrt, ist das reines Glück ;) Letztens hatte ich genau solches Glück; da hat mich eine dieser zufälligen Taschenwindeln vor einem Totalchaos bewahrt. Das Fassungsvermögen einer durchschnittlichen Billigmarke-Größe-5-Windel sollte man nicht unterschätzen! Der Inhalt einer fast noch vollen 0,5l-Wasserflasche hatte es sich ohne mein Wissen so nach und nach im Windelpolster bequem gemacht und so meine Noten und andere wichtige Unterlagen vor Wasserschäden geschützt. Top!
Ansonsten kleide ich mich normal weiblich ohne "Mutterstempel", Eyeliner und Mascara gehören nicht zu den Dingen, die ich seit der Geburt nicht mehr benutzt habe und auch Ohrringe und Schuhe mit Minihacken kommen genauso häufig vor wie in kinderlosen Zeiten. Selbst am Strand im Bikini würden mich keine verräterischen Streifen als Muttertier "outen", denn aus rätselhaften Gründen (*freu* gute Gene..? Danke, Mama..?) bin ich von denen glücklicherweise komplett verschont geblieben :)
Was mich allerdings verrät, ist wie bei vielen der Kindersitz im Auto und der Inhalt meines Einkaufswagens ("Sie haben gerade Knoppers gekauft. Darf ich fragen wieso?" -"Ja, weil ich ein Kleinkind dabei habe, was alles in den Wagen räumt, was nach Schokolade aussieht und einen mittelschweren Wutanfall kriegt, wenn ich vorschlage, das braune Gold gegen gesundes Obst einzutauschen!"). Wenn ein Fremder durch meine Autoscheiben guckt, vermutet er sicher mindestens 4 Kinder. Aber auch das kann ich erklären: durch meine Arbeit als Musiklehrerin in Kindergärten habe ich diverse Puppen, Glockenspiele, bunte Tücher, Rasseln und Kuscheltiere sowohl auf, unter und neben dem Rücksitz, als auch in sämtlichen Ritzen ^^ Ich habe übrigens festgestellt, egal wie klein oder wie groß mein Gefährt ist - ich kriege es randvoll und meine damit nicht Benzin. Sollte ich also mal die Anschaffung eines Kleinbusses in Erwägung ziehen, haltet mich bitte davon ab...

zu 3.)
Groß nachdenken musste ich da nicht. Ein Fahrrad hatte ich lange vorher schon nicht mehr in Gebrauch; Wii, Xbox oder ähnliche Konsolen zählten ebenfalls nicht zu meinem Hab und Gut; Still-BHs, Umstandshosen und andere saubequeme Bauchkleidung erklärt sich von selbst und bei Schuhgröße 42 ist es wohl überflüssig zu erwähnen, dass ich High Heels nie besessen habe. Es ist etwas ganz anderes, völlig Simples: ein Tee-Sieb.


Kurze Erklärung dazu: ich bin eher Kaffee- statt Teetrinker; bis zu 6 Tassen am Tag war vor der Schwangerschaft und speziell im Studium eine ganz normale Größenordnung. Das änderte sich schlagartig mit dem positiven Test. Ich wollte meinen Kaffeekonsum stark einschränken, um meinem Bauchkind nicht gleich pränatal die volle Dröhnung Koffein mitzugeben, brauchte mir aber dabei keine große Mühe geben. Manche Dinge erledigen sich von selbst. Ich konnte von einen Tag auf den anderen keinen Kaffee mehr sehen. Schon vom Geruch wurde mir übel. Wenn es Tee gab, gab es den in praktischen Beuteln: rein, warten, raus, fertig.
Einen speziellen Tee, nämlich Himbeerblättertee, gab es nur als krümelige Angelegenheit. Da dieser aber - nicht nur von der Hebamme - als Wunderwaffe bei der Geburtsvorbereitung angepriesen wurde, weil er Beckenmuskulatur und Muttermund entspannt (ein einfacher Tee...? Aber gut, mit Baby im Bauch und kurz vor'm "Platzen" glaubt man an so Einiges ;), wurde er gekauft und ein Teesieb gleich mit. Zum viel davon Trinken bin ich nicht gekommen, weil Madame 2 Wochen vor dem Termin die Faxen dicke hatte und der Teaparty sprichwörtlich den Hahn zudrehte. Ja, und seitdem ist das Teesieb unverändert arbeitslos und unsere Senseo wieder im Dienst :D

Kommentare:

  1. Geil, Viv, hab gut gelacht!! Und den Nemo-Waschlappen haben wir auch.
    Erzähl mal, wie sind die Wasserpfeifen? Wie funktionieren die und lohnt es sich, welche zu haben?

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    1. Danke :) Also die Wasserpfeifen sind mal 5 Stück gewesen, bei uns "leben" inzwischen nur noch 3 :) die kann man mit Wasser füllen und je nach Füllstand klingt der Gepfiffene Ton höher oder tiefer. Auf den Pfeifen sind Markierungen, bei welcher Füllhöhe welcher Ton klingt, also "c", "d", "e" und so weiter... sind ganz lustig aber brauchen tut man sie nicht unbedingt. kosten bei Dauerbenutzung im höchsten Ton in der Wanne ein paar Mama-Nerven ^^

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  2. Total cool geschrieben!:-))
    Auch wenn mich jetzt der Verdacht beschleicht, dass mit steigendem Alter der Kinder immer mehr Dinge einziehen und ich eigentlich dachte, dass es genau andersrum is...Ich geh mal mein Teesieb suchen!;-)

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    1. Vielen Dank!! Also, wenn sie volljährig sind, haben sie sogar soo viel Kram, dass sie dafür eine eigene Wohnung brauchen ^^ Das sagt alles...

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  3. Keine Streifen - du Glückliche - Neid - meine Bikinizeit wird in diesem Leben nicht mehr kommen :-(
    Das Sofa ist wunderschön, wo gibt es das ??- so eins mag ich auch für Babymädchen haben!
    Ich liebe Tee, schon immer, aber ein Teesieb benutte ich auch ganz selten, viel zu viel Arbeit, die guten alten Beutel tun es auch und den Himbeerblättertee fand ich gruselig, obwohl sonst fast alle Sorten gehen...

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    1. Das Sofa gab's mal bei Netto. Kommt bestimmt mal wieder als Aktionsware. Ich sag dir Bescheid :)

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  4. Ich freue mich immer sehr über deine lustigen geschichten. Aber manchmal bin ich dann doch ganz froh noch kinderlos zu sein... ;-)

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  5. Das Kühlschrankbild ist klasse. Ich habe mich kurze Zeit tatsächlich gefragt, wie ihr es geschafft habt, unseren Kühlschrank heimlich zu fotografieren :-).
    Viel Spaß in Irland und vor allem viel Erfolg bei den Auftritten!Ich freue mich schon auf die Fotos.
    Liebe Grüße, Andrea

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  6. richtig klasse Bericht!!! Toll geschrieben

    LG Maike
    http://maikes-hobbyblog.de/archives/2099

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  7. Wieder super geschrieben! Hat mir sehr gut gefallen.
    Das Sofa ist ja echt klasse - meine Tochter wäre neidisch ;)

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  8. Ah die lieben Lego-Steine. Die habe ich schon öffter wie einmal verflucht wenn ich wieder draufgetreten bin. Die Teile liegen bei uns auch überall. So schnell kann ich gar nicht einsammeln sind die wieder ausgebüchst.

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  9. Vielen Dank für deinen Beitrag :-)
    Wir haben auch diese hinterhältigen Legomonster überall. Und auch die Kühlschrankmonster...allerdings bleibt bei unseren garnichts mehr vom Kleckermäulchen über....

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