Samstag, 17. Dezember 2011

Oh Tannenbaum

Die ehemals ultimativen Einschlafhilfen Bibi&Tina, Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg können einpacken; die werden seit Neustem nämlich ganz vehement abgelehnt. Denn wer ein richtiges Musikerkind sein will, der hört zum Einschlafen Elvis Presley. Kein Witz, es funktioniert. Genaugenommen ist es der Soundtrack zum Lilo&Stitch-Film, also auch ein bisschen hawaiianisches Gedudel mixed with King of Rock'n'Roll. Scheint ihr zu gefallen. I like!
Ich habe sie nach dem Hinlegen noch ein bisschen im frisch aufgeräumten (Platz schaffen für Weihnachtsgeschenke...oh oh) Kinderzimmer kramen hören, aber meistens schläft sie dann von sich aus irgendwann ein. Inzwischen haben auch Lilo, Stitch und Elvis das Singen eingestellt und ich dachte mir, ich gehe mal gucken, wie und wo sie liegt.
Kinderzimmer: leer. Wohnzimmer: leer. Bad: leer. Küche: leer.
Soo riesig ist ja die Wohnung nicht.
Im Schlafzimmer habe ich sie gefunden, mit Sack und Pack! Kopfkissen, Zudecke, Liemhasi, U-i (Pinguin) und Kitty sind mit ihr in Mamas Bett eingezogen und da schläft das Goldkind nun tief und fest...
Vorhin gab es bei Sasa aus einer spontanen Heißhungerlaune heraus Eierkuchen (das ist das, was einige auch als Pfannkuchen kennen. Pfannkuchen sind aber in Berlin das, was der Rest von Deutschland als "Berliner" bezeichnet.. gar nicht so einfach! Jedenfalls meine ich dieses Mehl-Milch-Öl-Eier-Gemisch, was man flach in der Pfanne macht). Ein Stück Eierkuchen ist wenige Zentimeter vor dem Mund wieder von Nonas Gabel runtergefallen, ihr trockener Kommentar dazu: "Dis war nix."

Heute gab es in Berlin den ersten Schnee, bzw. etwas, was der erste Schnee sein wollte: eine nicht besonders appetitliche Matschmixtur, die nicht mehr weiß ist, sobald sie auf Autos, Balkons oder Haaren landet. Ich bin ja eigentlich kein Winterfreund, aber so ein kleines bisschen Weiß draußen würde mir helfen zu realisieren, dass dieses Wochenende schon der 4. Advent ist. Wo ist die Zeit geblieben?! Kleine, mittlere, große, hübsche, hässliche, mickrige oder gigantische Weihnachtsbäume stehen ja schon überall rum, wo man hinkommt. Kita, Musikschule, Einkaufscenter, alle haben schon einen. Als im Autoradio das Lied vom grünen Baum lief, rief Nona: "Oh Tantenbaum! Dis hat Nono auch gesingt!"

"Dis is glucklich" sagt sie über sich selbst

Heute - es ist nach Mitternacht, sehe ich gerade, also gestern - ist bei uns zu Hause auch ein "Tantenbaum" eingezogen, was meine Mama mit großen Augen und einem entsetzten "Das geht doch nicht!" quittierte. Auf meine Frage, was daran nicht gehe, erwiderte sie, dass der geschmückte Baum die Überraschung am Heiligabend sei, vorher dürfe kein Baum stehen bzw. erst recht nicht geschmückt werden. Überzeugt schob sie nach, ich könne es ja googeln, wenn ich ihr nicht glauben täte. Nichts leichter als das! Ich musste feststellen: an der Frage, wann man den Baum aufstellen darf/muss/soll/kann, scheiden sich die heiligen Geister. Die Traditionellen sagen, kein Baum vorm 24., das höchste der Gefühle ist der 23. und dann steht er bis 6. Januar. Die Alternativen (und auffällig viele Eltern mit kleinen Kindern!) stellen den Baum irgendwann zwischen Thanksgiving (letzte Novemberwoche!) und 3.Advent auf.
Wie ist das bei euch?
Mein Problem ist, dass ich den Baum (und alles, was mit Weihnachten zu tun hat) nach dem 2.Feiertag einfach nicht mehr sehen kann. In der Woche zwischen Weihnachten und Silvester muss ich aufräumen, Altes beseitigen, klar Schiff machen für 2012. Da kann ich nicht das Gerümpel vom alten Jahr mit rüber nehmen. Mir (oder mich?) graust es bei der Vorstellung, einen Tag vor meinem Geburtstag (7.Januar) den Weihnachtsbaum vom Vorjahr noch im Wohnzimmer stehen zu haben. Vorher holt ihn zwar eh keiner ab, aber da halten wir's wie die Schweden, wo der Stamm mit den letzten 3 Nadeln in Knut-Manier auf seine alten Tage noch das Fliegen lernt ^^
Eine hübsche 1,80m-Nordmanntanne am 24. aufzustellen, um sie am 27. wieder einzureißen - das lohnt sich ja nun wirklich nicht. Alternative gar kein Baum geht auch nicht, denn wo kleine Kinder sind, müssen auch Weihnachtsbäume sein. Und das Schmücken möchte ich ja mit der Prinzessin zusammen machen. Wir haben extra viele Kugeln und Anhänger gekauft, weil mit Verlust zu rechnen ist...Natürliche Nono-Auslese: die guten an den Baum, die schlechten....über'n Zaun?
 Aber das gemeinsame Schmücken heben wir uns noch ein bisschen auf.
Apropos Tannenbaum - als ich letzte Woche in der Kita fragte, wer denn ein Weihnachtslied kennt, fingen die Vorschulkinder wie aus einem Mund zu singen an, dass mir die Ohren schlackerten: "Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, der Lehrer hat mich blau gehau'n. Jetzt muss ich iiiin der Ecke steh'n, und Zigareeetten rauchen geh'n. Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, der Lehrer hat mich blau gehau'n." Sie gackerten wie die Hühner, auch die Jungs, und mir blieb der Mund offen stehen. Beim ersten Mal konnte ich noch lachen. Aber dann genügte es, wenn eines der 10 Kinder völlig unmotiviert die ersten Töne des Liedes anstimmte, dann fielen sofort alle lautstark mit ein. Sie hatten Spaß, großen Spaß. Ich fand's irgendwann nicht mehr witzig, mitten im Satz zu einem ganz andeeren Thema von ihrem "Ooooh Taannenbaum" unterbrochen zu werden...
Auf die Frage nach Weihnachtsliedern kennt erstmal kaum ein Kind eins. Wenn ich dann konkret werde, heißt es immer: "Achsooo, jaa, das kenn ich doch". Aus meinem großen Instrumentensack suchte ich die kleinen Stabglöckchen und fragte, wer eine Idee hat, welches Lied wir damit singen wollen. Einer meldete sich und verkündete stolz: "Schneeglöckchen!!" Naja, fast.
Am Nikolaustag stellte ich eine Frage mit ungeahnten Folgen, nämlich, wer denn einen fleißigen Nikolaus zu Hause hatte. Daraufhin brach ein regelrechter Streit aus, bei wem der Nikolaus zu erst gewesen ist, denn offensichtlich hatte er an diesem Morgen alle Kinder der Gruppe besucht. "Bei mir!" "Nein, bei mir!" "Gaaar nicht! Der war bei mir zu erst!" "Nein, er war bei mir!"
Türchen am "Advents-Adlender" (à la Nono) machen auch alle Kinder auf. Ein Vorschul-Mädchen vergaß im Eifer des Gefechts alles, was sie über Artikel wusste, und rief aufgeregt: "Ich hab heute der neunte Türchen aufgemacht!" Eine andere aus der selben Gruppe entgegnete angepisst: "Man, Pia, das heißt DAS neunte Türchen. Ey, du willst in die Schule gehen!!!" Da muss man gar nichts sagen, die Harten regeln das untereinander...

"Wisst ihr noch, was da letzte Woche für kleine, gelbe, kuschelige Tierchen waren auf dem Bauernhof, auf die Lucy aufpassen sollte?"
"Tiger?"
"Äh, können wir uns auf Enten einigen?"

"Und was war in dem kleinen Säckchen, das Nick geholt hat, um die Enten wieder anzulocken?"
"Geschenke?"

Bei meinem Schülerorchester habe ich erklärt, dass man ganz schnelle Finger bekommt und auch schwierige Stellen schnell spielen kann, wenn man es nur oft genug übt. Als kleine Demonstration spielte ich eines unserer Wettbewerbsstücke für die Irlandreise im Originaltempo vor. Ein erstauntes "boah" machte die Runde und eine Spielerin meinte dazu:
"Kein Wunder, dass du das so schnell kannst. Du lebst ja schon viel länger."
Ach DAS ist das Geheimnis! Hätt' ja mal einer früher sagen können...Und ich üb mir 'nen Wolf. Dabei muss ich einfach nur abwarten ^^

Alle Wörter, die mit "Weihnachts-" beginnen, biegt sich Nona ein bisschen zurecht. Schließlich nennt sich das Fest WeihnachtEN, also heißt es demzufolge auch "Weihnachtenmarkt", "Weihnachtenbaum" und "Weihnachtenmann". Wer übrigens nicht an den Weihnachtenmann glaubt, der lasse sich eines Besseren belehren. Wir fahren jeden Morgen und jeden Nachmittag an ihm vorbei.
Dann winkt Fiona und ruft immer: "Hallo, Weihnachtenmann!"

Wir haben diese Woche einen kleinen Stern gebastelt und angemalt, für "Mautes" und "Lito", Nonas Erzieherinnen im Kindergarten.
In einem unbeobachteten Moment nahm der kleine Künstler dann den Pinsel, färbte ihn nochmal so richtig schon matschig blau und bemalte anschließend mit einer Seelenruhe, ausdauernd und gründlich die gesamte Schlumpf-Hand.


Gestern ist bei uns ein Weihnachtspaket aus Eckernförde angekommen, wo wir im Oktober, kurz vor Fionas Geburtstag, ihren Uropa Jürgen und seine Frau Maria besucht haben. Vielen, vielen Dank!!

Mein Auto machte übrigens schon seit einer Weile komische Geräusche von unter der Motorhaube. Als es am Donnerstag extrem laut und ich demzufolge extrem beunruhigt war, öffnete ich bei meinen Eltern auf dem Grundstück die Haube und guckte rein wie ein Schwein in's Uhrwerk. Ich weiß nicht, was ich zu sehen gehofft habe. Zumal ich ja nicht genau weiß, wie es aussieht, wenn alles in Ordnung ist. Vielleicht ein Schild an einem der Teile, auf dem steht: "Ich bin kaputt. Bring mich Werkstatt." Mein Papa kam dazu und riet mir, so schnell wie möglich in's Autohaus zu fahren um das checken zu lassen. Aus Angst vor möglichen Katastrophen rief ich sofort bei VW an. Die sagten, sie rufen mich zurück. In der Zwischenzeit fing ich an, gemeinsam mit dem Papa Nonas Zimmer auszumisten und sämtlichen Kram, mit dem sie eh nicht mehr spielt, in den Keller zu verfrachten. Übrig blieben in der Spielkiste ihre Puppe Paloma, der Arztkoffer, die Registrierkasse und der Eimer Plastik-Lebensmittel. Während wir schön beim Räumen waren, klingelte das Handy, Autohaus dran. Wir sollen sofort kommen, es wär' grad nix los und wir kämen gleich dran. Wir sind dann vorsichtshalber mit 2 Autos hingefahren, falls ich meins dort lassen muss, auch wenn ich mich nicht gerade wohl dabei fühlte, im Kinderzimmer das blanke Chaos zu hinterlassen. Aber wir sind ja bald wieder zurück. Haha, genau...denkste.
"Nehmen Sie bitte im Warteraum Platz."
Einen Kaffee, ein Bastelbuch und 2 Zeitungen später, fragte ich, wie lange es noch dauern würde. "15 min". Nach besagten 15 Minuten war immernoch kein Techniker in Sicht. Wir hatten mittlerweile anderthalb Stunden (!) gewartet, als irgendwann endlich jemand kam, der sage und schreibe ganze 2 min in mein Auto guckte. Er hörte das Geräusch und sagte, ich solle mal die Klimaanlage ausschalten.
Bumms, Geräusch weg. Der Kompressor ist kaputt. Kostenpunkt 1000€, in Worten: tausend. Aaaarrrrrggghhhhhh.........................
Nun wird vorerst mal nicht gekühlt und das Ding bleibt aus. Irgendwas ist immer.

Eins möchte ich euch noch zeigen - die Servietten für Heiligabend, heute bzw. gestern fix und fertig gefaltet. Das einzig Doofe ist, dass rote Servietten nicht in allen Lagen rot sind, sondern nur in der äußeren. Da man dafür alle Schichten auseinander zuppeln muss, kommen die weißen zwangsläufig auch zum Vorschein. Aber meine Zuchtrosen sind trotzdem ganz gut geworden, finde ich. Und damit: Gute Nacht.

Kommentare:

  1. Zur Umfrage:
    Mein Weihnachtsbaum wird pünktlich am ersten Dezember aufgestellt und geschmuckt. Und weil ich ein kleiner Sadist bin lege ich sobald ich ein Geschenk gekauft und eingepackt habt unter den Baum! Mein Mann kann dann raten welches sein is ;-). Abgebaut wird er am 27.12. aus dem Grund, dass kurz danach bald mein "geliebter Geburtstag" ansteht. Das letzte was ich möchte is, dass dann noch nen Baum da steht!
    Aber das mit dem Baum muss sich ja lohnen. Deswegen wird er so früh aufgebaut. Zudem steh ich tierisch drauf!!

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  2. Das mit dem Geburtstag geht mir genauso. Ein Weihnachtsbaum wär da das Letzte, was ich sehen möchte...
    Das mit den Geschenken ist ja purer Sadismus ;) Würde mit Kind gar nicht gehen, leb's also aus solange du noch kannst. In ein paar Jahren drehst du dich nur mal kurz um, und zack - wird aufgerissen wie ein Westpaket bevor du "nein" rufen kannst ^^

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  3. Lilo und Stitch Soundtrack: Wunderbar!!!

    "..wird aufgerissen wie ein Westpaket bevor du "nein" rufen kannst.." <--- musste gerade sooo lachen!

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  4. wooo wie süß die bilder sind (: (:

    schau doch mal bei mir rein (: xoxo*

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