Montag, 7. Oktober 2013

Endlich 4!

Mein liebes Geburtstagsmädchen,

du liegst inzwischen glücklich bis in die Zehenspitzen und völlig k.o. von deinem aufregenden ersten Tag als Vierjährige in deinem Bett, während ich vor 4 Jahren um diese Zeit gerade im Krankenhaus angekommen war und die Frage, wie man mir helfen könne, mit "Ich glaub, ich krieg ein Kind" beantwortete... Unglaubliche 4 Jahre sind sie her, die letzten Wehengebirge auf dem CTG und diese heftigen "Rückenschmerzen"...
Jetzt bist du plötzlich groß, singst alle Strophen vom uralt-Zuckowski-Geburtstagsschlager "Wie schön, dass du geboren bist" mit, backst mit mir gemeinsam deinen Regenbogenkuchen, bastelst gewissenhaft und geduldig an deinem großen Lego-Friends-Bausatz und kümmerst dich aufopferungsvoll um deine BabyBorn, die so schwer geworden ist, dass sie "schon 30 Grad wiegt".
Du liebst das Reisen, das Feiern und die kleinen runden Babybel-Käse. Du interessierst dich für so Vieles, kannst dir besonders englische Wörter sehr gut merken ("MAMA, der Pilot hat eben "clouds" gesagt, das heißt Wolken!!!"), dafür aber nicht so gut, ob das Schild an der Hose nach vorne oder nach hinten gehört. Du bekommst manchmal einen mittelschweren Bock, weil du nicht barfuß laufen, sondern dir Socken anziehen sollst, aber im nächsten Moment kommen aus deinem Knutschmund so süße Sachen wie (zu deiner Familie beim Geburtstagskaffee) "Ihr seid die besten Freunde, die man sich wünschen kann!". Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich vermuten, dass da ein kleiner gehörnter Mama-Steinbock tief in deiner ausgeglichenen Waage-Seele schlummert, aber der verwächst sich bestimmt noch :)
Aber ganz egal, ob Steinböckchen oder Waage, jeder Tag mit dir ist etwas ganz Besonderes.
Jeder Tag ist einmalig, die Zeit vergeht viel zu schnell!
Jeder Tag hält Herausforderungen und Überraschungen für uns bereit, an denen wir wachsen und von denen wir lernen, du als Kind genauso wie ich als Mama.
Du bist das Glück, für das es keine Worte gibt und das Puzzleteil, von dem ich vorher nicht gewusst habe, dass es fehlt.
Ich bin sehr stolz auf dich, mein großes Mädchen, und würde für dich barfuß bis ans Ende der Welt gehen, wenn ich wüsste, dass du dort auf mich warten und mit erhobenem Zeigefinger meckern würdest, weil ich keine Socken trage...

Ich liebe dich.
Deine Mama




"Ich bin vier! Ich kann schon mit einem Messer umgehen!"

Raupenkuchen für die Kita



Der süße Sorgenfresser, geschenkt von meiner besten Freundin - dem schmeckt auch Wut - mjam :)


Geburtstagsüberraschung vom Italiener unseres Vertrauens: die Liemhasi-Pizza als Special Edition

Montag, 30. September 2013

Best-Of September

Während ihr diese Zeilen lest, verbringen wir bei angekündigten 28°C ein paar Ferientage im schönen Griechenland, um den Sommer 2013 noch ein letztes Mal zu sehen.
An unserem September möchte ich euch trotzdem gerne teilhaben lassen, es folgt also wie immer am Ende des Monats unser Best-Of, zuerst in Bildern.

Über Postcrossing habe ich Tina aus Queensland kennengelernt, die uns eine ganz süße Postkarte mit australischen Tieren geschickt hat. Weil Fiona so begeistert vom Koala gewesen ist, wollte uns Tina eine Freude machen und hat anschließend noch zwei kleine Fingerpuppen auf die weite Reise um die halbe Welt geschickt. Fiona war total aus dem Häuschen, als ihre australische Post dann im Briefkasten lag und hat sich schon im Vorfeld große Sorgen gemacht, weil der Koala ohne Begleitung ganz allein im Flugzeug reist. Alleine war er dann doch nicht, denn er hat seinen Freund, einen niedlichen Galah-Vogel (Rosakakadu) mitgebracht, wie sie bei Tina in Scharen den Garten bevölkern. Wer kann schon behaupten, dass er echte australische Tiere zu Hause hat? Noch am gleichen Abend hat sich Fiona mit ihrem ersten Englisch mächtig ins Zeug gelegt, so dass wir nach ein paar Anläufen ein niedliches "Benk you very much" per Videobotschaft nach Queensland schicken konnten :)

Eine kleine Erkältung spendierte Fiona eine Woche zu Hause ohne Kindergarten, in der ihr Lego-Sortiment mal wieder Hochkonjunktur hatte und wir viel gemalt, gebastelt und gekuschelt haben. Auch die Spielzeugkasse klingelte ordentlich, denn ich habe mir ganz exklusiven Öko-Brokkoli für sagenhafte 6,30€ andrehen lassen...und dann hat er nicht mal geschmeckt ^^ Was sagt ihr zu unseren Lego-Tieren? Mein Highlight ist der Pinguin auf dem Traktor - haha.


Nach einer Idee von Pinterest ist auch bei uns ein hübsches Elefantenpaar auf Leinwand entstanden in der Krank-Woche. Ist das nicht süß geworden?
Letzte Woche habe ich bei meinem Früherziehungskurs mit den 4- bis 5-jährigen Kindern gefragt, was denn Elefant auf Englisch heißt. Rief ein Kind: "Törööö!" :) Ja, so kann man's auch sagen.

Meine Nähmaschine ist auch mal wieder zum Einsatz gekommen, denn das Shirt zum Geburtstag ist Pflicht, wenn man als kleiner Mensch noch sooo stolz auf die neue Zahl ist! Es passt wie angegossen und der Tag, an dem sie es endlich anziehen darf, rückt immer näher. Die Leggings mit den unterschiedlichen Hosenbeinen wird auch heiß geliebt und meine Notentunika ist tatsächlich eine der ersten Sachen, die ich für mich selber genäht habe.

Den anstehenden Geburtstag habe ich ja eben schon erwähnt. Es soll "uuunbedingt" eine AngryBirds-Party werden. Jeder Versuch, sie auf unter Kindern bekanntere Helden wie Raupe Nimmersatt oder Micky Maus umzulenken, scheiterte kläglich. Es müssen "Ennibördz" sein. Das Deko-Zubehör liegt bereit, für das Menü (und den Kuchen) übe ich noch ein bisschen. Die gebastelten Einladungskarten sind schon bei ihren Empfängern angekommen, jetzt muss es nur noch Oktober werden. Und als besonderes Highlight wird es in diesem Jahr Luftballonfiguren geben. Auch wenn ich immernoch unter akuter "Platzangst" leide, habe ich schon ein paar Hunde, Blumen und Papageien unfallfrei geknotet. Nichts ist unmöglich - ich liebe das Internet (äh, und in dem Fall vor allem Youtube)!

Weil unser Build-A-Bear-Sid ganz schön den Kopf hat hängen lassen, sind wir mit ihm zum Bären-Doc gefahren, wo ihm ein bisschen Füllwatte transplantiert und er bei der Gelegenheit auch neu eingekleidet wurde. Außerdem hieß es diesen Monat: auf die Rutsche, fertig, los! Das Geburtstagsgeschenk von meinen Eltern, ein großes Klettergerüst mit "Baumhaus", Sandkasten, Schaukel, Rutsche, Seil und Kletterleiter, steht schon seit ein paar Tagen im Garten und wird fleißig auf Herz und Nieten geprüft. Ich könnte ihr stundenlang beim Klettern und spielen zusehen, ein absoluter Kindertraum, der da in Erfüllung gegangen ist! Und als wir an einem Septembersonntag eigentlich "nur" auf den Spielplatz wollten, sind wir mitten in ein großes Sambafestival geraten und Fiona durfte sogar selber bunte Maracas basteln. Sowas kann einem in Berlin schon mal passieren ;)

Das Zitate Best-Of lest ihr hier:
Fiona ist 3 Jahre und 11 Monate alt.

"Was hast du heute im Kindergarten gemacht?"
- "Ich habe Bowlingkugeln geformt....aus Matsch!"

(in der Badewanne)
"Mama, kannst du das Wasser mal stillhalten?"

"In meinem Auge war ein Popel!"

"Maaaaamaaaaa!!! Ich hab eine nackte Schnecke gefunden! Die ist schon ausgeschlüpft!"

"Die Musik ist so laut, dass man Pferdekacke riechen kann."
(???)

"Mama, du bist ein guter Backer und ein guter Kocher!"

(an der Kasse)
"Guck mal, die Bezahlerin hat mir einen Luftballon geschenkt!"

(Fiona nimmt 3 Treppenstufen auf ein Mal)
"Ich bin von der dreisten Treppe gehüpft!"

"War heute ein schöner Tag im Kindergarten?"
- "Nein."
"Wieso denn nicht?
- "Also Mama, die Sache war so...."

(Sie bekommt einen elektrischen Schlag)
"Ich habe Strom von ihr abgekriegt."

"Ich gehe Trampolin springen."
- "Okay, aber mach den Reißverschluss zu, ja?"
"Ja, ich weiß ja, sonst kann man sich weh tun. Dann kann man hinfallen und sich den Fuß verletzen. Oder den Arm. Oder am schlimmsten ist, wenn man sich den Kopf verletzt! Dann geht nämlich das ganze Blut aus dem Körper raus, wenn der Kopf kaputt ist...."

"Mir ist ein Stück Kartoffel runtergefallen, aber ich habe es schnell
wieder auf meinen Teller gelogen."

"Guck mal, ganz unten steht, man darf hier Pferde mit in die Bahn nehmen..."


Die Google-Suchanfragen im September haben Folgendes ergeben:

"Herz gemalt hässlich"
- Warum sucht man online danach?
Und vor allem: was sagt das über meine Malkünste aus? *räusper*

"Die schlechte Seite in meinem Leben"
- Komm auf die dunkle Seite der Macht. Wir haben Kekse. Gibt's da nicht so eine DailySoap?
Ich seh in dein (hässliches?) Herz, sehe gute Seiten, schlechte Seiten... ^^

"Badezimmer Radio Ente Muschel"
- Wäre da nicht Shopping-Guru amazon die richtigere Adresse gewesen? Im Zeitalter der unbegrenzten Möglichkeiten fällt das Entscheiden schwer. Ente oder Muschel? Wer war zuerst da?

"Jugendweihe Schuhe weiblich Absatz"
- ja, kann man grundsätzlich schon machen. Speziell das Besteigen von Treppen sollte man allerdings vorher üben. Und der schönste weibliche Absatzschuh bringt nichts, wenn die gewohnheitsmäßige Turnschuhträgerin auf ihren Stöckeln elegant wie ein Tier mit Rüssel Richtung Wasserloch trabt...

"Volker Rosin mit Kastanien und Eicheln"
- was? Bewerfen...?


Ich wünsche euch einen guten Start in einen (hoffentlich!) goldenen Oktober!

Donnerstag, 26. September 2013

Terrible Twos?!

Herbst 2011
Wir müssen uns warm anziehen.
Und damit meine ich nicht etwa den Herbst, der vor der Tür schon in vollem Gange ist...
Die sog. "Terrible Twos" beziehen sich, so dachte ich, auf die Trotzphase 2-jähriger Kinder, die schon so viel wollen, aber eben noch nicht alles können, die sich erstmalig selbst als eigenständigen Menschen wahrnehmen und einen sehr eigenen Willen haben, den sie auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit durchsetzen wollen.
Entweder ist meine Erinnerung an 2011 tatsächlich so löchrig, dass ich die Zeit als relativ entspannt abgespeichert habe, oder "wir" haben diese akute Phase ausgelassen, das Potential dafür "angespart", um sie pünktlich 2 Jahre später in potenzierter Form auszuleben.
Oder heißen die Terrible Twos Terrible Twos, weil sie periodisch alle 2 Jahre wiederkommen...?

Wenn ich mir ein Wort aussuchen könnte, was ich aus Fionas Wortschatz streichen dürfte, es wäre vermutlich ABER.
Im Moment ist alles ABER. Wir geraten fast täglich aneinander, seien es so banale Dinge wie "Gehst du jetzt bitte Hände waschen?" oder "Nein, es ist schon spät, heute gucken wir keine Folge Caillou mehr.". Bocken, wütend aufstampfen, eingeschnappt die Hände verschränken, Augenbrauen zusammenziehen, heulen, meckern - das volle Programm. Es fällt mir manchmal schwer, in solchen Situationen gelassen zu bleiben und ihr in dieser schwierigen Zeit durch liebevoll-strenge Konsequenz ihre Grenzen zu zeigen statt genauso bockig abzuziehen. Natürlich weiß ich, wie man sie übersteht, diese Phase. Theoretisch. Auf jeden Fall weiß ich, dass man sie irgendwie gemeinsam übersteht und das ist schon mal ein Lichtblick.
Auf der einen Seite ist Fiona unglaublich weit entwickelt, sie kann und weiß für ihre knapp 4 Jahre schon eine ganze Menge, sie ist vielseitig interessiert und wirklich begabt im musisch-sprachlichen Bereich. "Aber" (da war's wieder...) auf der anderen Seite fällt sie mit ihren zickigen Trotzanfällen auch wieder schnell in die Baby-Kleinkind-Phase zurück, in der ich dann mein eigentlich so großes Mädchen nicht wiedererkenne. Ein kleiner Rückblick:

Zur Geburt haben wir für sie ein Baby-Set für die Badewanne geschenkt bekommen: einen
Badethermometerfisch, eine weiche Bürste, Kamm, Nagelschere, Fieberthermometer und eine flüssigkeitsgefüllte Beißkirsche, die man dem Baby beim Zahnen gekühlt zum Kauen in die Hand drücken kann. Besagte Kirsche ist relativ bald nach dem ersten Satz Zähne (vermutlich) in den Keller gewandert, irgendwo weit weg, weil wir sie nicht in absehbarer Zeit wieder benutzen wollten. Aus mir unerklärlichen Gründen hat mich Fiona in letzter Zeit schon mehrfach auf diese Kirsche angesprochen und sogar angefangen zu weinen, weil ich gesagt habe, dass ich nicht weiß, wo sie ist (und darüber hinaus die Such-Notwendigkeit nicht sehe). Gestern standen wir in einem Drogeriemarkt, ich am Fotodrucker, sie in der Spielwarenabteilung. Nach einer Weile kam sie an mit genau dieser Kirsche. Auf dem Schild stand 4m+, also für Babys ab 4 Monate. Meine Tochter wird in ein paar Tagen 4 JAHRE alt und bekam einen mittelschweren Bockanfall, weil ich diese Kirsche nicht kaufen wollte. Als Zugeständnis bot ich ihr an, sich eine Kleinigkeit aus dem Grabbelregal auszusuchen. Sie kam an mit einer Fillypferd-Überraschungstüte. Ansich kein Problem. Sinn dieser Tüten ist - wie der Name schon sagt - die Überraschung, weil man vorher nicht weiß, was drin ist. Ich kenne mein Kind mittlerweile sehr gut und wies sie darauf hin, dass auf der Tüte zwar viele hübsche Pferde abgebildet seien, man aber nicht wisse, welches letztendlich drin sei. "Ja, ja, ich weiß". Kurz nach dem Bezahlen große Ernüchterung beim Öffnen: nicht das bunte Regenbogenpferd, sondern ein pinkes mit einer Blume am Hintern. Süß, aber eben nicht  das, was sie wollte. Dass man kurz enttäuscht ist, okay. Aber dass man deswegen ("Ich wollte aber ein anderes!!!") im Einkaufscenter anfängt zu heulen und mit den Füßen aufzustampfen, geht zu weit. Ich sage dann nicht, dass ich wütend auf sie, sondern enttäuscht von ihrem Verhalten bin. Ich benutze so wenig wie möglich "du", sondern verpacke meinen Ärger in Ich-Botschaften und habe dennoch das Gefühl, dass die zu einem Ohr rein und zum anderen wieder raus gehen. Auch bewusstes Provozieren in der musikalischen Früherziehung, weil sie nicht damit umgehen kann, Mamas Aufmerksamkeit eine Stunde in der Woche auch mal mit anderen Kindern zu teilen, ist für uns beide eine harte Prüfung.


Vor noch nicht allzu langer Zeit habe ich einem ihrer größten Wünsche nachgegeben, den regenbogenfarbenen Skechers-Schuhen aus Amerika. Wichtigstes Feature: sie leuchten. Ein Mal rundherum bei jedem Schritt und so hell, dass sie problemlos die Glitzerkugel in der Disco ersetzen könnten. Bei jedem Schuhkauf hat sie mir die Skechers gezeigt, erzählt, wer von ihren Kitafreundinnen diese Schuhe hat und wie gerne sie doch auch solche (O-Ton) "stylischen Leuchteschuhe" haben würde. Weil die allerdings so viel kosten, wie 2 Paar günstige Mamaschuhe zusammen (und Mama den Vorteil hat, dass ihre Füße im Gegensatz zu Fionas nicht mehr wachsen wie frisch gesäter Rasen), wollte ich warten, bis sie die nächste Größe trägt, damit sich die Investition auch lohnt. Die nagelneuen Schuhe mussten sofort im Laden angezogen werden und die Freude war riesig. Als wir abends nach Hause kamen, zog sie einen Schuh im Flur aus und den anderen in ihrem Zimmer. Als ich sie bat, den Flur-Schuh ebenfalls in ihr Zimmer zu bringen, sie dazu aber offensichtlich keine Lust hatte, nahm sie den teuren Schuh und warf ihn bockig und mit Schwung in die Playmobil-Ecke, wo es nur so krachte.
Ohne viele Worte nahm ich die Schuhe und das gesamte (!) Playmobilzeug und räumte es außer Reichweite, alles weg. Bittere Tränen und Versprechungen halfen erst mal nichts, die Sachen blieben ein paar Tage bei mir. Solche Konsequenzen tun mir mindestens genauso weh wie ihr, aber aus dieser Situation hat sie gelernt. Jetzt muss ich nur noch lernen, wie ich dieses Prinzip auch auf andere Bock-Situationen anwenden kann bzw. wie ich gelassen bleibe, wenn sie beim Essen auch nach der 5. Ermahnung nicht den Kopf über den Teller hält und die Speisekarte chronologisch von oben nach unten ihre Klamotten ziert...
Wir werden jetzt wohl mal dazu übergehen, die Wut zu personifizieren. Wo ist sie? Im Kopf? Im Bauch? In den Füßen? Wie sieht sie aus, die Wut? Ein Monster mit hässlichen Zähnen und Stacheln auf dem Rücken? Ein angriffslustiges Krokodil mit einem riesigen Maul oder ein brüllender Löwe mit einer großen Mähne? Vielleicht hilft es ihr, wenn sie ihrer Wut buchstäblich einen Namen geben kann und wenn wir das Problemtier in akuten Trotzanfällen einfach vor die Tür schicken, während sie sich dann in Ruhe der Tätigkeit widmen kann, die sie vorhatte, bevor die Wut gekommen ist. Und bis wir das Tier eingefangen haben, heißt es wohl einfach: Augen zu und durch...

Darf ich vorstellen: ein Wutzwerg. "Meine Freundin hat jetzt den Eimer, den ich eigentlich wollte!"

Freitag, 13. September 2013

Rettet die Wahlen!

www.dasmagazin.de/
Dass in 9 Tagen eine Wahl in Deutschland stattfindet, dürften die meisten mittlerweile mitbekommen haben, auch wenn bei den Erstwählern, die Stefan Raab täglich befragt, oft noch nicht so ganz klar ist, wer wofür oder wogegen gewählt werden soll und, dass man dafür gar kein Telefon benötigt.
In den vergangenen Wochen konnte man sich dem ganzen Medientrubel um die bevorstehende Bundestagswahl ja so gut wie nicht entziehen, schon allein der Kampf der Giganten wurde auf 4 Sendern gleichzeitig übertragen - kein Entkommen!
Die Stadt ist gepflastert mit mehr oder weniger gelungenen Plakaten, die einem in großen Lettern Politikbrocken aus dem aktuellen Wahlprogramm vor die Füße kotzen und in kurzen Abständen erneuert werden müssen, weil große Konterfeis nun mal zum fröhlichen Verzieren einladen. So hat auch eine Angela Merkel schon geschichtsträchtige Bärte sich hat weglasern müssen...
Die großen Parteien setzen mit wenig kreativen Slogans auf Seriösität, haben ihre Farben nochmal durchdacht und präsentieren sich nun in Sonnenaufgangsorange und rot-pink-lila-Regenbogenfarben, denn schwarz macht sich auf einem Plakat nicht so gut und rot ist eben nicht gleich rot. Die Linke setzt mit einer dicken, runden Schrift alles auf plakative und griffige Slogans, ähnlich derer auf der ersten Seite der größten Boulevardzeitung des Landes. Man guckt hin, ob man will oder nicht. Die Grünen haben sich in diesem Wahlkampf auf den Kern der Sache besonnen und reduzieren ihren sperrigen Namen um das Bündnis 90. Auf den aktuellen Plakaten ist aber nicht mal mehr etwas von der Farbe zu lesen, sondern nur noch die Frage "Und du?" mit einer kleinen Sonnenblume am Rand. Die Plakate sehen aus, wie sich Nicoles Grandprix-Hit 1982 angehört hat: nach langen Haaren, einem alten Wollpulli, einer Gitarre und "ein bisschen Frieden"... Die FDP wirbt mit einem gelb-bewölkten Plakat (und der Hausschrift von Mercedes Benz! Welch Ironie...), auf dem Philipp Rösler zu sehen ist. Darunter steht: "Starke Mitte". Gut, dass dafür nicht Brüderle Modell stand, denn nach der Dirndl-Affäre hat wohl niemand mehr an seiner höchstpersönlichen "starken Mitte" gezweifelt. Die Piraten segeln mit gehissten Flaggen in Richtung Bundestag, schießen mit Platzpatronen auf "das WIR", die "sichere Mitte" und die "soliden Finanzen" und fragen stattdessen: "Warum häng ich hier eigentlich? Ihr geht ja eh nicht wählen." Einen Kreativitätspluspunkt bekommen sie für das Plakat mit dem Bild eines australischen Beuteltiers und dem Text: "Für einen Wombat in jedem Haushalt!" und darunter klein: "Unrealistische Wahlversprechen können wir auch.". Allerdings kann ich mir ein vollbesetztes Piratenschiff, auf dem jeder seine Daten für sich alleine hat, alle auf ihren Drogen rumkauen und niemand dabei gefilmt wird, dann doch nicht vorstellen. Die "Alternative für Deutschland" hat so einen beknackten Namen, dass man wohl automatisch vermutet, das Wahlprogramm sähe längentechnisch ähnlich aus. Auch der "Potenzanzeiger" (wie der Pfeil des AfD-Logos im aktuellen "Magazin" im Interview mit einem Typografen genannt wurde) tendiert für mich eher in Richtung "starke Mitte"; jedenfalls muss ich immer lachen, wenn ich ihn sehe. Die rechtsextremen Parteien werben natürlich auch mit bunten Bildern und "lustigen" Reimen, sind es mir aber nicht wert, ein weiteres Wort darüber zu verlieren. Pfui! Passend zu dem Thema las ich bei Twitter letztens: "Es dürfen übrigens die gleichen Leute wählen gehen, für die auf den Tiefkühlpizzakartons steht "Folie vor Verzehr entfernen" (@JuTime).
Selten ein besseres Argument gehört, um am 22. wählen zu gehen! Günther Jauch hatte letztens ein Publikum voller überzeugter Nichtwähler, die mit allem unzufrieden sind und den typischen Satz sagten: "Es ändert sich ja eh nichts." Nichtwählen ist auch keine Lösung! Dann lieber den Stimmzettel regenbogenfarben ausmalen oder einen Papierflieger daraus bauen. Hauptsache, er landet in der Wahlurne! Der Wahlomat ist auch seit einer Weile wieder online. Bei mir ist das Ergebnis jedes Mal ein bisschen anders, meine Meinung zu manchen Themen ist wohl stark tagesformabhängig. Leider landet meine eigentlich favorisierte Partei immer auf den hinteren Plätzen. Ich werde also wohl noch mal in mich gehen müssen.

Wisst ihr schon, wen ihr wählt? (Achtung, Wahlgeheimnis, das ist eine Ja/Nein-Frage ;)
Wählt ihr immer die gleiche Partei, weil es eben schon immer so war oder vergleicht ihr tatsächlich Parteiprogramme und die meisten Übereinstimmungen mit eurer Meinung?
Was sagt ihr zu Steinbrücks ausgestrecktem Mittelfinger im Interview? In Zeiten, wo sogar eine schwarz-rot-goldene Kanzlerin-Kette einen eigenen Twitter-Account hat - wollte da ein alter Mann nur ein bisschen "hip" sein oder ist das als Kanzlerkandidat ein absolutes No-Go? Ich finde, dieses Ohne-Worte-Interview des SZ-Magazins sollte mit allen Spitzenpolitikern durchgeführt werden! Viele Menschen wissen sicher gar nicht, dass Merkels gefaltete Hände die "ausgezeichnet"-Geste des Mr. Burns aus den Simpsons ist, haha.

Eine gute Zusammenfassung der einzelnen Wahlprogramme findet sich hier, da ist jedes Wahlprogramm auch mit dem Zusatz "in einfacher Sprache" verfügbar. Das der Piraten beispielsweise würde (gelesen von Armin Maiwald) locker als Sendung mit der Maus durchgehen ^^

Fiona interessiert sich übrigens schon im zarten Alter von knapp 4 Jahren brennend für Wahlplakate und hat auch schon einen klaren Favoriten auserkoren: den Milchmann. Gelegentlich auch Ketchup- und Erbsenmann, da amüsiert sie sich königlich drüber. REWE, ein Mal hin, alles drin ^^

Donnerstag, 5. September 2013

Feuchtgebiete - wir haben's getan!

Nach einer gefühlten Ewigkeit war ich vergangenes Wochenende mal wieder im Kino. Diesmal stand keine leicht verdauliche Animations-Kinderbespaßung à la Ice Age auf dem Programm, sondern harter Tobak: die Verfilmung des "Skandalromanes" Feuchtgebiete von Charlotte Roche.

Als ich auf einem Flug Anfang 2008 die Buch-Ankündigung im Bordmagazin gelesen hatte, stand für mich fest, dass ich dieses Buch lesen muss.Endlich mal etwas, worüber sich die Welt das Maul zerreißen wird. Und so kam es dann ja auch: 30 Wochen auf Platz 1 der Literaturcharts, Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste und der Sensationserfolg des Jahres 2008. Ich kenne kaum ein Buch, das so durchwachsene Bewertungen kassiert hat wie der Debütroman von Charlotte Roche. "Kotzkrämpfe auslösender, trivialer Schund" vs. "mutige, offene und lustige Gesellschaftskritik". Ob das Werk die Bezeichnung "Literatur" wirklich verdient hat, darüber lässt sich streiten. Auf jeden Fall ist es pure Provokation vor dem Hintergrund der sehr durchwachsenen Familienstruktur der psychisch labilen Protagonistin Helen. Man mag sich fragen, was hier tatsächlich im Vordergrund steht: das völlig schamfreie Verletzen gesellschaftlicher Konventionen oder das psychische Trauma eines Scheidungskindes, das die Eltern wieder vereinen möchte. Ich glaube ehrlich gesagt, Charlotte Roche wollte nicht nur "irgendein" Buch schreiben, was ein paar Teenager vielleicht lesen, die sie mal auf VIVA gesehen haben, sondern sie wollte ganz bewusst etwas veröffentlichen, das die Nation spaltet. Denn egal, ob es gefallen hat oder nicht - über Feuchtgebiete wurde gesprochen. Mittlerweile ist die Spiegel-Bestsellerliste wieder "sauberes" und trockenes Gebiet, die Medien haben sich beruhigt und ebenso die erhitzten Gemüter der Zeitgenossen, die beim Lesen des Buches angewidert ihre Nasen gerümpft hatten. Denkste! Denn vor wenigen Wochen stürmte die Verfilmung die Kinos.
Ich habe eigentlich selten mal beim Lesen eines Buches gedacht, dass es auf keinen Fall verfilmt werden sollte. Bei "Feuchtgebiete" allerdings dachte ich genau das und ich gehe davon aus, das 90% der Leser bei der Lektüre Ähnliches gehofft hatten.
In den vergangenen 5 Jahren waren die Details in meinem Kopf verblasst, so dass ich nur noch vage wusste, womit Helen experimentiert und was ansonsten so passiert. Der Film holte aber alles sehr präsent in die Gegenwart zurück. Wer ihn noch nicht gesehen hat bzw. noch unentschlossen ist, ob er ihn sich angucken sollte: der Film ist extremer als das Buch, er ist eklig, schockierend, abstoßend, ehrlich aber gleichzeitig auch ziemlich gut und stellenweise wirklich witzig (für Menschen, die einen bisschen schrägen Humor haben)! Ich ziehe meinen Hut vor den Produzenten und der jungen Schauspielerin Carla Juri! Das Buch so originalgetreu umzusetzen und auf die Leinwand zu bringen, Stimmungen einzufangen und das Unvermeidliche zu zeigen ohne es wirklich zu zeigen, ist eine große Kunst. Natürlich flimmerten ab und an mal Brüste oder Geschlechtsteile über den Bildschirm, aber nicht in der Form, dass man es fälschlicherweise für einen Fetisch-Porno hätte halten können,
während Helen in der Badewanne Obst und Gemüse auf phallische Qualitäten testete... Obwohl ich relativ "hart im Nehmen" und nicht leicht zu schockieren bin, saß ich während der Vorstellung teilweise mit der Hand vor dem Mund oder bei einigen wenigen Szenen auch mit abgewandtem Gesicht in meinem Kinositz, das tat dem letztlich doch positiven Gesamteindruck aber keinen Abbruch. Wie ich das so schreibe, liest es sich tatsächlich ein bisschen widersprüchlich, aber ich glaube, das versteht man nur, wenn man den Film gesehen hat. Die Stimme der Hauptdarstellerin ist der der Original-Frau-Roche sehr ähnlich, ein bisschen quäkig und irgendwie naiv, aber auch das passt perfekt zu der Figur Helen, die mit kindlicher Neugier die eigenen (und fremden) Körperflüssigkeiten unter die Lupe nimmt und ihr Gegenüber und den Kinozuschauer unverblümt damit konfrontiert. Wo zu Goethes Zeiten Werthers Freitod ausgereicht hat, um die Menschen in Schockstarre zu versetzen, bedarf es heute, wo Nacktheit und Erotik in den Medien überpräsent sind, eines aktuelleren Tabus um Menschen nachhaltig zu schockieren. Das ist den Machern zweifelsfrei gelungen. Auch schaffen sie es, nur durch die gelungene Verbindung von Bild und Musik witzig zu sein. Meine Lieblingsstelle zu diesem Thema? 4 Pizzabäcker, die (aus Genervtheit von einer sich beschwerenden Bestellerin) gemeinsam auf eine frische Pizza onanieren. Zu den Slowmotionbildern des "Schüttel-Quartetts" der klassische Strauß-Walzer "An der schönen blauen Donau". Ich habe sehr gelacht, bin aber - anders als Helen - nicht davon überzeugt, dass der "kulinarische" Genuss so einer Pizza erstrebenswert ist...
Einziges wahres Manko: wie fast immer ist auch in den Feuchtgebieten mal wieder "die Gesellschaft schuld", wie bei allen großen Dramen der Vergangenheit. Fragwürdig.

Abschließend noch ein schönes Zitat von www.film-zeit.de:

"Feuchtgebiete glänzt mit wunderbarer Hauptdarstellerin und guter Regie. Wer hart im Nehmen ist, wird ein in vielerlei Hinsicht intensives Kinoerlebnis haben. Rein filmtechnisch kann man durchaus das Wort "gelungen" verwenden, der Zukunft unserer Gesellschaft zu liebe möchte ich dennoch von diesem Film abraten."

Habt ihr den Film gesehen/das Buch gelesen?
Ich bin auf eure Meinungen gespannt!

Freitag, 30. August 2013

Best-Of August

Beim Blick in den Kalender fiel mir mit Schrecken auf, dass der Monat schon fast wieder zu Ende ist.
Zeit für das Best-Of also! Ansich war es ein sehr schöner Monat, obwohl wettertechnisch doch ziemlich durchwachsen. Morgens gucke ich regelmäßig auf wetter.com, weil der Blick aus dem Fenster oftmals nicht ausreicht, um Fiona und mich angemessen anzuziehen. Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel und dann gehen wir kurzärmlig und -hosig vor die Tür und sind plötzlich mit 11 Grad konfrontiert... Der schwerste Jahreszeitenübergang ist für mich der vom Sommer zum Herbst, wenn man die Flip-Flops gegen Socken und Schuhe eintauschen muss. Noch halte ich sockenlos (und mit streckenweise ganz schön kalten Füßen) am Sommer fest und hoffe, er möge wenigstens noch ein bisschen bei uns bleiben.

Was wir im August Schönes erlebt haben, seht ihr hier in Bildern:

Wir waren mal wieder im Sealife Berlin und haben u.a. lächelnde Rochen, Nemos, Dories und bunt angeleuchtete Quallen bewundert. Für eine 3-jährige und eine Mama satte 30€ Eintritt hat allerdings doch ein ganz schönes Loch ins Portemonnaie gefressen. Nicht so schnell wieder...

Wir haben - vom Besuch im Sealife inspiriert - Pappteller verschönert und spontan aus einem alten Pappkarton ein Flugzeug gebaut. Allerdings hat mein Mann, als er die formschöne Heckflosse begutachtete, den tollen Propeller gelobt. Hmpf...

Wir waren beim Kinderarzt zur U8, die um den 4. Geburtstag rum gemacht wird. Schon im März hatte ich den Termin vereinbart und mir in den Kalender geschrieben: 16.9. Eines Freitag Vormittags, am 16.8., klingelte das Telefon, Kinderarztpraxis am Apparat. "Hallo, Frau M., ich wollte fragen, ob Sie heute auch schon früher kommen könnten mit Fiona." - Stille - "Äh, hab ich irgendwas vergessen? Heute? Kommen?!" - "Ja, Sie haben in 45min Termin zur U8."
Da sich die Ärztin für die U-Untersuchungen immer viel Zeit nimmt und die auch nur an bestimmten Tagen durchführt, hatte ich keine Wahl. Also gerade mal 1 Stunde nach dem Hinbringen wieder im Kindergarten gewesen, Fiona geschnappt (die über ihren frühen Feierabend alles andere als böse war) und zum Arzt gefahren. Sie wurde gemessen und gewogen (105cm, 17kg) sollte (Stift-)Farben benennen, geometrische Formen zeichnen ("Weißt du, was das ist, Fiona?" - "Ja, das ist ein Dreieck. Aber es sieht auch aus wie eine Pyramide!"), ein Haus und einen Baum malen ("Ich schreibe auch noch meinen Namen rauf, okay?"), auf einem Bein hüpfen, mit geschlossenen Augen mit dem Zeigefinger auf die Nasenspitze tippen, mit einer 3D-Brille in einem Buch bei einer Reihe Bilder auf das Objekt zeigen, das ihr scheinbar entgegenkommt, mit einem geschlossenen Auge Gegenstände auf einer Tafel erkennen in einiger Entfernung usw. Sie hatte sichtlich Spaß an den Aufgaben und erledigte alle mit Bravour. Als Letztes guckte sich Frau Doktor mit Fiona ein Blatt mit kleinen Bildkarten darauf an und Nono sollte die Objekte benennen (Sonne, Baum, Dach, Gabel, Messer, etc.). Als die Ärztin auf das Bild eines Wasserfahrzeuges zeigte, sagte Fiona: "Boot". Die Ärztin fragte: "Kennst du auch noch ein anderes Wort für Boot?" Fiona: "Ja, aber ich sage lieber Boot."  ^^
Beim "Fisch" kam es dann - im wahrsten Sinne - doch noch zur Sprache: das leidige Thema Ess-Zeh-Ha. Wenn sie sich große Mühe gibt und sich sehr konzentriert, kriegt sie es raus. Im Alltag geht es allerdings oft unter und sie lispelt sich drüber weg: "Sssokolade", zum Beispiel. Wann immer wir es jetzt üben, "groovt" sie sich erst ein bisschen ein und klingt dabei wie eine alte Dampflok: sch-sch-sch-sch...

 Wir waren auf der Spree mit einem zum Brüllen komischen Berliner Ur-Gestein als Touristenführer unterwegs und haben auch dem Tierpark mal wieder einen Besuch abgestattet.

Mit der Tollabox haben wir diesen Monat eine Maske und ein kleines Glockenspiel gebastelt. Fiona ist so scharf auf die 3 Projekte, dass die Box nicht (wie ursprünglich vorgesehen) für 3 Wochenenden im Monat reicht, sondern meistens an einem Samstag hintereinander weggebaut wird. Einzig das Projekt Zelt hat länger gedauert. Da war aber das enge Rollen der Zeitungsblätter zu Zeltstangen noch zu schwierig, so dass ich mir dann letzten Endes einen Wolf gerollt habe, bis ich 20 (!) Stangen beisammen hatte, die wir dann mit Büroklammern festgesteckt und im Garten aufgestellt haben. Nach 3 Begehungen fiel das gute Stück nach und nach in sich zusammen; ein Windstoß gab ihm dann den Rest...Shit happens.


P.S. Wer sich auf diesem Bild über die zugegeben etwas unnatürliche Handstellung wundert: da waren 2 Kinder im Zelt ;)

Ich habe für eine liebe Freundin ein Geschenk zur Geburt ihres Sohnes genäht. Kleine Finger lieben nämlich kleine Schlaufen ;) Eine ganz schöne Fummelarbeit, die sich aber absolut gelohnt hat!


Nach fast 15 gemeinsamen Jahren mussten wir uns vor 2 Wochen leider von unserer lieben Feli verabschieden. Sie hat für einen so großen Hund ein stolzes Alter erreicht und sollte sich mit ihren vielen Gebrechen nicht mehr quälen müssen. Auch wenn man es hat kommen sehen, rollten die Tränen von ganz alleine in dem Moment, in dem ich ihren Kopf hielt, während die Überdosis Narkosemittel injiziert wurde... Ich habe Feli bekommen, als ich 11 Jahre alt gewesen bin. Unvorstellbar, diese ganzen Jahre. Danke, dass du uns begleitet hast!


Obwohl es das Legoland Discovery Center schon eine ganze Weile gibt in Berlin, sind wir im August zum ersten Mal dort gewesen. Wir haben Autos mit zwei und drei Achsen gebaut und sie eine Zielgerade hinunter sausen lassen, wir haben einen Legoturm auf Erdbebensicherheit getestet, sind mit der Drachenbahn gefahren, haben gelernt, wie ein Legostein entsteht und die originalgetreue Miniaturausgabe unserer Stadt bewundert, inklusive manuell steuerbarem Mauerfall und David Hasselhoff mit "I've been looking for freedom" aus den Lautsprechern. Mein Highlight: das Schild mit der Aufschrift "Hier entsteht im Frühjahr 2013 der neue Flughafen BER." Vom Flughafen selbst natürlich weit und breit keine Spur. Haha!

Zitate habe ich für euch selbstverständlich auch wieder gesammelt. Hier sind sie:
Fiona ist 3 Jahre und 10 Monate alt


"Heute haben wir Hochzeitstag, das heißt, heute vor 4 Jahren haben wir geheiratet."
Fiona: "Aha. Und wollt ihr das heute etwa wieder machen?!"

(im Tierpark)
Zwei Tiger haben sichtliche Meinungsverschiedenheiten.
Fiona: "Oh, bestimmt haben die sich gerade gekneift!"

"Ich bin heute im Kindergarten hingefallen und habe mir wehgetan!"
- "Oh je! Wo denn?"
"Am Knieschenkel!"

(Fiona lacht)
"Hahaha, da rollt sich mir der Bauchnabel aus!"

Fiona sucht nach einer möglichst großen Zahl:
"Fümmuntedanzig"

Wir sehen viele Leute an der Ampel über die Straße gehen.
Fiona: "Guck mal, die machen eine Reise."

"Erzähl mal, was habt ihr denn heute im Kindergarten gemacht?"
- "Gute Frage."

Fiona zu mir: 
"Ich möchte nur sichergehen, dass du auch lustig bist!"

"Ich habe ein schönes Bild für dich gemalt. Leidest du es?"

"Wie heißt nochmal das Kamel mit einem Hocker?"

Sie malt ein Bild auf iPatty.
Ich: "Oh, das ist ja schön! Kannst du es speichern?"
Sie: "Ja, ja. Ich habe es schon gebildet."

"Nono, heute kommt Emily zum Spielen zu dir!"
- "Oh Gott, davon krieg ich ja eine große Krise!"
"Achso?! Weißt du denn, was eine Krise ist?"
- "Ja, wenn man sich ganz doll freut, kann man eine Krise kriegen."

"Guck mal, Mama, ich kann klettern wie im Mittelalter!"
- "Hä? Wieso im Mittelalter?"
"Na weil man "Alter" im Kindergarten nicht sagen darf! 
Aber Mittelalter ist okay, das ist ja ein anderes Wort!"

(ich rede mit Stephan)
"....sie hat genau das richtige Alter dafür..."
Fiona: "Mama!!! Man darf doch nicht "Alter" sagen!!"

Wir sehen einen Animationsfilm, in dem Störche Babys bringen.
Ich: "Weißt du, was das für Tiere sind?"
Sie: "Ja, das sind Schwäne mit Säcken."


Die Blog-Suchanfragen sind auch wieder wirklich sehens- bzw. lesenswert. Was diesen Monat auf hexhex gesucht (und vermutlich nicht gefunden) wurde:

"Kita olympische Spiele"
- Das ist doch mal eine Idee! Ich würde folgende Disziplinen vorschlagen: Zahnpastschaumweitspucken, Klorollenfußball und Holzklotzweitwurf

"Playmobil Trauer"
Ja, ja, die weitverbreitete Playmobiltrauer. Die greift hier auch immer um sich, wenn eines dieser mikroskopisch kleinen Zubehörteile wie die Playmobil-Haarbürste oder das Playmobil-Sonnenspray verschwunden sind...

"Ballontitten"
Also bitte!

"Haie zum selber malen"
Mal Zähne. Viele Zähne. Dann noch mehr Zähne und eine Rückenflosse. Fertig.

"Alles ist gut solange du wild bist"
Unterschreibe ich so.

"Gruscht Blog"
"Gruscht" ist die süddeutsche und durchaus liebevolle Bezeichnung für das, was wir Kram oder Krempel nennen. Bei uns zu Hause gibt es davon eine Menge, hier im Blog schicke ich ab und zu mal einen Putz-HTML-Code drüber ^^

"im Regenponcho Auto fahren"
Warum nicht? Allerdings würde ich in dem Fall eher in die Reparatur des Schiebedachs investieren, als in teure Regenbekleidung...

"Autokennzeichen Kaka"
Das gibt es, und zwar am sogenannten A**** der Welt, schätze ich.

"Sauseschritt Laufrad für Erwachsene"
Klar, als Erwachsener auch irgendwie Kind zu bleiben ist toll.
Aber spätestens, wer zur Bundestagswahl mit dem Laufrad im Sauseschritt vorfährt, wird vermutlich von selbiger ausgeschlossen...
Mein Zitate-Highlight sind übrigens die Schwäne mit Säcken. 
Ist das nicht eine romantische Metapher? ;)
Und nun: tschüss, August! Hallo, September!

Dienstag, 20. August 2013

Musik für die Kleinsten

Dass ich Musiklehrerin bin, wissen die meisten von euch wohl mittlerweile. Allerdings arbeite ich nicht in einer staatlichen Schule und unterrichte demzufolge auch keine Klassen, sondern ich arbeite freiberuflich als Instrumentalpädagogin. Meine jüngsten Schüler sind etwa 1 Jahr alt, die ältesten sind schon sehr lange sehr erwachsen ;) Dazwischen gibt es noch musikbegeisterte Grundschulkinder und zwei Schülerorchester, in denen meine jugendlichen Musiker mit Spaß und Ausdauer dabei sind.
Heute soll es hier um die Kleinsten gehen.

erste Töne mit 17 Monaten
Natürlich schnallt man sich im Normalfall mit anderthalb Jahren noch nicht die Gitarre um oder setzt sich ans Klavier und spielt die erste Sonate. Wenn man nicht gerade Mozart heißt, kommt das aktive Musikmachen am Instrument etwas später, aber auch in so jungen Jahren können Eltern ihren Kindern mit Musik schon viel Gutes tun. [Ich verzichte an dieser Stelle bewusst auf das hochgepushte Wort "Frühförderung", denn dieser Kurswahnsinn mit Babyschwimmen, Babytanzen, Babyturnen und Babychinesisch nimmt ungesunde Ausmaße an, die meiner Meinung nach hauptsächlich mit der Selbstverwirklichung der Eltern zu tun haben. Liebe Mamas und Papas, bitte entscheidet euch für ein oder maximal zwei Angebote, solange eure Kinder noch nicht zur Schule gehen, sonst fördert ihr nicht, sondern ihr überfordert. Stichwort "Freizeitstress"]

Fiona mit 2 Jahren am Klavier
Babys haben eine angeborene Freude an Musik. Schon während der Monate in Mamas Bauch sind sie ständig umgeben von Klängen und Geräuschen: das Blubbern in Mamas Bauch, ihre Stimme und das gleichmäßige Schlagen ihres Herzens. Wen wundert es, dass sogar erwachsene Menschen ein bestimmtes Tempo als besonders angenehm empfinden: das des eigenen Herzschlages. Auch Musik von außen, wie die Spieluhr auf dem Bauch oder Mamas Lieblingsmusik, kann das Baby später wiedererkennen und sich dadurch beruhigen lassen (wenn Mama nicht gerade AC/DC hört...).
Wer ein Kleinkind zu Hause hat, wird das sicher bestätigen können: sobald der Nachwuchs sich einigermaßen auf zwei Beinen halten kann und irgendwo Musik läuft, wird lachend rhythmisch auf und ab gewippt, eine erste Form des Tanzens. Anschließend wird zum ersten Mal selber "Musik" gemacht: wie klingt das, wenn man Bauklötze aneinander haut oder wenn man die große Legokiste geplant umstürzen lässt? Kinder sind Entdecker, kleine Forscher, die das Leben und die Zusammenhänge mit den eigenen 5 Sinnen "begreifen" möchten. Denkt daran, wenn ihr euch das nächste Mal mit einem grinsenden Kind im Chaos des Kinderzimmers wiederfindet :) Mit einem umgedrehten Topf und einem Holzlöffel ist übrigens stundenlanger Spaß garantiert und der erste Kindergeburtstag gerettet!

Es knistert und rasselt so schön! PS. Habt ihr Liemhasi gefunden?
Wenn Eltern mit ihren Kindern in dem Alter meine Kurse besuchen, sage ich gleich vorweg, dass die eine wöchentliche Stunde nicht in erster Linie für die Kinder, sondern für die Eltern ist. Große, staunende Augenpaare gucken mich dann meistens an. Kinder lernen nicht durch einmaliges Vormachen in der Stunde mit mir, sondern durch die ständige Wiederholung zu Hause mit den Eltern. Das ist das Zauberwort für fast alles. Außerdem lernen Kinder durch Imitation, Prinzip Vormachen, nachmachen. Was sie also von den Eltern sehen, möchten sie irgendwann ebenfalls können. Früher haben die Omas mit den Enkeln auf dem Schoß begleitet von fröhlichem Jauchzen Hoppe Reiter gespielt, heute kennen die wenigsten Eltern solche Kinderverse oder mehr als eine Strophe bekannter Kinderlieder, und genau das sollen und wollen sie wieder lernen. Kinder sind unendlich glücklich
über die emotionale Zuwendung, wenn Mamas Hand als Stachelschwein über den Körper krabbelt, ihr Schoß zum wilden Pferd wird und man gemeinsam mit ihr und den kleinen Handwerkern "Stein auf Stein" legt, um das Häuschen fertig zu bauen. Diese Momente der liebevollen, innigen Verbindung durch Musik zwischen Eltern und ihren Kindern erleben zu dürfen, das macht diese Arbeit so wertvoll. Und wenn aus den kleinen Handwerkern große werden, die mit etwa 4 Jahren zum ersten Mal nicht mehr mit Mama, dafür aber wie ein Schulkind mit ihrem Hefter und dem Glockenspielkoffer zum Kurs kommen, dann platzen nicht nur die wartenden Eltern nach der Stunde vor Stolz über so viel Selbstständigkeit.
Genau an diesem Punkt haben wir vor 3 Wochen begonnen, als die Sommerferien zu Ende waren.

Die Puppe "Lucy" kennen die Kinder schon von Anfang an. Sie ist im Unterricht immer dabei und mit ihr zusammen wird getanzt, gesungen und gespielt. Der Kurs, der sich an Baby- und Kleinkindmusik anschließt, heißt "Musik & Englisch" und begleitet die Kinder ab dem Alter von ca. 3,5 Jahren bis hin zur Einschulung. Nach dem Begrüßungslied gibt es jede Woche eine kleine Geschichte von Lucy (Zuhör-Ecke), in deren Zusammenhang Singen, Tanzen und Instrumente spielen (Mitmach-Ecke) und erste englische Vokabeln (Lern-Ecke) spielerisch eingebettet sind. In der Kreativ-Ecke wird auch regelmäßig zu Musik gemalt und der kindlichen Fantasie freien Lauf gelassen.
Durch die Verbindung von Liedern und Reimen mit englischen Vokabeln bleiben die wie von selbst hängen und schon nach kurzer Zeit können die kleinen Musiker in der Fremdsprache ihren Namen sagen, sich begrüßen, verabschieden und erste Farben und Zahlen benennen, sehr zum Erstaunen der Eltern. Dennoch ist das Englisch "nur" ein Nebeneffekt, denn in erster Linie geht es nach wie vor um das Erleben und das Machen von Musik.
Jede Woche wird ein kleiner Teil unserer über ein Semester fortlaufenden Geschichte weitererzählt und es ist wirklich erstaunlich, wie viel die Kinder davon mitnehmen und wie sie mit Lucy mitfiebern. Stellt euch vor, Lucy war im Urlaub und hat auf dem Flughafen ihr Lieblingskuscheltier, den Teddybär, verloren! Und weil man das ja nicht einfach so hinnehmen kann, fliegen wir in diesem Semester ein Mal um die halbe Welt und suchen Teddy in den verschiedensten Ländern der Erde. Natürlich lernen wir auf der spannenden Suche auch ganz nebenbei, wo auf der Karte welche Länder sind, wie die Musik in Griechenland klingt, ob die Eisbären am Nord- oder am Südpol leben und wo der Koala-Bär zu Hause ist. Fiona ist auch bei einem dieser Kurse dabei. Als der Teddy verschwunden ist, sagte sie erst entrüstet und später noch mal fast weinerlich: "Lucy muss nicht traurig sein! Ich gebe ihr einfach eins von meinen Kuscheltieren!". Lucy hat übrigens dankend abgelehnt und sich letzte Woche mit den Kindern im Flugzeug auf die Reise begeben. Wir sind gespannt wo es hingehen wird und ob wir Teddy tatsächlich irgendwo finden werden... Nach dem Abschiedslied dürfen sich die kleinen Künstler übrigens sogar verbeugen und bekommen Applaus und einen Stempel für ihre tolle Leistung, bevor sie aufgeregt die Treppen runterspringen und ihren Eltern erzählen, was diese Woche Spannendes passiert ist. Bye-bye, Lucy! Bis zum nächsten Mal!

Montag, 12. August 2013

Happy Blogsday!


Lieber Blog,

es war toll, beobachten zu dürfen, wie du in den vergangenen 24 Monaten gewachsen bist und dich entwickelt hast, von den ersten zaghaften Schritten an der Hand durch die weite Welt des www bis hin zu den vielen "Kindergartenfreunden", die mittlerweile regelmäßig zum Spielen vorbeikommen und ein paar liebe Zeilen für dich hierlassen. Die Zwei-Wortphase ("Haben will! Arm-Arm!") hast du übersprungen und gleich mit Schachtelsätzen angefangen. Mit den "terrible twos" haben wir es auch schon manchmal zu tun, dann wirfst du dich von deinem Schaukeldinosaurier Modzilla einfach durch das Fenster und sprichst eine Weile nicht mehr mit mir ("Keine Rückmeldung" oder "Ich mache jetzt eine Fehlermeldung beim Speichern, so!"), aber mit viel Geduld und Spucke überwinden wir auch deine Trotzphasen meist mühelos. Es gibt Zeiten, in denen bist du sehr anhänglich, interessierst dich brennend für die Welt um dich herum und würdest am liebsten jeden Tag von früh bis spät erzählen, und andere Tage, an denen deine Motivation auf Modzilla schaukelt und alles macht, nur nicht ans selber schreiben denkt. Du hast in den letzten 2 Jahren auch die Liebe zum Fotografieren entdeckt und bist selten ohne dein Auge am Sucher anzutreffen. Du lachst viel, liest gern gute Bücher, hörst oft Kinderlieder und hast ein für Außenstehende seltsam anmutendes Hobby entwickelt: du sammelst Klorollen und Wackelaugen ^^ Deine erste größere Anschaffung war eine Nähmaschine, mit der du auch heute noch oft und gerne spielst, wenn es die Zeit zulässt.

Draußen auf der virtuellen Wiese hingegen spielst du am liebsten mit deinen besten Blog-Freunden:

- während Mama mit Sina einen Kaffee* (*und Tee) trinkt und über so viele Gemeinsamkeiten staunt, 
flitzt du mit dem tollsten (Hunde-)Herrn Bohne durch die Gegend,



- du schnupperst regelmäßig jedes Wochenende (und auch zwischendurch) bei Mari 
ein bisschen Seeluft und das bunte Leben von deinen Freundinnen Lilli & Lotte,



- Jungs sind zwar (noch) doof, aber einer nicht - mit dessen Mama Sabrina geht der Eltern-Gesprächsstoff nie aus, 
während du mit deinem Brief-Freund (coming soon!) heimlich Kekse naschst


 
- wenn du mal nicht Kinderlieder-CDs rauf und runter hörst, dann läuft Lady Gaga, aber nicht die, die sich des Öfteren als Kaffeebecher, Spinnennetz oder geplatzte Wurst verkleidet, sondern das Original aus der Schweiz 


- mit einer cleveren 5-Jährigen lachst du gemeinsam über gemalte Einkaufszettel, Freibadbesuche und Zubettgehrituale und ihr fachsimpelt über die besten Apps für Kinder, während Andrea, Marc und Mama heimlich lauschen und alles aufschreiben ;)


- wenn Mama mal keine Zeit für dich hat, gehst du in Kurzzeitpflege zu Nina, schaust dich in aller Ruhe 
in ihrer Werkelstube um und lässt dich von ihrem Tagebuch inspirieren

- und wenn bei uns mal nichts los ist, gehst du gern dahin, wo immer was los ist: 


Der Blog, die "große Schwester" Fiona und ich möchten DANKE sagen, für die gerade geknackten 70.000 Clicks, für über 160 eingetragene Leser, für knapp 1.500 Kommentare unter gut 200 Posts, für euer Interesse, eure lieben Worte und für die vielen Freundschaften, die sich in den vergangenen 2 Jahren entwickelt haben!

Und für alle Leser mit Kind(ern) oder alle Experimentierfreudigen, die im Herzen Kind geblieben sind, verlose ich in Zusammenarbeit mit dem wahnsinnig kreativen Team der Tollabox eine dieser spannenden Bastelkisten an euch!
Ohne Abo, ohne Verpflichtungen, einfach eine Box zum Spielen, Ausprobieren und Spaß haben.

Was ihr dafür tun müsst:

1. Ihr seid oder werdet eingetragener Leser von hexhex. 
(links auf den blauen Button "Mitglied dieser Site werden" clicken)

2. Kommentiert diesen Post und erzählt mir, was "im Herzen Kind sein" für euch bedeutet.
Pflückt ihr unterwegs Pusteblumen? Liebt ihr Seifenblasen? Esst ihr Flutschfinger-Eis? 

(3. Kein Muss, aber über Facebook-Zuwachs auf unseren jeweiligen Fanseiten würde nicht nur ich mich, sondern auch die Tollabox sich sehr freuen! Da gibt es auch regelmäßig Rezepte, Spiel- und Bastelideen und andere
"Sehenswertigkeiten". Fan sein lohnt sich!
Wer möchte, darf diesen Artikel gern öffentlich teilen, dafür gibt's ein Zusatzlos. Bitte den Link dazu im Kommentar posten.)

4.  Teilnehmen könnt ihr eine Woche lang bis zum Bloggeburtstag, 19.08., 12.00 Uhr. Der Gewinner wird unter allen Teilnehmern gelost und anschließend auf der Facebookseite bekannt gegeben.
Ihr seid damit einverstanden, dass ich eure Postanschrift im Gewinnfall an Tollabox zum Versand der Kiste weitergebe. Speicherung und weitere Nutzung eurer Daten wird nicht erfolgen.

Viel Erfolg!
Bildquelle: www.tollabox.de

Freitag, 9. August 2013

Geräusche-Memory

Es kursierte vor einer Weile auf einigen Blogs ein Post namens "50 random facts about me", also 50 mehr oder weniger spannende Details über den jeweiligen Blogger. 49 davon erspare ich euch, einer kommt hier: Ich bin kein Morgenmensch. "Muffel" ist so ein hässliches Wort, aber ich schätze, das trifft's auch. Im Sommer ist es natürlich weit weniger schlimm, als wenn der Wecker im Winter in die tiefdunkle Nacht hinein klingelt, aber immer noch schlimm genug. Es ist prinzipiell auch ziemlich egal, wann ich schlafen gehe.
Um es mit einem Song zu sagen: "Ich bin morgens immer müde", ach, und abends übrigens auch ^^
Jedenfalls saß ich gestern morgen am Frühstückstisch über meinem Auferstehungskaffee und hörte Fiona in ihrem Zimmer räumen. Ich schloss die (eh viel zu kleinen) Augen und versuchte herauszukriegen, was genau sie da wohl gerade macht. Für "Wetten, dass...?" reicht diese Idee vermutlich nicht, wohl aber für den Blog, denn es gibt so Geräusche und Gefühle, die man als Eltern in jedem Fall schon mindestens ein Mal erlebt hat und wohl sein Leben lang nicht vergessen wird, wie z.B. das Auskippen einer ganzen Lego-Box (und der Schmerz, der einen durchfährt, wenn man versehentlich einen verlorengegangenen Stein mit der Fußsohle wiederfindet...).


Was man hört:
Ein dumpfes Geräusch ohne Klang und danach eine Unterhaltung mit verstellten Stimmen
Was sie spielt: 
PollyPockets. Erst das Auskippen der ganzen Meute auf den Fußboden und dann Rollenspiele.
Mein Part:
"Mama, kannst du ihr das Kleid anziehen?"


Was man hört:
Das Stöhnen kleiner Plastikräder unter großer Last auf dem Laminat, dann ein stabil-hartes Geräusch und ein regelmäßiges Klackern, das sich langsam rollend entfernt
Was sie spielt:
 Holz-Kugelbahn.
Mein Part:
"Mama,ich finde die Murmeln nicht mehr. Kannst du suchen?"


Was man hört:
Ein gleichmäßig kratzendes Geräusch, dann ein Blättern und Reißen.
Was sie macht:
Malen, ausmalen, ausschneiden, kleben.
Mein Part: 
"Mama, kannst du mir noch ein Blatt geben?"


Was man hört:
Lautes Kramen, Klirren, Klappen einer Schranktür und schnelles Rühren
Was sie macht:
Kochen, Backen, Servieren.
Mein Part:
"Mama, ich habe für dich Kaffee mit Erbsen, Nudeln, Cornflakes und Fisch gemacht. Probier mal!"


Was man hört:
"Der Gorilla mit der Sonnenbrille - uuuhh laaa laaa...."
Was sie macht:
CD hören und tanzen.
Mein Part:
"Mama, tanz mit!"


Was man hört:
Zufriedenes Schmatzen, regelmäßig abgelöst von ekstatischem Weinen. 
Ab und zu Klettverschlussöffnen und den Wasserhahn
Was sie spielt:
BabyBorn Interactive
Mein Part:
"Mama, kannst du ihr lieber die Windel wechseln?"


Was man hört:
ein lautes, nicht enden wollendes Prasseln und dann eine Weile nichts
Was sie spielt:
LEGO.
Mein Part:
"Mama, kannst du mir helfen, einen Vierer suchen?"
(Tupfer? Skalpell?)


Was man hört:
Krachen, Klirren, Plumpsen und Plastik auf Laminat
Was sie macht:
Inventur der Spielzeugkiste
Mein Part:
"Mama, ich kann XY nicht finden, kannst du suchen?"


Was man hört:
Nichts.
Was sie spielt:
iPatty
Mein Part:
"Mama, kannst du lauter machen?"

Mittwoch, 7. August 2013

Ennibördz: im Vogelfieber

Nein, unser Vogelfieber hat nichts mit dem auch als H5N1 bekannten Virus zu tun und muss auch nicht medikamentös behandelt werden. Das Vogelfieber betrifft vielmehr einen Haufen v.a. roter und gelber Vögel mit wütend zusammengezogenen Augenbrauen, die sich mit Hilfe eines Katapultes auf eierklauende, grüne Schweine feuern lassen und dabei Geräusche von sich geben, wie ein Karatekämpfer vor dem entscheidenen Schlag. Ihr habt es sicher längst erkannt: die Rede ist von "Angry Birds", einer Spiele-App für Geräte mit dem kleinen i. Normalerweise bin ich ja schon von Berufswegen her wirklich ein Verfechter von pädagogisch sinnvollen Apps, mit denen man beim Spielen auch noch etwas lernt, wenn man sich denn schon mit dem iPad (oder "iPatty", wie es hier liebevoll genannt wird) beschäftigt. Angry Birds ist die berühmte Ausnahme von der Regel.
Begegnet war es mir im App-Store unter den beliebtesten Apps schon vor einer ganzen Weile und auch immer mal wieder. Ich habe es vorerst erfolgreich ignoriert und nicht heruntergeladen, denn sehr beliebte Spiele sind im Gegenzug meist nicht sehr sinnvoll und außerdem sehen diese pampigen Federtiere nicht gerade vertrauenserweckend aus...

"Guck mal, Mama, ich habe Ennibördz gemalt, und das Königsschwein!"
 Dann kam Warschau, Konzertreise Ende Juni mit meinem Schülerorchester (zw. 10 und 12), Fiona
mittendrin. Sie war auf der ganzen Fahrt nicht zu merken, immer beschäftigt mit den Großen und nie quengelig. Als ich sie hinterher fragte, was sie denn so gespielt habe, erzählte sie mir von "Ennibördz", den wütenden Vögeln. Ihre Augen leuchteten und sie gestikulierte aufgeregt mit Händen und Füßen, während sie mir erklärte, was man machen müsste, um "hundertfünfzig" Punkte zu bekommen. Kurzum: die Ennibördz fuhren auf iPatty mit in den Sommerurlaub nach Mallorca und deren Melodie wurde zu meinem persönlichen Reisesoundtrack: da da dam, da da dam, da da dadadadadadadada dam...
Ich wollte es nur mal kurz probieren, man muss ja wissen, was das Kind so treibt, wenn man diese Melodie hört. "Level nicht geschafft", ein grünes Schwein lächelte mich ein wenig debil aber überlegen aus dem Touchpad an. Nochmal. "Level nicht geschafft", wieder das Schwein. Ok, ein Mal noch, dann hör ich auf. Was!? Alle Schweine weg? Rekord? Nur mal schnell gucken, wie das nächste Level aussieht... ^^

Ich kann nicht mal genau sagen, was das Suchtpotential dieses Spiels ausmacht. Man feuert mit einer bestimmten Anzahl verschiedener Vögel auf ein Konstrukt aus Steinen und Brettern, in dem sich grüne Schweine mit (je nach Level) Bauarbeiterhelmen, Partyhüten, etc. verstecken. Stößt der Vogel im Flug an ein tragendes Brett, fällt der Turm um und das Schwein löst sich in Punkte auf. Im besten Fall reißt das fallende Schwein noch einen anderen Turm mit. Gewonnen hat, wer am Ende der Vögel kein Schwein mehr übrig hat.
Die Vögel haben dabei unterschiedliche Special-Effects, zum Beispiel gibt es einen dicken weißen, der ein Ei legt, wenn man im Flug auf den Bildschirm tippt oder einen, der sich wie ein Luftballon aufbläst. Ein komplett sinnloses "Ballerspiel" ist es dennoch nicht, denn nur wer die Statik der Schweinehäuser ein bisschen durchschaut hat, erkennt, wo er den Vogel hinkatapultieren muss, damit der Turm zu Bruch geht :)
(Okay, ich gebe es zu, ein blinder Vogel findet auch mal ein Schwein, wenn er es nur oft genug probiert...)

Jedenfalls sind die AngryBirds bei uns gerade der Hit, mittlerweile nicht mehr nur als App, sondern auch als kleine Gummitiere (hier rechts im Bild bei einer Nacht-und-Nebel-Aktion, während sie die PollyPocket in deren Auto kidnappten...), als Outdoor-Wurfspiel (s.o.) und auf dem T-Shirt.
Vogelgrippe 2.0, sozusagen.

Kennt ihr das bzw. habt ihr auch solche Spiele, bei denen ihr einfach nicht mehr aufhören könnt?