Freitag, 25. Oktober 2013

10 Fragen

Ihr merkt das schon, momentan komme ich leider im Schnitt nur noch 1x die Woche zum Bloggen, im "echten" Leben so viel zu tun ;), aber heute gibt es einen kleinen Zwischendurch-Happen für euch, denn ich wurde getaggt von Sabine und darf ihre 10 Fragen beantworten.

1. Wie wichtig sind Dir Follower und Mitleser?
- Grundsätzlich habe ich das Bloggen in erster Linie für mich angefangen, um eine Art öffentliches Tagebuch/"Erinnerungshilfe" über Fionas Entwicklung zu haben und, weil ich das Schreiben schon seit der Schulzeit sehr liebe. Aber natürlich freut es das Bloggerherz sehr, wenn dann ein paar Leute tatsächlich auch lesen, was man geschrieben hat oder sogar regelmäßig wiederkommen! Aber mir ist schon klar, dass ein - ich nenne es mal - Kinder-Kolumnen-Blog ohne Wettbewerbe und Verlosungen eine eher familiäre Fangemeinschaft hat und die 1000 Leser wohl nie sprengen wird. Aber das ist okay, die Zahl ist mir nicht so wichtig. Kleckerweise werden es mal 1-2 Leser oder Facebookfans mehr, wenn jemand den Blog seinen Freunden weiterempfohlen hat, weil es ihm hier gefällt - und darüber freue ich mich aber dann auch von Herzen!

2. Worüber bloggst Du am Liebsten?
- Ich blogge gerne über kreative Projekte wie kürzlich den Motto-Kindergeburtstag, über den Alltag als Mama einer 4-Jährigen und deren tollste Zitate im Monats-Best-Of, über Aktuelles aus Medien und Politik und über meine Arbeit als Musikpädagogin. Außerdem liebe ich Blogparaden :)

3. Welche Blogartikel liest Du in anderen Blogs am Liebsten?
- Ich lese 2 Arten von Blogposts besonders gerne: zum einen sind das informative und reich bebilderte Posts von Menschen, die mit ihrer Kamera umgehen können (tolles Motiv, geeignete Perspektive, Stimmung, Belichtung, etc.) und gute Ideen haben, da ist es dann auch fast egal, worüber sie schreiben, und zum anderen sind es gesellschaftskritische oder einfach humorvoll geschriebene Artikel von Bloggern, die mit ihrer Muttersprache stilistisch so jonglieren können, dass es eine Freude ist, mitzulesen - auch fast egal, worüber sie schreiben.

4. Kanntest Du meinen Blog schon vor dem Taggen?
- nein.

5. Kaffee oder Tee?
- Definitiv Kaffeeeee! Momentan am liebsten aus der großen Eulentasse, die mir letztens beim Einkaufen "zugelaufen" ist. Die guckt morgens genauso zerknickt wie ich, da bekommt man direkt gute Laune :)



6. Kochst Du gerne?
- nein. Aber ich esse gerne ^^ Kochen ist für mich kein spaßiger Zeitvertreib, sondern sozusagen notwendiges Übel, wenn der Magen langsam anmeldet, dass er gefüllt werden möchte. Ich würde gerne behaupten, dass ich kochen mag, weil es gerade ziemlich hip zu sein scheint, sich mit Rezepten zu beschäftigen, die Zutaten bunt zu mixen und seiner Kreativität in der Küche unter Anleitung von Jamie Oliver und Konsorten freien Lauf zu lassen. Aber das wäre in meinem Fall schlichtweg gelogen, komme ich doch schon mit den alljährlichen Adventskeksen den Grenzen meiner Küchenfähigkeiten gefährlich nahe...

7. Was würdest Du auf die allseits bekannte einsame Insel mitnehmen?
- meine Familie, mein Akkordeon, Bücher, etwas zu schreiben und (seit gestern) auch einen sehr großen pinken Vogel. Die Geschichte dazu ist eine tragisch-komische: Fiona ist seit Monaten dem Angry-Birds-Wahn verfallen (siehe Motto Geburtstagsparty). Bei einer großen Spielzeugkette, die zufällig bei uns in der Nähe eine Filiale hat (argh!), gibt es kleine Überraschungstüten mit einem gummigen Angry-Bird drin, allerdings weiß man ja vorher nie, welchen man bekommt. Auf den Tütchen sind alle Gummi-Vögel abgebildet. Fiona war scharf auf den pinken Mädchenvogel, ein ganz seltenes Exemplar. Rote, Gelbe, Schwarze gibt es tausendfach mit kleinen Variationen (Augenbrauen sehr böse, Augenbrauen medium böse, Schnabel auf, Schnabel zu, ...) und wir hatten auch regelmäßig das Glück, unsere Sammlung durch eben diese aufstocken zu können. Von dem pinken Vogel keine Spur. Bei unserem letzten Besuch im Spielzeugladen beschloss ich heimlich, mein nicht vorhandenes kleinkriminelles Potential zu aktivieren und einen winzigen Spalt in die Tütchen zu reißen, um dem Glück ein bisschen auf die Sprünge zu helfen. In sage und schreibe der allerersten spaltbreit geöffneten Tüte war der pinke Vogel!!! "Endlich haben wir mal Glück gehabt!" flötete mein Kind selig und nahm den Mädchenvogel von diesem Moment an überall hin mit. Auch zum Hände waschen ins Waschbecken am Abend. Der Vogel zog allerdings die Freiheit vor und beschloss, die Chance des herausgenommenen Waschbeckenstöpsels zu nutzen. Weg! Bittere Tränen tropften von den Wangen der Vogelmama herunter, während Papa unterm Waschbecken liegend die Rohre auseinanderbaute. Von Pinky keine Spur. Als sich die verzweifelte Suche nach Ersatz in den Tiefen des WWWs als ziemlich aussichtslos herausstellte, begegnete mir endlich ein Pinky, der zwar nicht aus Gummi war, dafür aber definitiv nicht durch den Abfluss, das Klo oder den Staubsauger verschwinden können würde. Tatsächlich braucht dieser Pinky das halbe Bett für sich allein, nimmt am Frühstückstisch den ganzen Kinderstuhl in Beschlag und benötigt im Auto einen Extra-Sitzplatz... Naja, wo die Liebe hinfällt...

8. Schaust Du lieber Filme oder lieber Serien?
- Ich bin nicht so der Filmegucker, dafür fehlt mir meistens die Geduld. Es gibt auch zB. eine ganze Reihe an Filmen, die mein Mann nur gucken "darf", wenn ich nicht zu Hause bin: die Star-Wars-Reihe, Tarantino-Filme und James Bond. Als wir uns kennenlernten, staunte er über 2 Dinge wohl am meisten: darüber, dass nur ein einziges Gewürz in meinem Küchenschrank zu finden war (und dann auch noch ausgerechnet Zimt! siehe Frage 6...) und darüber, dass ich nur ganze 3 DVDs mein Eigen nannte: "Lilo & Stitch", "Shrek" und "Harold & Maude" ^^

9. Ich kann nicht leben ohne....
- MUSIK! 
Dazu letztens auf Twitter gelesen: "Musik kann vielleicht nicht die Welt retten, aber deine Seele.". Schön.

10. Und zu guter Letzt: Hat es Dir Spass gemacht, diese Fragen zu beantworten?
- ja :) Vielen Dank für's Taggen!


An die exakten Regeln halte ich mich nicht, stelle aber dennoch hier 10 Fragen, die jeder, der sich getaggt fühlen möchte, gerne beantworten darf! Besonders freuen würde ich mich über Antworten von Sina & Herrn Bohne, Mari von Baby, Kind & Meer, Sabrina & Babykeks, Ori Gami, Mama on the rocks , Sebastian von PAL, Werkeltagebuch-Nina und Wir-mit-Kind, aber auch alle anderen Leser dürfen sich gern eingeladen fühlen, etwas dazu zu schreiben!


1. Wann und weshalb hast du mit dem Bloggen begonnen?
2. Hat dein Blog sich verändert, seit es ihn gibt? Inwiefern?
3. Was schätzt du am Bloggen am meisten?
4. In welchem Jahr wurdest du geboren und wer waren die Helden deiner Kindheit?
5. Erinnerst du dich an deine allererste CD? Welche war das?
6. Gibt es einen Song (oder mehrere), der in deinem Leben eine ganz besondere Rolle spielt? Warum?
7. Was ist das Wichtigste in der Erziehung, das du deinem Kind/deinen Kindern mit auf den Weg geben möchtest?
8. Warst du früher ein typisches Mädchen/ein typischer Junge? Wie war das mit dem Rollenbild?
9. Was waren deine Lieblingsfächer in der Schule und welche mochtest du gar nicht?
10. Hast du ein Lebensmotto? Wenn ja, welches?


Ich bin gespannt auf eure Geschichten und wünsche euch ein wundervolles Herbstwochenende!

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Du Tarzan, ich Jane?

Juhu, es ist Herbst! Das heißt, endlich ist das Skurrilitätenkabinett deutscher Bauernhöfe wieder da! Zum mittlerweile 9. Mal gehen brünftige Bauern auf Brautschau und bieten damit beste Unterhaltung zur Prime Time am Montag Abend. Das Format möchte natürlich "ernst genommen" werden und zwischen gemütlichen Strohballen und galoppierenden Pferden mit wehender Mähne dem Zuschauer romantische Lovestorys und handfeste Skandale bieten, wie sie RTL selbst nicht schöner erfinden könnte. Aber im Grunde ist es doch nur das Eine: Comedy! Wenn Inka Bause, die mit dem montierten Marienkäfer in der Fernsehzeitschrift nun wirklich auch noch den letzten Kitsch-Rahmen gesprengt hat, in ihrem sau-(haha)-teuren Wagen vorfährt und den Bauern mit Zahnpastalächen zwei Brieflein in die Hand drückt, muss ich meistens schon zum ersten Mal grinsen. Sie läuft mit einem Korb in der Hand wie Rotkäppchen über den Hof, wo Kühe im Hintergrund auf der Wiese grasen, der Bauer gerade fleißig arbeitet und regelrecht überrascht über ihre Ankunft scheint (wo das Kamerateam in seinem Rücken so plötzlich herkommt, weiß er auch nicht so genau). Anschließend setzt sich der Jungbauer mit Muddern und/oder Vaddern an einen rustikalen Tisch, liest ein paar Fetzen der Liebesbriefe vor, in denen über 30-jährige, erwachsene (!) Frauen Herzchen als i-Punkte gemalt haben, und sortiert die darin enthaltenen Fotos unter den kritischen Blicken der Schwiegermutter in spe in "wow", "akzeptabel" und "nicht so". Laut lachen musste ich, als einer der Bauern einen langen Brief geöffnet hat, ihm das spontan zu viel Text zum Lesen gewesen ist und er den Brief "für später" zur Seite gelegt hat. Vermutlich fährt man mit der unmissverständlichen "Du-Tarzan-Ich-Jane"-Botschaft noch am Besten, liebe Damen (aber Herzchen auf dem i nicht vergessen!). Von den 10 Bauern sucht eine Frau eine Frau und ein Mann einen Mann. Wenn sich jeder seine 2 Favoriten aus den Bildern ausgesucht hat, steht das große Kennenlernen und anschließend das legendäre Scheunenfest an. Die "Auserwählten" treffen also erstmalig auf ihre Bauern und haben es sich zum Ziel gesetzt, im Kampf um den "tierlieben Thüringer", den "herzlichen Hessen", den "sensiblen Schweinebauern" und den "munteren Münsterländer" der Nebenbuhlerin möglichst diskret die Show zu stehlen. Wenn es sein muss, tun sie das übrigens nicht nur mit den naturgegebenen Waffen einer Frau, mehr oder weniger vorteilhaft komprimiert in Dirndl-Form, sondern auch mal mit selbstgebackenen Torten, die auf der Fahrt "ein wenig gelitten" haben. Wenn Blicke töten könnten, würde wohl keine der Frauen den Weg bis in die Scheune schaffen. Da wurde in diesem Jahr gelästert und spekuliert, was das Zeug hielt: "Ach, du bist auch für Christian hier? Schön, dich kennenzulernen..." - ich glaube, nicht nur mir ist nicht entgangen, dass da ein subtiles F***-You in ihren Blicken mitschwang...
www.rtl.de
Während im Zickenstall die Federn fliegen, schnippeln die Bauern noch ein wenig an ihren Brusthaaren rum, springen unter die Dusche (dazu huschte erstmalig ein nackter Bauernpo durchs Bild, Sex sells? Uäh) und schmeissen sich in Schale. Wenn dann alle Männer fein zurecht gemacht in der Scheune stehen, folgt der Einzug der Gladiatorinnen, fast in Zeitlupe und immer begleitet von unglaublicher pompöser Musik. Die Bauern werden wie in der Schule einzeln nach vorn gerufen, müssen sich dann an die Namen "ihrer" Frauen erinnern, sie möglichst kollisionsfrei mit Wangenküsschen begrüßen und jeweils links und rechts untergehakt aus dem Scheunentor zum Sektempfang geleiten. Manchmal laufen sie dabei so unbeholfen, dass ich mich frage, ob sie wohl diese "Choreographie" geübt haben und innerlich "links, zwo, drei, vier" mitzählen... Jedes Dreier-Pärchen bekommt dann ein separates Zimmer, erste Funken sprühen und Fetzen fliegen, dümmlich-verlegenes Gelaber durchbricht die peinliche Stille und erste Sym- und Antipathien sind für den Zuschauer schon deutlich spürbar. Die (was ist los, RTL? Ist die Alliteration unterwegs verloren gegangen?) "patente Jungbäuerin" Lena hat mit der Sensibilität eines Traktors ihrer favorisierten Bewerberin erstmal klargemacht, dass deren Chihuahua ein "Tussi-Hündchen" für die Handtasche sei und die 2 Katzen der anderen auf ihrem Hof nichts verloren hätten. So geht flirten, gut gemacht! Schön ist auch, wenn die Bewerberinnen einzeln in Großaufnahme Full HD den Bildschirm fluten und dazu beispielsweise der "Baby Elephant Walk" erklingt. Da stimmt die Bild-Ton-Beziehung, ich sag ja: Comedy vom Feinsten.
Wenn sich später eine der Konkurrentinnen erfolgreich durchgesetzt hat, verlässt die jeweils andere erhobenes Hauptes mit Nase gen Himmel den Raum, von Küsschen-Küsschen keine Spur mehr. Manchmal wünscht sie den "Turteltauben" noch eine schöne Zeit und viel Spaß auf der Hofwoche oder ähnlich hohle Phrasen, aber das dürfte in etwa so ernst gemeint sein, als wenn einem der Sensenmann auf's Niesen "Gesundheit!" erwidert.
Beim Scheunenfest lassen die frisch zusammengeführten Paare die Korken knallen, bewegen sich mehr oder minder rhythmisch zu DSDS-Schlagerprinzessins brennendem Herzen und testen oral erste Körperflüssigkeiten auf chemisch-biologische Verträglichkeit. Bah.
Zur Hofwoche reisen die Damen dann mit Sack und Pack an und lernen den Rest des Bauers kennen, ich meinte jetzt allerdings nicht das, was ihr denkt, sondern in erster Linie Haus, Hof und Herde. Bei so manch jungfräulichem Bauernschuppen klappt der Dame nicht selten mal eine Kinnlade runter, was sie mit einem schüchternen "Äh, ja, schön hast du's hier..." erfolglos zu kaschieren versucht. Genauso verbergen möchte die manikürte Beautyqueen ihren Würgereiz beim ersten Gang in den Schweinestall oder ihr Entsetzen darüber, dass die flauschigen Küken, die sie liebevoll Schnuffi, Hansi und Annegret genannt hat, irgendwann auf ihrem Teller liegen werden. Herrlich, ich amüsiere mich gut montags abends! In Ermangelung an Alternativen ersetzt Zahnpasta-Inka mit ihrer Kuppelsendung gut und gerne TVtotal, die heute-show und andere satirische TV-Formate.
Schaltet ruhig mal rein, es lohnt sich ^^

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Die Vögel sind los: unsere Angry-Birds-Party


Wie angekündigt, fand am vergangenen Wochenende unsere Angry-Birds-Party zum 4. Geburtstag statt. Jeder Versuch im Vorfeld, das Motto auf ein bekannteres à la Micky Maus, Raupe Nimmersatt (denn dazu habe ich die passende Backform ^^) oder Winnie Pooh umzulenken, scheiterte kläglich. Es sollten definitiv die wütenden Vögel sein.
Heutzutage gibt es ja bekanntlich nichts, was es nicht gibt, so auch Partyzubehör mit den Angry Birds in Form von Bechern, Tellern und Strohhalmen. Der Deko-Grundstein war also gelegt, nun galt es noch, den kreativen Aktionismus in "gevögelte" Bahnen zu lenken, um Kinder- und Erwachsenenaugen an diesem besonderen Tag zum Strahlen zu bringen. Dank Pinterest (und vielen Mamas, die schon vor der gleichen Aufgabe gestanden haben wie ich) mangelte es nicht an Inspirationen, die nun auf ihre Umsetzung warteten.

Obwohl die Party erst um 15 Uhr beginnen sollte, konnte ich Fiona morgens nicht davon überzeugen, ihr Geburtstagsoutfit noch ein paar Stunden im Schrank zu lassen. Während meine Mama und ich also den Raum dekorierten, rückte Fiona in ihrem Minnie-Kleidchen die Teller, die wir kurz zuvor auf den Tisch gestellt haben, nochmal zurecht, verteilte die Strohhalme ("Also ich nehme den Bombenvogel!"), naschte hier und da von der bunten "Vogelkacke" und schnappte sich heimlich eine Partytröte, um unsere Arbeit "musikalisch" zu untermalen und uns schon mal ein bisschen einzustimmen auf das, was kommen würde. Am Vorabend hatte ich bunte Luftballons aufgeblasen und ihnen mit Hilfe einer Vorlage Angry-Birds-Augen und -Schnäbel verpasst. Diese Biester wollten nun aber nicht so an der Gardinenstange hängen, wie ich es mir vorgestellt hatte, sondern sie drehten sich frech weg und schauten eher auf den Fußboden oder aus dem Fenster, statt in Richtung des Geburtstagstisches. Verdammte Schwerkraft! Universalhelfer in der Not? Doppelseitiges Klebeband! Dank meiner Mama präsentierten sich sowohl ein gelber als auch ein roter Vogel auf einer klassischen Obsttorte, zweifelsfrei das Kuchen-Highlight schlechthin! Da Vögel ja sicher auch mal Raupen fressen, konnte auch meine Raupen-Backform noch mal zum Einsatz kommen (ha!). Und die verkleidete Wassermelone ist auf Fionas Geburtstag ja schon fast zur Tradition geworden. Letztes Jahr, zur Unterwasserparty, war es der Melonen-Hai, in diesem Jahr saß ein Melonen-Schwein mitten auf dem Tisch, zugleich ein wunderbarer Platz zum Einstecken der Wunderkerzen. So ein bisschen "Traumschiff" gehört für mich einfach dazu ;)

Als die kleinen Gäste nach und nach eintrudelten, wurde erstmal mit RobbyBubble-Sekt aus Angry-
Birds-Bechern angestoßen und sich anschließend über das Kuchen-Buffet
hergemacht. "Ich kann das schon alleine, ich bin schließlich schon 4!" ist seit dem Geburtstag der Standardsatz geworden, der bei jeder sich bietenden Gelegenheit angebracht wird. So auch im Zusammenhang mit Scheren, Messern oder anderen Gegenständen, die früher einfach nur "nein" hießen. Sichtlich stolz führte das Geburtstagskind nun also das große Messer durch die Angry-Birds-Torten (mit Hilfe natürlich) und löste bei meiner Oma spontanes Schwitzen aus ;)
Möchte hier jemand Schlagsahne dazu?

Nach dem Kaffee und dem Aufreißen der Geschenke ("Oooohhhh Oktonauten! Oooohhhh LegoFriends! Oooohhhh Sendung mit der Maus!") nutzten wir spontan das schöne Wetter (ok, "schön" ist vielleicht übertrieben, aber bei einer angesagten Regenwahrscheinlichkeit von 90% ist es tatsächlich gerade mal schön, wenn es nicht schüttet wie aus Kübeln...) und gingen ausgerüstet mit Matschhosen und wetterfesten Jacken in den Garten. Dort wurden Trampolin und Klettergerüst von 4 spielenden Kindern auf Herz und Nieren geprüft - Test bestanden! Wieder im Warmen haben die Kinder mit mir gemeinsam eine Runde gesungen und getanzt, vom grünen Frosch im Teich bis zum Schwein mit dem Ringelschwanz, und mit Klanghölzern und anderen orff'schen Instrumenten das Lied von den Störchen begleitet, die im Winter nach Afrika ziehen. Fiona bekam ihr Geburtstagsständchen "Hoch soll sie leben" und wurde vor Freude quietschend von Mama und Papa im Stuhl bis an die Zimmerdecke gehoben. "Dreiiii Maaaaal hoooooch!"

Schon am Vortag habe ich mit den Vorbereitungen für das Gipsfiguren-Anmalen begonnen, denn der Gips sollte 24 Stunden Zeit zum Trocknen haben (weil ich versehentlich mehr Gips angerührt hatte, als ich für ein Mal gießen benötigte, wurden zusätzlich zu den Schmetterlingen und Libellen aus dem Set kurzerhand noch die Formen in den Knetebehältern missbräuchlich verwendet und ergaben ganz niedliche kleine Gipstierchen). Beim geburtstagsvorbereitenden Stöbern auf amazon stolperte ich nämlich vor Kurzem über so ein Set und fühlte mich schlagartig zurückversetzt in das Jahr 1994, als das Gießen und Anmalen von Dinosaurierfiguren das Highlight schlechthin auf meinem eigenen Geburtstag gewesen ist. Dass ich als Einzige auf dem Bild nicht so glücklich aussehe, liegt übrigens nicht an den Gipsfiguren, sondern daran, dass man seinen Gästen üblicherweise den Vortritt lässt und dem kleinen Steinbock im zarten Alter von 7 Jahren das alles andere als einleuchtete ^^


Zurück in 2013: mit großen Augen schnappten sich die kleinen Gäste Pinsel, Farben und Gipsfiguren und zauberten wunderschöne Mini-Kunstwerke, die wir anschließend noch mit Magnetfolie beklebten, damit sie zu Hause den Kühlschrank verschönern können. Ich staunte wirklich, wie konzentriert und ausdauernd sich die vier Vierjährigen mit ihren kleinen bunten Figuren beschäftigt haben! Auf einem echten Mädchengeburtstag darf natürlich der Glitzer auch nicht fehlen, deshalb gab es erst welchen für die Gipsfiguren und danach noch welchen für die Kinderarme in Form eines stylischen Tattoos. Große Aufregung bei den Mäusen! Das gewünschte Motiv wird aus der Folie ausgeschnitten und mittels Handwärme auf die Haut übertragen. Auf dieses durchsichtige Klebemuster pinselt man dann den Glitzer in lila oder türkis und pustet den überschüssigen Glitzerstaub weg (in der Geburtstagsversion wünscht man sich dabei auch etwas ;). Um mit der Technik vertraut zu werden, probierte ich eines dieser Special-Tattoos am Abend vorher bei mir selber aus. Es funktionierte tatsächlich und zeigt sich bis heute sichtlich unbeeindruckt von Wasser und Seife. Gut, dass ich eh mit Kindern arbeite, da darf man sowas tragen ^^

Hinterher spielten wir noch - allerdings indoor - das Angry-Birds-Outdoorspiel, bei dem man dicke Stoffvögel auf das auf einer kleinen Holzblockkonstruktion sitzende Gummischwein werfen und möglichst viele Punkte erzielen muss. Meine große Tüte Modellierballons hatte ich natürlich auch mitgebracht. Nachdem sich die Kinder ihre Lieblingsfarbe ausgesucht hatten, durften sie mir beim Aufpumpen ihres Ballons mit der kleinen Pumpe helfen. Nachdem die Ballons alle gut gefüllt waren, knotete ich fleißig im Ring sitzende Papageien, die die Kinder dann mit Wackelaugen und einer Schwanzfeder beklebten.
Während ich noch am letzten Papagei rumknotete, stand schon das Abendessen auf dem Tisch. Für die Kinder gab es Spinnennudeln (wahlweise Vogelnester, Tausenfüßler oder schlicht und ergreifend Würstchennudeln), ebenfalls nach einer Idee von Pinterest. Mit zwei kleinen Augenpunkten gehen die Spinnen sicher auch super als Halloween-Mahlzeit durch: einfach Würstchen in Stücke schneiden, die noch harten Spaghetti durch die Wurst-Stücke stecken und alles in einem Topf mit Wasser kochen. Als kleiner gesunder Snack warteten in Anlehnung an das Motto der Party noch "Schweinenasen", die ebenfalls reißenden Absatz gefunden haben.

Nach einem gemeinsamen Mama-Kinder-Tanz wurden draußen im Dunklen noch ein paar Wunderkerzen angezündet, die Kinder bekamen ihre Mitgebsel-Tütchen (mit Angry-Birds-Lolli, Flummi, Malseife, Partytröte etc.), verabschiedeten sich voneinander und fielen wohl alle hunde- (oder sollte ich besser sagen vogel-)müde ins Bett. Fiona war sehr glücklich und fragte beim Schlafengehen, wann sie denn das nächste Mal Geburtstag habe. Ich verriet ihr, dass es noch ein ganzes Jahr dauert und ergänzte für sie unhörbar ein leises "zum Glück...", als ich mindestens genauso k.o. das Licht ausknipste :)

Montag, 7. Oktober 2013

Endlich 4!

Mein liebes Geburtstagsmädchen,

du liegst inzwischen glücklich bis in die Zehenspitzen und völlig k.o. von deinem aufregenden ersten Tag als Vierjährige in deinem Bett, während ich vor 4 Jahren um diese Zeit gerade im Krankenhaus angekommen war und die Frage, wie man mir helfen könne, mit "Ich glaub, ich krieg ein Kind" beantwortete... Unglaubliche 4 Jahre sind sie her, die letzten Wehengebirge auf dem CTG und diese heftigen "Rückenschmerzen"...
Jetzt bist du plötzlich groß, singst alle Strophen vom uralt-Zuckowski-Geburtstagsschlager "Wie schön, dass du geboren bist" mit, backst mit mir gemeinsam deinen Regenbogenkuchen, bastelst gewissenhaft und geduldig an deinem großen Lego-Friends-Bausatz und kümmerst dich aufopferungsvoll um deine BabyBorn, die so schwer geworden ist, dass sie "schon 30 Grad wiegt".
Du liebst das Reisen, das Feiern und die kleinen runden Babybel-Käse. Du interessierst dich für so Vieles, kannst dir besonders englische Wörter sehr gut merken ("MAMA, der Pilot hat eben "clouds" gesagt, das heißt Wolken!!!"), dafür aber nicht so gut, ob das Schild an der Hose nach vorne oder nach hinten gehört. Du bekommst manchmal einen mittelschweren Bock, weil du nicht barfuß laufen, sondern dir Socken anziehen sollst, aber im nächsten Moment kommen aus deinem Knutschmund so süße Sachen wie (zu deiner Familie beim Geburtstagskaffee) "Ihr seid die besten Freunde, die man sich wünschen kann!". Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich vermuten, dass da ein kleiner gehörnter Mama-Steinbock tief in deiner ausgeglichenen Waage-Seele schlummert, aber der verwächst sich bestimmt noch :)
Aber ganz egal, ob Steinböckchen oder Waage, jeder Tag mit dir ist etwas ganz Besonderes.
Jeder Tag ist einmalig, die Zeit vergeht viel zu schnell!
Jeder Tag hält Herausforderungen und Überraschungen für uns bereit, an denen wir wachsen und von denen wir lernen, du als Kind genauso wie ich als Mama.
Du bist das Glück, für das es keine Worte gibt und das Puzzleteil, von dem ich vorher nicht gewusst habe, dass es fehlt.
Ich bin sehr stolz auf dich, mein großes Mädchen, und würde für dich barfuß bis ans Ende der Welt gehen, wenn ich wüsste, dass du dort auf mich warten und mit erhobenem Zeigefinger meckern würdest, weil ich keine Socken trage...

Ich liebe dich.
Deine Mama




"Ich bin vier! Ich kann schon mit einem Messer umgehen!"

Raupenkuchen für die Kita



Der süße Sorgenfresser, geschenkt von meiner besten Freundin - dem schmeckt auch Wut - mjam :)


Geburtstagsüberraschung vom Italiener unseres Vertrauens: die Liemhasi-Pizza als Special Edition

Montag, 30. September 2013

Best-Of September

Während ihr diese Zeilen lest, verbringen wir bei angekündigten 28°C ein paar Ferientage im schönen Griechenland, um den Sommer 2013 noch ein letztes Mal zu sehen.
An unserem September möchte ich euch trotzdem gerne teilhaben lassen, es folgt also wie immer am Ende des Monats unser Best-Of, zuerst in Bildern.

Über Postcrossing habe ich Tina aus Queensland kennengelernt, die uns eine ganz süße Postkarte mit australischen Tieren geschickt hat. Weil Fiona so begeistert vom Koala gewesen ist, wollte uns Tina eine Freude machen und hat anschließend noch zwei kleine Fingerpuppen auf die weite Reise um die halbe Welt geschickt. Fiona war total aus dem Häuschen, als ihre australische Post dann im Briefkasten lag und hat sich schon im Vorfeld große Sorgen gemacht, weil der Koala ohne Begleitung ganz allein im Flugzeug reist. Alleine war er dann doch nicht, denn er hat seinen Freund, einen niedlichen Galah-Vogel (Rosakakadu) mitgebracht, wie sie bei Tina in Scharen den Garten bevölkern. Wer kann schon behaupten, dass er echte australische Tiere zu Hause hat? Noch am gleichen Abend hat sich Fiona mit ihrem ersten Englisch mächtig ins Zeug gelegt, so dass wir nach ein paar Anläufen ein niedliches "Benk you very much" per Videobotschaft nach Queensland schicken konnten :)

Eine kleine Erkältung spendierte Fiona eine Woche zu Hause ohne Kindergarten, in der ihr Lego-Sortiment mal wieder Hochkonjunktur hatte und wir viel gemalt, gebastelt und gekuschelt haben. Auch die Spielzeugkasse klingelte ordentlich, denn ich habe mir ganz exklusiven Öko-Brokkoli für sagenhafte 6,30€ andrehen lassen...und dann hat er nicht mal geschmeckt ^^ Was sagt ihr zu unseren Lego-Tieren? Mein Highlight ist der Pinguin auf dem Traktor - haha.


Nach einer Idee von Pinterest ist auch bei uns ein hübsches Elefantenpaar auf Leinwand entstanden in der Krank-Woche. Ist das nicht süß geworden?
Letzte Woche habe ich bei meinem Früherziehungskurs mit den 4- bis 5-jährigen Kindern gefragt, was denn Elefant auf Englisch heißt. Rief ein Kind: "Törööö!" :) Ja, so kann man's auch sagen.

Meine Nähmaschine ist auch mal wieder zum Einsatz gekommen, denn das Shirt zum Geburtstag ist Pflicht, wenn man als kleiner Mensch noch sooo stolz auf die neue Zahl ist! Es passt wie angegossen und der Tag, an dem sie es endlich anziehen darf, rückt immer näher. Die Leggings mit den unterschiedlichen Hosenbeinen wird auch heiß geliebt und meine Notentunika ist tatsächlich eine der ersten Sachen, die ich für mich selber genäht habe.

Den anstehenden Geburtstag habe ich ja eben schon erwähnt. Es soll "uuunbedingt" eine AngryBirds-Party werden. Jeder Versuch, sie auf unter Kindern bekanntere Helden wie Raupe Nimmersatt oder Micky Maus umzulenken, scheiterte kläglich. Es müssen "Ennibördz" sein. Das Deko-Zubehör liegt bereit, für das Menü (und den Kuchen) übe ich noch ein bisschen. Die gebastelten Einladungskarten sind schon bei ihren Empfängern angekommen, jetzt muss es nur noch Oktober werden. Und als besonderes Highlight wird es in diesem Jahr Luftballonfiguren geben. Auch wenn ich immernoch unter akuter "Platzangst" leide, habe ich schon ein paar Hunde, Blumen und Papageien unfallfrei geknotet. Nichts ist unmöglich - ich liebe das Internet (äh, und in dem Fall vor allem Youtube)!

Weil unser Build-A-Bear-Sid ganz schön den Kopf hat hängen lassen, sind wir mit ihm zum Bären-Doc gefahren, wo ihm ein bisschen Füllwatte transplantiert und er bei der Gelegenheit auch neu eingekleidet wurde. Außerdem hieß es diesen Monat: auf die Rutsche, fertig, los! Das Geburtstagsgeschenk von meinen Eltern, ein großes Klettergerüst mit "Baumhaus", Sandkasten, Schaukel, Rutsche, Seil und Kletterleiter, steht schon seit ein paar Tagen im Garten und wird fleißig auf Herz und Nieten geprüft. Ich könnte ihr stundenlang beim Klettern und spielen zusehen, ein absoluter Kindertraum, der da in Erfüllung gegangen ist! Und als wir an einem Septembersonntag eigentlich "nur" auf den Spielplatz wollten, sind wir mitten in ein großes Sambafestival geraten und Fiona durfte sogar selber bunte Maracas basteln. Sowas kann einem in Berlin schon mal passieren ;)

Das Zitate Best-Of lest ihr hier:
Fiona ist 3 Jahre und 11 Monate alt.

"Was hast du heute im Kindergarten gemacht?"
- "Ich habe Bowlingkugeln geformt....aus Matsch!"

(in der Badewanne)
"Mama, kannst du das Wasser mal stillhalten?"

"In meinem Auge war ein Popel!"

"Maaaaamaaaaa!!! Ich hab eine nackte Schnecke gefunden! Die ist schon ausgeschlüpft!"

"Die Musik ist so laut, dass man Pferdekacke riechen kann."
(???)

"Mama, du bist ein guter Backer und ein guter Kocher!"

(an der Kasse)
"Guck mal, die Bezahlerin hat mir einen Luftballon geschenkt!"

(Fiona nimmt 3 Treppenstufen auf ein Mal)
"Ich bin von der dreisten Treppe gehüpft!"

"War heute ein schöner Tag im Kindergarten?"
- "Nein."
"Wieso denn nicht?
- "Also Mama, die Sache war so...."

(Sie bekommt einen elektrischen Schlag)
"Ich habe Strom von ihr abgekriegt."

"Ich gehe Trampolin springen."
- "Okay, aber mach den Reißverschluss zu, ja?"
"Ja, ich weiß ja, sonst kann man sich weh tun. Dann kann man hinfallen und sich den Fuß verletzen. Oder den Arm. Oder am schlimmsten ist, wenn man sich den Kopf verletzt! Dann geht nämlich das ganze Blut aus dem Körper raus, wenn der Kopf kaputt ist...."

"Mir ist ein Stück Kartoffel runtergefallen, aber ich habe es schnell
wieder auf meinen Teller gelogen."

"Guck mal, ganz unten steht, man darf hier Pferde mit in die Bahn nehmen..."


Die Google-Suchanfragen im September haben Folgendes ergeben:

"Herz gemalt hässlich"
- Warum sucht man online danach?
Und vor allem: was sagt das über meine Malkünste aus? *räusper*

"Die schlechte Seite in meinem Leben"
- Komm auf die dunkle Seite der Macht. Wir haben Kekse. Gibt's da nicht so eine DailySoap?
Ich seh in dein (hässliches?) Herz, sehe gute Seiten, schlechte Seiten... ^^

"Badezimmer Radio Ente Muschel"
- Wäre da nicht Shopping-Guru amazon die richtigere Adresse gewesen? Im Zeitalter der unbegrenzten Möglichkeiten fällt das Entscheiden schwer. Ente oder Muschel? Wer war zuerst da?

"Jugendweihe Schuhe weiblich Absatz"
- ja, kann man grundsätzlich schon machen. Speziell das Besteigen von Treppen sollte man allerdings vorher üben. Und der schönste weibliche Absatzschuh bringt nichts, wenn die gewohnheitsmäßige Turnschuhträgerin auf ihren Stöckeln elegant wie ein Tier mit Rüssel Richtung Wasserloch trabt...

"Volker Rosin mit Kastanien und Eicheln"
- was? Bewerfen...?


Ich wünsche euch einen guten Start in einen (hoffentlich!) goldenen Oktober!

Donnerstag, 26. September 2013

Terrible Twos?!

Herbst 2011
Wir müssen uns warm anziehen.
Und damit meine ich nicht etwa den Herbst, der vor der Tür schon in vollem Gange ist...
Die sog. "Terrible Twos" beziehen sich, so dachte ich, auf die Trotzphase 2-jähriger Kinder, die schon so viel wollen, aber eben noch nicht alles können, die sich erstmalig selbst als eigenständigen Menschen wahrnehmen und einen sehr eigenen Willen haben, den sie auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit durchsetzen wollen.
Entweder ist meine Erinnerung an 2011 tatsächlich so löchrig, dass ich die Zeit als relativ entspannt abgespeichert habe, oder "wir" haben diese akute Phase ausgelassen, das Potential dafür "angespart", um sie pünktlich 2 Jahre später in potenzierter Form auszuleben.
Oder heißen die Terrible Twos Terrible Twos, weil sie periodisch alle 2 Jahre wiederkommen...?

Wenn ich mir ein Wort aussuchen könnte, was ich aus Fionas Wortschatz streichen dürfte, es wäre vermutlich ABER.
Im Moment ist alles ABER. Wir geraten fast täglich aneinander, seien es so banale Dinge wie "Gehst du jetzt bitte Hände waschen?" oder "Nein, es ist schon spät, heute gucken wir keine Folge Caillou mehr.". Bocken, wütend aufstampfen, eingeschnappt die Hände verschränken, Augenbrauen zusammenziehen, heulen, meckern - das volle Programm. Es fällt mir manchmal schwer, in solchen Situationen gelassen zu bleiben und ihr in dieser schwierigen Zeit durch liebevoll-strenge Konsequenz ihre Grenzen zu zeigen statt genauso bockig abzuziehen. Natürlich weiß ich, wie man sie übersteht, diese Phase. Theoretisch. Auf jeden Fall weiß ich, dass man sie irgendwie gemeinsam übersteht und das ist schon mal ein Lichtblick.
Auf der einen Seite ist Fiona unglaublich weit entwickelt, sie kann und weiß für ihre knapp 4 Jahre schon eine ganze Menge, sie ist vielseitig interessiert und wirklich begabt im musisch-sprachlichen Bereich. "Aber" (da war's wieder...) auf der anderen Seite fällt sie mit ihren zickigen Trotzanfällen auch wieder schnell in die Baby-Kleinkind-Phase zurück, in der ich dann mein eigentlich so großes Mädchen nicht wiedererkenne. Ein kleiner Rückblick:

Zur Geburt haben wir für sie ein Baby-Set für die Badewanne geschenkt bekommen: einen
Badethermometerfisch, eine weiche Bürste, Kamm, Nagelschere, Fieberthermometer und eine flüssigkeitsgefüllte Beißkirsche, die man dem Baby beim Zahnen gekühlt zum Kauen in die Hand drücken kann. Besagte Kirsche ist relativ bald nach dem ersten Satz Zähne (vermutlich) in den Keller gewandert, irgendwo weit weg, weil wir sie nicht in absehbarer Zeit wieder benutzen wollten. Aus mir unerklärlichen Gründen hat mich Fiona in letzter Zeit schon mehrfach auf diese Kirsche angesprochen und sogar angefangen zu weinen, weil ich gesagt habe, dass ich nicht weiß, wo sie ist (und darüber hinaus die Such-Notwendigkeit nicht sehe). Gestern standen wir in einem Drogeriemarkt, ich am Fotodrucker, sie in der Spielwarenabteilung. Nach einer Weile kam sie an mit genau dieser Kirsche. Auf dem Schild stand 4m+, also für Babys ab 4 Monate. Meine Tochter wird in ein paar Tagen 4 JAHRE alt und bekam einen mittelschweren Bockanfall, weil ich diese Kirsche nicht kaufen wollte. Als Zugeständnis bot ich ihr an, sich eine Kleinigkeit aus dem Grabbelregal auszusuchen. Sie kam an mit einer Fillypferd-Überraschungstüte. Ansich kein Problem. Sinn dieser Tüten ist - wie der Name schon sagt - die Überraschung, weil man vorher nicht weiß, was drin ist. Ich kenne mein Kind mittlerweile sehr gut und wies sie darauf hin, dass auf der Tüte zwar viele hübsche Pferde abgebildet seien, man aber nicht wisse, welches letztendlich drin sei. "Ja, ja, ich weiß". Kurz nach dem Bezahlen große Ernüchterung beim Öffnen: nicht das bunte Regenbogenpferd, sondern ein pinkes mit einer Blume am Hintern. Süß, aber eben nicht  das, was sie wollte. Dass man kurz enttäuscht ist, okay. Aber dass man deswegen ("Ich wollte aber ein anderes!!!") im Einkaufscenter anfängt zu heulen und mit den Füßen aufzustampfen, geht zu weit. Ich sage dann nicht, dass ich wütend auf sie, sondern enttäuscht von ihrem Verhalten bin. Ich benutze so wenig wie möglich "du", sondern verpacke meinen Ärger in Ich-Botschaften und habe dennoch das Gefühl, dass die zu einem Ohr rein und zum anderen wieder raus gehen. Auch bewusstes Provozieren in der musikalischen Früherziehung, weil sie nicht damit umgehen kann, Mamas Aufmerksamkeit eine Stunde in der Woche auch mal mit anderen Kindern zu teilen, ist für uns beide eine harte Prüfung.


Vor noch nicht allzu langer Zeit habe ich einem ihrer größten Wünsche nachgegeben, den regenbogenfarbenen Skechers-Schuhen aus Amerika. Wichtigstes Feature: sie leuchten. Ein Mal rundherum bei jedem Schritt und so hell, dass sie problemlos die Glitzerkugel in der Disco ersetzen könnten. Bei jedem Schuhkauf hat sie mir die Skechers gezeigt, erzählt, wer von ihren Kitafreundinnen diese Schuhe hat und wie gerne sie doch auch solche (O-Ton) "stylischen Leuchteschuhe" haben würde. Weil die allerdings so viel kosten, wie 2 Paar günstige Mamaschuhe zusammen (und Mama den Vorteil hat, dass ihre Füße im Gegensatz zu Fionas nicht mehr wachsen wie frisch gesäter Rasen), wollte ich warten, bis sie die nächste Größe trägt, damit sich die Investition auch lohnt. Die nagelneuen Schuhe mussten sofort im Laden angezogen werden und die Freude war riesig. Als wir abends nach Hause kamen, zog sie einen Schuh im Flur aus und den anderen in ihrem Zimmer. Als ich sie bat, den Flur-Schuh ebenfalls in ihr Zimmer zu bringen, sie dazu aber offensichtlich keine Lust hatte, nahm sie den teuren Schuh und warf ihn bockig und mit Schwung in die Playmobil-Ecke, wo es nur so krachte.
Ohne viele Worte nahm ich die Schuhe und das gesamte (!) Playmobilzeug und räumte es außer Reichweite, alles weg. Bittere Tränen und Versprechungen halfen erst mal nichts, die Sachen blieben ein paar Tage bei mir. Solche Konsequenzen tun mir mindestens genauso weh wie ihr, aber aus dieser Situation hat sie gelernt. Jetzt muss ich nur noch lernen, wie ich dieses Prinzip auch auf andere Bock-Situationen anwenden kann bzw. wie ich gelassen bleibe, wenn sie beim Essen auch nach der 5. Ermahnung nicht den Kopf über den Teller hält und die Speisekarte chronologisch von oben nach unten ihre Klamotten ziert...
Wir werden jetzt wohl mal dazu übergehen, die Wut zu personifizieren. Wo ist sie? Im Kopf? Im Bauch? In den Füßen? Wie sieht sie aus, die Wut? Ein Monster mit hässlichen Zähnen und Stacheln auf dem Rücken? Ein angriffslustiges Krokodil mit einem riesigen Maul oder ein brüllender Löwe mit einer großen Mähne? Vielleicht hilft es ihr, wenn sie ihrer Wut buchstäblich einen Namen geben kann und wenn wir das Problemtier in akuten Trotzanfällen einfach vor die Tür schicken, während sie sich dann in Ruhe der Tätigkeit widmen kann, die sie vorhatte, bevor die Wut gekommen ist. Und bis wir das Tier eingefangen haben, heißt es wohl einfach: Augen zu und durch...

Darf ich vorstellen: ein Wutzwerg. "Meine Freundin hat jetzt den Eimer, den ich eigentlich wollte!"

Freitag, 13. September 2013

Rettet die Wahlen!

www.dasmagazin.de/
Dass in 9 Tagen eine Wahl in Deutschland stattfindet, dürften die meisten mittlerweile mitbekommen haben, auch wenn bei den Erstwählern, die Stefan Raab täglich befragt, oft noch nicht so ganz klar ist, wer wofür oder wogegen gewählt werden soll und, dass man dafür gar kein Telefon benötigt.
In den vergangenen Wochen konnte man sich dem ganzen Medientrubel um die bevorstehende Bundestagswahl ja so gut wie nicht entziehen, schon allein der Kampf der Giganten wurde auf 4 Sendern gleichzeitig übertragen - kein Entkommen!
Die Stadt ist gepflastert mit mehr oder weniger gelungenen Plakaten, die einem in großen Lettern Politikbrocken aus dem aktuellen Wahlprogramm vor die Füße kotzen und in kurzen Abständen erneuert werden müssen, weil große Konterfeis nun mal zum fröhlichen Verzieren einladen. So hat auch eine Angela Merkel schon geschichtsträchtige Bärte sich hat weglasern müssen...
Die großen Parteien setzen mit wenig kreativen Slogans auf Seriösität, haben ihre Farben nochmal durchdacht und präsentieren sich nun in Sonnenaufgangsorange und rot-pink-lila-Regenbogenfarben, denn schwarz macht sich auf einem Plakat nicht so gut und rot ist eben nicht gleich rot. Die Linke setzt mit einer dicken, runden Schrift alles auf plakative und griffige Slogans, ähnlich derer auf der ersten Seite der größten Boulevardzeitung des Landes. Man guckt hin, ob man will oder nicht. Die Grünen haben sich in diesem Wahlkampf auf den Kern der Sache besonnen und reduzieren ihren sperrigen Namen um das Bündnis 90. Auf den aktuellen Plakaten ist aber nicht mal mehr etwas von der Farbe zu lesen, sondern nur noch die Frage "Und du?" mit einer kleinen Sonnenblume am Rand. Die Plakate sehen aus, wie sich Nicoles Grandprix-Hit 1982 angehört hat: nach langen Haaren, einem alten Wollpulli, einer Gitarre und "ein bisschen Frieden"... Die FDP wirbt mit einem gelb-bewölkten Plakat (und der Hausschrift von Mercedes Benz! Welch Ironie...), auf dem Philipp Rösler zu sehen ist. Darunter steht: "Starke Mitte". Gut, dass dafür nicht Brüderle Modell stand, denn nach der Dirndl-Affäre hat wohl niemand mehr an seiner höchstpersönlichen "starken Mitte" gezweifelt. Die Piraten segeln mit gehissten Flaggen in Richtung Bundestag, schießen mit Platzpatronen auf "das WIR", die "sichere Mitte" und die "soliden Finanzen" und fragen stattdessen: "Warum häng ich hier eigentlich? Ihr geht ja eh nicht wählen." Einen Kreativitätspluspunkt bekommen sie für das Plakat mit dem Bild eines australischen Beuteltiers und dem Text: "Für einen Wombat in jedem Haushalt!" und darunter klein: "Unrealistische Wahlversprechen können wir auch.". Allerdings kann ich mir ein vollbesetztes Piratenschiff, auf dem jeder seine Daten für sich alleine hat, alle auf ihren Drogen rumkauen und niemand dabei gefilmt wird, dann doch nicht vorstellen. Die "Alternative für Deutschland" hat so einen beknackten Namen, dass man wohl automatisch vermutet, das Wahlprogramm sähe längentechnisch ähnlich aus. Auch der "Potenzanzeiger" (wie der Pfeil des AfD-Logos im aktuellen "Magazin" im Interview mit einem Typografen genannt wurde) tendiert für mich eher in Richtung "starke Mitte"; jedenfalls muss ich immer lachen, wenn ich ihn sehe. Die rechtsextremen Parteien werben natürlich auch mit bunten Bildern und "lustigen" Reimen, sind es mir aber nicht wert, ein weiteres Wort darüber zu verlieren. Pfui! Passend zu dem Thema las ich bei Twitter letztens: "Es dürfen übrigens die gleichen Leute wählen gehen, für die auf den Tiefkühlpizzakartons steht "Folie vor Verzehr entfernen" (@JuTime).
Selten ein besseres Argument gehört, um am 22. wählen zu gehen! Günther Jauch hatte letztens ein Publikum voller überzeugter Nichtwähler, die mit allem unzufrieden sind und den typischen Satz sagten: "Es ändert sich ja eh nichts." Nichtwählen ist auch keine Lösung! Dann lieber den Stimmzettel regenbogenfarben ausmalen oder einen Papierflieger daraus bauen. Hauptsache, er landet in der Wahlurne! Der Wahlomat ist auch seit einer Weile wieder online. Bei mir ist das Ergebnis jedes Mal ein bisschen anders, meine Meinung zu manchen Themen ist wohl stark tagesformabhängig. Leider landet meine eigentlich favorisierte Partei immer auf den hinteren Plätzen. Ich werde also wohl noch mal in mich gehen müssen.

Wisst ihr schon, wen ihr wählt? (Achtung, Wahlgeheimnis, das ist eine Ja/Nein-Frage ;)
Wählt ihr immer die gleiche Partei, weil es eben schon immer so war oder vergleicht ihr tatsächlich Parteiprogramme und die meisten Übereinstimmungen mit eurer Meinung?
Was sagt ihr zu Steinbrücks ausgestrecktem Mittelfinger im Interview? In Zeiten, wo sogar eine schwarz-rot-goldene Kanzlerin-Kette einen eigenen Twitter-Account hat - wollte da ein alter Mann nur ein bisschen "hip" sein oder ist das als Kanzlerkandidat ein absolutes No-Go? Ich finde, dieses Ohne-Worte-Interview des SZ-Magazins sollte mit allen Spitzenpolitikern durchgeführt werden! Viele Menschen wissen sicher gar nicht, dass Merkels gefaltete Hände die "ausgezeichnet"-Geste des Mr. Burns aus den Simpsons ist, haha.

Eine gute Zusammenfassung der einzelnen Wahlprogramme findet sich hier, da ist jedes Wahlprogramm auch mit dem Zusatz "in einfacher Sprache" verfügbar. Das der Piraten beispielsweise würde (gelesen von Armin Maiwald) locker als Sendung mit der Maus durchgehen ^^

Fiona interessiert sich übrigens schon im zarten Alter von knapp 4 Jahren brennend für Wahlplakate und hat auch schon einen klaren Favoriten auserkoren: den Milchmann. Gelegentlich auch Ketchup- und Erbsenmann, da amüsiert sie sich königlich drüber. REWE, ein Mal hin, alles drin ^^

Donnerstag, 5. September 2013

Feuchtgebiete - wir haben's getan!

Nach einer gefühlten Ewigkeit war ich vergangenes Wochenende mal wieder im Kino. Diesmal stand keine leicht verdauliche Animations-Kinderbespaßung à la Ice Age auf dem Programm, sondern harter Tobak: die Verfilmung des "Skandalromanes" Feuchtgebiete von Charlotte Roche.

Als ich auf einem Flug Anfang 2008 die Buch-Ankündigung im Bordmagazin gelesen hatte, stand für mich fest, dass ich dieses Buch lesen muss.Endlich mal etwas, worüber sich die Welt das Maul zerreißen wird. Und so kam es dann ja auch: 30 Wochen auf Platz 1 der Literaturcharts, Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste und der Sensationserfolg des Jahres 2008. Ich kenne kaum ein Buch, das so durchwachsene Bewertungen kassiert hat wie der Debütroman von Charlotte Roche. "Kotzkrämpfe auslösender, trivialer Schund" vs. "mutige, offene und lustige Gesellschaftskritik". Ob das Werk die Bezeichnung "Literatur" wirklich verdient hat, darüber lässt sich streiten. Auf jeden Fall ist es pure Provokation vor dem Hintergrund der sehr durchwachsenen Familienstruktur der psychisch labilen Protagonistin Helen. Man mag sich fragen, was hier tatsächlich im Vordergrund steht: das völlig schamfreie Verletzen gesellschaftlicher Konventionen oder das psychische Trauma eines Scheidungskindes, das die Eltern wieder vereinen möchte. Ich glaube ehrlich gesagt, Charlotte Roche wollte nicht nur "irgendein" Buch schreiben, was ein paar Teenager vielleicht lesen, die sie mal auf VIVA gesehen haben, sondern sie wollte ganz bewusst etwas veröffentlichen, das die Nation spaltet. Denn egal, ob es gefallen hat oder nicht - über Feuchtgebiete wurde gesprochen. Mittlerweile ist die Spiegel-Bestsellerliste wieder "sauberes" und trockenes Gebiet, die Medien haben sich beruhigt und ebenso die erhitzten Gemüter der Zeitgenossen, die beim Lesen des Buches angewidert ihre Nasen gerümpft hatten. Denkste! Denn vor wenigen Wochen stürmte die Verfilmung die Kinos.
Ich habe eigentlich selten mal beim Lesen eines Buches gedacht, dass es auf keinen Fall verfilmt werden sollte. Bei "Feuchtgebiete" allerdings dachte ich genau das und ich gehe davon aus, das 90% der Leser bei der Lektüre Ähnliches gehofft hatten.
In den vergangenen 5 Jahren waren die Details in meinem Kopf verblasst, so dass ich nur noch vage wusste, womit Helen experimentiert und was ansonsten so passiert. Der Film holte aber alles sehr präsent in die Gegenwart zurück. Wer ihn noch nicht gesehen hat bzw. noch unentschlossen ist, ob er ihn sich angucken sollte: der Film ist extremer als das Buch, er ist eklig, schockierend, abstoßend, ehrlich aber gleichzeitig auch ziemlich gut und stellenweise wirklich witzig (für Menschen, die einen bisschen schrägen Humor haben)! Ich ziehe meinen Hut vor den Produzenten und der jungen Schauspielerin Carla Juri! Das Buch so originalgetreu umzusetzen und auf die Leinwand zu bringen, Stimmungen einzufangen und das Unvermeidliche zu zeigen ohne es wirklich zu zeigen, ist eine große Kunst. Natürlich flimmerten ab und an mal Brüste oder Geschlechtsteile über den Bildschirm, aber nicht in der Form, dass man es fälschlicherweise für einen Fetisch-Porno hätte halten können,
während Helen in der Badewanne Obst und Gemüse auf phallische Qualitäten testete... Obwohl ich relativ "hart im Nehmen" und nicht leicht zu schockieren bin, saß ich während der Vorstellung teilweise mit der Hand vor dem Mund oder bei einigen wenigen Szenen auch mit abgewandtem Gesicht in meinem Kinositz, das tat dem letztlich doch positiven Gesamteindruck aber keinen Abbruch. Wie ich das so schreibe, liest es sich tatsächlich ein bisschen widersprüchlich, aber ich glaube, das versteht man nur, wenn man den Film gesehen hat. Die Stimme der Hauptdarstellerin ist der der Original-Frau-Roche sehr ähnlich, ein bisschen quäkig und irgendwie naiv, aber auch das passt perfekt zu der Figur Helen, die mit kindlicher Neugier die eigenen (und fremden) Körperflüssigkeiten unter die Lupe nimmt und ihr Gegenüber und den Kinozuschauer unverblümt damit konfrontiert. Wo zu Goethes Zeiten Werthers Freitod ausgereicht hat, um die Menschen in Schockstarre zu versetzen, bedarf es heute, wo Nacktheit und Erotik in den Medien überpräsent sind, eines aktuelleren Tabus um Menschen nachhaltig zu schockieren. Das ist den Machern zweifelsfrei gelungen. Auch schaffen sie es, nur durch die gelungene Verbindung von Bild und Musik witzig zu sein. Meine Lieblingsstelle zu diesem Thema? 4 Pizzabäcker, die (aus Genervtheit von einer sich beschwerenden Bestellerin) gemeinsam auf eine frische Pizza onanieren. Zu den Slowmotionbildern des "Schüttel-Quartetts" der klassische Strauß-Walzer "An der schönen blauen Donau". Ich habe sehr gelacht, bin aber - anders als Helen - nicht davon überzeugt, dass der "kulinarische" Genuss so einer Pizza erstrebenswert ist...
Einziges wahres Manko: wie fast immer ist auch in den Feuchtgebieten mal wieder "die Gesellschaft schuld", wie bei allen großen Dramen der Vergangenheit. Fragwürdig.

Abschließend noch ein schönes Zitat von www.film-zeit.de:

"Feuchtgebiete glänzt mit wunderbarer Hauptdarstellerin und guter Regie. Wer hart im Nehmen ist, wird ein in vielerlei Hinsicht intensives Kinoerlebnis haben. Rein filmtechnisch kann man durchaus das Wort "gelungen" verwenden, der Zukunft unserer Gesellschaft zu liebe möchte ich dennoch von diesem Film abraten."

Habt ihr den Film gesehen/das Buch gelesen?
Ich bin auf eure Meinungen gespannt!

Freitag, 30. August 2013

Best-Of August

Beim Blick in den Kalender fiel mir mit Schrecken auf, dass der Monat schon fast wieder zu Ende ist.
Zeit für das Best-Of also! Ansich war es ein sehr schöner Monat, obwohl wettertechnisch doch ziemlich durchwachsen. Morgens gucke ich regelmäßig auf wetter.com, weil der Blick aus dem Fenster oftmals nicht ausreicht, um Fiona und mich angemessen anzuziehen. Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel und dann gehen wir kurzärmlig und -hosig vor die Tür und sind plötzlich mit 11 Grad konfrontiert... Der schwerste Jahreszeitenübergang ist für mich der vom Sommer zum Herbst, wenn man die Flip-Flops gegen Socken und Schuhe eintauschen muss. Noch halte ich sockenlos (und mit streckenweise ganz schön kalten Füßen) am Sommer fest und hoffe, er möge wenigstens noch ein bisschen bei uns bleiben.

Was wir im August Schönes erlebt haben, seht ihr hier in Bildern:

Wir waren mal wieder im Sealife Berlin und haben u.a. lächelnde Rochen, Nemos, Dories und bunt angeleuchtete Quallen bewundert. Für eine 3-jährige und eine Mama satte 30€ Eintritt hat allerdings doch ein ganz schönes Loch ins Portemonnaie gefressen. Nicht so schnell wieder...

Wir haben - vom Besuch im Sealife inspiriert - Pappteller verschönert und spontan aus einem alten Pappkarton ein Flugzeug gebaut. Allerdings hat mein Mann, als er die formschöne Heckflosse begutachtete, den tollen Propeller gelobt. Hmpf...

Wir waren beim Kinderarzt zur U8, die um den 4. Geburtstag rum gemacht wird. Schon im März hatte ich den Termin vereinbart und mir in den Kalender geschrieben: 16.9. Eines Freitag Vormittags, am 16.8., klingelte das Telefon, Kinderarztpraxis am Apparat. "Hallo, Frau M., ich wollte fragen, ob Sie heute auch schon früher kommen könnten mit Fiona." - Stille - "Äh, hab ich irgendwas vergessen? Heute? Kommen?!" - "Ja, Sie haben in 45min Termin zur U8."
Da sich die Ärztin für die U-Untersuchungen immer viel Zeit nimmt und die auch nur an bestimmten Tagen durchführt, hatte ich keine Wahl. Also gerade mal 1 Stunde nach dem Hinbringen wieder im Kindergarten gewesen, Fiona geschnappt (die über ihren frühen Feierabend alles andere als böse war) und zum Arzt gefahren. Sie wurde gemessen und gewogen (105cm, 17kg) sollte (Stift-)Farben benennen, geometrische Formen zeichnen ("Weißt du, was das ist, Fiona?" - "Ja, das ist ein Dreieck. Aber es sieht auch aus wie eine Pyramide!"), ein Haus und einen Baum malen ("Ich schreibe auch noch meinen Namen rauf, okay?"), auf einem Bein hüpfen, mit geschlossenen Augen mit dem Zeigefinger auf die Nasenspitze tippen, mit einer 3D-Brille in einem Buch bei einer Reihe Bilder auf das Objekt zeigen, das ihr scheinbar entgegenkommt, mit einem geschlossenen Auge Gegenstände auf einer Tafel erkennen in einiger Entfernung usw. Sie hatte sichtlich Spaß an den Aufgaben und erledigte alle mit Bravour. Als Letztes guckte sich Frau Doktor mit Fiona ein Blatt mit kleinen Bildkarten darauf an und Nono sollte die Objekte benennen (Sonne, Baum, Dach, Gabel, Messer, etc.). Als die Ärztin auf das Bild eines Wasserfahrzeuges zeigte, sagte Fiona: "Boot". Die Ärztin fragte: "Kennst du auch noch ein anderes Wort für Boot?" Fiona: "Ja, aber ich sage lieber Boot."  ^^
Beim "Fisch" kam es dann - im wahrsten Sinne - doch noch zur Sprache: das leidige Thema Ess-Zeh-Ha. Wenn sie sich große Mühe gibt und sich sehr konzentriert, kriegt sie es raus. Im Alltag geht es allerdings oft unter und sie lispelt sich drüber weg: "Sssokolade", zum Beispiel. Wann immer wir es jetzt üben, "groovt" sie sich erst ein bisschen ein und klingt dabei wie eine alte Dampflok: sch-sch-sch-sch...

 Wir waren auf der Spree mit einem zum Brüllen komischen Berliner Ur-Gestein als Touristenführer unterwegs und haben auch dem Tierpark mal wieder einen Besuch abgestattet.

Mit der Tollabox haben wir diesen Monat eine Maske und ein kleines Glockenspiel gebastelt. Fiona ist so scharf auf die 3 Projekte, dass die Box nicht (wie ursprünglich vorgesehen) für 3 Wochenenden im Monat reicht, sondern meistens an einem Samstag hintereinander weggebaut wird. Einzig das Projekt Zelt hat länger gedauert. Da war aber das enge Rollen der Zeitungsblätter zu Zeltstangen noch zu schwierig, so dass ich mir dann letzten Endes einen Wolf gerollt habe, bis ich 20 (!) Stangen beisammen hatte, die wir dann mit Büroklammern festgesteckt und im Garten aufgestellt haben. Nach 3 Begehungen fiel das gute Stück nach und nach in sich zusammen; ein Windstoß gab ihm dann den Rest...Shit happens.


P.S. Wer sich auf diesem Bild über die zugegeben etwas unnatürliche Handstellung wundert: da waren 2 Kinder im Zelt ;)

Ich habe für eine liebe Freundin ein Geschenk zur Geburt ihres Sohnes genäht. Kleine Finger lieben nämlich kleine Schlaufen ;) Eine ganz schöne Fummelarbeit, die sich aber absolut gelohnt hat!


Nach fast 15 gemeinsamen Jahren mussten wir uns vor 2 Wochen leider von unserer lieben Feli verabschieden. Sie hat für einen so großen Hund ein stolzes Alter erreicht und sollte sich mit ihren vielen Gebrechen nicht mehr quälen müssen. Auch wenn man es hat kommen sehen, rollten die Tränen von ganz alleine in dem Moment, in dem ich ihren Kopf hielt, während die Überdosis Narkosemittel injiziert wurde... Ich habe Feli bekommen, als ich 11 Jahre alt gewesen bin. Unvorstellbar, diese ganzen Jahre. Danke, dass du uns begleitet hast!


Obwohl es das Legoland Discovery Center schon eine ganze Weile gibt in Berlin, sind wir im August zum ersten Mal dort gewesen. Wir haben Autos mit zwei und drei Achsen gebaut und sie eine Zielgerade hinunter sausen lassen, wir haben einen Legoturm auf Erdbebensicherheit getestet, sind mit der Drachenbahn gefahren, haben gelernt, wie ein Legostein entsteht und die originalgetreue Miniaturausgabe unserer Stadt bewundert, inklusive manuell steuerbarem Mauerfall und David Hasselhoff mit "I've been looking for freedom" aus den Lautsprechern. Mein Highlight: das Schild mit der Aufschrift "Hier entsteht im Frühjahr 2013 der neue Flughafen BER." Vom Flughafen selbst natürlich weit und breit keine Spur. Haha!

Zitate habe ich für euch selbstverständlich auch wieder gesammelt. Hier sind sie:
Fiona ist 3 Jahre und 10 Monate alt


"Heute haben wir Hochzeitstag, das heißt, heute vor 4 Jahren haben wir geheiratet."
Fiona: "Aha. Und wollt ihr das heute etwa wieder machen?!"

(im Tierpark)
Zwei Tiger haben sichtliche Meinungsverschiedenheiten.
Fiona: "Oh, bestimmt haben die sich gerade gekneift!"

"Ich bin heute im Kindergarten hingefallen und habe mir wehgetan!"
- "Oh je! Wo denn?"
"Am Knieschenkel!"

(Fiona lacht)
"Hahaha, da rollt sich mir der Bauchnabel aus!"

Fiona sucht nach einer möglichst großen Zahl:
"Fümmuntedanzig"

Wir sehen viele Leute an der Ampel über die Straße gehen.
Fiona: "Guck mal, die machen eine Reise."

"Erzähl mal, was habt ihr denn heute im Kindergarten gemacht?"
- "Gute Frage."

Fiona zu mir: 
"Ich möchte nur sichergehen, dass du auch lustig bist!"

"Ich habe ein schönes Bild für dich gemalt. Leidest du es?"

"Wie heißt nochmal das Kamel mit einem Hocker?"

Sie malt ein Bild auf iPatty.
Ich: "Oh, das ist ja schön! Kannst du es speichern?"
Sie: "Ja, ja. Ich habe es schon gebildet."

"Nono, heute kommt Emily zum Spielen zu dir!"
- "Oh Gott, davon krieg ich ja eine große Krise!"
"Achso?! Weißt du denn, was eine Krise ist?"
- "Ja, wenn man sich ganz doll freut, kann man eine Krise kriegen."

"Guck mal, Mama, ich kann klettern wie im Mittelalter!"
- "Hä? Wieso im Mittelalter?"
"Na weil man "Alter" im Kindergarten nicht sagen darf! 
Aber Mittelalter ist okay, das ist ja ein anderes Wort!"

(ich rede mit Stephan)
"....sie hat genau das richtige Alter dafür..."
Fiona: "Mama!!! Man darf doch nicht "Alter" sagen!!"

Wir sehen einen Animationsfilm, in dem Störche Babys bringen.
Ich: "Weißt du, was das für Tiere sind?"
Sie: "Ja, das sind Schwäne mit Säcken."


Die Blog-Suchanfragen sind auch wieder wirklich sehens- bzw. lesenswert. Was diesen Monat auf hexhex gesucht (und vermutlich nicht gefunden) wurde:

"Kita olympische Spiele"
- Das ist doch mal eine Idee! Ich würde folgende Disziplinen vorschlagen: Zahnpastschaumweitspucken, Klorollenfußball und Holzklotzweitwurf

"Playmobil Trauer"
Ja, ja, die weitverbreitete Playmobiltrauer. Die greift hier auch immer um sich, wenn eines dieser mikroskopisch kleinen Zubehörteile wie die Playmobil-Haarbürste oder das Playmobil-Sonnenspray verschwunden sind...

"Ballontitten"
Also bitte!

"Haie zum selber malen"
Mal Zähne. Viele Zähne. Dann noch mehr Zähne und eine Rückenflosse. Fertig.

"Alles ist gut solange du wild bist"
Unterschreibe ich so.

"Gruscht Blog"
"Gruscht" ist die süddeutsche und durchaus liebevolle Bezeichnung für das, was wir Kram oder Krempel nennen. Bei uns zu Hause gibt es davon eine Menge, hier im Blog schicke ich ab und zu mal einen Putz-HTML-Code drüber ^^

"im Regenponcho Auto fahren"
Warum nicht? Allerdings würde ich in dem Fall eher in die Reparatur des Schiebedachs investieren, als in teure Regenbekleidung...

"Autokennzeichen Kaka"
Das gibt es, und zwar am sogenannten A**** der Welt, schätze ich.

"Sauseschritt Laufrad für Erwachsene"
Klar, als Erwachsener auch irgendwie Kind zu bleiben ist toll.
Aber spätestens, wer zur Bundestagswahl mit dem Laufrad im Sauseschritt vorfährt, wird vermutlich von selbiger ausgeschlossen...
Mein Zitate-Highlight sind übrigens die Schwäne mit Säcken. 
Ist das nicht eine romantische Metapher? ;)
Und nun: tschüss, August! Hallo, September!