Donnerstag, 11. Juli 2013

Ein Liebesbrief

Liebe Fiona,

große Menschen denken manchmal: "Ach, was sind schon 4 Jahre?". Für kleine Menschen hingegen sind 4 Jahre, besonders die ersten 4, die Zeit, in der sie sich so verändern, wie wohl in ihrem ganzen Leben nicht mehr. Von einer einzigen, winzigen Zelle mit Mamas und Papas Chromosomenbausatz werden sie zu einem voll funktionsfähigen Baby, einem neugierigen, kleinkindlichen Entdecker und dann zu einer kleinen Person mit ganz eigenen Vorstellungen, Wünschen, Gefühlen und Gedanken, einem ganz eigenen Charakter. Ein neuer Mensch, einzigartig auf dieser Welt, ganz ähnlich und doch so anders. In die Augen des eigenen Kindes zu schauen ist jedes Mal eine kleine Reise. Eine Reise in die eigene Vergangenheit und gleichzeitig eine Reise in die Zukunft...

Du bist 1,06m groß und 17 kg schwer.
Wenn du heute nach deinem Alter gefragt wirst und wahrheitsgemäß mit "Drei" antwortest, erntest du von Fremden ungläubige Blicke und erst ein verständiges Nicken, wenn ich "sie wird aber im Oktober 4" ergänze.
Du redest gerne, hast ein hohes Mitteilungsbedürfnis und machst dir viele Gedanken über das, was um dich rum passiert.
Wenn du mal wieder Nasenbluten hast, muss ich unzählige Male die Geschichte von der kleinen, geplatzten Ader erzählen, weil du es so interessant findest und Zusammenhänge verstehen möchtest.
Wenn bei einem von uns Blut abgenommen wird, schaust du wie gebannt zu, lässt dir alles genau erklären und bist völlig fasziniert vom menschlichen Körper, genau wie deine Mama, als sie klein war (und noch Ärztin werden wollte).
Du liebst alle Folgen von "Es war einmal das Leben" und weißt schon über rote Blutkörperchen, böse Viren und die Embryonalentwicklung bescheid.
Du spielst am Liebsten mit deinen Oktonautenfiguren, den BabyBorns, Polly Pockets und mit Playmobil. Weil du vor Kurzem mit deinem Lego Duplo beim Hausbau an die Grenzen des Möglichen gekommen bist und es Fenster,Türen und Dachziegel nur für "normales", kleines Lego (ab 4) gibt, bist du jetzt - auch was das angeht - kein Kleinkind mehr.
Deine Begeisterung für Malen und Basteln reißt nicht ab. Du zeichnest Menschen (sog. "Kopffüßler") am laufenden Band, fügst raffinierte Details wie Locken, Haargummis und Mützen hinzu und
Alle mit Blümchen-Badeanzug: Mama, Nono und Papa am Strand
verschönerst deine Gemälde mit Aufklebern aus meinem Fundus. Signiert werden die kleinen Kunstwerke natürlich auch meistens, denn deinen Namen schreibst du schon seit einigen Monaten völlig fehlerfrei. Außerdem lernst du regelmäßig neue Buchstaben dazu und erkennst sie, wenn sie dir im Alltag begegnen (am Fuße einer Rolltreppe, die im Erdgeschoss ankommt: "Guck mal, Mama, ein E wie Emily!").
Schere und Kleber sind für dich etwas Selbstverständliches und ich bin jedes Mal aufs Neue begeistert, wie präzise du mit der Schere in deinen kleinen Händen schon umgehen kannst. Die Begeisterung für Wackelaugen teilst du mit mir und verzierst seit ein paar Tagen alle Kunstwerke mit den sympathischen Kullern, die irgendwann in einem unbemerkten Moment in deinen Besitz übergegangen zu sein scheinen.
Mit dem Laufrad, für das du nun bald sicher zu groß sein wirst, hast du immer noch keine Freundschaft geschlossen, dafür saust du auf dem Dreirad und dem Tretroller durch den Garten. Das Trampolin wird wohl nie an Aktualität verlieren, steht nach wie vor ganz hoch im Kurs und ist eine deiner liebsten Freizeitbeschäftigungen für draußen.
Du liebst es, dich nützlich zu fühlen und hilfst, wann immer du kannst, z.B. im Garten beim Blumengießen oder auf dem Balkon beim Wäsche aufhängen.
Du erfindest regelmäßig neue Liedtexte auf bekannte Melodien ("Die Blu-men brau-chen Was-ser" zu "Mein Hut, der hat 3 Ecken") und hast große Freude am Spielen und Singen. Wenn einer von uns gerade Musik macht, kommst du begeistert dazu getanzt, schnappst dir eine Trommel oder, was sonst gerade so rumliegt, und spielst einfach mit, oft sogar ganz genau im Rhythmus. Das macht mich sehr stolz!
Du bist eine absolute Wasserratte und vergisst beim Baden die Welt um dich herum. Ob im Pool oder in der Badewanne, da ist stundenlanges Vergnügen garantiert. Letztens haben wir das tolle Playmobil-Schwimmbad mit Wasser gefüllt. Als ich 2 min später wieder ins Kinderzimmer kam, hattest du dich splitternackt ausgezogen und standest schon selbst mit dem Fuß im Becken. Für die Playmos war da allerdings kein Platz mehr bei deiner sagenhaften Schuhgröße 28...
Beim Anziehen lässt du dir aus Faulheitsgründen noch gerne helfen und erzählst manchmal Märchen wie "Das kann ich aber noch nicht alleine." Ich weiß, dass du das Meiste sehr wohl alleine kannst und muss ab und zu gegen einen kleinen Bock ankämpfen, der einfach vergessen haben will, wie man ein T-Shirt auszieht, ohne, dass die Nähte gefährlich knacken...
Abends vor dem Schlafengehen liest Papa dir immer ein Buch vor, momentan möchtest du am Liebsten englische Bücher wie die kleinen, süßen Geschichten von Froggy hören.
Ein paar englische Wörter hast du dir auch schon gemerkt, zum Beispiel zählst du one-two-three-four-five und kennst "eyes", "nose", "mouth" usw.
Mit atemberaubender Geschwindigkeit bedienst du Geräte mit dem kleinen "i" vorne, navigierst dich zielsicher durch die App-Menüs und findest schnell und intuitiv heraus, wie bestimmte Spiele funktionieren oder welche Aufgaben man im Lern-Modus erfüllen soll.
Wenn du groß bist, möchtest du "wie Mama auch mit Kindern Musik machen" - "Aber jetzt wo ich klein bin, spiele ich lieber noch ein bisschen, ok?".
Du liebst Blumen und Steine über alles und sammelst sie, wann immer dir welche begegnen.
Dein ständiger Begleiter ist seit über 3 Jahren der kürzlich frisch gewaschene "Liemhasi", der dir in guten und in schlechten Zeiten zur Seite hängt und ohne den ein Leben nicht vorstellbar wäre...


Liebe Nono, 
du bist etwas ganz Besonderes und ich hätte niemals vermutet,
wie viel Liebe man tatsächlich für einen anderen Menschen empfinden kann.
Danke, dass ich dich auf deiner Reise begleiten und mit dir an der Hand
die Welt durch Kinderaugen neu entdecken darf.
Deine Mama.
Eine Mutter hält die Hand ihres Kindes für eine Weile, ein Leben lang sein Herz.

Freitag, 5. Juli 2013

Best-Of Juni

Normalerweise lest ihr das Monats-Best-Of immer am Ende desselben. Ende Juni waren wir mit dem Nachwuchsorchester auf Konzertreise im schönen Warschau. Nach der Rückkehr wollte ich eigentlich bloggen, bin aber mit melonengroßen Mandeln und hohem Fieber für 2 Nächte direkt im Krankenhaus gelandet und auf ein Mal war Juli. Ich werde nun mit Penicillin regelrecht bombardiert, um die schwere Entzündung wieder in den Griff zu kriegen. Das Fieber ist mittlerweile weg, ich kriege auch wieder etwas mehr als homöopathische Dosen Nahrung geschluckt, aber ich hänge noch so rum, ein bisschen zu schwach für die Welt... Aber ein anständiger Lehrer wartet mit so etwas natürlich brav bis zu den Sommerferien ;) Ausgerechnet jetzt hat auch der Kindergarten seine jährliche Sommerschließzeit (3 Wochen), also sitzen Fiona und ich momentan drinnen und ich werde immer besser darin, mir Beschäftigungen auszudenken, die sie erledigen kann, während ich vom Sofa aus zugucke ^^
Deswegen heute also ein bisschen verspätet die schönsten Bilder aus unserem Juni 2013.

 Wir haben es getan! "Liemhasi", der Fiona seit dreieinhalb Jahren auf Schritt und Tritt begleitet, musste sich mit ihrer Erlaubnis und Mithilfe einer gründlichen Fellpflege (und vorher noch einer kleinen Schönheits-OP am Ohr) unterziehen, denn die 3 Jahre Dauereinsatz sind an ihm nicht gerade spurlos vorbeigegangen... Er riecht nun nicht mehr nach Marmelade, Orangensaft, Gummibärchen, Spucke und Sonnencreme, sondern frisch und fruchtig nach Head-and-Shoulders-Lemongrass. Naja, immerhin dürfte er dann mit Schuppen auch in Zukunft keine Probleme haben. Sein inzwischen grau gewordenes Fell hat sich nach dem Waschen tatsächlich um etwa 3 Nuancen ins Hellere verbessert, allerdings waren Wasch- und Trockenvorgang eine nachmittagsfüllende Beschäftigung für alle Beteiligten :)

Wir haben im Juni wieder viele Postkarten über www.postcrossing.com verschickt. Das ist eine Seite, auf der man sich kostenlos mit seiner Adresse registrieren und dann Adressen anfordern kann von anderen Usern, um denen eine Karte zu schicken. So viele, wie man verschickt hat, bekommt man nach einer Weile von irgendwo auf der Welt zurück. Das ist immer sehr spannend und macht Spaß. Aber Achtung, Suchtpotential!

Als es ein paar Tage Sommer im Land war, sind wir mit Sack und Pack rausgefahren an den schönen Werbellinsee. Da gibt es alles, was das Urlauberherz höher schlagen lässt: Wasser, Sand, Baum, Eis, Pommes. Any questions? ;) In einem Anfall von Leichtsinnigkeit habe ich angesichts der Temperaturen einen kleinen, aufblasbaren Pool mit Rutsche für den Garten bestellt. Als der nur wenige Tage später ankam, war der Sommer irgendwie weg und bisher habe ich ihn auch noch nicht wiedergefunden. Die Rutsche steht seitdem im Kinderzimmer und wartet auf ihren Einsatz...

Herr Bohnes Frauchen Sina hatte kürzlich mal nach unseren Steintieren gefragt. Um Fionas akuter Steinsammelleidenschaft einen Sinn zu geben, werden von Zeit zu Zeit die geeignetsten Exemplare gewaschen, bemalt (nehmt Acrylfarbe! Alles andere macht keinen Spaß...) und ggf. mit meiner Freundin, der Heißklebepistole, zusammengeschweißt. Entstanden sind im letzten Durchgang ein Marienkäfer, eine Biene, ein nicht ganz authentischer Herr-Bohne-Hundeherr und Elmar, der Elefant (deswegen die bunten Farbkleckse auf dem Rücken).

Viel Bild, wenig Text: wir waren oft draußen unterwegs, haben im Garten gechillt, Spielplätze unsicher gemacht, mit Wasser gemanscht und uns über die allerersten eigenen Erdbeeren im Wachstum gefreut.

Wenn man, wie wir, nicht direkt im Herzen von Berlin wohnt, bekommt man den Großstadttrubel überhaupt nicht mit. Deswegen muss man sich von Zeit zu Zeit mal wieder kopfüber ins Vergnügen stürzen und ein bisschen buntes Hauptstadtflair genießen. Das geht am besten auf der Spree selber, auf der man bei einer einstündigen Rundfahrt die innerstädtischen Sehenswürdigkeiten an der Nase vorbeigefahren bekommt. Wir hatten das Glück, eine Ur-Brandenburgerin mit einem Mikrofon auf dem Schiff zu haben. Wenn man die Augen geschlossen hat, dachte man, Frau Merkel persönlich würde ihre "Waschmaschine" (Bundeskanzleramt), die Museumsinsel ("Da hinten sehn Se ooch so'n paar Figuren uffn Dach, dit is dit Alte Museum...") und den "Pampers-Palast" (Kindergarten nur für die Kinder der Mitarbeiter des Bundestags) vorstellen. Schön! Noch schöner ist allerdings, wenn man dann nach so einem Stadttag wieder in seinem Randbezirk angekommen ist, die Autos weniger und die Bäume mehr werden und man die nächste Szene-Bar in sicherer Entfernung von 15min weiß :p Wie war das in der Werbung? Wenn ich groß bin, möchte ich auch mal Spießer werden...?

Weil in Berlin die Sommerferien schon so früh anfangen (Mitte Juni), finden natürlich auch die Schuljahresabschlusskonzerte so früh statt. Unser Sommerkonzert, traditionell immer am letzten Sonntag vor den großen Ferien, war auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg! Wir haben gemeinsam mit Eltern, Freunden und Fans unsere Innsbruck-Erfolge nochmal Revue passieren lassen und hinterher auf dem beliebten Hoffest im Innenhof des Theaters mit viel Musik und guter Laune den Beginn der Ferien gefeiert.

Genäht habe ich auch mal wieder, einen Abend vor unserer Abfahrt nach Warschau. Denn als ich online bei alles-für-selbermacher den wunderschönen HafenKitz-Stoff gesehen habe, war es um mich geschehen - verliebt! In einer Nacht-und-Nebel-Aktion wurde also schnell ein Oberteil genäht (Schnitt: Ballontunika Feli von rosarosa) und gleich am nächsten Morgen für die Fahrt angezogen. Begeisterung auf beiden Seite. Hach <3



 Letztes Großereignis im Juni war - wie oben schon erwähnt - die Konzertreise nach Warschau mit dem Nachwuchsorchester (10-12 J.). Angefangen von der 5-stündigen Zugfahrt bis zum Besuch des Thermalbades und dem Klettern unter professioneller Anleitung an der Kletterwand gab sich ein Highlight mit dem nächsten die Klinke in die Hand. Wir haben 3 ereignisreiche Tage in der polnischen Hauptstadt verlebt, viel gesehen, viel Musik gemacht, eine fremde Kultur kennen und lieben gelernt und Sightseeing bei bestem Warschau-Wetter genossen. Liemhasi hat übrigens (siehe Bild rechts) seit Neuestem nun eine Freundin: Maxi, ein Geschenk von Max, einem der "großen Jungs" aus dem Orchester. Liebe auf den ersten Blick :)


An Zitaten mangelt es auch wie immer nicht, hier sind sie:
Fiona ist 3 Jahre und 8 Monate alt.


 (Wir sehen im Restaurant eine Schwangere.)
Fiona (flüstert): "Aber Mama, wenn die Frau so viel isst, 
dann kann das Baby ja dort gar nicht sitzen?!"

"Fiona, Haare kämmen!"
...
"Fioooona, Haare kämmen!!!"
...
"FIIIIIIIOOOOOOOOOONAAAAAAAA, kommst du jetzt endlich Haare kämmen??!!!"
Fiona: "Wenn du mich 100x fragst, dann mach ich es nicht mehr!!"

"Im Meer darf man nicht laufen, sonst hat man einen Delphin am Schuh!"

"Vor der Pizza muss man was Richtiges essen!"

Ich gehe eines Morgens zähneputzend in die Küche, 
um die Kaffeemaschine schon mal an zu machen.
Fiona (streng): "Ins Bad mit der Zahnbürste!!!"

"Nein, nein, die Puppen frieren nicht. Die haben etwas dickere Haut..."

"Heute ist Sommer? Sommer ist mein Lieblingstag!"
(wenn sie wüsste, wie recht sie hat!)

"Können wir jetzt Unkraut absammeln gehen?"

"In unserem Körper wohnen viele Mioden Blutkörperchen..."

Wir fahren am Elternhaus meiner besten Freundin vorbei.
Ich sage: "Guck mal, Nono, hier ist Saros Haus. Da hat sie früher mal gewohnt."
"Aha. Und jetzt wohnt Saro auf dem Balkon."

"Mama, was ist das?"
- "Ein Tattoo."
"Wenn ich groß bin, möchte ich auch eins. Aber ein pinkes!"
(ich werde dich daran erinnern, mein Schatz)

"Mama, können wir bitte heiraten?"

"Ich möchte lieber in Mamas Bett schlafen."
- "Warum denn?"
"Na weil Mama so warm ist."
- "Aber die ist doch noch gar nicht in ihrem Bett..."

"Wenn ich groß bin, werde ich auch eine Mama."
- "Klar, wenn du erwachsen bist und einen Mann hast."
"Aber ich habe doch schon einen Mann: Papa!"

Mama: "Du bist mein größtes Geschenk!"
Fiona: "Aber ich bin doch kein Geschenk, ich bin doch Fiona!"

Wir gucken den Film "Konferenz der Tiere", der Löwe ist im Bild.
Fiona: "Das ist der Konferenz der Tiere."
- "So heißt der Film."
"Ja, und der Löwe ist der Konferenz!"

Fiona trommelt und fragt förmlich:
"Möchten Sie noch ein Lied hören?"
...
"Du musst klatschen, ich habe mich gebeugt!"

"Das habe ich nicht verstanden. Das war auf Hinösisch."
 

Das Suchanfragen-Best-Of gibt es auch wieder. Manchmal ist es wirklich zum sich-an-den-Kopf-fassen, was die Leute so googeln und vor allem die Tatsache, dass sie hier landen...

"Kermit der Frosch Speed"
- auf? Vermutlich würde er dann noch schneller reden als eh schon...

"Jürgen von der Lippe Witz Einzahl Mehrzahl"
- da kann ich helfen, den Witz kenne ich.
Vier Substantive, die mit Artikel in der Mehrzahl wiederholt werden sollen: 
der Arzt, der Bursche, die Bürste, die Schwester ^^

"Geschichten für Schnürsenkel"
-eher was Lustiges für Zwischendurch oder eine Gute-Nacht-Geschichte für den Schuh-Fetischist?

"Lustige Aufgaben für Abigeschenk"
- Bestehen wäre die erste, haha.

"Vorzeitigen Samenerguss vermeiden"
- ob ich da der richtige Ansprechpartner bin? 
Aber eine Idee hätte ich: denken Sie einfach an eine:

"Klobürste mit Armen"
- Hilfe.

"Das Loch in der Banane"
- jetzt ist sie nicht nur krumm, sondern hat zu allem Überfluss auch noch Löcher?!

"Wofür steht der Buchstabe U"
- U wie Unrat, Unterhalt, U-Haft, Urologe, Ulla Kock am Brink - 
gibt schönere Buchstaben...

"Käfer hat mich gebissen"
- Au.

"Kleiner roter Kreis Schambereich"
- da hat wohl der Ex-Partner mit Edding die Stelle markiert...
Solange kein Zorro-Z daneben steht, ist alles gut ^^


Habt einen schönen und hoffentlich heißen Juli! Wir verbringen 10 Tage davon unter der spanischen Sonne auf des Deutschen liebster Insel, Mallorca, allerdings fernab vom Ballermann und den dazugehörigen Schlagerschuppen.
P.S. Was ist euer Zitate-Favorit? Meiner ist im Juni ganz klar der Delphin am Schuh ^^ Wer weiß, wenn wir im Urlaub unachtsam sind, vielleicht gibt's dann in einem Monat sogar Bilder davon...? ;)

Montag, 24. Juni 2013

Eltern-Kind-Parade Juni

Das Thema Kinderbetreuung ist nicht nur allgemein in Deutschland in den Medien und auf den Tischen der Politiker ständig präsent, sondern nun auch Monatsthema im Juni bei der Eltern-Kind-Blogparade. Ich persönlich glaube ja, dass bei kaum einem anderen Thema die Meinungen so auseinander gehen, wie beim Thema Betreuung. Jeder hält etwas anderes für richtig. Die einen befürworten den frühen Kita- bzw. Krippenbesuch, weil die sozialen Kompetenzen auch schon bei den ganz Kleinen enorm gefördert werden, die anderen halten 3 Jahre Elternzeit mit einer 24/7-Mama für das Optimum, weil Mama und Papa eben am Anfang die einzig wahren Bezugspersonen sind. Aber gibt es überhaupt richtig und falsch? Nein, gibt es nicht! Bei so einem sensiblen Thema muss jede Familie für sich entscheiden, wie sie die Betreuung handhaben will und kann, denn oft genug spielt auch der finanzielle Faktor eine Rolle. Bei Selbstständigen beispielsweise steht es überhaupt nicht zur Debatte, ganze 3 Jahre aus dem Beruf auszusteigen. Gerade dann ist es wichtig, wenn man Fremdbetreuung vor dem 3. Lebensjahr in Anspruch nehmen kann.
Als ich zeitweise als Musikpädagogin im Kindergarten gearbeitet habe und die schwangeren Bäuche vor dem Büro der Leiterin stehen sehen habe, habe ich noch vermutet, dass da Geschwisterchen heranwachsen und die Mütter zwecks Gespräch über ihre größeren Kinder kommen. Denkste! In einer Unterhaltung kam heraus, dass das "Erst-Mamas" gewesen sind, die im 5. Monat bereits einen Platz für das Ungeborene ab dessen 1. Geburtstag anmelden wollten! Als wir aus Baden-Württemberg zurück in meine Heimatstadt Berlin gezogen sind, war Fiona knapp ein halbes Jahr alt. Dass ich nicht der Typ dafür bin, 3 Jahre komplett zu Hause zu verbringen und einzig und allein das Kind zu meinem Lebensmittelpunkt zu machen, war für mich von vorn herein klar. Umso glücklicher war ich über die Tatsache, dass in Berlin bereits 1-jährige Kinder einen Kitaplatz bekommen können und ich somit nach 1 Jahr Auszeit wieder arbeiten darf, ohne dass mir stattdessen zu Hause die Decke auf den Kopf fällt. Aber auch wenn es bald für alle Eltern bzw. deren Kinder einen gesetzlich geregelten Anspruch auf einen Kitaplatz ab 1 Jahr gibt, heißt das noch lange nicht, dass die Kapazitäten das auch zulassen. Statt über den Griff ins Klo mit der "Herdprämie" zu diskutieren, sollte das Geld lieber für den Kitaausbau verwendet werden...

Nachdem wir dann jedenfalls den Betreuungsgutschein auf dem Jugendamt beantragt und alle erforderlichen Unterlagen beisammen hatten, fehlte "nur" noch der Platz selbst. Auf die Frage, zu wann ich den denn bräuchte, antwortete ich wahrheitsgemäß "In 1-2 Monaten", woraufhin ich Gelächter und den Kommentar "Naja, nächsten Sommer haben Sie vielleicht Glück!" erntete.
Auf dem Jugendamt hieß es, alle Plätze im Bezirk seien momentan vergeben. Ich telefonierte mir die Finger wund und rief in den Kitas der umliegenden Berliner Bezirke an, ließ uns auf unzählige Wartelisten setzen, traf mich zu erfolglosen Gesprächen mit Leiterinnen (in Wahrheit heißen die nur "Leiterin", weil sie ständig sagen müssen "Tut mir LEID") und klammerte mich an jeden Strohhalm.

Wir trafen uns sogar mit Tagesmüttern, die aber darauf bestanden, dass alle Kinder (ca.4-6) spätestens um 8 Uhr morgens gebracht und spätestens 15 Uhr abgeholt werden müssten. Mit dem Wissen, dass ich selbstständige Instrumentalpädagogin bin, liegt es auf der Hand, dass sich die genannten Zeiten denkbar ungünstig mit meinen Arbeitszeiten überschneiden, nämlich gar nicht. Musiklehrer, die nicht von der Schule angestellt sind, könnten theoretisch (und darauf liegt hier die Betonung) bis mittags schlafen, dekadent um 11.30 Uhr frühstücken und ausgeruht am Nachmittag zum Unterrichten in die Schule fahren, wenn die Kinder Schulschluss und damit Zeit für ihr Hobby Musikinstrument haben. Natürlich schläft der gemeine Musiklehrer nicht bis mittags, sondern bereitet am Vormittag seine Unterrichtsstunden incl. Notenmaterial, Trainings-CDs, Konzerte, Organisatorisches, etc. vor. Trotzdem hätte mir gemeinsames Ausschlafen und eine Betreuung von etwa 11 bis 17 Uhr am besten in den Tagesablauf gepasst, aber damit konnte niemand dienen. Kitas nicht und Tagesmütter noch weniger. Durch einen Zufall wurde ich letztendlich direkt beim ersten Anruf in ihrer heutigen Kita doch noch zu einem Gespräch eingeladen, da die 2009er-Gruppe dort aufgrund der großen Nachfrage nochmal geteilt worden ist. Genau ein Platz war in der Juli-Dezember-Gruppe noch frei und nun tatsächlich reserviert für mein Oktoberkind Fiona. Hooray!

Während der Eingewöhnung drückte ich mir am Schlüsselloch zum Gruppenraum die Nase platt ^^

Seit etwa zweieinhalb Jahren übernimmt also die 7 km entfernte Kita zwischen 9 und 15 Uhr die Betreuung. Den Fahrtweg (45min hin und zurück im Berufsverkehr) nehme ich dafür eben in Kauf. Fiona geht sehr gerne in den Kindergarten, mag ihre Erzieherin, hat viele Freunde gefunden und liebt die täglichen Aktivitäten mit Gleichaltrigen, ob drinnen beim Knete selber machen, beim Sport im
Fiona mit meiner Mama im Urlaub
Turnraum oder draußen beim "Schätze" sammeln im Garten (Steine, Steine, Steine, große, kleine, graue, braune, .... alle "wunderschön" und in allen Ritzen unseres Zuhauses wiederzufinden ^^).
Da ich nun aber berufliche Aktivitäten wie Orchesterproben mit den älteren Schülern erst am späten Nachmittag durchführen kann, reicht der Kindergarten für die Betreuung nicht aus. Das zweite große Standbein ist an dieser Stelle meine MAMA (ebenfalls selbstständige Instrumentallehrerin), ohne die das alles gar nicht möglich wäre - DANKE!. Wir haben uns mit unseren Unterrichtsstunden so arrangiert, dass wir nach 16 Uhr nie gleichzeitig arbeiten, ich also Fiona aus der Kita abhole, ein bisschen Nachmittagszeit mit ihr verbringen und sie danach meiner Mama "übergeben" kann, um dann selbst nochmal für 2 Stunden arbeiten zu gehen. Meine Eltern wohnen fast nebenan und Fiona fühlt sich dort wie zu Hause, deswegen gibt es auch selten Betreuungsprobleme, wenn sie mal krank ist. Mit dem Krankenschein, den die Kinderärztin mir bereitwillig anbietet, wenn mal wieder Seuchenalarm ist, kann ich nämlich leider auch nicht viel anfangen...

Wie ist die Betreuung bei euch geregelt? 
Ab wann seid ihr selbst damals in den Kindergarten oder die Krippe gegangen? 
Gibt es da Unterschiede zwischen Ost und West? Wie sind eure Erfahrungen? 
Ich freue mich, wenn ihr sie mit mir teilt!
P.S. Weitere Meinungen/Erfahrungen gibt es gesammelt wie immer hier

Freitag, 21. Juni 2013

Frage-Foto-Freitag

In letzter Zeit ist es verdächtig ruhig auf dem Blog. Keine Angst, die Hexen heck(s)en nichts aus, sondern verbringen nur jede Minute dieser paar Tage deutschen Sommers im Garten oder am See. Letztes Wochenende haben wir uns über einen in mehreren Stadtteilen erschienenen Artikel unserer Innsbruck-Erfolge in einer der Berliner Zeitungen gefreut (normalerweise schafft man es da nur rein, wenn man entweder Lottogewinner oder ermordet worden ist...die Stadt ist einfach zu groß ^^). Außerdem haben wir letzten Sonntag unser großes Sommerkonzert und das zur Tradition gewordene Hoffest im wahrsten Sinne des Wortes erfolgreich über die Bühne gebracht. Fiona hat sogar ganz alleine vor Publikum das Lied vom kleinen Pfau ins Mikrofon gesungen! Ich bin fast geplatzt vor Stolz. Danach startete eigentlich die letzte Woche Kita vor den 3 Wochen Sommerschließzeit, aber pünktlich zu meinem Ferienbeginn am Dienstag rief die Erzieherin an, nachdem ich es seit der Verabschiedung gerade mal bis in den Supermarkt geschafft hatte, und bat mich, Fiona gleich wieder abzuholen und dem Arzt vorzustellen. Die "falsche Maul- und Klauenseuche", auch bekannt als Hand-Fuß-Mund (lateinische Namen waren aus?), geht mit einer schon fast erschreckenden Regelmäßigkeit in solchen Einrichtungen um und verbreitet sich schneller, als man den Namen der Krankheit ausgesprochen hat. Und die Wahrscheinlichkeit, dass Fiona sie mit nach Hause bringt, auch wenn HFM in einer Gruppe am anderen Ende des Gebäudes 2 Stockwerke tiefer aufgetreten ist, ist sehr hoch. Dieses Mal also sogar schon, bevor der "Seuchenzettel" an der Eingangstür klebte. Na wunderbar. Die Ärztin bestätigte das Vermutete anhand der kleinen Bläschen in den Handflächen in 5 Sekunden, erwähnte, dass noch Fieber auftreten, man aber außer Zäpfchen nichts machen könne und wünschte uns eine schöne Woche (zu Hause). So feierten wir in den letzten Tagen also völlig fieberfrei Rasensprengerparties, Seifenblasenfest und Kinderfasching in unserem Garten... (Bei angesteckten Erwachsenen treten übrigens in der Regel keine Bläschen, wohl aber grippeartige Symptome auf. Und nun ratet mal, wer mit Rotznase und Husten diesen Artikel tippt ^^)

Der Freitag ist zwar schon fast wieder vorbei, aber jetzt erst ist die Betriebstemperatur erreicht, bei der der Kopf vom Eis- in den Denkmodus umstellen kann. Frage-Foto-Freitags Fragen von Steffi kommen hier:

1. Wichtig ist...


...den Blick für das Schöne nie zu verlieren,
sprach der kleine Jaguar zu seiner Blume, oder so ähnlich ;)
 
 
2. Ein Wort, das du ständig benutzt?
 
 
 Ok, eigentlich benutze ich diese etwas laxe Wendung nicht wirklich häufig, fand es in der Speisekarte des Restaurants neben dem DDR-Museum aber so schön berliner-schnauzerisch, dass ich es vielleicht doch wieder in den aktiven Wortschatz aufnehmen sollte ^^
 
 
3. Stimmt?
 
 
Mit fremden Tieren ist nicht zu spaßen, ganz besonders nicht mit frechen Katzen, die erst aufs Grundstück sch***** und einem dann noch blöd kommen, wenn man sie streicheln möchte!
Wieder was gelernt! Da half nur eine großangelegte Micky-Maus-Klebeaktion...
 
 
4. Deine Beute der Woche?
 
 
1kg rotes Glück von Karls Erdbeerhof - yummy!
 
 
5. Lieblingsoutfit der Woche?
 
 
Eindeutig: das bunte Strandkleid aus dem letzten Urlaub;
bei der Hitze der letzten Tage das einzig vertretbare Kleidungsstück.


Habt ein schönes und hoffentlich sonniges Sommerwochenende!

Freitag, 14. Juni 2013

Warum es schön ist, eine Mama zu sein

Die liebe Bloggerkollegin Frau Mutter schrieb kürzlich über 10 Dinge, die sie am Muttersein liebt und stellte die Frage danach in die Runde. Ich habe mir auch mal ein paar Gedanken dazu gemacht, bei 10 Dingen ist es allerdings nicht geblieben.

Ich darf guten Gewissens im Buchladen an Krimis und historischen Romanen vorbeigehen 
und mich ein Mal quer durch die Kinderbuchabteilung lesen.

Ich darf mit dem kleinen Tretroller übers Grundstück fahren und dabei Motorengeräusche machen.

Ich darf mich im Backen ausprobieren und mit Speisefarben experimentieren.  
Schon mal ein Kind gesehen, dass nicht auf Papageienkuchen abfährt?

Ich darf im Sandkasten sitzen, Modderpampe machen und so tun als ob ich Eis esse.

Ich darf im Garten mit einer Pinzette Käfer und Regenwürmer sammeln 
und sie anschließend im Lupenbecher beobachten.

Ich darf mir mit Badeschaum eine Krone aufsetzen oder einen Bart ankleben, 
um danach das schönste Lachen dieser Welt zu hören.

Ich darf unterwegs auf einem Baumstamm balancieren.

Ich darf farbenfrohes Plastikgeschirr kaufen und auch selber davon essen.

Ich darf mich dabei ertappen, einen Ohrwurm von "Wer will fleißige Handwerker sehn?" zu haben.

Ich darf Steine sammeln, sie bemalen und zu Tieren zusammenkleben.

Ich darf einen Kinderschminkkasten besitzen und der Fantasie im 
Gesicht meines Kindes freien Lauf lassen.

Ich darf einen Löwenzahnstrauß sammeln, Pusteblumen fliegen lassen 
und mich über abgerissene Gänseblümchen freuen.

Ich darf stundenlang Seifenblasen machen, ihnen fasziniert beim Fliegen 
zuschauen und sie danach fangen und zum Platzen bringen.

Ich darf eine Wasserbombenschlacht feiern und muss keine Angst haben, hinterher Ärger von meiner Mama zu bekommen, wenn die Klamotten nass sind.

Ich darf mir in der Zoohandlung die Nase an den Aquarien platt drücken 
und mir Geschichten über Nemos Freunde ausdenken.

Ich darf durch die Kinderabteilung bei C&A streifen und in der Babyabteilung vor Entzücken quietschen, mit den Worten: "Guck mal, Nono, so klein warst du auch mal!!!"

Ich darf mir für Kuscheltiere Stimmen ausdenken und sie Geschichten erzählen lassen.

Ich darf mich in der Nacht an ein kleines Mädchen kuscheln, 
das so wunderbar nach Familie und Sahnebonbons riecht.

Ich darf eine Stange Mentos in eine Flasche Cola Light kippen und mich über die Fontäne freuen.

Ich darf Tage damit verbringen, Polly Pockets an- und auszuziehen.

Ich darf die Sendung mit der Maus gucken und mich jeden Sonntag darüber freuen, 
wieder etwas Neues gelernt zu haben.

Ich darf an verregneten Wochenenden mit Knete experimentieren und Fantasietiere bauen.

Ich darf eine BabyBorn auf den Arm nehmen und trösten, wenn ihre Mama gerade "keine Zeit" hat.

Ich darf alte Ultraschallbilder angucken und sagen: "Wie die Zeit vergeht..."

Ich darf bunte Beanie-Mützen, Ballonhosen und Kleidchen nähen.

Ich darf das einemillionste Kuscheltier kaufen, wenn es mich so süß angrinst im Laden.

Ich darf einem Kind heimlich beim Schlafen zusehen und einen Kuss in die Handfläche hauchen, 
die vor nicht allzu langer Zeit kaum größer als ein 2-Euro-Stück gewesen ist. 

Ich darf Fruchtzwerge und Knistereis essen.

Ich darf kleine Auas wegpusten, Monsterpflaster kleben oder 
Wunden mit Heile-Heile-Creme versorgen.

Ich darf Monster unter dem Bett verjagen.

Ich darf Lego-Schlösser und Eisenbahnstrecken bauen.

Ich darf mich jeden Tag wieder neu erfinden. 

Ich darf mit Vollgas durch Pfützen fahren, statt ihnen auszuweichen. 

Ich darf ausgelassen zum "Gorilla mit der Sonnenbrille" tanzen.

Ich darf beim Wettrennen "aus Versehen" stolpern und mich über das 
Gewinnergrinsen der Gegners freuen.

Ich darf kleine Gemälde aus den frühen Jahren des Künstlers horten und aufhängen. 

Ich darf kleine Maulwurffingernägel sauber bürsten, 
wenn sie im Kindergarten nach Schätzen gegraben haben.

Ich darf auf dem Spielplatz bis in den Himmel schaukeln und auf dem 
Hüpfburgenfest die Riesenrutsche testen.

Und ich darf den schönsten Satz der Welt sagen: "Ich hab dich auch lieb!"

Mittwoch, 5. Juni 2013

Die 4 magischen Wörter

Die 4 Wörter, die einem Kind den ganzen angebrochenen Abend versauen können?
"Hände waschen, Zähne putzen!"
Da ist es egal, dass die Uhr schon 20.30 Uhr zeigt und der Sandmann selbst bereits seit geraumer Zeit selig schlummernd ins Nirwana abgedriftet ist. Schließlich ist es noch hell draußen! Ein schlagendes Argument. Mein Pendant am Morgen ("Ich bin noch ein bisschen müde!" - "Aber Nono, es ist doch schon hell draußen!") zeigt dagegen allerdings nicht den gewünschten Effekt...
Die magischen 4 Wörter am Abend ziehen einen ganzen Rattenschwanz an Kleinkindrepertoire hinter sich her, wenn man gerade 3,5 Jahre alt ist, von weinen über schreien, toben bis hin zu ausgewachsenen Wutausbrüchen. Gestern Abend hat nicht mal mein "Ich zähl bis 3! Eins.....Zwei....und die letzte Zahl heißt...." etwas geholfen! Normalerweise springt sie schon bei der 1 im Dreieck und erledigt die Aufgaben, um die ich sie vor dem Zählen gebeten hatte ("Ziehst du bitte deine Schuhe aus?") sofort. Ich musste noch nie bis zu Ende zählen, schon allein die Androhung, dass ich es tue, hat bisher gereicht. Gestern stand sie in ihrem Zimmer und schaute mich trotzig (und ein bisschen ängstlich) an, während ich aus dem Badezimmer laut und langsam zählte. Bei der 3 ging ich zu ihr, schnappte sie unter den Armen und trug sie ins Bad. Dort angekommen sagte ich mit ganz ruhiger Stimme nur, dass ich traurig sei, wenn sie nicht mache, was ich sage. Mit großen, runden Augen und ihrem süßen, ärgerlichen Schmollmund guckte sie mich an und sagte: "Aber ich will doch lieb sein!". Alles vergessen...



Wer dem durchschnittlichen Kind aus der Generation Digital-Native heutzutage fehlende Kreativität unterstellt, der hat wohl noch nicht gehört, was genau diese Dreikäsehochs sich so einfallen lassen, wenn sie nicht schlafen wollen.
Hier sind sie, die 10 besten Gründe, nach dem Gutenachtkuss nochmal aufzustehen:
 
10.) "Aber ich bin noch gar nicht müde!"
09.) "Meine Kuscheltiere im Schrank haben gesagt, sie haben Angst alleine."
08.) "Ich möchte noch ein Buch lesen."
07.) "Ich habe mich gefragt, ob morgen vielleicht Wochenende ist...?"
06.) "Ich brauche noch einen Gutenachtkuss. Ich habe meinen schon abgepflückt."
05.) "Ich wollte lieber noch ein Puzzle machen/die BabyBorn füttern/ein Bild malen."
04.) "Ich muss nochmal pullern..."
03.) "Ich möchte noch etwas trinken!"
02.) "Ich will lieber in dein Bett."
01.) "Ich möchte noch ein bisschen bei dir sein!"

Ganz ehrlich, wer kann denn bei der 01 schon nein sagen?
Die Zeit vergeht viel zu schnell. In ein paar Jahren (dauert hoffentlich noch!) möchte der Puberteenie, dass der erste Freund "noch ein bisschen bei ihr" ist. Da wird dann die Tür zugemacht, das Trinken ist nicht mehr nur Wasser mit 1% Apfelsaft und den Gutenachtkuss holt sie sich auch woanders. Daran möchte ich noch gar nicht denken und genieße deshalb das allabendliche Spiel in vollen Zügen. Papa und ich schließen schon Wetten ab, welchen Grund aus den Top 10 sie wohl auswählen wird. Derzeit ist es häufig die 3, meist in Verbindung mit der 2. Sie schnappt sich dann mein riesiges, bequemes Bananen-Stillkissen aus der Zeit, als sie noch in meinem Bauch gewesen ist, und macht es sich damit bequem in Mamas Bett. Ihrem "Kannst du noch ein bisschen bei mir bleiben und mit mir kuscheln?" kann ich dann nur selten widerstehen. Sollte ich doch noch etwas Wichtiges zu tun haben, erkläre ich ihr das. Dann nickt sie verständnisvoll, rutscht im 2m großen Ehebett ein Stück zur Mitte und sagt: "Ich habe dir schon mal Platz gemacht, dann kannst du dich nachher ankuscheln...".
Um es mit ihren Worten zu sagen: da bekomme ich "Herzaugen".
Es gibt nämlich nichts Schöneres, als aus dem Mund des eigenen Kindes Sätze zu hören, wie: "Mama, ich habe dich wirklich sehr lieb! Bis zum Mond und zurück!". Solche Liebesbekundungen hört man auch gerne abends um halb 10, wenn am nächsten Tag nicht Wochenende ist. Denn schließlich ist es noch hell draußen ;)

Montag, 27. Mai 2013

Best-of Mai

Wow, was für ein Monat! Wie ihr im Archiv seht, bin ich im Mai gar nicht so recht zum Bloggen gekommen. Viel los war natürlich trotzdem! Der Monat stand mit der lang geplanten Orchesterreise zum World Music Festival nach Innsbruck und anderen kleineren Auftritten in Berlin ganz im Zeichen der Musik. In den Konzertsälen spielte das relativ bescheidene Maiwetter auch keine so große Rolle, wobei ich mir den "Wonnemonat" wettertechnisch schon ein bisschen anders vorgestellt hatte als warm und sonnig, während man arbeitet, und kalt und regnerisch am Wochenende... Ungläubig staunte ich auf Facebook voller Mitleid über die Schneebilder und Kommentare der letzten Tage aus Baden-Württemberg - "der kleine Winter möchte bitte aus dem Mai abgeholt werden". Immerhin war es in Berlin nur ziemlich nass und ungemütlich. Die heißen Gedanken muss man sich zwar auch in diesem Weddinger Café selber machen, aber vielleicht geht das ja tatsächlich mit heißer Schokolade besser (wie wär's mit einem Glühwein...?)...


Wir haben die schönen Tage natürlich trotzdem ausgiebig genutzt und waren viel draußen unterwegs. 
Hier kommt er, der Mai in Bildern:

Wir waren im Garten, haben die neue Netzschaukel eingeweiht, Eis gegessen, uns über die Fußvorliebe des Kindes beim Rollerfahren gewundert und über die Katze gelacht.

 Wir waren als Schlechtwetteralternative zum Garten im Labyrinth Kindermuseum Berlin zu "Ganz weit weg und doch so nah", einer Erlebnisausstellung über ferne Länder und Kulturen. Dort konnte man in einer kleinen Schule z.B. chinesische Schriftzeichen lernen, auf dem Markt Lebensmittel einkaufen, einen Wasserbehälter auf dem Kopf balancieren, gemütliche Höhlen bauen, sich im Reisebüro ein Flugticket ausstellen lassen, Postkarten schreiben und sich auf dem Basar mit bunten Kopfbedeckungen, orientalischen Tüchern und indischen Saris neu einkleiden. Bei vielen Kindern von alternativ-hippen Szene-Eltern aus den umliegenden Bezirken war ich mir allerdings nicht so ganz sicher, ob die ihre Klamotten in der Grabbelkiste des Basars gefunden oder aus dem heimischen Kleiderschrank mitgebracht haben  ^^


Wir waren mehrmals im FEZ in der Wuhlheide (siehe Ausflugstipps, Nummer 2), mal als Familie und mal mit unseren Musikschülern zum 2-Tages-Probenlager mit einer Übernachtung über Pfingsten. Die Raupen hatten zu der Zeit gerade Hochsaison. Nach anfänglichem Ekelgekreische trugen die Kinder sie kurze Zeit später sogar auf der Hand spazieren und waren völlig fasziniert von den kleinen, harmlosen Tierchen...
(Das Bild oben links ist nicht etwa mit einer Spiegelreflexkamera gemacht, sondern mit dem iPhone und dem Ansteckobjektiv olloClip - der ist definitiv sein Geld wert für Handyknipser!)


Wir haben einen großen Pappkarton kurzerhand mit Cuttermesser, Bastelfarben, Ausdauer und meinem Liebling, der Heißklebepistole, zu einem Fahrzeug umfunktioniert und die gesamte Playmo-Crew durch die Gegend kutschiert. Das festgeklebte Lenkrad wurde gleich bei der Jungfernfahrt aus der Halterung gerissen und ist nun eine optionale "wireless device". Einzig die Sache mit den Lichtern (oben rechts) hatte ich mir ursprünglich anders gedacht ^^


Ich habe mich gleich zu Beginn des Monats über einen Zettel am Schwarzen Brett im Kindergarten sehr amüsiert, nachdem ich rausbekommen hatte, was genau ich zu Hause lasen (sic!) soll. Die FB-Gemeinde vermutete, dass wir uns auf Kosten eines Deutschlernenden lustig machen. Ich kann euch garantieren: migrationshintergrundloser geht's nicht. Peinlich! Wenige Tage später hat übrigens jemand (ich war's nicht!) die 3 Fehler mit senkrechten Strichen am Rand gekennzeichnet und korrigiert. Setzen, Sechs.
(Auch die Vermutung, derjenige könne vielleicht besser backen als schreiben, wurde von meinem Kind widerlegt: "Mama, der Kuchen hat aber gar nicht gesmeckt!")


Fiona schreibt und malt immer noch wie ein Weltmeister, hier im Bild Blumenwiese, Herzen, Sonne und Vogel, weil sich eine liebe Freundin ein "Gemälde" für ihr Büro gewünscht hat. Die BabyBorn steht auch nach wie vor noch hoch im Kurs und hat diesen Monat sogar Unterstützung bekommen von Zoé, einer ganz süßen, sehnlichst gewünschten dunkelhäutige Puppe gleichen Kalibers. Mit der Tollabox haben wir u.a. ein bisschen Farbenlehre gelernt und eine Brille gebaut, durch die man die Welt so bunt betrachten kann, wie man möchte ("Der gelbe Teller wird ja grün, wenn man durch die blaue Brille guckt!"). Apropos bunt: als ich als Holzfan am Wochenende das niedliche Tier-Bowlingspiel gesehen habe, musste ich es einfach haben. Bislang fehlte nur das passende Wetter dazu... Den coolen Luftballon-Delphin (u.r.) gab es kostenlos bei einem Fest im Einkaufscenter (bei dem wir auch Musik gemacht haben). Dass der Delphin bei den Verbiegungen, die er in der Entstehungsphase über sich ergehen lassen musste, nicht geplatzt ist, grenzt für mich an ein Wunder... Ach, und habt ihr auch schon mal dieses ekstatische Gefühl erlebt, wenn eine Schachtel mit Bügelperlen aus dem obersten Regal fällt...?


Mein Lehrerherz hat vor Freude getanzt, als ich so süße Post von meinen Schülern (8 Jahre alt) bekommen habe.
Da macht das Unterrichten gleich doppelt so viel Spaß:



Fiona hat auch im Mai wieder einige Schoten losgelassen, die ich natürlich wie jeden Monat gerne hier mit euch teilen möchte. Vorhang auf für das Zitate Best-Of:
Fiona ist 3 Jahre und 7 Monate alt.

(im Tierpark bei den Antilopen)
"Nono, guck mal, die Tiere heißen Oryx."
- "Aha. Oryxe haben also große Stöcker auf dem Kopf..."

(Fiona studiert die Karte im Eiscafé)
"Mama, warum gibt es hier eine Eisanleitung?"

"Wie nennt man das, wenn sich ein Mensch Musik ausdenkt?"
- "pluntonieren"

(Fiona bewegt sich rhythmisch zur Musik)
"Guck mal, Mama, ich bin heute tänzelich. 
Ich kann mich so erheben (macht sich groß)."

"Nono, magst du deinen Namen eigentlich?"
- "Klar mag ich Fiona. Ich heiße nämlich so!"

"Wo ist denn die Hüllung von der DVD?"

"Mein Tag im Kindergarten war heute sehr lecker."

(Wir fahren im Auto und sehen Hochhäuser mit bunten, geometrischen Formen auf den Dächern)
Fiona: "Unser Haus ist aber nicht mit Formen bedacht."

(in Innsbruck)
"Mama, bestehen die Berge aus Holz oder aus Stein?"

"Die Scheibe im Bus ist so dreckig, weil so viele Fliegen ranges-toßen sind!"

(Sie reckt ihren Hals)
"Wenn die frische Luft kommt und an meinen Hals geht,
ist er nicht mehr so geschwitzt."

"Mama, du musst mal ein neues Auto kaufen!"
- "Wieso das denn?!"
"Na weil deins nicht mehr so hübsch aussieht.
Schwarz ist nicht gerade meine Lieblingsfarbe..."

"Finia hat einen Bruder bekommen! Ich hab den schon gesehen! 
Kleine Babys sind immer so knutschig!"

"Nono, erinnerst du dich noch an Tunesien?"
- "Ja, da wurde Sasa von einem Krebs angegriffen!"

"Wenn wir das nächste Mal in Ägypten sind, machen wir eine Delphintour, ok?"
- "Ja, gute Idee! Gibt es auch Krebstouren?"

(Fiona guckt "Shaun, das Schaf", wo die Tiere geschoren werden sollen)
"Mama!!! Da werden die Schafe gemäht!!!"

(Wir suchen eine Eisdiele und kommen an einer kleinen Imbissbude vorbei)
"Guck mal, ich seh schon das Eisgefäß!"

(Wir fahren zusammen Elektroauto in einem kleinen Parcours - sie lenkt, ich gebe Gas - und kommen an einem rautenförmigen, gelb-weißen Schild vorbei. Fiona reißt die Hände hoch und ruft)
"JAAAA, VORFAAAAHRT!"

"Hast du gesehen? Ich bin eben die Rutsche runtergerauscht!"

(Die Kinder in unserem Musiklager sollen bei einem Spiel Tannenzapfen suchen. Ein Junge ruft)
"Iiieeh, ich hatte eben eine Raupe auf meiner Eichel!"

(Ein anderes Kind über die Raupeninvasion)
"In Kinderfilmen sind Raupen irgendwie viel netter, mit lachendem Gesicht und so..."

Die Vergangenheitsform von kleben?
Fiona: "es klab."

(Fiona hält zwei Kuschelhasen hoch)
Mama: "Wie heißen die beiden?"
Fiona: "Also das ist Liemhasi."
Mama: "Das weiß ich. Ich meinte eigentlich den anderen."
Fiona: "Hm....ich nenne ihn einfach "Sohn"."

"Letzte Woche musste ich Medikamente nehmen, 
weil ich ganz schön krank war mit einem heftigen Schnupfen."
- "Warum denn Medikamente? Die weißen Blutkörperchen fressen doch den Schnupfen weg!"

(Ich tanze gutgelaunt vor Fiona hin und her)
"Mama, so wie du rumhampelst - kann es sein, dass du pullern musst?"
(mit eigenen Waffen geschlagen...)



Und zum Schluss noch ein paar Suchbegriffe, über die neugierige Googler auf meinen Blog gestoßen sind:

"Foto Pokale World Music Festival Innsbruck"
- jaaa, wir haben einen! Kommt ruhig alle her und guckt :)

"Arztkoffer selber basteln"
- würde ich nur eingeschränkt empfehlen. Für den Finger-Pieks-Test bei der Blutzuckermessung eignen sich übrigens handelsübliche Stecknadeln sehr gut. Mehrfach unfreiwillig im Selbstversuch getestet...

"Kinderspiele mit Rasierschaum"
- was ich mir vorstellen könnte: Weihnachtsmannbart oder Beethoven-Perücke.

"Basteln mit Spülbürsten"
- ja, das war das wohl schwierigste Utensil in Testmamas Bastelkiste Anfang April. 
Bei uns ist es eine Blume geworden. Großartig andere Möglichkeiten fallen mir beim besten Willen nicht ein. Aber ganz ehrlich: wenn ihr es euch aussuchen könnt, nehmt was anderes. Spülbürsten sind nicht gerade kooperative Zeitgenossen.

"Sex Buchstaben"
- Drei, um genau zu sein. Beliebte Kennzeichenkombi im Stuttgarter Raum.

"Freunde sind wie Schuhe"
- Genau! Erst hortet man sie in rauhen Mengen und hinterher zieht man 
doch immer nur das selbe, bequeme Paar an...


Ich hoffe, ihr hattet mit unserem bunten Mai genauso viel Spaß wie wir! 
Und du, lieber Sommer, kannst jetzt rauskommen. Du bist umzingelt!

Freitag, 24. Mai 2013

Wohin in Berlin? [EKP Apr/Mai]

Dem aufmerksamen Beobachter wird aufgefallen sein, dass es im April (und bisher auch im Mai) noch keinen Hexhex-Beitrag zur Eltern-Kind-Parade gegeben hat.
Im Trubel der letzten Wochen habe ich im Ausflugsziele-April schlicht und ergreifend die Frist verpasst und im Wir-haben-Spaß-Mai bisher noch keine Zeit zum Schreiben gefunden. Die liebe Testmama Kerstin hat nach der April-Parade zum Thema
"Ausflugstipps mit Kindern" eine Seite erstellt, auf der sie die verschiedenen Blogbeiträge kurz zusammengefasst und regional nach Bundesländern sortiert hat. Also wer irgendwo in Deutschland (oder in Wien) Urlaub machen möchte und noch nicht weiß, was er mit seinen Kindern unternehmen kann, sollte dort direkt mal gucken gehen! Auffällig in der Liste war das Loch bei Berlin/Brandenburg. Das kann ich als Hauptstädterin so nicht auf uns sitzen lassen, denn es gibt in und um Berlin so viele tolle Sehenswürdigkeiten und Freizeitangebote, auch schon für die Kleinsten! Bei der Fülle an Möglichkeiten fällt es natürlich schwer, gezielt etwas für so einen Post auszuwählen. Ich hatte im Vorfeld gedacht, dass ich meine 5 liebsten Ausflugsziele für die Nichtberliner kurz vorstelle. Beim Fotos-Sichten sind dann noch ein paar andere Highlights dazwischen gerutscht und deswegen präsentiere ich euch heute meine Top 10 der Ausflugsziele mit Kindern in Berlin und Umgebung. [Bei jedem Einzelnen ist der gemeinsame Spaß natürlich auch nicht zu kurz gekommen, deswegen wird das eine 2-in-1-Aufgabe im April-Mai-Mix. Ich hoffe, ich darf damit an der tollen Freizeitpark-Verlosung trotzdem teilnehmen...?]


In diesen kleinen, handlichen Städteführern, die einem vorschlagen, was man mit seinem Kind in der jeweiligen Stadt anstellen könnte, begegnete mir letzten Sommer das Deutsche Technik Museum. Obwohl (oder gerade weil?) Technik nicht gerade zu meinen Spezialgebieten zählt, war die Ausstellung wirklich sehenswert und sehr interessant! Im Buch stand in den Randbemerkungen, dass 3 Jahre genau das richtige Alter für einen ersten Besuch in dem Museum sei. 100% unterschreiben kann ich das zwar nicht, aber es gab tatsächlich viele Exponate, die auch schon die Kleinsten zum Ausprobieren einluden. Für einen regnerischen Sonntag jedenfalls genau das Richtige!
Preise: 6€ p.P., ermäßigt (bis 14) 3,50€, Kleinkinder frei.



09: Der Werbellinsee

Der schöne Werbellinsee liegt in der Schorfheide, rund 50km nordöstlich von Berlin und ist das ideale Ziel für einen Tagesausflug bei sommerlichen Temperaturen. Ob baden, buddeln oder Boot fahren - da ist der Spaß vorprogrammiert. Wem der See mit seinen Freizeitangeboten als Attraktion nicht genug ist, der kann den Aufenthalt mit einem Besuch des absolut sehenswerten Schiffshebewerks (siehe "08") in der Nähe verbinden



Vor ziemlich genau einem Jahr, am 2012er Pfingstmontag, haben wir mit der Familie einen Spontanausflug zum ältesten, noch arbeitenden Schiffshebewerk Deutschlands gemacht. So unspektakulär das klingen mag, so beeindruckend ist es dann aber, wenn man direkt davor steht oder es schon von Weitem in den Himmel ragen sieht! Wenn man oben in schwindelerregender Höhe von 52m steht, kann man ganz genau beobachten, wie ein Schiff in nur 5 min einen Höhenunterschied von 36m im Zuge des Oder-Havel-Kanals überwindet. Wer nochmal genauer nachlesen und mehr Bilder sehen möchte, hier habe ich darüber berichtet.
Preise: 2€ p.P., ermäßigt 1,50€. Kinder unter 6 Jahren frei.



07: Das DDR-Museum

Das ideale Ausflugsziel für Schulklassen, die in Geschichte gerade die Jahre 1961 bis 89 durchnehmen - aber auch nur für die. Denkste! Das DDR-Museum ist so gestaltet, dass es jeden begeistert: vom Kleinkind bis zum Rentner! Dort gibt es keine trockenen Zahlen und Daten, sondern Geschichte zum Anfassen. Wie sah es aus, das typische DDR-Wohnzimmer mit Karat-Schrankwand? Was schrieb man damals in seinem Schulaufsatz? Wie funktionierte das mit der Stasi und welchen Kaffee konnte man kaufen? Der obligatorische Trabi darf natürlich auch nicht fehlen, selbstverständlich ebenfalls zum Einsteigen, Ausprobieren und "Begreifen". Ganz zentral in der Nähe des Alexanderplatzes gelegen (neben dem Berliner Dom), kommt man praktisch zwangsläufig am Museum vorbei, wenn man in der Stadtmitte unterwegs ist und sollte auf jeden Fall einen Abstecher dorthin machen.
Preise: 6€ p.P., Kinder ab 6 J. und ermäßigt 4€, unter 6 Jahren frei.



06: Der Müggelsee

In Berlin gibt es - entgegen der landläufigen Meinung - nicht nur hässliche Plattenbauten im Osten, das Brandenburger Tor in der Mitte und den Bahnhof Zoo im Westen. Bekannte aus Bayern waren mal ganz überrascht, als ich Bilder von unserem Garten gepostet habe: "IHR habt einen Garten? Ich denke, ihr wohnt in Berlin?!". So, wie es in der Hauptstadt auch Wälder mit Bäumen gibt, haben wir selbstverständlich auch Seen im Angebot. Neben dem bekannten Wannsee mit seinem Strandbad, was schon 1951 besungen worden ist ("Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein, ..."), gibt es in Köpenick (für geographische Dilettanten wie mich: unten rechts) den größten der Berliner Seen: den Müggelsee. Eine einstündige Rundfahrt bei schönem Wetter durch das sog. "Klein-Venedig", z.B. mit Halt an der berühmten Gaststätte "Rübezahl" bzw. im Biergarten (mit Spielplatz!), ist eine schöne Beschäftigung für einen Sommernachmittag in Berlin.
Preise: je nach Dauer der Fahrt zwischen 3 und 7€.




Das Tropical Islands im Landkreis Dahme-Spreewald (ca. 60km südlich von Berlin) wirbt mit dem Slogan "Europas größte tropische Urlaubswelt" mit Südseestrand, Regenwald, Lagune, Tropendorf u.v.m. Ursprünglich sollten in der größten freitragenden Halle der Welt, die schon von der Autobahn aus nicht zu übersehen ist, Luftschiffe witterungsgeschützt untergebracht werden. Durch die Insolvenz der Firma ist es dazu jedoch nicht gekommen und so beherbergt die 360m lange Halle mittlerweile ein riesiges Spaßbad. Das Tropical Islands ist aufgrund der beeindruckenden Größe wirklich sehenswert, aber von urlaubsähnlicher Erholung war ich ziemlich weit entfernt. Vielleicht war auch der Termin unseres Besuches nicht gerade günstig gewählt (Ende Dez.), jedenfalls war es so voll, dass man am "Südseestrand" nur schwer einen Platz mit seinem Handtuch bekommen hat und sich zuweilen fühlte, wie am Ballermann im 17. Bundesland zur Hauptsaison. Zu dem Grundeintrittspreis kommen Zusatzausgaben dazu, wie Essen und Trinken, das Benutzen der Rutsche, ein Flug mit dem Heißluftballon, Sauna, Souvenirs etc., was auf dem Armband-Chip gespeichert wird, den man ums Handgelenk trägt. Bisher habe ich von allen Bekannten, die ein Mal dort waren, gehört, dass ein Mal auch völlig ausreicht. Das sehe ich genauso, möchte aber trotzdem diesen einen Besuch im Tropical Islands empfehlen, am besten, wenn keine Ferien sind. Wer mehr über das "tropische Paradies" lesen möchte, hier habe ich vor 1,5 Jahren darüber gebloggt.
Preise: 34,50€/Erwachsene, 29,50€/ermäßigt, 27€/Kinder (6-14), unter 6 Jahren frei.



04: das SeaLife

Ein großes Aquarium mitten in Berlin zum Beobachten, Staunen und Anfassen! Rochen, Haie, Seepferdchen, Krabben und Clownfische lassen Kinderherzen höher schlagen. Wie fühlt sich eigentlich ein Seestern an? Was frisst eine Seeanemone? Ein besonderes Highlight ist im Anschluss an den Besuch des SeaLife die Fahrt durch den Aquadom im Dom-Aquarée gegenüber. In diesem 25m hohen Korallenriff mit ca. 1500 Fischen ist eine Art Fahrstuhl, von wo aus man direkt durch den Lebensraum der knapp 100 Arten fährt und diese hautnah erleben kann.
Gebloggt darüber habe ich hier.
Preise: 17,50€/Erwachsene (ab 15), 12,50€/Kinder (3-14), unter 3 Jahren frei.
(Wer sparen möchte, sollte vorab online buchen - über 30% Rabatt!)



03: Der Fernsehturm

Der "Telespargel", wie die Berliner ihren 368m hohen Turm liebevoll nennen, ist eine der typischsten Sehenswürdigkeiten der deutschen Hauptstadt und für die "Einheimischen" schon aus dem Flugzeugfenster das sichere Anzeichen, wieder zu Hause zu sein. Mit einem Fahrstuhl geht es in gerade mal 40 Sekunden auf über 200m Höhe, von wo aus man bei gutem Wetter nicht nur am schnellsten einen Überblick über die gesamte Stadt bekommt, sondern im günstigsten Fall sogar bis zum Tropical Islands ("05") gucken kann. In der höchsten Bar Berlins kann man bei einem Glas Wein ameisengroße Autos betrachten oder im Drehrestaurant eine Etage höher eine Stadtrundfahrt genießen, während man aus dem vielfältigen Angebot aus der Speisekarte wählt. Nicht nur für Berliner ist der regelmäßige Besuch des Fernsehturms obligatorisch auf der To-Do-Liste, auch Touristen sollten sich diese einmalige Aussicht nicht entgehen lassen. Bei schönem Wetter reicht die Menschenschlange allerdings über den halben Alexanderplatz. Umgehen kann man die mit der Onlinebuchung eines VIP-Tickets (7€ mehr, die sich lohnen): man bucht verbindlich eine Einlasszeit und kann zu diesem Termin dann auch wirklich sofort hoch und in den Fahrstuhl, ohne nerviges Warten und quengelnde Kinder. Der Fensterplatz im Restaurant ist inklusive!
Preise: 12,50€/Erwachsene, 8€/Kinder (5-16), bis 4 Jahre frei.



02: Das FEZ

FEZ steht für Freizeit- und Erholungszentrum und ist Europas größtes, gemeinnütziges Kinder- und Familienzentrum (auch wieder "unten rechts" in Köpenick), die erste Anlaufstelle bei Langeweile am Wochenende. Dort gibt es nicht nur viele große Spielplätze, ein Hallenbad, Streichelzoo, Ponyreiten, Parkeisenbahn und Badesee, sondern auch in den Ferien und an den Wochenenden abwechslungsreiches Bespaßungsprogramm für kleine und große Kinder mit Workshops zu verschiedenen Themen, Ausstellungen, Konzerten, Theatervorstellungen und und und. Man kann kostengünstig Sportgeräte, Boote und Spielzeuge ausleihen, bei schlechtem Wetter den Indoorspielplatz nutzen, Klettern, Malen, Basteln oder einfach nur einen Crêpe und ein Eis essen gehen.
Preise: Indoorspielplatz 1€/30min, Schwimmbad & Badesee 4€, ermäßigt 2,50€, Haus Natur und Umwelt 1€, alle Outdoorspielplätze ohne Gebühr.

01: Der Tierpark

Wann immer wir bei Sonnenschein ein bisschen Zeit übrig haben, geht es in den wunderschönen Tierpark in Berlin-Friedrichsfelde. Gleich vorweg: der Zoologische Garten liegt im Bezirk Tiergarten, ist aber nicht der Tierpark, das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Der Tierpark, Europas größter Landschaftstiergarten mit dem Schloss Friedrichsfelde, ist mit 160 Hektar Fläche etwa viereinhalb Mal so groß wie der Zoo und beherbergt durchschnittlich 7500 Tiere in rund 900 Arten in einem artgerechten, nahezu natürlichen Lebensraum. Von A wie Affe bis Z wie Zebra kommt hier jeder Tierbegeisterte voll auf seine Kosten. Fionas Lieblinge, die wir bei jedem Besuch anschauen müssen (vermutlich kennen sie uns schon: "Ach, guck mal, Achim, da sind sie wieder! Heb mal den Rüssel und wink!"), sind die Stachelschweine, die Elefanten, Giraffen, Pinguine und die Hyänen. Weil der Tierpark so weitläufig angelegt ist, hat man auch an gut besuchten Tagen nie das unbehagliche Gefühl eines Massenauflaufs. Einzig die Bollerwagenausleihe ist an Feiertagen nach 11 Uhr relativ unwahrscheinlich ;) Im schönen Terrassencafé werden regelmäßig Konzerte geboten und gleich daneben wartet der große Spielplatz auf die kleinen Tierparkgäste. Durch den Park fährt außerdem die kleine, rote Bimmelbahn, für ältere, ganz junge oder lauffaule Gäste, die an den verschiedenen Haltestellen ("Nächster Halt: die Wasserbüffel") ein- und aussteigen können.
Preise: Erwachsene 12€, ermäßigt 9€ Kinder unter 5 Jahren frei.
Vielleicht ist ja etwas für euch dabei, wenn ihr das nächste Mal in Berlin unterwegs seid! Viel Spaß!